Schwarz' Fazit nach der Derby-Niederlage: “Schärfe war das große Manko”

Schwarz' Fazit nach der Derby-Niederlage: “Schärfe war das große Manko”

Hertha BSC ist denkbar schlecht in die neue Saison gestartet, nach dem Pokal-Aus unterlag die Alte Dame im Stadtderby Union Berlin klar. Wieso das so war und was für die kommenden Wochen wichtig sein wird.

Verlor das Derby zum Bundesliga-Auftakt verdient: Hertha-Coach Sandro Schwarz.

Verlor das Derby zum Bundesliga-Auftakt verdient: Hertha-Coach Sandro Schwarz.

IMAGO/Matthias Koch

Eigentlich sollte alles besser werden bei Hertha BSC. Vergangene Saison erst in der Relegation gerettet, wollte der Hauptstadtklub in der neuen Spielzeit mit einem neuen Trainer wieder angreifen. Zumindest der Auftakt ist Sandro Schwarz mit seinen Schützlingen aber misslungen. Nach dem 5:6 im Elfmeterschießen gegen Eintracht Braunschweig im DFB-Pokal folgte in der Bundesliga nun ein 1:3 – gegen Stadtrivale Union, der zum vierten Mal in Serie das Duell für sich entschied.

“Nicht gut genug”: Was Plattenhardt abstellen will

Schon vor Anpfiff schob beispielsweise Geschäftsführer Sport Fredi Bobic den Köpenickern die Favoritenrollte zu, die Herthaner dürften sich aber mehr ausgerechnet haben. Kurz und knackig brachte der neue Kapitän Marvin Plattenhardt bei “Sky” auf den Punkt, wieso Union zum ersten Mal im dritten Anlauf beim Bundesliga-Auftakt gewann. “Das war heute nicht genug”, stellte er fest und fügte an: “Wir bekommen die Gegentore zu einfach. Das müssen wir abstellen.”

Coach Schwarz, der überraschend gänzlich auf Plattenhardts Vorgänger Dedryck Boyata verzichtet hatte, musste im Interview keine Sekunde nachdenken, wieso sein Team leer ausging. “Schärfe”, antwortete der Trainer postwendend, “das muss man ganz klar sagen”. Union sei dagegen griffiger gewesen, in einigen Sequenzen. “Und dann haben sie auch zielstrebig nach vorne gespielt hat, sie waren eiskalt”, erkannte Schwarz an. “Schärfe war dennoch das große Manko heute.”

Einen Grund, um den Kopf zu senken, sieht Schwarz aber nicht. Er erkannte zwar an, dass das “zu wenig heute war, das muss man ganz klar sagen”, doch wusste auch direkt, an welchen Stellschrauben gedreht werden muss: Eigentlich vorgegebene Attribute wie “situatives Pressing und vorwärts Verteidigen” hätten zu häufig im Spiel gefehlt, ebenso Intensität und Zweikampfstärke. “Wir müssen sehr intensiv arbeiten, an Dingen wie Aggressivität gegen den Ball, Kompromisslosigkeit und gegenseitigem Unterstützen in den Zweikämpfen.”

Es ist extrem wichtig, keine Untergangsstimmung aufkommen zu lassen.

Sandro Schwarz

Eine Botschaft hatte der achte Trainer von Hertha BSC, seitdem Union 2019 in die Bundesliga aufstieg, auch noch. “Es ist extrem wichtig, keine Untergangsstimmung aufkommen zu lassen”, so Schwarz. Ärger über die beiden verlorenen Pflichtspiele sei in Ordnung, mehr aber nicht. Auch Plattenhardt wollte von einem Fehlstart nichts wissen.

Immerhin stehen die Fans derzeit hinter dem Team, was auch Schwarz anerkannte. Es sei “sehr gut” gewesen “wie die Leute uns unterstützt haben, auch nach dem Spiel”. Mit dieser positiven Schärfe müsse von nun an die Mannschaft agieren. “Dennoch, ich weiß, was letztes Jahr hier los war – das ist ein neuer Weg, der wird hart werden, das war mir vorher schon bewusst.”