Der Kniff mit Can: “Das ist Gold wert”

Dortmund hat in Leverkusen den dritten Sieg im neuen Jahr gefeiert – bei Bayer war dafür auch ein extrem flexibler Emre Can nötig.

Trumpfkarte beim Sieg in Leverkusen: Dortmunds Emre Can, hier gegen Florian Wirtz.

Trumpfkarte beim Sieg in Leverkusen: Dortmunds Emre Can, hier gegen Florian Wirtz.

IMAGO/Team 2

Das Lob kam von denkbar höchster Stelle. Ein “gutes Spiel” attestierte Peter Hermann seinem ehemaligen Schützling Emre Can nach dessen Auftritt beim Dortmunder Sieg in Leverkusen, bevor der ehemalige Co-Trainer in die BVB-Kabine ging, um auch dem restlichen Team zu gratulieren. Nicht nur die Anwesenheit des im Dezember aus gesundheitlichen Gründen bei der Borussia ausgestiegenen Bundesliga-Urgesteins erfreute Can, auch der Sieg und die eigene Leistung zauberten ihm ein Lächeln ins Gesicht.

Er hat ein herausragendes Spiel gemacht.

Edin Terzic

Dennoch: Den eigenen Auftritt – mit kicker-Note 2 und der Auszeichnung als Spieler des Spiels gewürdigt – wollte der 29-Jährige gar nicht überbewerten und “keinen rauspicken”, er betonte lieber die Mannschaftsleistung. Die Wertschätzung für die Leistung des nicht immer unumstrittenen Defensiv-Allrounders übernahmen neben Hermann andere. “Emre war einer der Jungs, die heute ein richtig, richtig gutes Spiel gemacht haben”, befand sein Trainer Edin Terzic und steigerte das später sogar noch: “Er hat ein herausragendes Spiel gemacht.”

Komplizierter Matchplan mit Can gelöst

Can war für den Coach ein ganz wichtiges Puzzle-Stück im komplizierten Matchplan für die Partie bei den taktisch flexiblen Leverkusenern. Selbst die Aufstellung rund eine Stunde vor Spielbeginn gab keinen Aufschluss darüber, ob Bayer mit Dreier- oder Viererkette aufläuft und wie sich die Offensivspieler arrangieren würden. Und so musste das Dortmunder Trainerteam früh reagieren. Denn sowohl der eigene Spielaufbau gegen ein hohes Pressing von drei Gastgebern als auch die Freiräume der hängenden Sturmspitze Florian Wirtz im Zehnerraum sorgten für Probleme. Terzic zog nach rund 15 Minuten Can im Aufbau zurück und auch gegen den Ball ergänzte der gebürtige Frankfurter immer wieder die hintere Reihe, um den schnellen Außen weniger Räume zu geben.

“Mit Emre haben wir die Möglichkeit gehabt, auf das Spiel reagieren zu können ohne einen Wechsel durchzuführen”, erklärte Terzic anschließend: “Da ist es Gold wert, wenn du einen Spieler auf dem Platz hast, der das sofort so umsetzen kann.” Es war einer der Schlüssel für den souveränen Sieg. Denn so konnten auch die Außenverteidiger Julian Ryerson und Marius Wolf im Aufbau höher stehen, die offensiven Außen früher den Weg in den Strafraum suchen.

“Gutes Timing beim Rausstechen

In der Schlussphase rückte Can dann sogar ganz nach hinten, erklärte Terzic: “Als Leverkusen im 4-2-4 mit vier Mann im Angriff auf einer Linie war und keinen klaren Zehner mehr in den Zwischenräumen hatte, konnten wir Emre dann komplett zwischen die Innenverteidiger ziehen. Und das hat er dann richtig gut mit Leben gefüllt.” Überhaupt habe sein Allrounder “am Ball richtig gute Entscheidungen getroffen, und ein gutes Timing gehabt, wann er rausstechen und Bälle erobern musste”.

Und Can? Der konnte nach einer schwachen Halbserie seiner Ankündigung im kicker-Interview erste Taten folgen lassen. “Ich kann viel mehr, das weiß ich. Das wissen auch viele im Verein”, hatte er dort gesagt: “Mein Ziel ist es, das wieder abzurufen und dafür Gas zu geben. Ich will mich im Training aufdrängen, in den Spielen beweisen – und dann wird es hoffentlich besser.”

Can gefällt das “hinten reinfallen lassen”

Die beiden Spiele in Mainz (kicker-Note 3) und Leverkusen waren erste Schritte. “Für mich war das wichtig”, bestätigte Can: “Die bisherige Runde war überhaupt nicht zufriedenstellend für mich persönlich.” Und die Rolle als flexibler Defensiv-Anker liegt ihm – solange er sich auf seine Stärken im Zweikampf und im Stellungspiel konzentriert. Und auch mit Ball am Fuß mag er die Position: “Das liegt mir sehr gut. Wenn ich das Spiel vor mir habe, wenn ich mich beim Aufbau hinten reinfallen lassen, das gefällt mir.”

Viel spricht dafür, dass er die auch am Samstag im Verfolgerduell gegen den SC Freiburg (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker) ausüben darf – zumal Salih Özcan wegen seiner fünften Gelben Karte fehlt.

Patrick Kleinmann

Warum das DFB-Pokal-Achtelfinale auf zwei Wochen aufgeteilt ist

Die acht Partien des DFB-Pokal-Achtelfinals werden in diesem Jahr auf zwei Wochen verteilt ausgetragen. Eine Neuerung, die sich schon bald wieder ändert.

Zieht sich: Das DFB-Pokal-Achtelfinale findet in dieser Saison nicht nur an zwei Tagen statt.

Zieht sich: Das DFB-Pokal-Achtelfinale findet in dieser Saison nicht nur an zwei Tagen statt.

picture alliance/dpa

Nach der monatelangen Winterpause geht es im deutschen Profifußball plötzlich Schlag auf Schlag. Der englischen Woche in der Bundesliga folgen nun zwei Wochen mit DFB-Pokal-Spielen jeweils am Dienstag und Mittwoch. Doch warum sind es zwei?

Nachdem das Achtelfinale in den vergangenen Jahren stets in komprimierter Form zwischen zwei Bundesliga-Spieltagen ausgetragen wurde, gibt es 2023 an vier Abenden, die sich über zwei Wochen strecken, DFB-Pokal-Fußball. Das ist eine von mehreren Neuerungen, die sich zur Saison 2022/23 durch den neuen TV-Vertrag für diesen Wettbewerb ergeben haben.

Andere Wettbewerbe haben es dem DFB vorgemacht

Die Erhöhung der Anstoßzeiten – von vier auf acht – bietet Sponsoren mehr Präsenz und damit den übertragenden Sendern Mehreinnahmen, was wiederum zu einer “signifikanten Erlössteigerung” beim DFB und damit den teilnehmenden Klubs beiträgt. In dieser Saison erhalten die DFB-Pokal-Teams so viel Geld wie nie. Der DFB geht mit der Stückelung des Spieltags den Weg, den schon viele andere Ligen und Wettbewerbe in Europa in den vergangenen Jahren gegangen sind, etwa die Champions League.

Gewöhnen müssen sich Trainer und Fans in Deutschland an die Neuerung allerdings nicht – jedenfalls nicht in dieser Form. Eigentlich ist im neuen TV-Vertrag vorgesehen, dass das Viertel- und nicht das Achtelfinale auf vier Tage binnen zwei Wochen aufgesplittet wird. Weil die WM in Katar den Spielplan aber so durcheinanderwirbelte, dass das Achtelfinale anders als vorgesehen nicht mehr im alten Kalenderjahr stattfinden konnte, wurde ausnahmsweise das Achtelfinale gestreckt. Für das Viertelfinale sind 2023 nur zwei Tage vorgesehen (4./5. April).

Für die vier Teams, die bereits in der laufenden Woche das Viertelfinale erreichen, hat die Änderung auch zur Folge, dass sie länger als üblich auf ihren nächsten Gegner warten müssen. Die Runde der letzten acht wird erst ausgelost, wenn kommende Woche auch die restlichen vier Paarungen über die Bühne gegangen sind. Am 19. Februar werden die Lose gezogen – und damit 19 Tage nach dem ersten Achtelfinalspiel.

DFB-Pokal-Viertelfinale wird mit Verzögerung ausgelost

Das DFB-Pokal-Achtelfinale wird in diesem Jahr auf zwei Wochen aufgeteilt. Die Auslosung des Viertelfinals findet sogar erst deutlich danach statt.

Wer ist noch dabei, wenn das DFB-Pokal-Viertelfinale 2022/23 ausgelost wird?

Wer ist noch dabei, wenn das DFB-Pokal-Viertelfinale 2022/23 ausgelost wird?

Getty Images for DFB

An diesem Dienstag beginnt das DFB-Pokal-Achtelfinale, doch erst acht Tage später endet es: Anders als in den vergangenen Jahren wird die Runde der letzten 16 nicht an zwei, sondern an vier Spieltagen ausgetragen, und das noch gestreckt über zwei Wochen. Doch die Sieger der ersten Paarungen müssen sich nicht nur deswegen gedulden, bis sie ihren Gegner im Viertelfinale kennen.

Während der DFB die Duelle der jeweils folgenden Runde normalerweise am Sonntag nach dem Abschluss eines Pokalspieltags auslost, lässt er sich nach dem Achtelfinale 2022/23 ein wenig länger Zeit. Erst am Sonntag, 19. Februar, und damit elf Tage nach den letzten beiden Achtelfinals werden die vier Paarungen des Viertelfinals ausgelost.

Diesmal werden die Lose live im Rahmen der “Sportstudio Reportage” im ZDF gezogen, die von 17.10 Uhr bis 18 Uhr auf dem Programm steht. Moderator ist Sven Voss, eine “Losfee” hat der DFB bislang nicht bekanntgegeben. Der kicker bietet wie gewohnt einen LIVE!-Ticker zur Auslosung.

BVB parallel gegen Hertha gefordert

Rund um den Termin steigen an diesem Tag in der Bundesliga zwei Spiele: Ab 15.30 Uhr empfängt der 1. FC Union Berlin den FC Schalke 04, ab 17.30 Uhr begrüßt Borussia Dortmund Hertha BSC. Der BVB ist allerdings der einzige Klub aus diesem Quartett, der noch Chancen auf den Einzug ins DFB-Pokal-Viertelfinale hat und deshalb mit einem Auge auf die Auslosung blicken wird. Um 19.30 Uhr gastiert außerdem der 1. FSV Mainz 05 bei Bayer Leverkusen, das wie Union am Donnerstag zuvor in den K.-o.-Runden-Play-offs der Europa League gefordert ist.

Eile besteht in Sachen Auslosung ohnehin nicht. Das Viertelfinale findet erst am 4. und 5. April statt – und damit anders als das Achtelfinale nicht über zwei Wochen gestreckt. Ab der neuen Saison wird es genau umgekehrt sein. Dann sind für die acht Achtelfinals nur zwei, für die vier Viertelfinals dagegen vier Spieltage vorgesehen.

Terzic: “Die beste Bank, die Dortmund je hatte”

Deutlich weniger Torschüsse, weniger Pässe mit schlechterer Quote, weniger Ballbesitz, weniger gewonnene Zweikämpfe und weniger gelaufene Kilometer: Die meisten Zahlen sprachen beim Sieg in Leverkusen nicht für den BVB – und doch wurden die drei Punkte verdient über die A1 mit nach Hause genommen.

Ihm gefallen die schwierigen Kader-Entscheidungen besser: BVB-Coach Edin Terzic.

Ihm gefallen die schwierigen Kader-Entscheidungen besser: BVB-Coach Edin Terzic.

imago images

Denn Borussia Dortmund zeigte beim dritten Erfolg im dritten Spiel nach der Winterpause Stärken, die sich weniger in Zahlen, sondern vor allem im Ergebnis niederschlagen. So wie Sebastien Hallers elegantes Balldurchlassen vor dem ersten Treffer von Karim Adeyemi in keiner Statistik zu finden ist und doch entscheidend war, lassen sich der Einsatzwillen, die körperliche Gegenwehr, das gute Stellungsspiel und der reife Auftritt schwer in Prozentpunkten ablesen.

“Sehr zufrieden mit Ergebnis und Leistung”, zeigte sich Trainer Edin Terzic, der im zweiten Satz das “erwartet intensive Spiel” ansprach. Das nahm der BVB an, auch weil auf dem Spielfeld Typen wie Salih Özcan, Marius Wolf, Emre Can oder Julian Ryerson standen, die verstärkt für diese Tugenden stehen – anders als eher über die spielerische Komponente kommende Profis wie Donyell Malen oder Raphael Guerreiro, die 90 Minuten auf der Bank saßen.

Can: “Als Mannschaft herausragend gemacht”

Reif, souverän, giftig, konsequent und das mit Ausnahme der etwas wackligen Start-Viertelstunde über die fast komplette Spielzeit. Can, einer der besten Spieler auf dem Feld, wollte den Auftritt vom Sonntag folgerichtig direkt als Musterbeispiel für die zukünftigen Spiele nehmen. “Wir haben es als Mannschaft herausragend gemacht”, befand der Abräumer, der im Laufe des Spiels immer mehr aus der Abwehrkette heraus agierte und da seine Stärken einbrachte: “Es war extrem wichtig, dass wir die Zweikampfhärte angenommen haben. Das war nicht immer so in der Vergangenheit, das wissen wir.” Und “wenn wir kompakt als Mannschaft stehen, ist es schwer, gegen uns Tore zu schießen”. Dass Gregor Kobel in zwei, drei Szenen eingreifen musste, gehöre dazu: “Klar muss man auch einen super Torwart haben, aber den haben wir.”

Dennoch: Der Sprung auf den begehrten Rang vier, die Tatsache, dass sogar die Bayern an der Spitze plötzlich wieder in Reichweite sind, sorgt nicht für Euphorie, sondern eher für einen Ansporn. Einen “weiten Weg” sieht Terzic immer noch vor dem Team, “wir müssen genauso intensiv weiterarbeiten”. Zu oft hatte der BVB in der Vergangenheit positive Ausreißer gezeigt, die im Rückblick singuläre Ereignisse blieben. Deswegen scheut Terzic auch noch den Blick auf die deutlich angenehmer zu betrachtende Tabelle.

“Wir haben uns in der letzten Woche vor der Pause ein bisschen was kaputtgemacht”, weiß der Coach: “Jetzt sind wir vorgerutscht, aber die Tabellenposition hat sich verbessert, der Abstand zu den für uns wichtigen Plätzen hat sich verringert, der Abstand auf Leverkusen vergrößert. Das ist für uns wichtig.” Jetzt aber ginge es darum, “den nächsten Schritt zu gehen”, sagt Terzic und fragt rhetorisch: “Machen wir jetzt weniger? Und reden dann in zwei Wochen wieder darüber, dass wir Punkte aufholen müssen? Oder bleiben wir mit dem Fuß auf dem Gaspedal und machen genauso weiter?”

Fünf Gesunde schaffen es nicht in den Kader

Ein Argument hat der 40-Jährige weiter auf seiner Seite: Das Leistungsprinzip ist mit einem vollen Kader deutlich besser durchzuführen. Die zuletzt schwachen Guerreiro, Malen und Youssoufa Moukoko blieben auf der Bank, unter anderem Mahmoud Dahoud und der wechselwillige Thorgan Hazard fehlten sogar ganz im 20 Mann starken Aufgebot. “Es waren nicht nur zwei Spieler nicht im Kader, sondern fünf Gesunde, bei denen wir die Entscheidung treffen mussten, sie nicht mitzunehmen”, betont Terzic und findet: “Das war die beste Bank, die Borussia Dortmund jemals hatte. Das waren fast alles Nationalspieler.” Das sei ihm viel lieber “als wenn sich die Mannschaft von alleine aufstellt”.

Anders als im Herbst, als der Coach und sein Team bei anhaltenden Verletzungssorgen immer wieder auf Spieler aus U 19 und U 23 zurückgreifen mussten, ist die Wahl nun anders schwierig. “Wir sind froh, dass wir diese Entscheidungen jetzt treffen müssen”, sagt Terzic: “Es ist klar, dass es harte Entscheidungen sind und keine einfachen für mich. Aber mein Job ist es, richtige und ehrliche Entscheidungen zu treffen.” Und die spiegeln sich am Ende nicht in den Zahlen auf dem Statistikbogen, sondern im Ergebnis.

Patrick Kleinmann

DFB-Pokal-Achtelfinale mit Novum – Drei Spiele im Free-TV

Erstmals gibt es im DFB-Pokal-Achtelfinale gleich vier Spieltage und sogar acht Anstoßzeiten. Drei der acht Begegnungen sind auch live im Free-TV zu sehen.

Im DFB-Pokal-Achtelfinale kommt es zu interessanten Begegnungen.

Im DFB-Pokal-Achtelfinale kommt es zu interessanten Begegnungen.

Getty Images for DFB

16 Mannschaften haben die zweite Runde überstanden und überwintern im DFB-Pokal. Das Achtelfinale zieht sich dann auf ungewohnte Weise in die Länge: Dass die acht Partien an vier unterschiedlichen Tagen über zwei Wochen zu acht unterschiedlichen Anstoßzeiten ausgetragen werden, ist ein Novum, das besonders auch den TV-Partnern zugutekommen soll.

Wer überträgt die Pokalspiele?

Gleich drei der ausgelosten Paarungen werden live im Free-TV übertragen. Am Mittwoch, 1. Februar (20.45 Uhr), zeigt die ARD das Heimspiel des 1. FSV Mainz 05 gegen Rekordpokalsieger FC Bayern München. Sechs Tage später, am 7. Februar um 20.45 Uhr, ist auch das Nachbarschaftsduell zwischen Eintracht Frankfurt und dem Zweitligisten SV Darmstadt 98 live in der ARD zu sehen.

Auftakt in Paderborn – Leipzig nicht im Free-TV

Das ZDF darf sich am Mittwoch, 8. Februar (20.45 Uhr), live aus dem Ruhrgebiet melden: Der Sender überträgt das Bundesliga-Duell zwischen dem VfL Bochum und Borussia Dortmund. Pay-TV-Anbieter “Sky” hat wie immer alle acht Spiele im Programm, zeigt die übrigen fünf also exklusiv.

Dazu gehört der Auftritt des VfB Stuttgart bei Zweitliga-Aufstiegsaspirant SC Paderborn, der am Dienstag, 31. Januar (18 Uhr), das Achtelfinale eröffnet. Ab 20.45 Uhr empfängt an jenem Dienstag der 1. FC Union Berlin den VfL Wolfsburg. Am Tag danach trifft ab 18 Uhr Titelverteidiger RB Leipzig auf die TSG Hoffenheim.

Zweitligist SV Sandhausen und der SC Freiburg (7. Februar, 18 Uhr) sowie die Zweitligisten 1. FC Nürnberg und Fortuna Düsseldorf (8. Februar, 18 Uhr) treffen erst in der Folgewoche aufeinander.

Grundsätzlich ist ab dieser Saison geplant, das Achtelfinale noch im alten Kalenderjahr auszuspielen und das Viertelfinale – die dann erste Runde im neuen Jahr – über vier Tage zu strecken. Wegen der Winter-WM in Katar gibt es aber eine Ausnahme. Das Viertelfinale ist 2023 erst am 4. und 5. April vorgesehen.

Wer wechselt noch? Die Transferpläne der 18 Bundesligisten

Das Winter-Transferfenster in Deutschland ist nur noch bis Dienstagabend geöffnet. Wer könnte noch kommen? Wer noch gehen? Der aktuelle Stand im Kurz-Überblick.

Wechsel-Kandidaten: Philipp Max, Maximilian Philipp, Genki Haraguchi und Jannik Vestergaard (v.li.).

Wechsel-Kandidaten: Philipp Max, Maximilian Philipp, Genki Haraguchi und Jannik Vestergaard (v.li.).

imago images (4)

FC Bayern

Wer könnte noch kommen? Keiner
Wer könnte noch gehen? Keiner. Für den lange verletzten Bouna Sarr (30, Abwehr) mangelt es an Interessenten.

1. FC Union Berlin

Wer könnte noch kommen? Keiner
Wer könnte noch gehen? Kevin Möhwald (29, Mittelfeld, Verkauf), Levin Öztunali (26, Mittelfeld, Verkauf), Milos Pantovic (26, Mittelfeld, Transfer/Leihe), Tim Maciejewski (21, Mittelfeld, Leihe), Genki Haraguchi (31, Mittelfeld, Verkauf)

RB Leipzig

Wer könnte noch kommen? Ein offensiver Mittelfeldspieler
Wer könnte noch gehen? Keiner

Borussia Dortmund

Wer könnte noch kommen? Keiner
Wer könnte noch gehen? Thorgan Hazard (29, Mittelfeld), Nico Schulz (29, Abwehr)

SC Freiburg

Wer könnte noch kommen? Keiner
Wer könnte noch gehen? Keiner

Eintracht Frankfurt

Wer könnte noch kommen? Eine Verpflichtung für den Defensivbereich kann nicht gänzlich ausgeschlossen werden, Gerüchte gibt es um Linksverteidiger Philipp Max (29, PSV Eindhoven).
Wer könnte noch gehen? Luca Pellegrini (23, Abwehr)

VfL Wolfsburg

Wer könnte noch kommen? Bei einem linken Innenverteidiger hält der VfL die Augen offen, hat aber keine akute Not, zumal Linksverteidiger-Neuzugang Nicolas Cozza auch innen spielen könnte. Sollte nach Josip Brekalo (Florenz) ein weiterer Offensivmann gehen, könnte noch ein Ersatz verpflichtet werden.
Wer könnte noch gehen? Maximilian Philipp (28, Mittelfeld), Luca Waldschmidt (26, Mittelfeld)

Borussia Mönchengladbach

Wer könnte noch kommen? Keiner
Wer könnte noch gehen? Keiner

Bayer 04 Leverkusen

Wer könnte noch kommen? Gustavo Puerta (19, Mittelfeld, Bogota FC, eine Million Euro Ablöse), ein Linksverteidiger
Wer könnte noch gehen? Charles Aranguiz (33, Mittelfeld), Sardar Azmoun (28, Angriff)

Werder Bremen

Wer könnte noch kommen? Keiner
Wer könnte noch gehen? Keiner

1. FSV Mainz 05

Wer könnte noch kommen? Keiner
Wer könnte noch gehen? Keiner

1. FC Köln

Wer könnte noch kommen? Keiner
Wer könnte noch gehen? Keiner

TSG Hoffenheim

Wer könnte noch kommen? Thomas Delaney (31, Mittelfeld defensiv, Leihe vom FC Sevilla)
Wer könnte noch gehen? Keiner

FC Augsburg

Wer könnte noch kommen? Tim Breithaupt (20, Mittelfeld, Karlsruher SC)
Wer könnte noch gehen? Carlos Gruezo (27, Mittelfeld, San José Earthquakes)

VfB Stuttgart

Wer könnte noch kommen? Genki Haraguchi (31, Mittelfeld, Union Berlin), Gil Dias (26, Mittelfeld, Benfica Lissabon)
Wer könnte noch gehen? Ömer Beyaz (19, Mittelfeld)

VfL Bochum

Wer könnte noch kommen? Keiner
Wer könnte noch gehen? Lys Mousset (26, Angriff, Verkauf)

Hertha BSC

Wer könnte noch kommen? Maximilian Philipp (28, Angriff, VfL Wolfsburg), Gauthier Hein (26, Angriff, AJ Auxerre), Selim Amallah (26, Mittelfeld, Standard Lüttich), Jannik Vestergaard (30, Abwehr, Leicester City)
Wer könnte noch gehen? Keiner

FC Schalke 04

Wer könnte noch kommen? Eine weitere Alternative für das Mittelfeld
Wer könnte noch gehen? Keiner aus dem aktuellen Profikader; für die zur U 23 versetzten Nassim Boujellab (23, Mittelfeld) und Timothee Kolodziejczak (31, Abwehr) wird nach Lösungen gesucht.

“Deadline Day” 2023: So schließt das Winter-Transferfenster

Nur noch bis Dienstagabend sind Wechsel in die Bundesliga erlaubt – in andere Ligen aber auch danach noch. Die wichtigsten Fakten zum Winter-Transferfenster 2023.

Stressige letzte Stunden: Max Eberl ist bei RB Leipzig kurz vor dem Ende der Transferphase noch einmal gefordert.

Stressige letzte Stunden: Max Eberl ist bei RB Leipzig kurz vor dem Ende der Transferphase noch einmal gefordert.

IMAGO/Moritz Müller

Plötzlich wird es für Max Eberl und RB Leipzig noch einmal ernst. Nach Christopher Nkunku, der sich im Herbst einen Außenbandriss im Knie zugezogen hatte und noch einige Wochen ausfallen wird, erwischte es am Freitag im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart (2:1) mit Dani Olmo plötzlich den zweiten wertvollen Offensivspieler. Rund fünf Wochen wird der Spanier wegen eines Muskelfaserrisses fehlen – und so sondiert Eberl inzwischen fieberhaft den Markt nach einem offensiven Mittelfeldspieler. Viel Zeit bleibt aber nicht mehr.

Nur noch bis diesen Dienstag, 31. Januar, um 18 Uhr haben die deutschen Profiklubs Zeit, eine Verstärkung zu finden. Dann endet die sogenannte Wechselperiode II, und alle erforderlichen Unterlagen für verpflichtete Neuzugänge müssen ins digitale Transfer-Online-Registrierungssystem (TOR) der DFL hochgeladen sein.

Im vergangenen Winter machten die Bundesligisten sogar ein Plus

Nach diesem “Deadline Day” können – anders als nach dem sommerlichen Transferfenster – auch keine vertragslosen Spieler mehr verpflichtet werden. Abgänge sind dann allerdings in einige Länder noch möglich, etwa in die Türkei, die USA oder die Schweiz (Übersicht siehe unten). England, Spanien, Italien und Frankreich schließen ihr Fenster dagegen ebenfalls am 31. Januar.

In der vergangenen Winter-Wechselperiode hatte die Bundesliga im Vergleich zu den anderen europäischen Topligen sehr zurückhaltend agiert. Während La Liga rund 74, die Ligue 1 80, die Serie A 175 und die Premier League satte 354 Millionen Euro an Ablösesummen in neue Spieler investiert hatten, waren die Bundesligisten zusammen “nur” auf 62,6 Millionen Euro gekommen und hatten als einzige dieser fünf Ligen am Ende ein Plus erwirtschaftet (+4,9 Millionen Euro). 

Ausgewählte Winter-Transferfenster 2023 in der Übersicht:

England: 1.1. bis 31.1.
Spanien: 2.1. bis 31.1.
Italien: 2.1. bis 31.1.
Frankreich: 1.1. bis 31.1.
Portugal: 3.1. bis 2.2.
Niederlande: 3.1. bis 31.1.
Österreich: 7.1. bis 6.2.
Schweiz: 16.1. bis 15.2.
Türkei: 12.1. bis 8.2.
USA: 31.1. bis 24.4.
Australien: 11.1. bis 7.2.

Terzic lobt: “Super, so jemanden auf dem Platz zu haben”

Nach dem 2:0 über Bayer Leverkusen war Edin Terzic voll des Lobes für sein gesamtes Team. Ein Spieler bekam aber noch etwas mehr Lob ab.

Edin Terzic mit seiner Allzweckwaffe Emre Can.

Edin Terzic mit seiner Allzweckwaffe Emre Can.

IMAGO/RHR-Foto

“Ehrlicherweise konnten wir nicht herausfinden, wie sie starten”, verriet Dortmunds Trainer Edin Terzic nach der Partie bei Bayer Leverkusen am DAZN-Mikrofon. Deshalb hatte der Coach mit Emre Can auf der Sechs und Salih Özcan und Jude Bellingham davor eine anpassbare Aufstellung gewählt. “Mit Emre auf dieser Position haben wir immer wieder die Möglichkeit ihn zwischen die beiden Innenverteidiger zu bekommen”, beschrieb Terzic seine Herangehensweise.

Umstellung mit Can zeigt Wirkung

Und das zahlte sich aus. Denn um die gerade in der Anfangsphase sehr variablen Offensivkräfte der Werkself einzuengen, setzte der BVB-Coach nach rund 20 Minuten genau auf dieses Rezept. Can ließ sich in der Folge immer wieder zwischen die beiden Innenverteidiger Niklas Süle und Nico Schlotterbeck fallen – und stabilisierte so nicht nur die Dortmunder Defensive, sondern gleich das ganze Spiel. Nach der Systemanpassung “hatten wir komplett die Kontrolle über das Spiel”.

Auch als am Ende Leverkusen mit teils vier Spielern auf einer Linie alles nach vorne warf, war es “super, so jemanden auf dem Platz zu haben”, lobte Terzic seine zentrale Allzweckwaffe.

Neben Can hatten aber auch noch zwei weitere Spieler großen Anteil am dritten Sieg in Folge: Keeper Gregor Kobel, der mit vier starken Paraden die Null hielt, und Angreifer Karim Adeyemi, der mit seinem Premieren-Treffer den 2:0-Auswärtserfolg einleitete. 

Adeyemi flüstert laut genug

“Erstmal habe ich Seb (Sebastien Haller, Anm. d. Red.) gesagt, lass ihn und er hat ihn durchgelassen”, freute sich Adeyemi. “Ich war ein bisschen überrascht, dass er ihn durchgelassen hat, weil ich habe es nicht laut gesagt. Aber hat er top gemacht.”

Dass Adeyemi überhaupt in Abschluss-Position gekommen war, lag nicht nur am starken Durchlassen von Haller. “Wir wollen, dass der Flügel von der ballfernen Seite mit in den Strafraum kommt”, sagte Terzic. Das habe der 21-Jährige “herausragend” umgesetzt – und getroffen.

Auch für Haller, der sein Startelf-Debüt feierte, gab es Lob. Der Angreifer habe nicht nur “Anteil an der entscheidenden Szene” gehabt, sondern mit seiner “Präsenz” immer wieder wichtige “Sekunden geschaffen”, die “Abwehr beschäftigt” und “für Entlastung” gesorgt. “Das war richtig, richtig gut”, schloss Terzic, der aber die gesamte Mannschaft in das General-Lob miteinschloss, denn alle “haben es heute richtig gut umgesetzt”.

Keeper Kobel richtete den Blick aber schon weiter voraus: “Jetzt gilt es, dass wir das auch mal durchziehen.” Und spielte damit auf die Hinrunde der Dortmunder an. Denn schon einmal gelangen dem BVB diese Saison drei Liga-Sieg in Folge. Dann folgten aber im November zwei Pleiten in Wolfsburg (0:2) und Gladbach (2:4).

Der Druck auf Malen, Adeyemi und Moukoko steigt

Zum Start ins Jahr 2023 hat Edin Terzic zweimal in Serie auf Karim Adeyemi, Donyell Malen und Youssoufa Moukoko gesetzt. Hervortun konnte sich keiner der drei Angreifer des BVB – im Gegensatz zur internen Konkurrenz. Vor der Bundesliga-Partie in Leverkusen steigt daher für das Offensivtrio der Druck.

Sie müssen liefern, um ihren Platz zu behalten: Karim Adeyemi, Youssoufa Moukoko und Donyell Malen.

Sie müssen liefern, um ihren Platz zu behalten: Karim Adeyemi, Youssoufa Moukoko und Donyell Malen.

IMAGO/RHR-Foto

Fans wie Journalisten waren sich nach dem 2:1-Erfolg des BVB in Mainz einig: Von der Dortmunder Offensive um Stürmer Youssoufa Moukoko sowie den Außenspielern Donyell Malen und Karim Adeyemi war bei dem Gastspiel am Mittwochabend zu wenig Esprit und Gefahr ausgegangen. Trainer Edin Terzic allerdings sah das in Teilen anders, wie er am Freitag betonte: “Man sieht bei beiden eine Entwicklung”, sagte der 40-Jährige mit Blick auf Malen und Adeyemi, auch bei Moukoko sei am Mittwoch ein Fortschritt zu sehen gewesen im Vergleich zum Augsburg-Spiel.

“Youssoufa erinnert mich im Moment ein wenig an den Beginn der Saison. Damals hat er sich auch erst hereingekämpft”, erinnerte Terzic an die ersten Wochen der Spielzeit, in denen es dauerte, ehe bei dem Toptalent der Knoten platzte und er Erfolgserlebnisse sammelte (sechs Tore, vier Vorlagen). Der Dortmunder Trainer, der einen engen Austausch mit dem 18-Jährigen pflegt, sieht deshalb keinen Grund zur Beunruhigung: “Wir bleiben dabei: Er hat unfassbares Potenzial. Und wir sind uns sicher, dass er noch nicht fertig ist in seiner Entwicklung.” Man werde ihm weiter dabei helfen, “besser zu werden”. Zumal Moukoko “die Bereitschaft” zeige, aktiv an dieser Verbesserung mitzuarbeiten. “Es wird daher nicht mehr lange dauern”, sagte Terzic, ehe sich das auch wieder in Toren und Vorlagen widerspiegele.

Bei Malen und Adeyemi zeigte er sich ähnlich optimistisch, auch wenn beide unterschiedliche Themen abzuarbeiten hätten. So gibt es bei Malen derzeit eine auffällige Diskrepanz zwischen seinen Torerfolgen im Training und seiner Gefahr in Spielen. “Wenn wir Fünf-gegen-Fünf spielen, dann ist Donny derjenige, der fünf bis acht Tore schießt. Auch im Elf-gegen-Elf im Training trifft er”, sagte Terzic. “Trotzdem haben wir ihn in den Spielen bis jetzt noch nicht häufig in den Situationen gehabt, in denen wir ihn haben wollen.” Entsprechend steht beim niederländischen Angreifer in der Bundesliga noch die Null in der Torstatistik (zwei Vorlagen).

Bei Adeyemi sieht die Bilanz noch mauer aus (null Tore, eine Vorlage – beim 4:3 gegen Augsburg). Wie bei Malen würde das nicht allein am Angreifer liegen, sondern auch daran, wie er von seinen Teamkollegen in Szene gesetzt werde, erklärte Terzic: “Es bleibt ein Thema, sein Tempo auf den Platz zu bekommen. Wir könnten ihn dafür noch häufiger in Situationen einsetzen, die einfacher für ihn sind, weil er den Ball und den Raum vor sich hat.”

Noch zu wenig Bewegung im Angriff

Generell herrscht beim BVB derzeit noch zu wenig Bewegung im Angriff, die Offensivaktionen sind dadurch zu leicht ausrechenbar, die Anspielstationen manchmal knapp. Hier sieht Terzic explizit auch bei Malen und Adeyemi noch deutliches Steigerungspotenzial: “In der Aktivität müssen sie sich beide verbessern. Wenn der Ball mal nicht in der Nähe ist, dürfen sie nicht außen bleiben, sondern müssen in die zweite Stürmerposition einrücken.” Dadurch würden sich für beide auch bessere Abschlussmöglichkeiten ergeben.

Klar ist, dass sich sowohl Moukoko als auch Malen und Adeyemi künftig noch stärker strecken müssen, um ihren Platz in der Startelf zu verteidigen. In den zuletzt als Joker erfolgreichen Sebastien Haller (ein Assist), Giovanni Reyna (zwei Tore) und Jamie Bynoe-Gittens (ein Tor) stehen Terzic hochwertige Alternative zur Auswahl – auch wenn sie aufgrund ihrer langen Pausen noch nicht in Vollbesitz ihrer Kräfte sind. In Rückkehrer Marco Reus drängt zudem eine weitere Offensivkraft zurück auf den Platz. Perspektivisch wird auch der derzeit noch verletzte Youngster Julien Duranville, am Freitag vom RSC Anderlecht verpflichtet, versuchen, sich Spielzeit zu erkämpfen. Terzic kann dieser Konkurrenzkampf nur Recht sein.

Matthias Dersch