Bebou nähert sich dem Scheideweg

Bebou nähert sich dem Scheideweg

Gleich zwei Hoffenheimer Stürmer standen zuletzt vor der Frage: Operation oder nicht? Munas Dabbur wie Ihlas Bebou entschieden sich beide dagegen. Es bleiben Ungewissheiten.

Ihlas Bebou fehlt derzeit verletzungsbedingt.

Ihlas Bebou fehlt derzeit verletzungsbedingt.

IMAGO/foto2press

Es sind komplett unterschiedliche Verletzungen und Vorgeschichten, aber am Ende steht dieselbe Entscheidung: Keine Operation. Sowohl Ihlas Bebou (Knorpelschaden im Knie) als auch Munas Dabbur (Sprengung des Schultereckgelenks) beschreiten den konservativen Weg zurück zum Comeback. “Das entscheidet kein Verein, kein Arzt, sondern am Ende der Spieler, der Mensch”, zeigte TSG-Manager Alexander Rosen Verständnis. Nachvollziehbar waren jedenfalls beide Entscheidungen, aus unterschiedlichen Gründen.

Bebou dürfte sich auch deshalb zunächst für die zurückhaltendere Methode entschieden haben, weil das betroffene Knie schon einmal wegen desselben Befundes hatte operiert werden müssen. Vor acht Jahren hatte der 28-Jährige – damals noch in Dienten von Fortuna Düsseldorf – deswegen weit über ein Jahr aussetzen müssen. Nachvollziehbar, dass der Togoer die letzte Option eines erneuten Eingriffes erst ziehen will, wenn nichts anderes mehr hilft. Denn niemand kann vorhersehen, ob und wie das Gelenk eine erneute OP toleriert und ob Bebou dann überhaupt wieder auf ein Level kommt, das Profifußball zulässt. “Funktioniert das nicht, dann war es das, dann ist die Saison für Bebou gelaufen, und man muss sehen, wie es zur neuen Saison aussieht”, so Rosen.

Aktuell stehen für den Angreifer als moderate, aufbauende Einheiten mit zunehmend fußballerischem Bezug auf dem Programm. Das Ziel ist, Anfang Dezember, wenn die Kollegen in die erste Phase der Vorbereitung für die restliche Saison starten, bereit für einen Härtetest zu sein. “Ihlas wird erst im Dezember einen ernsthaften Trainingsversuch unternehmen, wo wir dann letztendlich wissen, ob es überhaupt geht”, verriet neulich Trainer André Breitenreiter, “er ist auf einem guten Weg und macht Fortschritte, aber wir wissen nicht, wohin die Reise führt.” Bislang ins Ungewisse. Beziehungsweise schnurstracks Richtung Scheideweg. Hält das Knie oder nicht? Bislang jedenfalls läuft alles nach Plan. Gelingt Bebou wie erhofft der Wiedereinstieg ohne Zwischen- und Rückfälle, könnte der Stürmer im neuen Jahr womöglich der Faktor werden, mit dem bei der TSG vor der Saison jeder rechnete. Doch noch steht es Spitz auf Knopf.

“In zwei Fällen müssen wir in den nächsten Wochen Entscheidungen treffen”

Anders der Fall bei Dabbur. Der Israeli hatte sich zunächst im Training leicht an der Schulter verletzt, aber weiterspielen können, ehe ein weiterer Sturz eine Sprengung des Eckgelenkes verursacht. Auch der 30-Jährige wollte nicht unters Messer, allerdings scheint auch das Restrisiko überschaubar. “Aller Voraussicht nach, egal ob konservativ oder nach einer Operation wird er im Januar wieder zur Verfügung stehen”, erläuterte Breitenreiter und rechnet fest mit dem Strafraumstürmer für den Rest der Saison.

Dennoch hält Hoffenheim weiter Ausschau nach einer Ergänzung für die Offensive “Wir haben immer Augen und Ohren offen und werden genau schauen, ohne in Aktionismus zu verfallen”, so Breitenreiter. Mittlerweile ist klar: Ein Kandidat heißt Luca Waldschmidt vom VfL Wolfsburg (kicker-online berichtete). Sollten sich allerdings Komplikationen ergeben in einem oder beiden Problemfällen, wird die Baustelle umso dringlicher zu schließen sein. “In zwei Fällen müssen wir in den nächsten Wochen Entscheidungen treffen”, weiß Rosen. Es ist davon auszugehen, dass die TSG so oder so noch einen Stürmer dazu holen wird. Mindestens.

Michael Pfeifer