Japans Müllsammler: Ehrensache

Japans Müllsammler: Ehrensache

Die Bilder gingen vor allem in den sozialen Medien um die Welt: Japanische Fans sammelten nach dem Überraschungssieg gegen Deutschland den verursachten Müll im Block in Tüten und hinterließen den Fanblock picobello sauber. Doch was genau hat es damit auf sich?

Japanische Fans sammeln Müll nach dem Sieg gegen Deutschland.

Japanische Fans sammeln Müll nach dem Sieg gegen Deutschland.

IMAGO/Kyodo News

Eigentlich bedarf es keiner großen Erklärung, dass Japaner ein ordnungsliebendes Volk sind. Dennoch sind Bilder wie die am Mittwochnachmittag im Fußball doch eine Rarität, die besondere Erwähnung verdient. Was für Europäer etwas Besonderes ist, fällt für die Anhänger der Samurai Blue schlicht unter gute Manieren. Einen Ort sauberer verlassen, als man ihn vorgefunden hat. So wird es den Japanern von klein auf beigebracht. Schon in der Schule ist nicht das Putzpersonal für die Säuberung des Klassenzimmers zuständig, sondern die Schüler selbst. Nach dem Unterricht ist Aufräumen und Putzen angesagt. Und dieses Motto leben die meisten Japaner auch – es ist quasi Ehrensache.


Ein japanischer Fan auf der Suche nach Müll auf den Rängen

Ein japanischer Fan auf der Suche nach Müll auf den Rängen.
imago/AFLOSPORT

Nach dem 2:1-Erfolg gegen die deutsche Elf rief also nach dem Jubel und vor der großen Feier erst einmal die “Pflicht” und zahlreiche Fans der Samurai Blue schnappten sich große Mülltüten, um den Block wieder in einen akzeptablen Zustand zu bringen.

Auch die Spieler hinterlassen Kabine tadellos

Doch nicht nur die Fans waren fleißig, auch die Mannschaft zeigte abermals, dass diese Einstellung über allem steht. Wie die FIFA auf ihrem Twitter-Account zeigt, hinterließen Endo, Asano & Co. ihre Kabine, als wäre sie überhaupt nicht benutzt worden. Auf dem Tisch thronten sogar zahlreiche gefaltete Kraniche mit einem Schild auf dem Wort “Arigato” also Dankeschön auf Japanisch und die Entsprechung auf Arabisch steht.

Stilvoller Abgang auf Japanisch.