Oliver Glasner


Lernt jeden Tag dazu: Oliver Glasner.

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Er sieht sich noch immer mittendrin im Lernen. “Nicht nur als Trainer in der deutschen Bundesliga, sondern auch als Mensch.” Jeder, der Kinder habe, so Oliver Glasner, wisse, dass man jeden Tag auch als Vater noch dazulerne. “Ich bin jemand, der sehr offen durchs Leben geht und viel aufsaugt, manchmal vielleicht zu viel”, gibt Wolfsburgs Trainer eine kritische Selbstbeschreibung ab. “Es wäre auch gut, das eine oder andere einmal abprallen zu lassen. Ich mache mir immer viele Gedanken über alles Mögliche und versuche, daraus zu lernen, mich weiter zu entwickeln.”


Jörg Schmadtke hatte sich im kicker (Donnerstagsausgabe) ähnlich über den von ihm im vergangenen Sommer verpflichteten Coach, der aus Linz kam und in Wolfsburg Neuland betrat, geäußert. “Der Trainer lernt dazu”, hatte der Sport-Geschäftsführer des VfL bemerkt. “Er ist mittendrin im Lernmodus. Mittlerweile versteht er: Der Wettbewerb ist hier ein anderer, die Streitkultur ist eine andere, die Journalistenkultur ist eine andere.”


Glasner bestätigt die Aussagen seines Vorgesetzten: “Ich sehe mich auch im sechsten Jahr als Cheftrainer immer noch am Anfang meiner Trainerkarriere”, sagt der 45-Jährige und nennt mit Bezug auf seinen jetzigen Posten beispielhaft einen Vorgang vom Dezember vergangenen Jahres. Nach der Wolfsburger 0:1-Niederlage ein Freiburg hatten kritische Worte Glasners einen ziemlichen Nachhall in der Öffentlichkeit gefunden. Die Bundesliga – ein anderes Kaliber. Es habe ihn überrascht, “welche Dimension meine Aussagen nach dem Freiburg-Spiel erreicht haben”. Intern in der Mannschaft und im Betreuerteam sei alles gar nicht so großes Thema gewesen. “Es war schon ein Aha-Effekt, ich hatte nicht mit einem so großen Echo gerechnet.”


Die Geschichte zeigt dem Österreicher vor allem eines: “Es ist das gleiche, was ich den Spielern sage: Lernen basiert auf Erfahrung. Du musst Dinge ausprobieren und manchmal machst du auch Fehler. Wenn man sich weiter entwickelt, lernt man aus den Fehlern. Deswegen versuche ich viel, habe auch genügend Fehler gemacht, um dann ein besserer Trainer und auch besserer Mensch zu werden.”

Weghorst vor Rückkehr


Um auch am Samstag gegen Düsseldorf erfolgreich zu sein, kann Glasner voraussichtlich wieder auf Top-Stürmer Wout Weghorst zurückgreifen. Der Niederländer habe seine Oberschenkelverletzung auskuriert und am Donnerstag “drei Viertel des Trainings” absolviert. “Wenn er am Freitag das Abschlusstraining komplett mitmachen kann, steht er im Aufgebot.” Fehlen wird sicher Verteidiger Marcel Tisserand, den nun seinerseits Oberschenkelprobleme plagen. Glasner: “Die Gefahr eines Faserrisses wäre zu groß, wenn er jetzt nicht pausiert.”

Michael Richter


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