Nagelsmann tadelt Upamecano: “Warum spiele ich den Ball direkt?”

Nach dem klaren Sieg des FC Bayern in Berlin sprach Trainer Julian Nagelsmann (34) besonders ausführlich über den einen Schönheitsfehler.

Mit dem ersten Ballkontakt von Dayot Upamecano (re.) nach Einwechslung war Julian Nagelsmann gar nicht zufrieden.

Mit dem ersten Ballkontakt von Dayot Upamecano (re.) nach Einwechslung war Julian Nagelsmann gar nicht zufrieden.

imago images/Sven Simon

30 Mal schossen die Profis des FC Bayern am Sonntagabend in Richtung des Tores von Hertha-Keeper Alexander Schwolow, sechsmal brachten sie Ball im Netz unter, viermal zählten die Treffer. “Wichtig ist immer, dass du dir die Anzahl an Torchancen herausspielst, auch gegen tiefstehende Gegner”, befand Julian Nagelsmann, den die Chancenverwertung nur bedingt störte.

Viel mehr wurmte den Bayern-Trainer der Berliner Ehrentreffer zum 1:4-Endstand: “Das ist total überflüssig und eine unnötige Aktion. Das können wir vermeiden, weil der Manu auch gerne zu Null spielt und sich darüber ärgert.”

Dayot Upamecano, den Nagelsmann Sekunden zuvor erst für Rückkehrer Lucas Hernandez eingewechselt hatte, spielte Stevan Jovetic den Ball unfreiwillig in den Lauf. Der Montenegriner blieb noch an Neuer hängen, den Abpraller hob der ebenfalls eingewechselte Jurgen Ekkelenkamp aber ins Netz.

“Das ist schon ein Tor, das absolut vermeidbar ist”, meinte Nagelsmann bei “DAZN” und tadelte Joker Upamecano, ohne dessen Namen zu nennen: “Warum spielt man den Ball direkt? Wenn ich jetzt 95 Kilo habe und sehr schnell bin, nehme ich den Ball am Fuß, dribble noch ein, zwei Meter und gucke, was passiert. Irgendwann muss Jovetic auf den Torwart Druck machen, und du kannst vielleicht auf deinen Innenverteidiger-Kollegen spielen. Du bleibst aber erstmal am Ball. Den Ball direkt zu spielen, der aus dem Rücken kommt und springt… Das ist immer schwierig.”

Nagelsmanns Empfehlung an Upamecano

Nagelsmanns Empfehlung: “Ich bin ein großer Freund davon, das einfach mit Kontrolle zu machen, da war ja kein großer Druck. Einfach den Ball runternehmen und schauen, was der Gegner einem anbietet. Es steht 4:0, wohlgemerkt, da kannst du ein bisschen kontrollierter spielen. Es ist jetzt nicht so, dass wir da extrem schnell wieder nach vorne müssen oder einem Rückstand hinterherlaufen.”

Gerade für die, “die von Anfang an auf dem Platz waren”, ärgerte sich Nagelsmann. Hernandez und Co. “haben das sehr, sehr gut und gewissenhaft gemacht, im Gegenpressing unglaublich aktiv verteidigt.”

Um die Abläufe nach den turbulenten Tagen mit etlichen Corona-infizierten Spielern weiter zu verbessern, werden die Bayern am Freitag ein internes Testspiel absolvieren. Nach der Bundesliga-Pause geht es am 5. Februar gegen RB Leipzig weiter.

Mario Krischel

“Hochgradig beschissen”: Davies fehlt Bayern mit leichter Herzmuskelentzündung länger

Das Lazarett der Bayern lichtet sich zum Ende des Monats. Schlechte Nachrichten verkündete Julian Nagelsmann bei Alphonso Davies (21).

Fehlt den Bayern länger: Alphonso Davies.

Fehlt den Bayern länger: Alphonso Davies.

imago images/Sven Simon

Mit mehr “Leuten im Kader” kann der FC Bayern am Samstag in Köln (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de) wieder rechnen. Nach der Corona-Quarantäne kehren Dayot Upamecano, Tanguy Nianzou, Omar Richards und Leroy Sané in den Kader zurück, Manuel Neuer ins Tor.

Alle fünf Spieler haben laut Nagelsmann “trainiert und sind auf dem Weg der Besserung, aber noch nicht so bereit – aus verschiedenen Gesichtspunkten -, um von Beginn an zu spielen”. Ausgenommen Neuer, “weil die Belastungsstruktur da eine andere ist als bei den Feldspielern. Wir hoffen zumindest, dass er nicht ständig einen aufs Tor kriegt und 50 Paraden machen muss.”

Davies fehlt länger: “Muss komplett ausheilen”

Alphonso Davies wird nicht zurückkehren, nicht für das Köln-Spiel und auch danach erstmal nicht. “Bei Phonzie”, erklärte Nagelsmann, “ist es so, dass wir gestern in der Nachuntersuchung, die wir bei jedem Spieler machen, der Corona-infiziert war, Anzeichen einer leichten Myokarditis, sprich Herzmuskelentzündung, festgestellt haben.”

Der Kanadier, der in dieser Saison in 16 Bundesliga-Spielen vier Vorlagen beisteuerte, “wird in den nächsten Wochen nicht zur Verfügung stehen, weil das selbsterklärend komplett ausheilen muss. Die Myokarditis ist vom Ultraschall nicht so dramatisch, es sind Anzeichen. Trotzdem muss es ausheilen, das dauert. Wir können eine längere Zeit nicht mit ihm rechnen.”

Ob die Herzmuskelentzündung aus Davies’ Corona-Infektion resultiert, konnte Nagelsmann nicht sagen. “Fakt ist, er hat sie. Und das ist bescheiden bis beschissen, bis hochgradig beschissen.”

Auch Kingsley Coman und Corentin Tolisso sind aufgrund ihrer Verletzungen vor der Corona-Infektion noch kein Thema für die Partie am Samstag.

Mario Krischel

“Scheiß auf die Umstände – ich hab' schon so leichte Revanchegedanken”

Zum Rückrunden-Auftakt erwartet der FC Bayern “Angstgegner” Mönchengladbach. Julian Nagelsmann sieht einen besonderen Antrieb.

Revanche-Gedanken: Bayern-Coach Julian Nagelsmann blickt Richtung Anzeigetafel.

Revanche-Gedanken: Bayern-Coach Julian Nagelsmann blickt Richtung Anzeigetafel.

imago images

Für gewöhnlich ist Julian Nagelsmann keiner, der mit Späßen oder lockeren Sprüchen auf Pressekonferenzen sparsam umgeht. Am Donnerstag, einen Tag vor dem ersten Rückrundenspiel gegen Gladbach, griff der Trainer des FC Bayern besonders tief in die Kiste.

“Rumheulen” wolle er aufgrund der von Corona beeinflussten Situation nicht, ein “Erzieher” sei er für seine Spieler schon recht nicht. Und was den kommenden Gegner betrifft, da nahm sich Nagelsmann ein paar Sekunden für Kampfansagen, bevor er die üblichen Stärken aufzählte.

Dass die Borussia nach einem Zwischenhoch in den Abstiegskampf geraten ist, “soll Adi Hütter erklären”, befand Nagelsmann. Was den Bayern-Coach beschäftigt, ist das schwer zu verdauende Pokal-Aus in Mönchengladbach Ende Oktober, bei dem er aufgrund einer Corona-Infektion an der Seitenlinie gefehlt hatte. “Da haben sie unglaublich gut gespielt, wir unglaublich schlecht.”

Und “von daher gibt es schon Revanchegedanken, da bin ich ganz ehrlich. Scheiß auf die Umstände. Das sollte nicht so stehen bleiben. Natürlich ist es vielleicht ein bisschen komplizierter, als es normal wäre. Aber wir haben im Pokal auch recht gut besetzt gespielt, sprich… ganz ehrlich: Ich hab’ schon so leichte Revanchegedanken. Auch wenn es am DFB-Pokal-Ausgang nichts mehr ändert dieses Jahr. Wir haben auch in der Liga nicht gewonnen, und auch verdient nicht gewonnen. Demnach ist es mir relativ bums, ob wir jetzt nur U-23-Spieler auf der Bank haben, ich will trotzdem gewinnen.”

Gladbach eine “herausragende Mannschaft”

Dem Tabellenvierzehnten attestiert Nagelsmann nach wie vor eine “herausragende Mannschaft, sehr viele gute Fußballer”, aber “auch den einen oder anderen Ausfall. Sie haben eine extreme Wucht vorne mit Thuram, Embolo, Plea. Ganz egal, wer da spielt. Sie haben sehr clevere Spieler mit Stindl; haben, auch wenn Zakaria jetzt weg ist (COVID-19, d. Red.), mit Kramer und Koné zwei Sechser, die total unterschiedlich sind als Typen, aber gut harmonieren können; haben mit Ginter, Elvedi, vielleicht Tony Jantschke große Erfahrung in der Innenverteidigung. Lainer ist bekannt, er hat eine unglaublich gute Mentalität.”

Soll heißen: “Das ist eine Mannschaft, die sich locker aus der Situation, in der sie gerade ist, rausboxen kann. Morgen versuchen wir, sehr gut dagegen zu boxen und die Punkte in München zu behalten.”

Mario Krischel

Neuer kehrt Montag zurück – Coman und Tolisso “ein größeres Thema”

Der erste Teil von Bayerns mit Corona infizierten Spielern kehrt bald zurück. Nicht alle aber sofort auf den Trainingsplatz.

Aktuell noch in Quarantäne: Manuel Neuer.

Aktuell noch in Quarantäne: Manuel Neuer.

imago images/Sven Simon

Noch kann es sich Manuel Neuer in der Isolation auf den Malediven gemütlich machen, erst in der Nacht von Sonntag auf Montag darf der Kapitän des FC Bayern nach München zurückkehren, wie Trainer Julian Nagelsmann am Donnerstag bestätigte.

Bei Lucas Hernandez ist erst der nächste Freitag (14. Januar) anvisiert, der französische Innenverteidiger war wie Tanguy Nianzou erst am Montag positiv getestet worden. “Ich bin ehrlich”, gestand Nagelsmann: “Ich weiß jetzt nicht jedes Datum hundertprozentig auswendig. Ich habe eine Liste, es sind ja jetzt schon neun Spieler.”

Etwas besser, zumindest was die Corona-Lage betrifft, sieht es bei Omar Richards und Corentin Tolisso aus, sie wurden am Mittwoch freigetestet und haben am Donnerstag einen Lungentest, “um einfach mal die grundsätzliche Möglichkeit zu prüfen, die Belastung wieder zu steigern”.

Das ist jedoch nicht so einfach. “Coco”, erklärt Nagelsmann, “war ja auch zwei Wochen vor Weihnachten raus, was man mit einbeziehen muss.” Der Mittelfeldmann, dessen Vertrag im Sommer ausläuft, hatte eine Muskelverhärtung. “Es geht nicht immer nur ums Freitesten, sondern auch um die Gesundheit der Spieler”, betont Nagelsmann deshalb.

Gleiches gelte für Kingsley Coman, der vor seiner Infektion bereits wochenlang mit einem Faserriss gefehlt hatte. “King wird auch heute Nacht aus der Quarantäne entlassen, morgen früh die Lunge getestet.” Aber: “Da haben wir einfach noch eine vierwöchige Muskelverletzung ohne Belastung. Die sind dann nicht am Montag dabei.” Sowohl bei Coman als auch bei Tolisso sieht Nagelsmann “ein größeres Thema als nur Corona”.

Mario Krischel

Nagelsmann: “Warum soll ich jetzt rumheulen?”

Eine Mischung aus “Weltklassespielern” und Teenagern bleibt Julian Nagelsmann am Freitag gegen Gladbach. Bayerns Trainer über die vielen Ausfälle, eine mögliche Absage und neue Herausforderungen.

Gut gelaunt trotz kniffliger Lage: Julian Nagelsmann.

Gut gelaunt trotz kniffliger Lage: Julian Nagelsmann.

imago images/Sven Simon

Hundertprozentig kann Julian Nagelsmann nicht sagen, ob er am Freitagabend um 20.30 Uhr an der Seitenlinie der Allianz-Arena steht, aber “aktuell gehe ich davon aus”. Der Trainer des FC Bayern hat eine bislang verzwickte Woche hinter sich, wegen etlicher Corona-Fälle (neun Profis), des Afrika-Cups (Choupo-Moting und Sarr) und verletzter Spieler bleibt ihm ein reduziertes Aufgebot für den Rückrundenauftakt gegen Gladbach.

“Warum soll ich jetzt rumheulen?”, fragte Nagelsmann, der sich am Donnerstag gut gelaunt und angriffslustig auf der Pressekonferenz präsentierte. “Ich bin keiner, der rumheult, das war ich noch nie. Es gibt sicherlich auch mal Klubs, die nach München fahren und sagen, es ist eigentlich ungerecht, dass wir gegen diese Weltauswahl spielen müssen.”

Man könne wohl darüber diskutieren, “ob das”, also ein Spiel unter diesen Umständen, “fair oder sinnvoll ist, auch im Sinne der Gesundheit. Am Ende hatten die Spieler dieselben Regeln wie immer und haben sich wahrscheinlich zum Großteil auch daran gehalten.”

Ich bin ganz ehrlich. Aus Trainersicht ist es extrem reizvoll.

Nagelsmann über die vielen Ausfälle

Acht Profis, die beim Hinrunden-Abschluss gegen Wolfsburg (4:0) noch zum Einsatz gekommen waren, stehen dem FCB nun nicht zur Verfügung, einzig Bouna Sarr ist fit, aber beim Afrika-Cup. Der Rest, etwa Leroy Sané, Manuel Neuer oder Dayot Upamecano, wurde kürzlich positiv getestet. Nagelsmann nimmt es so gelassen, wie es eben geht: “Wir haben trotzdem noch eine Elf mit vielen Weltklassespielern.”

Und überhaupt: “Ich bin auch ganz ehrlich”, so Nagelsmann mit einem Grinsen. “Aus Trainersicht ist es extrem reizvoll, weil du dir natürlich Gedanken machen musst. Spieler spielen auf Positionen, auf denen sie nicht ausgebildet sind oder auf denen sie selten spielen. Wie kannst du vielleicht den Matchplan anpassen, dass die Spieler ihre Qualitäten auf einer neuen Position gut reinbringen? Da vielleicht auch ein paar Nuancen zu verändern, um daraus eine Stärke ziehen zu können.”

Wenn man mit neun Punkten Vorsprung auf Platz eins steht, muss man sich die Herausforderungen eben selbst schaffen. Am Donnerstag trainierten neben dem übriggebliebenen Kader sieben halbwegs neue Gesichter mit, darunter die gerade erst 16 gewordenen Youngster Arijon Ibrahimovic und Paul Wanner. Sie werden den Kader ergänzen.

Wegen einer Spielverlegung standen die Bayern in Austausch mit der DFL, aber, so Nagelsmann, “das ist nicht meine Aufgabe. Ich kümmere mich darum, der Herausforderung, aber reizvollen Aufgabe gerecht zu werden. Eine gute Mannschaft aufzustellen, eine gute Idee zu entwickeln, um gegen Gladbach, wo wir sicherlich etwas gutzumachen haben, zu bestehen. Wenn dieses Spiel denn stattfindet.”

Mario Krischel

Auch Sané und Upamecano positiv – Bayerns Not wird größer

Der FC Bayern wird von weiteren Corona-Fällen geschwächt. Zwei der drei gestern noch unklaren Ergebnisse haben nun auch einen positiven Befund ergeben.

War in der Hinrunde Bayerns bester Flügelspieler: Leroy Sané.

War in der Hinrunde Bayerns bester Flügelspieler: Leroy Sané.

imago images/Eibner

Es geht weiter Schlag auf Schlag beim deutschen Rekordmeister. Vor dem Rückrundenstart fehlen Trainer Julian Nagelsmann inzwischen fünf Akteure, die drei Wochen zuvor beim Hinrunden-Abschluss gegen Wolfsburg (4:0) noch zum Einsatz gekommen waren.

Nach den Fällen am Neujahrestag um Kapitän Manuel Neuer und den zwei gestern positiv getesteten Lucas Hernandez und Tanguy Nianzou erwischte es nun Leroy Sané und Dayot Upamecano. Beiden Profis gehe es gut, sie befänden sich in häuslicher Isolation, teilte der FC Bayern mit. Josip Stanisic zählt nicht zu den neuen Corona-Fällen. Beim Trio war die Diagnostik am Montag noch nicht abgeschlossen gewesen.

Übrig bleiben Nagelsmann nach jetzigem Stand neben Sven Ulreich und Christian Früchtl 13 Feldspieler, sofern Leon Goretzka, der am Montag wie Serge Gnabry individuell trainiert hatte, seine Probleme an der Patellasehne rechtzeitig auskurieren kann.

Sané war in der Hinrunde Bayerns bester Flügelspieler, führt die kicker-Rangliste Außenbahn offensiv an und steuerte in 25 Pflichtspielen elf Tore und elf Assists bei. 

Sommer-Neuzugang Upamecano erlebte ein größtenteils solides erstes Halbjahr beim FCB mit dem Tiefpunkt beim Pokal-Aus in Mönchengladbach (0:5, kicker-Note 6) und seinem ersten Tor für die Bayern zum Jahresende gegen Wolfsburg (Note 2).

Youngster Stanisic hatte sich zu Saisonbeginn zeigen dürfen, als etliche Spieler fehlten. Zur Belohnung erhielt der 21-Jährige einen neuen Vertrag bis 2025 und feierte sein Debüt in der kroatischen Nationalmannschaft. Seit Mitte November befindet sich Stanisic jedoch im Wartestand, nach einer Corona-Infektion setzte ihn ein Muskelbündelriss zuletzt außer Gefecht.

Mario Krischel

FC Bayern vermeldet weitere Corona-Fälle – Unklarheit bei Sané und Co.

Der FC Bayern ist später als geplant in die Rückrunden-Vorbereitung gestartet. Ohne weitere Stammkräfte.

Fehlte beim Auftakt ins Jahr 2022: Leroy Sané.

Fehlte beim Auftakt ins Jahr 2022: Leroy Sané.

picture alliance/dpa

Am Neujahrestag hatte der FC Bayern fünf positive Tests vermeldet, darunter Torhüter Manuel Neuer, Kingsley Coman und Co-Trainer Dino Toppmöller. 

Einen Tag später als ursprünglich geplant versammelte Julian Nagelsmann die übriggebliebene Mannschaft deshalb am heutigen Montagnachmittag zum Trainingsauftakt an der Säbener Straße und musste dabei auf weitere Stammkräfte verzichten.

Wie der FCB am Abend mitteilte, wurden auch Lucas Hernandez und Tanguy Nianzou positiv auf Corona getestet und befinden sich deswegen in häuslicher Isolation. Dayot Upamecano, Josip Stanisic und Leroy Sané fehlten ebenfalls, bei ihnen ist “die Diagnostik noch nicht abgeschlossen”. Stanisic war Mitte November erst positiv getestet worden.

Kimmichs Comeback

Serge Gnabry und Leon Goretzka trainierten individuell, Joshua Kimmich gab 47 Tage nach der Quarantäne und anschließenden Corona-Infektion sein Comeback auf dem Platz.

Nicht auszuschließen ist, dass ein oder zwei Spieler des kürzlich positiv getesteten Quartetts gegen Gladbach bereits wieder zur Verfügung stehen, weil die Tests bereits etwas länger zurückliegen. Manuel Neuer fällt definitiv aus, für ihn steht Sven Ulreich als Ersatz bereit. Für ihn wird es das erste Bundesliga-Spiel seit dem 20. Juni (3:1 gegen Freiburg) 2020 sein.

Alle weiteren Entwicklungen können Sie hier im Corona-Ticker verfolgen!

Mario Krischel

Upamecanos Halbjahr mit Höhen und Tiefen

42,5 Millionen Euro überwies der FC Bayern im Sommer an RB Leipzig für Dayot Upamecano, um nach den Abschieden von Jerome Boateng und David Alaba in der Innenverteidigung top aufgestellt zu sein. Hinter dem 22-Jährigen liegt ein erstes Halbjahr beim Rekordmeister mit Höhen und Tiefen.

Zeigte sich von ganz verschiedenen Seiten: Dayot Upamecano.

Zeigte sich von ganz verschiedenen Seiten: Dayot Upamecano.

imago images/kolbert-press

Der letzte Eindruck bleibt bekanntlich haften, es war im Falle Dayot Upamecanos ein guter. Beim 4:0 gegen den VfL Wolfsburg verteidigte er zum Hinrundenabschluss konzentriert und resolut, er erzielte als erster Bayern-Verteidiger in dieser Saison einen Treffer und leitete einen weiteren ein. “Er hat endlich mal ein Tor gemacht”, freute sich Trainer Julian Nagelsmann, “und er war sehr konzentriert in der Restverteidigung. Dayot hat eine gute Leistung gebracht.”

Ende gut, alles gut? Nicht ganz. Zwar attestiert Nagelsmann dem Franzosen “eine stabile Hinrunde mit zwei schwächeren Spielen”, das ist allerdings etwas geschönt, es waren doppelt so viele. Beim 1:2 gegen Eintracht Frankfurt patzte der Innenverteidiger ebenso wie beim 3:2-Sieg in Dortmund, beide Male erhielt er vom kicker die Note 5. Ebenso zum Saisonauftakt, als er beim 1:1 in Mönchengladbach Glück hatte, dass der Schiedsrichter nicht zwei Elfmeter gegen ihn pfiff. Einen komplett gebrauchten Tag erwischte Upamecano auch beim 0:5 im DFB-Pokal in Mönchengladbach, Note 6. Zum Rückrundenauftakt geht es ein drittes Mal gegen die Borussia, Gelegenheit zur Revanche.

Nagelsmann bittet um Geduld

Genug der Kritik, Upamecano deutete ebenso seine überragenden Anlagen mehr als an: Zweikampf- und Kopfballstärke, konsequentes nach vorne verteidigen, gute Antizipation. Gegen Wolfsburg und Hoffenheim erhielt er die Note 2, beim 5:1 in Leverkusen gar ebenfalls die 1,5 wie in der Champions League beim 3:0 in Barcelona. Upamecanos nächstes Ziel muss lauten, konstant Topleistungen zu liefern, seine Aussetzer zu minimieren. Die Voraussetzungen dafür bringt er mit. “Er ist nach wie vor ein junger Spieler, das vergisst man manchmal, weil er schon so lange in der Bundesliga spielt”, bittet Nagelsmann um Geduld. Zur Erinnerung: Upamecano kam im Januar 2017 aus Salzburg nach Leipzig. 127 Bundesligaspiele hat er mittlerweile absolviert, 25 in der Champions League und sechs für Frankreichs A-Nationalelf. Upamecano ist dem Status des Talents entwachsen, sein persönliches Limit aber hat er noch lange nicht erreicht.

Frank Linkesch