Eine Zwischenbilanz von Bayerns Neuzugängen

Eine Zwischenbilanz von Bayerns Neuzugängen

Vier Neuzugänge mit vier unterschiedlichen Rollenprofilen verpflichtete der FC Bayern im letzten Transferfenster. Dementsprechend unterschiedlich fällt die Bilanz von Dayot Upamecano, Marcel Sabitzer, Omar Richards und Sven Ulreich nach einem Saisondrittel aus – ein Überblick.

Seit Sommer beim FC Bayern: Dayot Upamecano, Marcel Sabitzer und Omar Richards (v.li.).

Seit Sommer beim FC Bayern: Dayot Upamecano, Marcel Sabitzer und Omar Richards (v.li.).

imago images (3)

Dayot Upamecano: 42,5 Millionen Euro ließ sich der FC Bayern die Dienste des Innenverteidigers kosten, der aus Leipzig kam. Nur für Lucas Hernandez (80 Millionen Euro) und Leroy Sané (knapp 50 Millionen Euro) zahlte der Rekordmeister jemals mehr. Dementsprechend hoch sind die Erwartungen an den 23-Jährigen, der die Abwehr des Rekordmeisters in den kommenden Jahren prägen und anführen soll.

Potenzial hat Upamecano ohne Ende, auch in seinem Heimatland ist das bekannt, am Samstagabend stand er in der Startelf Frankreichs gegen Kasachstan. Unter Julian Nagelsmann, der ihn aus Leipzig kennt, ist Upamecano quasi Stammspieler, nur ganz selten verzichtet er auf diesen in der Startelf. Während Upamecano in der Champions League (kicker-Notenschnitt 2,88) überzeugt, ist in der Bundesliga (3,33) Luft nach oben. Starke Leistungen wechseln sich noch zu sehr mit eklatanten Patzern ab, beispielhaft demonstriert beim Pokal-0:5 in Mönchengladbach (Note 6). Mit Blick auf die Zukunft dürfte den Bayern trotz aktuell mangelnder Konstanz dennoch ein sehr guter Griff gelungen sein.

Marcel Sabitzer: Auch den Österreicher kennt Nagelsmann aus Leipzig, einen Vorteil konnte der Mittelfeldspieler daraus bislang nicht ziehen. Dem 27-Jährigen muss zugutegehalten werden, dass er sehr spät, erst Ende August, zum Kader stieß und die Konkurrenz auf seiner bevorzugten Position mit Joshua Kimmich und Leon Goretzka, aber auch weiter vorne mit Thomas Müller extrem groß ist.

Bislang ist Sabitzer nur Ergänzungsspieler, er stand erst in zwei Pflichtspielen in der Startelf, ein Tor oder eine Vorlage konnte er nicht beisteuern, wirkt wenig integriert ins Offensivspiel. Selbstvertrauen tankte er mit einem Treffer bei Österreichs 4:2 in der WM-Qualifikation gegen Israel. Sabitzer wird im Saisonverlauf seine Chancen bekommen, für ein endgültiges Urteil wäre es viel zu früh.

Startet Richards noch durch?

Omar Richards: Ablösefrei holten die Münchner den 23-jährigen Engländer vom Zweitligisten FC Reading. Kein Wunder, dass der Linksverteidiger Zeit zur Anpassung benötigt, um sich an das wesentlich höhere Niveau zu gewöhnen. Er kam in der Rolle als Back-up für Alphonso Davies, stand in der Bundesliga bei drei Einsätzen aber erst einmal in der Startelf. Dazu kommen zwei Einwechslungen in der Champions League und 90 Minuten in der ersten Pokalrunde beim Bremer SV.

Ob er jemals mehr als eine Teilzeitalternative wird? Frühzeitig abschreiben sollte man Richards nicht, auch Davies startete erst nach einer gewissen Anlaufzeit durch. Dagegen spricht allerdings bei Richards das mit 23 Jahren bereits fortgeschrittene Alter.

Sven Ulreich: Nach einem sportlich enttäuschenden Jahr beim Hamburger SV kehrte der 33-Jährige in seine alte Rolle als Nummer 2 hinter Manuel Neuer zurück. Nach der Leihe von Alexander Nübel zur AS Monaco war Ulreich eine pragmatische und günstige Lösung. In der ersten Pokalrunde durfte er das Tor hüten, zuletzt fiel er wochenlang mit einem Innenbandriss im Knie aus, steht nun vor dem Comeback auf der Bank. Ob aus einem Jahr zwei werden, hängt entscheidend davon ab, ob Nübel zwei Jahre in Monaco bleibt.

Frank Linkesch