Chelsea schickte Dokumente offenbar mehrmals falsch: Kriegt PSG Ziyech noch?

Hakim Ziyech (29) hätte am Mittwochmorgen Spieler von Paris Saint-Germain sein sollen. Dass der Marokkaner immer noch im Chelsea-Kader steht, hängt offenbar mit einem Versäumnis der Blues in der Transfer-Abwicklung zusammen.

Kriegt er noch seinen Willen? Hakim Ziyech wollte in diesem Winter zu PSG wechseln.

Kriegt er noch seinen Willen? Hakim Ziyech wollte in diesem Winter zu PSG wechseln.

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Es bestand eine Einigung zwischen den Vereinen, den Medizincheck hatte Hakim Ziyech bereits bestanden, auch Verträge waren unterschrieben. Doch Stand Mittwochmorgen darf sich der marokkanische WM-Fahrer nicht ins Starensemble um Lionel Messi, Neymar und Kylian Mbappé bei Paris St. Germain einreihen.

Hintergrund: Nach übereinstimmenden französischen Medienberichten schickte Chelsea am Dienstagabend wiederholt “das gleiche falsche Dokument”, wie “L’Equipe” berichtet. Ziyech sollte erst auf Leihbasis ohne Kaufoption zu PSG wechseln. Doch die Verantwortlichen bei Chelsea wollten offenbar noch eine Option aufnehmen, durch die der amtierende französische Meister Ziyech im Anschluss an die Leihe fest verpflichten könnte. Der Transfer verzögerte sich – und scheiterte.

“Zirkus erster Güte”

Die Wechselfrist war abgelaufen, der französische Ligaverband LFP lehnte Ziyech als neuen PSG-Profi ab. Ein Umstand, den der Champions-League-Gegner des FC Bayern München nicht auf sich sitzen lassen wollte. Am Mittwochmorgen traf sich der Rechtsausschuss der LFP, um die Genehmigung von Ziyechs Leihe zu prüfen.

Eine PSG-Quelle, die wegen ihrer Beziehungen zum Verein nicht namentlich genannt werden wollte, sprach bei “The Athletic” von einem “Zirkus erster Güte”, den Chelsea abgezogen habe. Auch am “Deadline Day” ging es beim Premier-League-Zehnten drunter und drüber, kurz vor Schluss kam noch Weltmeister Enzo Fernandez für 121 Millionen Euro.

Ziyech, der bei Chelsea noch bis 30. Juni 2025 unter Vertrag steht, kam in dieser Saison zehnmal in der Premier League zum Zug und bereitete einen Treffer vor. Dabei stand der Linksfuß nur viermal in der Startelf und wurde sechsmal nur eingewechselt. Durch die Transferflut bei den Blues im Winter haben sich die Einsatzchancen Ziyechs nicht gesteigert. 

In Paris hätte er in den wichtigen Spielen wohl auch maximal eine Jokerrolle, würde aber in Liga und Pokal die Optionen von Trainer Christophe Galtier erhöhen. Ziyech wäre zudem der einzige Wintertransfer des Hauptstadtklubs – wenn er denn noch kommen darf.

Chelseas “wilde” Transferflut: Eine Regel hilft dem BVB

Auch Sebastian Kehl findet Chelseas Transferpolitik “sehr wild”. Auf Borussia Dortmund wartet im Champions-League-Achtelfinale dennoch kein völlig neuer Gegner. Eine UEFA-Regel hilft dabei.

Mykhaylo Mudryk, Enzo Fernandez und Joao Felix (v.li.) sind drei von acht Chelsea-Neuzugängen. Rechts BVB-Sportdirektor Sebastian Kehl.

Mykhaylo Mudryk, Enzo Fernandez und Joao Felix (v.li.) sind drei von acht Chelsea-Neuzugängen. Rechts BVB-Sportdirektor Sebastian Kehl.

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Mit Ausgaben von mehr als 900 Millionen Euro – davon über 300 Millionen Euro allein am “Deadline Day” – haben die Premier-League-Klubs den alten Rekord für eine Winter-Transferphase pulverisiert. Noch wahnwitziger liest sich aber eine andere Zahl: Der FC Chelsea, der schon im Sommer rund 300 Millionen Euro investiert hatte, steckte im Januar fast 350 Millionen Euro in Neuzugänge – und gab damit mehr aus als Bundesliga, La Liga, Serie A und Ligue 1 zusammen.

“Die fahren ihr eigenes Rennen”, sagte Borussia Dortmunds Sportdirektor Sebastian Kehl am Dienstag bei “Sky”, und da hatte Chelsea den größten Transfer des Tages noch gar nicht getätigt. Als achter und letzter Neuer kam für die britische Rekordsumme von 121 Millionen Euro noch Weltmeister Enzo Fernandez von Benfica Lissabon.

Kehl: “Geld spielt dort keine Rolle”

“Natürlich habe ich verfolgt, was Chelsea in den letzten Wochen und Monaten angestellt hat”, sagte Kehl und drückte seine Verwunderung über die Politik des Dortmunder Gegners im Champions-League-Achtelfinale aus. “Sehr wild” nannte er sie, “das muss man einfach sagen. Geld spielt dort keine Rolle.”

Beim BVB gilt das wie bei der großen Mehrheit der europäischen Klubs nicht. “Wir müssen unser Geld hier auf eine andere Art und Weise verdienen. Daher sind wir auch nicht in der Lage, solche Transfers umzusetzen”, sagte Kehl. Die Akquise werde für alle anderen nicht leichter. “Wir müssen gegebenenfalls noch schneller sein, das macht es herausfordernd, aber wir schaffen es trotzdem.”

Nur drei Neuzugänge darf Chelsea in der Champions League einsetzen

Auf einen völlig veränderten Gegner wird die Borussia am 15. Februar (21 Uhr, LIVE! bei kicker) trotzdem nicht treffen, wenn Chelsea zum Hinspiel nach Dortmund kommt. Denn: Die UEFA verbietet es Europapokal-Teilnehmern, mehr als drei Winterneuzugänge zu registrieren. Ob diese in der Gruppenphase schon für einen anderen Klub aus dem Wettbewerb aufgelaufen sind, spielt dabei seit Jahren keine Rolle mehr.

Chelsea kann in der restlichen Champions-League-Saison also nur mit maximal drei Winterneuzugängen planen. Aus der Gruppe um Fernandez, Mykhaylo Mudryk (kam aus Donezk), Joao Felix (Atletico), Benoit Badiashile (Monaco), Noni Madueke (Eindhoven), Andrey Santos (Vasco da Gama) und David Datro Fofana (Molde) darf Trainer Graham Potter ein Quartett bis zum Saisonende nur in der Premier League einsetzen. Malo Gusto, der achte Winterneuzugang, wurde ohnehin bis zum Sommer an Lyon zurückverliehen.

Bis Donnerstagabend muss Chelsea der UEFA die Änderungen am Kader mitgeteilt haben. Klar ist, dass Chelsea für die drei neu registrierten Spieler dann auch andere streichen muss, wobei die Blues im Sommer einen Platz im Aufgebot, das maximal 25 Spieler umfassen darf, freigelassen haben. Dass die Blues am “Deadline Day” abgesehen von Jorginho (Arsenal) keinen Spieler mehr loswurden, beschert ihnen einen aufgeblähten und potenziell unzufriedenen Kader. Auch das könnte eine kleine Chance für den BVB sein.

Für 121 Millionen Euro: Chelsea holt Weltmeister Fernandez

Der FC Chelsea hat seine denkwürdige Winter-Transferphase mit dem erhofften Kracher beendet: Weltmeister Enzo Fernandez kommt für eine Rekordsumme von Benfica.

Schneller Abschied von Benfica: Enzo Fernandez.

Schneller Abschied von Benfica: Enzo Fernandez.

AFP via Getty Images

Zahlreiche Spieler haben die WM-Bühne genutzt, um im Winter-Transferfenster andere Klubs auf sich aufmerksam zu machen. Doch für keinen hatte das Turnier in Katar spektakulärere Folgen als für Enzo Fernandez.

Als Weltmeister kehrte der erst 22-jährige Argentinier zu Benfica Lissabon zurück – um nun für 121 Millionen Euro zum FC Chelsea zu wechseln. Die prinzipielle Einigung beider Vereine gaben die Portugiesen in der Nacht auf Mittwoch raus. Am Ende zahlte Chelsea sogar etwas mehr als die Ausstiegsklausel in Höhe von 120 Millionen Euro, weil Benfica dem Vernehmen nach im Gegenzug davon abrückte, die Summe auf einen Schlag zu fordern. Die Ablösesumme stellt zugleich einen neuen britischen Rekord auf. Der Mittelfeldmann unterschrieb einen Vertrag bis 30. Juni 2031. 

Es ist der letzte und spektakulärste Coup der Blues, die mit ihren Transferaktivitäten im Januar ganz Fußball-Europa in den Schatten gestellt haben: Sie gaben insgesamt fast 350 Millionen Euro allein für Ablösesummen aus.

Doch auch für Benfica ist es ein erstaunlicher Deal. Erst vor sieben Monaten hatte der Tabellenführer der ersten portugiesischen Liga Fernandez für 14 Millionen Euro von River Plate, das im Übrigen 25 Prozent der Transfersumme bekommen wird, verpflichtet und streicht nun einen enormen Gewinn ein, auch wenn der anhaltendende Poker in den vergangenen Wochen auch zu Misstönen geführt hatte. Trainer Roger Schmidt bezeichnete das Verhalten der Blues zwischenzeitlich als “respektlos”.

Jorginho bringt Chelsea notwendige Einnahmen

Bei Chelsea wird Fernandez nicht mehr auf Jorginho treffen, der wie er im defensiven Mittelfeld heimisch ist. Der 31 Jahre alte Italiener wechselte am “Deadline Day” ein halbes Jahr vor Ablauf seines Vertrags für kolportierte 13,6 Millionen Euro zu Premier-League-Spitzenreiter Arsenal und verschaffte den Londonern damit auch dringend benötigte Transfereinnahmen. Bei den Gunners unterschrieb der italienische Europameister einen Vertrag bis Juni 2024.

Fernandez und all die anderen kostspieligen Neuzugänge sollen Chelsea dabei helfen, doch noch irgendwie die Qualifikation für die Champions League zu schaffen. Derzeit liegt Borussia Dortmunds Gegner im Achtelfinale der Königsklasse satte sechs Plätze und zehn Punkte hinter dem Tabellenvierten Manchester United – hat nach diesem Januar aber einen völlig neuen Kader.

34 Jahre später: Polizei gesteht Fehler bei der Hillsborough-Tragödie

Seit dem Unglück von Hillsborough sind beinahe 34 Jahre vergangen – nun hat die Polizei Versäumnisse eingeräumt und sich bei den Hinterbliebenen der 97 Opfer entschuldigt. In absehbarer Zeit soll es einen Verhaltenskodex für die Beamten geben. 

Die Hillsborough-Katastrophe forderte 97 Opfer und gilt weltweit als eines der verheerendsten Unglücke im Fußball.

Die Hillsborough-Katastrophe forderte 97 Opfer und gilt weltweit als eines der verheerendsten Unglücke im Fußball.

IMAGO/PA Images

Es sind Worte, die ziemlich spät kommen. “Die Polizei hat die Hinterbliebenen der Hillsborough-Katastrophe über viele Jahre hinweg im Stich gelassen. Es tut uns sehr leid, dass so vieles falsch lief.” Diese Sätze sind Teil einer Erklärung, die die britische Polizei 34 Jahre nach dem Unglück von Sheffield abgegeben hat. 

Die Aussagen stammen von Andy Marsh, dem Leiter der Berufsorganisation der Polizei in England und Wales. “Das Versagen der Polizei war die Hauptursache für die Tragödie und hat seitdem das Leben der Angehörigen kontinuierlich belastet”, gestand Marsh und sprach in diesem Zuge auch davon, dass die Hinterbliebenen in der Vergangenheit “oft unsensibel” behandelt worden seien.

Der 15. April 1989 – ein schwarzer Tag

Bis heute ist der 15. April 1989 ein schwarzer Tag in der Geschichte Englands. Ein überfülltes Stadion, eine Massenpanik, einstürzende Tribünen und 97 Tote: Am Rande des FA-Cup-Halbfinals zwischen dem FC Liverpool und Nottingham Forest kam es zu einem der verheerendsten Unglücke im Fußball überhaupt. Die tragischen Vorfälle ließen bei den Hinterbliebenen tiefe Wunden zurück und begleiten ganz England bis heute.

Um Aufarbeitungsprozesse künftig zu verbessern, will die britische Polizei einen Kodex einführen, den die Beamten in England und Wales unterzeichnen müssen. Auch das ist Teil der Erklärung, die die Behörde nun abgab. Mit ihrer Unterschrift sollen sich die Polizeikräfte verpflichten, Fehler einzugestehen, “nicht zu versuchen, Unentschuldbares zu verteidigen” und Unterlagen aufzubewahren. Im Nachgang der Hillsborough-Katastrophe waren zig Dokumente verloren gegangen oder vernichtet worden. 

Knöchelverletzung: Eriksen fehlt ManUnited mehrere Monate

Manchester United muss für mehrere Monate auf Christian Eriksen (30) verzichten. Der Mittelfeldspieler verletzte sich im FA-Cup-Spiel gegen Reading am Knöchel.

Verletzte sich im FA Cup am Knöchel: Christian Eriksen.

Verletzte sich im FA Cup am Knöchel: Christian Eriksen.

IMAGO/PA Images

Mit sechs Siegen aus acht Spielen startete Manchester United in das neue Jahr, eine starke Ausbeute, an der auch Christian Eriksen einen großen Anteil hatte. Wettbewerbsübergreifend kommt der Mittelfeldmann auf 31 Einsätze in der aktuellen Saison, keinen Spieler setzte United-Coach Erik ten Hag bislang öfter ein.

Untersuchungen bestätigen Knöchel-Verletzung

Nun wird es aller Voraussicht nach aber nicht mehr lange dauern, bis Eriksen in dieser Statistik vom Spitzenplatz verdrängt wird. Wie die Red Devils am Dienstagnachmittag bekanntgaben, wird der Däne seinem Team voraussichtlich bis Ende April beziehungsweise Anfang Mai fehlen. Demnach hat sich der 30-Jährige am vergangenen Samstag beim 3:1-Erfolg in der 4. Runde des FA Cup eine Verletzung am linken Knöchel zugezogen. Bereits nach dem Schlusspfiff hatten TV-Bilder gezeigt, wie Eriksen das Old Trafford auf Krücken verließ, Untersuchungen brachten nun Aufklärung über die Schwere der Verletzung. Reading-Stürmer Andy Carroll, der später nach einem Foul an Casemiro mit Gelb-Rot vom Platz flog, hatte Eriksen kurz nach der Pause bei einem überaus harten Einsteigen am besagten Knöchel erwischt.

Wohl kein Neuzugang trotz Eriksens Ausfall

Auf der Pressekonferenz vor dem kommenden Halbfinal-Rückspiel im League Cup gegen Nottingham Forest (Mittwoch, 21 Uhr) äußerte sich der Trainer der Red Devils zum Ausfall einer seiner wichtigsten Akteure: “Natürlich ist Christian enttäuscht. Es hätte nicht passieren dürfen, aber es ist passiert und man muss damit umgehen”, kommentierte ten Hag die Situation. Dass ManUnited trotz der Verletzung des Dänen, der “Top-Qualität in den Kader bringt”, noch einmal auf dem Transfermarkt zuschlägt, hält der Niederländer für unwahrscheinlich: “Etwas am Deadline Day zu machen ist schwierig.” Man habe “Spieler im Mittelfeld, gute Spieler, die die Lücke füllen können”, sagte der 52-Jährige.

Die mehrmonatige Pause zwingt Eriksen nicht nur zur Zuschauerrolle bei den Ligaspielen seiner Mannschaft, sondern sorgt auch dafür, dass der 120-fache dänische Nationalspieler die beiden Play-off-Spiele in der Europa League gegen den FC Barcelona verpassen wird (16. und 23. Februar).

Fünf mögliche Chelsea-Transfers am “Deadline Day”

Über 200 Millionen Euro hat der FC Chelsea in diesem Januar schon für Neuzugänge ausgegeben. Der größte folgt womöglich heute noch – und könnte Folgen haben.

Chelsea-Themen am “Deadline Day”: Enzo Fernandez, Conor Gallagher und Moises Caicedo (v.li.).

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Man kann es sich noch nicht richtig vorstellen, aber heute Nacht muss auch der FC Chelsea seine Transferaktivitäten beenden. Die finalen Stunden könnten es aber noch einmal in sich haben für die Blues, die im Januar bereits sieben Neuzugänge für insgesamt über 200 Millionen Euro Ablöse verpflichtet haben. Fünf Namen stehen am “Deadline Day” im Fokus.

Enzo Fernandez (22): Der seit Wochen umworbene Weltmeister könnte im letzten Moment doch noch bei Chelsea landen. Hatten die Londoner zunächst noch vergeblich versucht, den Mittelfeldspieler für weniger als die 120 Millionen Euro schwere Ausstiegsklausel von Benfica loszueisen, sollen sie jetzt sogar bereit sein, diese zu überbieten. Der Grund: Benfica pocht auf eine Sofortzahlung, Chelsea ist auf Raten angewiesen. Eine höhere, dafür gestreckte Summe könnte die Lösung sein – und den britischen Transferrekord brechen, den Jack Grealish im Sommer 2021 aufstellte (für 118 Millionen Euro von Villa zu ManCity). Die Portugiesen, deren Trainer Roger Schmidt Chelsea im Poker Respektlosigkeit vorgeworfen hatte, sollen sich bereits um Alternativen für Fernandez bemühen.

Bringt Gallagher Chelsea 50 Millionen Euro?

Conor Gallagher (22): Um die horrenden Winter-Ausgaben auch nur annähernd gegenfinanzieren zu können, ist Chelsea auch noch auf Last-Minute-Abgänge angewiesen. Die meisten Einnahmen könnte den Blues Mittelfeldspieler Gallagher bescheren, der erst im Sommer nach einer einjährigen Leihe zu Crystal Palace zu seinem Ausbildungsklub zurückgekehrt war. Palace soll nun wie Newcastle und Everton zum großen Kreis der Interessenten gehören, wobei Everton sich Medienberichten zufolge mit einem 50-Millionen-Euro-Angebot bereits aus der Deckung gewagt hat. Gallagher, viermaliger englischer Nationalspieler, soll aber nicht zu den abstiegsbedrohten Toffees wechseln wollen, die am Montag Defensivspezialist Sean Dyche als neuen Trainer verpflichteten.

Hakim Ziyech (29): Der marokkanische WM-Fahrer könnte Chelsea zumindest auf der Gehaltsliste entlasten. Wie zuerst “L’Equipe” berichtet, steht Paris St. Germain vor einer halbjährigen Leihe des Flügelstürmers, der bei Chelsea in dieser Saison nur sporadisch zum Einsatz kam.

Caicedo, Jorginho und Arsenals Rolle

Moises Caicedo (21): Es ist der wohl unrealistischste Transfer in dieser Fünfer-Liste; aber allein, dass er dem “Guardian” zufolge möglich erscheint, zeigt, dass Chelsea in diesem Januar wirklich alles zuzutrauen ist. Caicedo, ein zentraler Mittelfeldspieler von Brighton, wird eigentlich von Arsenal schwer umworben. Wollen die Blues dem Premier-League-Spitzenreiter wie unlängst bei Mykhaylo Mudryk im letzten Moment in die Quere kommen? Dass Brighton, das angeblich ein 75-Millionen-Euro-Rekordangebot für den Ecuadorianer abgelehnt hat, doch noch von seinem Veto abrückt, erscheint aber zunehmend unwahrscheinlich.

Jorginho (31): Auch der erfahrene Europameister könnte Chelsea noch verlassen – zumal Fernandez ein weiterer defensiver Mittelfeldspieler im Kader wäre. Unter anderem Arsenal soll Jorginho als Alternative auf dem Zettel haben, sollte Brighton Caicedo nicht ziehen lassen. Unter Trainer Potter war Jorginho zuletzt gesetzt.

Tauziehen mit Instagram: Bekommt Arsenal Caicedo noch?

Premier-League-Spitzenreiter Arsenal will sich am “Deadline Day” mit Moises Caicedo aus Brighton verstärken – der alles dafür tut. Welche Rolle spielt Chelsea?

Darf er Brighton in diesem Winter noch verlassen? Moises Caicedo.

Darf er Brighton in diesem Winter noch verlassen? Moises Caicedo.

IMAGO/Offside Sports Photography

Es waren Sätze, wie man sie schon hunderte Male gelesen hat, wenn sich ein Spieler nach einem Wechsel via Instagram von seinem bisherigen Klub verabschiedet. “Die Fans haben mich in ihr Herz geschlossen und werden immer in meinem Herzen sein”, schrieb Moises Caicedo. “Ich hoffe, sie können verstehen, warum ich diese großartige Chance wahrnehmen möchte.”

Anders war diesmal nur ein entscheidendes Detail: Caicedo war noch gar nicht gewechselt. Vielmehr hatte sein Arbeitgeber, der Premier-League-Tabellensechste Brighton, mehrfach deutlich gemacht, dass er den 21-Jährigen nicht abzugeben gedenke. Zu diesem Zeitpunkt hatten die “Möwen” schon mindestens ein Angebot des FC Arsenal abgelehnt.

Die Caicedo-Seite ist auch um klebrige Worte nicht verlegen

Ob er ihn sich nun selbst ausgedacht hat oder er einer Idee seines Beraters entsprang: Caicedos Instagram-Post machte aus einem normalen Transferpoker eine unschöne Angelegenheit. Brighton schloss ihn vom FA-Cup-Viertrundenspiel gegen Liverpool (2:1) aus, auch wenn Trainer Roberto de Zerbi betonte, welch “guter Kerl” Caicedo eigentlich sei.

Der zentrale Mittelfeldspieler, der erst vor zwei Jahren nach Brighton gewechselt war und die Hinrunde der vergangenen Saison noch auf Leihbasis beim belgischen Klub Beerschot verbracht hatte, scheint alles dafür zu tun, um Arsenal zu unterstützen. Mit klebrigen Worten bettelte er um die Freigabe aus seinem bis 2025 gültigen Vertrag (“Ich bin das jüngste von zehn Geschwistern und stamme aus armen Verhältnissen in Santa Domingo in Ecuador”), während Arsenal ein weiteres, angeblich rund 75 Millionen Euro schweres Angebot abgab, das Brighton abermals ablehnte, obwohl es einen Rekorddeal bedeutet hätte.

Wagt Arsenal ein weiteres Angebot? Und was plant Chelsea?

Der Klub von der englischen Südküste, der sich schon bei Ben White (2021 für 58,5 Millionen Euro zu Arsenal) oder Marc Cucurella (2022 für 65 Millionen Euro zu Chelsea) als knallharter Verhandler präsentierte, hat im Januar erst Leandro Trossard für rund 25 Millionen Euro an die Gunners abgegeben und im Kampf um Europa wenig Interesse am Abschied weiterer Leistungsträger – aber gewiss auch bei Caicedo eine Schmerzgrenze. Wagt Arsenal am Dienstag noch eine weitere Offerte?

Und dann ist da noch der FC Chelsea. Der “Guardian” berichtet, dass auch die Blues – wie unlängst bei Mykhaylo Mudryk – Arsenal noch in die Quere kommen könnten und am “Deadline Day” ebenfalls um Caicedo mitbieten könnten, der Chelsea-Trainer Graham Potter aus Brighton bestens bekennt. Pikant dabei: Mit Europameister Jorginho soll just ein Chelsea-Profi Arsenals Alternative sein, sollte Caicedo nicht zu den Gunners wechseln.

McKennie wechselt auf Leihbasis zu Leeds

Kurz vor dem Schließen des Transferfensters hat sich Weston McKennie Leeds United angeschlossen. Der ehemalige Schalker wechselt leihweise von Juventus Turin auf die Insel.

Ist künftig für Leeds United im Einsatz: Weston McKennie.

Ist künftig für Leeds United im Einsatz: Weston McKennie.

IMAGO/Marco Canoniero

Den Transfer des US-Amerikaners gaben beide Vereine am Montag bekannt. McKennie (24), der für Juventus in der laufenden Saison 15-mal in der Serie A zum Einsatz kam und dabei ein Tor erzielte, wechselt auf Leihbasis bis zum Ende der Spielzeit zu Leeds United. Beim derzeitigen Premier-League-15. hat der Mittelfeldspieler anschließend die Option auf eine feste Verpflichtung.

McKennie wechselte 2016 in die Jugend des FC Schalke und reifte dort zum Profi. 2020 schloss er sich Juventus Turin an. Für die “Alte Dame”, mit der er 2021 die Coppa Italia gewann, bestritt er insgesamt 96 Pflichtspiele (13 Tore).

Spielt McKennie bereits am kommenden Sonntag?

In Leeds ist McKennie der dritte Winterneuzugang nach Maximilian Wöber und dem von Hoffenheim abgewanderten Georginio Rutter. Der 41-fache US-Nationalspieler, der bei seinem neuen Klub die Nummer 28 tragen wird, könnte bereits am kommenden Sonntag (15 Uhr) bei der Premier-League-Partie gegen Nottingham Forest auflaufen. 

Nach Bielsa-Absage: Dyche übernimmt das Traineramt bei Everton

Der FC Everton hat einen Nachfolger für Frank Lampard gefunden. Sean Dyche (51) übernimmt das Traineramt bei den Toffees und soll den Klub vor dem Premier-League-Abstieg bewahren.

Soll zum Retter in der Not werden: Sean Dyche.

Soll zum Retter in der Not werden: Sean Dyche.

IMAGO/PA Images

Sean Dyche übernimmt das Traineramt beim FC Everton. Der 51-Jährige soll den Tabellen-19. der Premier League vor dem Abstieg bewahren und folgt auf Frank Lampard, der nach zehn sieglosen Pflichtspielen in Folge entlassen wurde. “Er hat mich schnell davon überzeugt, dass er genau die richtigen Eigenschaften hat, um ein großartiger Everton-Manager zu werden – und ein Mann, der unsere Fans begeistern kann”, so Evertons Vorsitzender Bill Kenwright.

Die erste Wahl war Dyche aber nicht, zuvor hat Marcelo Bielsa dem Klub aus Liverpool abgesagt. Bielsa war der Wunschkandidat von Eigentümer Farhad Moshiri, der den Argentinier am Donnerstag nach London einfliegen ließ, um Gespräche mit den Vereinsvertretern zu führen.

Diese Nachricht ließ die Hoffnungen auf eine Verpflichtung des 67-Jährigen bei den Fans steigen. Doch Bielsa hatte Zweifel: Er beklagte sich über den Zustand des Vereins und des Kaders. Zudem hat er noch nie einen europäischen Verein mitten in der Saison übernommen.

Bielsa wollte zunächst nur hinter den Kulissen arbeiten

Also machte der Ex-Leeds-Coach einen Vorschlag: Er würde sofort einsteigen, aber bis zum Ende der laufenden Spielzeit nur hinter den Kulissen arbeiten, eventuell die U 21 und die jüngeren Spieler trainieren, um den Klub auf seine Philosophie einzustellen.

In diesem Fall hätte Everton jedoch einen Interimstrainer gebraucht, um die prekäre Aufgabe des Ligaverbleibs zu bewältigen. Das wollten die Verantwortlichen nicht akzeptieren. Auch Paul Tait und Leighton Baines, die seit der Lampard-Entlassung interimsweise an der Seitenlinie standen, wurde diese Aufgabe nicht zugetraut.

Unser Ziel ist es, eine Mannschaft aufzustellen, die arbeitet, die kämpft und die das Abzeichen mit Stolz trägt.

Sean Dyche

Nun haben sich die Toffees mit Dyche für eine alternative Variante entschieden – und für einen wesentlich bodenständigeren, defensiveren Fußball. Deutlich wird dies auch an seinen ersten Worten als Everton-Coach: “Unser Ziel ist es, eine Mannschaft aufzustellen, die arbeitet, die kämpft und die das Abzeichen mit Stolz trägt”, wird der 51-Jährige, der sich auf die Grundprinzipien des Vereins zurückbesinnen möchte, in der Vereinsmitteilung zitiert.

Der Ex-Profi unterschreibt einen Vertrag über zweieinhalb Jahre. Dyche ist nun der siebte Trainer (ohne Interimsanstellungen) in den letzten fünf Jahren, der im Goodison Park an der Seitenlinie stehen wird. 

Für den langjährigen Burnley-Coach (Oktober 2012 bis April 2022) ist es eine Chance, seine Karriere als Premier-League-Trainer wiederzubeleben, nachdem er in der Vorsaison mitten im Abstiegskampf seinen Trainerposten räumen musste. Er übernimmt eine Mannschaft, die zuletzt am 22. Oktober gegen Crystal Palace (3:0) ein Pflichtspiel gewann, inzwischen aus dem League Cup und FA Cup ausgeschieden ist und in der Premier League auf dem vorletzten Platz liegt. Der nächste Gegner: Spitzenreiter Arsenal.

Krisenmanager Klopp: “Ich kann es nicht mehr hören”

Auch Schiedsrichter-Glück half dem FC Liverpool nicht, um im FA Cup weiterzukommen. Jürgen Klopp wehrte sich aber gegen den Vorwurf, sein frustriertes Team sei in Brighton “auseinandergefallen”.

Der nächste Rückschlag: Jürgen Klopp kann mit Liverpool den FA Cup nicht mehr verteidigen.

Der nächste Rückschlag: Jürgen Klopp kann mit Liverpool den FA Cup nicht mehr verteidigen.

IMAGO/Offside Sports Photography

Kurz vor dem Schlusspfiff kassierte der FC Liverpool in Brighton am Samstag das entscheidende 1:2, doch noch mehr bereitete dem “Liverpool Echo” Sorgen, was danach passierte. Den Spielern habe man das FA-Cup-Aus beim Gang Richtung Katakomben nicht angesehen, urteilte das Hausblatt der Reds. Es gewann vielmehr den Eindruck, “als hätten sie gerade gesehen, wie ihnen die Buslinie 82 vor der Nase weggefahren ist”.

Auch Jürgen Klopp monierte später die Körpersprache “von einigen der Jungs”, wollte von Untergangsstimmung aber nichts hören. “Wir fallen nicht auseinander, das kann ich Ihnen versichern”, sagte der Trainer an einem weiteren unangenehmen Liverpooler Abend. “Wenn es so ausgesehen hat, tut es mit leid.”

Schon vor dem Siegtor wirken die Liverpooler frustriert

Zwar hatte Klopp Recht, als er auf die Fortschritte gegenüber der 0:3-Liga-Abreibung vor 15 Tagen an selber Stelle hinwies, trotzdem kamen die “Falling apart”-Interpretationen nicht von ungefähr. In der Schlussphase leisteten sich die Reds untypischerweise mehrere riskante Zweikämpfe, die nur zweimal mit Glück folgenlos blieben: Ibrahima Konaté wandelte am Rande einer Notbremse (82.), und Fabinho hätte sich für einen Tritt im Mittelfeld über Rot nicht beschweren dürfen (86.). Doch nach Andy Robertsons mit Gelb geahndetem Foul an Weltmeister Alexis Mac Allister fiel das 2:1-Siegtor (90.+2).

Klopp, sonst selten um ein kritisches Wort für Schiedsrichter-Entscheidungen verlegen, fand Fabinhos Aktion zumindest “nicht cool” und sprach bei Robertson von “Frustration”. Ihn störte vielmehr, dass beide Gegentore nach Standardsituationen gefallen waren: “Das ist nicht erlaubt.”

“Wir haben einen Schritt in die richtige Richtung gemacht”

Nur eines der letzten sechs Pflichtspiele hat Liverpool nun gewonnen. Als letzte Titelchance bleibt dem Quadruple-Anwärter der Vorsaison nur noch die Champions League, in der im Februar Titelverteidiger Real Madrid wartet. “Wir haben einen Schritt in die richtige Richtung gemacht”, insistierte Klopp, ganz der Krisenmanager. “Aber ich kann mir vorstellen, dass das niemand von euch mehr hören will. Ich kann es selbst nicht mehr hören. Aber es stimmt trotzdem.”

Während seine formschwache und verletzungsgeplagte Elf 15 Tage zuvor in Brighton mühelos höher als 0:3 hätte verlieren können, “wäre heute niemand überrascht gewesen, wenn wir gewonnen hätten”, meinte Klopp und machte damit indirekt deutlich, wie weit die Reds gerade von den großen Zielen entfernt sind.