Schiele: “Das spricht für den Charakter der Mannschaft”

Mit einem Sieg gegen den FSV Zwickau am Mittwoch kann Michael Schiele mit Eintracht Braunschweig den zweiten Tabellenplatz der 3. Liga erobern. Große Planungssicherheit hat der Trainer durch die sich aktuell häufenden Spielverlegungen allerdings nicht.

Michael Schiele gibt Stürmer Benjamin Girth Anweisungen. 

Michael Schiele gibt Stürmer Benjamin Girth Anweisungen. 

imago images/Hübner

Am Vormittag wurde Eintracht-Coach Schiele noch zu den aktuellen Ungewissheiten der Spielaustragung in der 3. Liga befragt, einige Stunden später war es dann mal wieder soweit: Die Braunschweiger vermeldeten einen Corona-Fall auf ihrer Vereinswebseite, das Spiel gegen Zwickau am Mittwoch (19 Uhr, LIVE! bei kicker) sei aber “nicht gefährdet”. 

Erst bei Spielabsage “geht die Spannung weg”

Laut eigener Aussage dürfte diese Meldung Schiele und sein Team aber nicht allzu sehr aus der Fassung gebracht haben: “Es ist uns bis jetzt immer gelungen, den Fokus hoch zu halten. Auch wenn spekuliert wurde, dass ein Spiel ausfallen könnte”, so der 43-Jährige auf der Pressekonferenz am Dienstag. “Das spricht für den Charakter der Mannschaft. Wir bereiten uns immer so vor, als würden wir spielen. Erst wenn das Spiel abgesagt ist, geht ein bisschen Spannung weg.” 

Das gibt auf jeden Fall einen Fight.

Michael Schiele über das Spiel gegen den FSV Zwickau

Schiele wird hoffen, dass seinem Team auch dieses Mal die Spannung nicht verloren geht. Mit dem FSV warte eine “sehr robuste” Mannschaft: “Sie kommen viel über die Zweikämpfe, das gibt auf jeden Fall einen Fight. Zwickau ist eine sehr körperliche Mannschaft mit einer aggressiven Spielweise, die aber trotzdem auch Fußball spielen kann. Sie spielen gut von hinten raus und haben starke Spieler im Mittelfeld. Wir müssen gewappnet sein und dürfen keine Sekunde zögern.”

Der Trainer der Braunschweiger glaubt aber trotz der Zwickauer Qualitäten, dass sein Team “mit unseren spielerischen Komponenten, unserer Athletik und unserer Intensität auch gut dagegenhalten” könne. Die Eintracht geht mit breiter Brust in das Duell: Mit einem Sieg würde der BTSV den zweiten Tabellenplatz erobern, die letzte Niederlage in der Liga musste man im November gegen Spitzenreiter Magdeburg hinnehmen.

“Wir wollen nach Zwickau fahren und an die Ergebnisse der letzten Spiele anknüpfen”, so Schiele. Mit der richtigen Spannung im Team stehen die Chancen dafür nicht schlecht.

Schiele “voller Vorfreude” – und mit Rückkehrern

Mit einer Woche Verspätung beginnt auch für Eintracht Braunschweig die Restrunde. BTSV-Coach Michael Schiele sieht sogar das Positive in der längeren Pause.

Braunschweigs Coach Michael Schiele sieht voller Vorfreude auf das erste Pflichtspiel des Jahres.

Braunschweigs Coach Michael Schiele sieht voller Vorfreude auf das erste Pflichtspiel des Jahres.

picture alliance / Eibner-Pressefoto

Der ursprünglich für den letzten Sonntag geplante Auftakt der Braunschweiger ins neue Jahr musste wegen mehrerer Corona-Fälle bei Gastgeber Viktoria Berlin noch abgesagt werden. Nun startet die Eintracht mit dem Heimspiel am kommenden Samstag (14 Uhr) gegen den Halleschen FC in das Sportjahr 2022. “Die Vorfreude ist auf jeden Fall groß”, sagte Schiele am Donnerstag auf der Pressekonferenz zur Partie. “Es war schade, dass wir in der vergangenen Woche nicht spielen konnten.”

Doch der BTSV-Coach konnte der um sieben Tage verlängerten Winterpause sogar etwas Positives abgewinnen. “Wir können mittlerweile wieder fast aus dem Vollen schöpfen”, sagte er. Immerhin stehen ihm nun wieder vier Spieler mehr zur Verfügung, die ihre Corona-Infektionen überwunden haben. Michael Schultz machte bereits in der vergangenen Woche seine ersten Gehversuche, nun kamen zudem noch Bryan Henning, Lion Lauberbach und Iba May hinzu. “Die Jungs haben sich einer medizinischen Untersuchung unterzogen und sind voll belastbar”, sagte Schiele. Ein Fragezeichen steht dagegen noch hinter einem Einsatz von Niko Kijewski, der sich eine leichte Blessur zugezogen hat und am Mittwoch das Training abbrechen musste. “Da wird es wahrscheinlich für den Samstag eng”, sagte Schiele: “Ansonsten stehen mir alle Spieler zur Verfügung.”

Auf welches Personal dagegen der Hallesche FC setzen wird, ist angesichts der Corona-Situation bei den Sachsen-Anhaltinern ungewiss. Und auch der in der Winterpause vollzogene Trainerwechsel von Florian Schnorrenberg zu André Meyer bereitet Schiele zusätzliche Aufgaben. “Ein neuer Trainer entfacht eine neue Euphorie, sie wollen schneller und aggressiver spielen”, warnt er vor dem HFC. Dennoch geht er optimistisch in das erste Pflichtspiel des Jahres: “Wir sind in einer Situation, in der wir auf uns schauen können und müssen, wir wollen unser Spiel durchdrücken.”

Im Probetraining überzeugt: Braunschweig nimmt Bauer unter Vertrag

Drittligist Eintracht Braunschweig hat sein Torwart-Team ergänzt und den zuvor vereinslosen Julian Bauer (22) unter Vertrag genommen.

Darf sich in Braunschweig beweisen: Torwart Julian Bauer.

Darf sich in Braunschweig beweisen: Torwart Julian Bauer.

picture alliance / Eibner-Pressefoto

Wie die Niedersachsen am Donnerstag mitteilten, hat Bauer einen Vertrag bis Saisonende unterschrieben und erhält die Rückennummer 13. Zuletzt stand der Keeper in der Saison 2020/21 in zwölf Spielen für den Regionalligisten Bayern Alzenau auf dem Platz, war im Anschluss seit Sommer 2021 vereinslos.

In der vergangenen Woche hatte Bauer bereits zur Probe beim BTSV mittrainiert und offenbar überzeugt. “Julian hat im Training einen hervorragenden Eindruck hinterlassen”, wird Braunschweigs Geschäftsführer Sport Peter Vollmann in der Vereinsmitteilung zitiert. “Mit seiner Verpflichtung haben wir die Option, personell auf mögliche Verletzungen oder auch nicht auszuschließende pandemiebedingte Ausfälle auf der Torhüterposition flexibel reagieren zu können.”

Bauer, der im Juniorenbereich für Wehen Wiesbaden, Eintracht Frankfurt und Mainz 05 auflief, ergänzt damit das Torwartteam um Jasmin Fejzic, Yannik Bangsow und das derzeit verletzte Eigengewächs Lennart Schulze Kökelsum.

Schiele: “Wir wollen ein stabiler Zweitligist werden”

Bemerkenswert schnell ist es Michael Schiele (43) in Braunschweig gelungen, eine Einheit zu bilden, die Zuversicht weckt. Und als Zweiter ins neue Jahr startet.

Hat Klub wie Kader konsolidiert: Michael Schiele.

Hat Klub wie Kader konsolidiert: Michael Schiele.

imago images/regios24

Bei seinem Amtsantritt im Sommer hatte Schiele erzählt, wie einschüchternd er es früher als gegnerischer Spieler empfunden hat, mit dem Bus die Hamburger Straße entlangzufahren und die hitzige Stimmung aufzugreifen. Sieben Monate später stellt sich die Frage, wie weit er bei seinem formulierten Ziel, in der Stadt dieses Gefühl wieder zu erzeugen, ist?

“Grundsätzlich können wir auf eine erfolgreiche Hinrunde blicken, das hilft auf diesem Weg natürlich”, sagt Schiele im kicker-Interview (Montagausgabe) und wird konkret: “Wir hätten zu Hause noch den einen oder anderen Punkt mehr holen können, sind in der Auswärtstabelle besser. Dennoch habe ich das Gefühl, dass wir die Menschen in Braunschweig und der Region wieder mitgenommen haben. Das zeigen uns die Reaktionen auch nach nicht gewonnenen Spielen. Unsere Fans sehen, dass eine Mannschaft auf dem Platz steht, die alles reinhaut und sich zerreißt.”

Zum Jahreswechsel steht Braunschweig auf Platz 2. Schiele hat schon in seinem ersten Jahr in Braunschweig die Aufstiegschance. “Dass noch viele Spiele ausstehen und es am Ende ein Hauen und Stechen geben wird, will ja meistens keiner hören”, scherzt Schiele und erklärt dann: “Unser Ziel war es, uns stabil aufzustellen, uns zu entwickeln. Das ist uns im Verlauf des ersten Halbjahres gelungen. Wenn wir an diese Entwicklung anknüpfen und noch ein paar Dinge optimieren, ist vieles möglich.”

Bis zu den letzten vier Spielen will die Eintracht ihre Position verteidigen, “und dann freuen wir uns auf ein schönes Finale”, so Schiele. Zu den Entwicklungsmöglichkeiten des Vereins sagt der 43-Jährige: “Wenn wir den Weg weiterverfolgen, mit einem klaren Plan und dem konsequenten Einbau von jungen, entwicklungsfähigen Spielern nachhaltig etwas aufzubauen, dann sollte Eintracht Braunschweig den Anspruch haben, mittelfristig wieder ein stabiler Zweitligist zu sein.”

Lesen Sie das komplette Interview mit Michael Schiele im aktuellen kicker (auch als eMagazine).