SSV Ulm 1846 schlägt forsche Mainzer mit 4:0 – VfR Aalen duscht Freiberg kalt

SSV Ulm 1846 schlägt forsche Mainzer mit 4:0 – VfR Aalen duscht Freiberg kalt

Am Samstag ging es los in der Regionalliga Südwest und Mitfavorit SSV Ulm 1846 setzte bei der U 23 des FSV Mainz 05 die erste Duftmarke. Die Aufsteiger SG Barockstadt und Eintracht Trier jubelten zu Hause. Auf diesem Weg schien auch der SGV Freiberg, doch er verlor trotz guter Leistung gegen den VfR Aalen.

Sofort geliefert: Der SSV Ulm 1846 gewann dank zweier Doppelschläge bei der U 23 von Mainz 05.

Sofort geliefert: Der SSV Ulm 1846 gewann dank zweier Doppelschläge bei der U 23 von Mainz 05.

IMAGO/Fotostand

Regionalliga Südwest – 1. Spieltag

Am Samstag öffnete die Regionalliga Südwest ihre Pforten und zunächst stehen mit Kickers Offenbach und dem SSV Ulm 1846 die großen Favoriten im Brennpunkt. Doch auch abseits dieses Duos schicken sich andere klangvolle Namen an, dieser Saison ihren Stempel aufzudrücken.

Aber der Reihe nach. Timo Wenzel, Trainer des FC 08 Homburg, forderte von seinem Team einen guten Saisonstart und wurde erhört. Ganz zum Leidwesen von Bundesliga-Torwartlegende Oliver Reck, der im Sommer beim FC Rot-Weiß Koblenz als neuer Trainer übernahm und am Samstag eine 1:3-Niederlage quittieren musste.

In der 18. Minute nahm der Nachmittag zunächst einen anderen Verlauf, Afamefuna nutzte einen Stellungsfehler von Plattenhardt und überwand Keeper Salfeld aus kurzer Distanz zur Koblenzer Führung. Die hielt rund vier Minuten, dann wuchtete Fabian Eisele einen Eckball von Gerezgiher per Kopf in die Maschen. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte haderte Homburg zunächst nach einem Lattenkracher von Hummel, doch im nächsten Anlauf kombinierte sich der Pechvogel mit Mendler durch die rot-weißen Deckungsreihen, setzte Eisele in Szene, der zum 2:1 einschob.

Nach knapp einer Stunde klirrte erneut das heimische Aluminium, diesmal zielte Mendler zu genau. Lange musste der FCH um den Dreier zittern, denn Koblenz kam richtig in Schwung. Auch Salfeld im Homburger Tor verdiente sich Bestnoten. Erst in der fünften Minute der Nachspielzeit erlöste Gösweiner mit einem Schuss ins leere Tor – Heimkeeper Kips war bei einer Standardsituation nach vorne gekommen – die Saarländer.

Ulm zu clever für Mainz II

Erlösende Momente auf den letzten Drücker benötigte der  SSV Ulm 1846 an diesem Spieltag nicht. Auswärts beim 1. FSV Mainz 05 II stand es nach 20 Minuten schon 2:0 nach Toren von Chessa (17.) und Rösch (20.). Gut für bis dato überlegene Ulmer, denn die Mainzer U 23 legte nach den beiden Gegentreffern ihre Unsicherheit ab und begann forsch nach vorne zu spielen. Doch Effizienz gehört auch zum Repertoire eines Spitzenteams, und so legte Reichert in der 52. Minute nach einem Eckball per Kopf das 3:0 nach. Knapp 180 Sekunden später zwang ein erbarmungslos pressender SSV Heimkeeper Rieß zu einem Fehlpass, Jann vollstreckte ins leere Gehäuse. Der Sieg war eingetütet, den Nullfünfer-Talenten konnte man aber zugute halten, dass sie weiterhin die Offensive suchten, wenngleich ohne Ertrag an diesem Spieltag.

Bei der Frage nach den Meisterschaftsfavoriten fällt auch wiederholt der Name TSV Steinbach Haiger. Doch im Gegensatz zu Homburg und Ulm verpatzte die Truppe von Trainer Ersan Parlatan ihren Start. Aufsteiger SG Barockstadt-Fulda hatte in Person seines Trainers Sedat Gören einen mutigen Auftritt angekündigt und dieser Marschroute folgten seine Männer. Zumindest brannte es während des Spiels öfter in beiden Strafräumen. Der Treffer des Tages fiel durch einen Foulelfmeter, den Grösch mit einem Schuss in die Tormitte verwandelte (21.). Lüdke hätte in der 75. Minute beinahe das 2:0 nachgelegt, der Pfosten war im Weg. Doch dieses Pech fiel hinterher nicht mehr groß ins Gewicht.

Bei den anderen zwei am Samstag spielenden Aufsteigern hätte nach 90 Minuten die Gefühlslage kaum unterschiedlicher sein können. Während der SV Eintracht Trier den FC-Astoria Walldorf mit 3:0 nach Hause schickte, verlor der SGV Freiberg wegen eines Gegentreffers in  der Nachspielzeit mit 1:2 gegen den VfR Aalen.

Trier bestraft Walldorfs Risiko

Zu Trier: Die 2741 Zuschauer im Moselstadion lagen sich zum ersten Mal in der 48. Minute in den Armen, als König einen weiten Ball von Boesen gut verarbeitete und die Kugel aus spitzem Winkel unter die Latte platzierte. Als Walldorf notgedrungen immer mehr ins Risiko ging, konterte der SV Eintracht eiskalt. Erst in der 85. Minute: König assistierte für Brandscheid. Und mit der letzten Aktion schraubte Debrah den Deckel zu (90.+4).

Auf einen ähnlich erfreulichen Nachmittag schien Freiberg in der 4. Minute zuzulaufen. Barini, 1,73 Meter groß, übersprang Gegenspieler Wächter und köpfte zur Führung ein. Das Erweckungserlebnis für einen eher weniger kreativen VfR geschah in der 31. Minute. Über Abruscia und Bux gelangte der Ball im Strafraum zum alleine gelassenen Seitz, der den Ball im Tor unterbrachte. Der Sport- und Gesangsverein erarbeitete sich viele Standardsituation und wurde aus diesen heraus auch immer wieder gefährlich. Zwischendurch konnte Aalen froh sein, nicht in Rückstand zu geraten. Bis besagte Nachspielzeit hereinbrach und Müller den Ball gegen Thermann eroberte, auf Abruscia passte und dieser Arcalean bediente, der das Siegtor markierte.

Beim Bahlinger SC wird Häringer ins Visier der Schulterklopfer geraten, denn der 32-Jährige köpfte gegen den VfB Stuttgart II eine 2:0-Führung heraus (30./60.), die der kleine VfB aber durch Kudala (62.) und Wolf (78.) egalisierte. Somit musste Häringer nochmal ran, in der 82. Minute köpfte er eine Flanke aus dem Halbfeld zum Siegtor über die Linie.

Auf den letzten Metern schlug der FSV Frankfurt die TSG Balingen. Der eingewechselte Bouthakrit kam in der Nachspielzeit einen Tick früher an einen langen Ball, wurde von TSG-Torwart Binanzer zu Fall gebracht. Den verhängten Strafstoß verwandelte Leon Müller.

Worms mit großer Aufgabe

Der vierte Aufsteiger, Wormatia Worms, greift am Sonntag ins Geschehen ein und kriegt es prompt mit Kickers Offenbach zu tun. Der neue Wormatia-Trainer Max Mehring weiß, dass nur der Klassenerhalt das Ziel sein kann. Das wird nach Meinung des bisherigen Co-Trainers von Waldhof Mannheim am besten so funktionieren: “Von meiner Mannschaft erwarte ich, dass sie immer mit Herz und Leidenschaft spielt und in jedem Spiel alles investiert, was sie in sich hat.”

Sein Offenbacher Kollege Alexander Schmidt nimmt die Favoritenrolle auf Platz 1 ohne zu zögern an und fordert darüber hinaus: “Wir wollen den Gegner stressen, indem wir ihn unter Druck setzen, und leidenschaftlichen Fußball spielen. Das erfordert eine Top-Athletik.” Und wenn die Gegner zurück stressen und somit der eigene Aufstiegsdruck tonnenschwer zu werden verspricht? Kein Problem für Schmidt, im Gegenteil: “Das ist für mich kein Druck, sondern Reiz. Mich motiviert es sehr, den Leuten das zu geben, wonach sie sich sehnen. Das ist einer der Gründe, warum ich hier bin. Spiele ohne Druck haben mich als Spieler gelangweilt. Am liebsten auswärts, wo einen alle auspfeifen. Das ist das Geilste!”

Ebenfalls am Sonntag misst sich die TSG Hoffenheim II mit Hessen Kassel.