Rödinghausen oder Gladbach: Hauptsache Spielpraxis für Aydin

Rechtsverteidiger Aydin fehlte beim Bundesliga-Auftakt im Schalker Kader. Trainer Frank Kramer und Sportdirektor Rouven Schröder erklären warum.

Wo läuft er auf? Mehmet Aydin soll möglichst viel Spielpraxis erhalten - möglicherweise auch in der Regionalliga.

Wo läuft er auf? Mehmet Aydin soll möglichst viel Spielpraxis erhalten – möglicherweise auch in der Regionalliga.

IMAGO/Nordphoto

Am Samstag wird Mehmet Aydin Schuhe und Stutzen, Trikot und Aufwärmshirt überziehen – die Frage ist nur wo er das tun wird. Vor mehr als 60.000 Zuschauern in der Schalker Arena gegen seinen Ex-Klub Borussia Mönchengladbach (18.30 Uhr, LIVE! bei kicker) in der Bundesliga oder vor etwas kleinerer Kulisse mit Schalkes Regionalliga-Reserve um 14 Uhr beim SV Rödinghausen.

Bei der 1:3-Auftaktniederlage in Köln fehlte “Memo”, wie ihn auf Schalke alle nennen, wie auch Neuzugang Leo Greiml im Kader der Profis. Nun erklärten Trainer Frank Kramer und Sportdirektor Rouven Schröder die Überlegungen dahinter. Die Frage sei nicht “Was fehlt Aydin?”, sondern vielmehr “Was braucht Aydin?”, machte der Coach klar: “Memo ist ein junger Spieler. Und wenn die Möglichkeit besteht, dass er nur auf der Bank sitzt, muss man immer überlegen, ob man ihm nicht Spielpraxis gibt.” Und davon bekomme er in der U 23 mehr und konstanter: “Auf lange Sicht ist das für die jungen Spieler wichtig.”

Auf Sicht dürften beide wieder häufiger im Profi-Kader auftauchen

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Sportdirektor Schröder war es wichtig, die Maßnahme richtig einzuordnen. “Wir sehen das auf Schalke nicht als Bestrafung”, verdeutlicht er: “Von daher ist es wichtig, dass wir da gar nicht in so ein Verständnis kommen, dass es heißt: Jetzt musst du runter.” Vielmehr sollte es so sein, dass die Spieler von sich aus sagen: “Bevor ich am Wochenende weniger spiele, gehe ich lieber freiwillig runter.” Zumal die Reserve mit zwei Siegen aus drei Spielen bestens in die neue Saison gekommen ist: “Die hatten einen super Saisonstart, spielen attraktiven Fußball, das macht richtig Spaß.”

Bereits am vergangenen Wochenende beim 1:3 gegen den SV Lippstadt hätten Aydin und Greiml “ein sehr gutes Spiel gemacht”, findet Schröder “und das gibt ja auch Selbstbewusstein und Praxis. Dann kommen die Spieler mit einem ganz anderen Selbstverständnis wieder.” Auf Sicht dürften beide ohnehin wieder häufiger im Kader der Profis auftauchen. Aydin bekommt von seinem Coach für den Weg noch ein Kompliment mit: “Memo hat die Aggressivität, die Leidenschaft, das Brennen, er hat auch immer Lösungen.”

Patrick Kleinmann