Der Fußball-TV-Plan 2022/23: Wer was live zeigt und was es kostet

Auch in der neuen Saison gibt es wieder Änderungen an den Fußball-TV-Rechten. Wer zeigt 2022/23 was? Ein Überblick über die wichtigsten Wettbewerbe.

Champions League, Bundesliga, DFB-Pokal, Europa League - wo sind die Spiele 2022/23 live im TV zu sehen?

Champions League, Bundesliga, DFB-Pokal, Europa League – wo sind die Spiele 2022/23 live im TV zu sehen?

imago images/picture alliance (3)

1. Bundesliga 2022/23 live

Sky: Alle Spiele am Samstag, Dienstag und Mittwoch (englische Woche) als Einzelspiel und in der Konferenz; dazu DFL-Supercup und Bundesliga-Relegation

DAZN: Alle Spiele am Freitag und Sonntag

Sat.1: Je ein Spiel am 1., 15. und 16. Spieltag; dazu DFL-Supercup und Bundesliga-Relegation

2. Bundesliga 2022/23 live

Sky: Alle Spiele am Freitag, Samstag und Sonntag als Einzelspiel und in der Konferenz; dazu Zweitliga-Relegation

Sport1: Alle 20.30-Uhr-Spiele am Samstag

Sat.1: Ein Spiel am 1. Spieltag; Zweitliga-Relegation

3. Liga 2022/23 live

MagentaSport: Alle Spiele als Einzelspiele und am Samstag, Dienstag und Mittwoch auch in der Konferenz

ARD-Sender (ARD, BR, HR, MDR, NDR, SR, SWR oder WDR): 86 Spiele pro Saison

DFB-Pokal 2022/23 live

Sky: Alle Spiele als Einzelspiel und in der Konferenz

ARD/ZDF: Insgesamt 15 Spiele, darunter beide Halbfinals und das Finale

Champions League 2022/23 live

DAZN: In den Play-offs sowie der Gruppenphase und den K.-o.-Spielen alle Mittwochsspiele und bis auf eine Partie pro Woche alle Dienstagsspiele als Einzelspiele und in der Konferenz; dazu den UEFA-Supercup

Amazon Prime Video: In den Play-offs sowie der Gruppenphase und den K.-o.-Spielen insgesamt 16 Topspiele am Dienstag

ZDF: Finale

Europa League 2022/23 live

RTL-Sender (RTL, Nitro, RTL+): Alle Spiele der deutschen Teams und weitere Highlightpartien – teils im Free-TV, teils im kostenpflichtigen Stream

Europa Conference League 2022/23 live

RTL-Sender (RTL, Nitro, RTL+): Alle Spiele der deutschen Teams und weitere Highlightpartien – teils im Free-TV, teils im kostenpflichtigen Stream

Frauen-Bundesliga 2022/23 live

MagentaSport: Alle Spiele als Einzelspiele

ARD/ZDF: Ein Spiel pro Spieltag

Frauen-DFB-Pokal 2022/23 live

Sky: Alle Spiele als Einzelspiel und in der Konferenz

ARD: Ausgewählte Einzelspiele, darunter das Finale

Frauen-Champions-League 2022/23 live

DAZN: Alle Spiele als Einzelspiele auf der Plattform oder kostenfrei auf Youtube

Und was kostet das alles?

Bei DAZN kostet ein Abo monatlich 24,99 Euro (Jahresabo) bzw. 29,99 Euro (Monatsabo). Sky verlangt für das Bundesliga-Paket monatlich 20 Euro (im Jahresabo, danach 32 Euro), für das Sport-Komplettpaket – in dem zusätzlich u.a. der DFB-Pokal enthalten ist – monatlich 24,99 Euro (Jahresabo) bzw. 29,99 Euro (Monatsabo). Seit dieser Saison gibt es DAZN zusammen mit dem Sky-Bundesliga-Paket zudem im Kombi-Abo für 39,99 Euro.

Für MagentaSport werden – ohne Telekom-Vertrag – monatlich 9,95 Euro (Jahresabo) bzw. 16,95 Euro (Monatsabo) fällig, für RTL+ 4,99 Euro, für Amazon Prime Video 5,75 Euro (Jahresabo) bzw. 7,99 Euro (Monatsabo; ab September 8,99 Euro). Der Live-Fußball bleibt in Deutschland also ein ebenso kleinteiliges wie teures Vergnügen. “TeraVolt”, eine Agentur für digitale Medienprodukte, hat ermittelt, dass in dieser Saison erstmals sechs Abos – inklusive Rundfunkbeitrag – für insgesamt bis zu 105,27 Euro monatlich nötig sind, um alle Fußball-Highlights live verfolgen zu können.

Schon ab 2022/23: UEFA kippt Stehplatzverbot im Europacup

Erfolg für die Initiative “Europe Wants To Stand”: Ab dieser Saison wird es auch bei Spielen in europäischen Klub-Wettbewerben wieder Stehplätze geben.

Banner der Initiative "Europe Wants To Stand" im Fan-Block der Bayern.

Banner der Initiative “Europe Wants To Stand” im Fan-Block der Bayern.

imago images / Lackovic

Nach einem Bericht der “Sportschau”, der sich mit Informationen des kicker deckt, haben sich am gestrigen Dienstag die Mitglieder des UEFA-Exekutivkomitees in einer Abstimmung per E-Mail am für die vorläufige Rückkehr der Stehplätze ausgesprochen. Demnach soll es den Europapokalteilnehmern aus Deutschland, England und Frankreich ab dieser Saison wieder erlaubt sein, in den drei europäischen Klub-Wettbewerben Champions League, Europa League und Europa Conference League Stehplätze anzubieten. Diese Regelung gilt zunächst für die Spielzeit 2022/23, soll aber bei einem Erfolg ausgeweitet werden. 

Auch den Vereinen aus Spanien und Italien wurde die Erlaubnis für Stehplätze erteilt. Allerdings wird es aus diesen beiden Ländern keinen Europacup-Teilnehmer geben, dessen Stadion über Stehplatz-Kapazitäten verfügt. Ob in Deutschland, England und Frankreich auch Gästefans werden stehen dürfen, liegt im Ermessen der Klubs.

Einführung des Stehplatzverbots im Jahr 1998

Im Jahr 1998 hatte die UEFA das Verbot für Stehplätze für Europacup- und Länderspiele eingeführt und war damit dem Beispiel des britischen Fußballs gefolgt. Auf der Insel waren Stehplätze infolge der Hillsborough-Katastrophe vom 15. April 1989 aus allen Stadien verbannt worden.

Seit längerer Zeit kämpfte die Fan-Initiative “Europe Wants To Stand” für eine Abschaffung der Stehplätze auch bei europäischen Klub-Wettbewerben. In einem offenem Brief im Frühjahr 2019 an UEFA-Präsident Aleksander Ceferin legten die Initiatoren ihre Gründe offen. So sei die Aufarbeitung der Hillsborough-Katastrophe zu dem Schluss gekommen, dass “das Vorhandensein von Stehplätzen nicht ursächlich für die Tragödien war”. Zudem zeige die Erfahrung aus der Bundesliga, “dass es heute möglich ist, Stehplätze ohne Sicherheitsrisiko bei Fußballspielen anzubieten”. BVB-Klubboss Hans-Joachim Watzke machte sich zuletzt persönlich bei Ceferin für die Rückkehr zu Stehplätzen stark – mit Erfolg.

Eintracht überträgt Endspiel gegen Rangers im Frankfurter Stadion

Die Euphorie vor dem Europa-League-Finale bei Eintracht Frankfurt ist riesig. Die SGE hat nun angekündigt, das Duell mit den Rangers im eigenen Stadion zu übertragen.

Auch im Frankfurter Stadion wird das Endspiel von Eintracht Frankfurt gegen die Rangers übertragen.

Auch im Frankfurter Stadion wird das Endspiel von Eintracht Frankfurt gegen die Rangers übertragen.

IMAGO/Schüler

Eintracht Frankfurt gab am Montag bekannt, dass der Bundesligist das Endspiel der Europa League gegen die Schotten im eigenen Stadion auf Großbildleinwand übertragen wird.

Vorverkauf läuft schon

Die SGE hat am heutigen Montag den Vorverkauf für diesen Stadionevent gestartet. Der Einlass ins Stadion ist ab 18 Uhr vorgesehen, das Finale in Sevilla wird um 21 Uhr (LIVE! bei kicker) angepfiffen.

Die Tickets für den Eintritt in das WM-Stadion von 2006 sollen zehn Euro kosten. Dort wird eine Leinwand mit der Größe von 400 Quadratmetern aufgestellt. Für Frankfurt ist es das erste internationale Endspiel seit 1980, als die Hessen in zwei Endspielen den UEFA-Cup gegen Borussia Mönchengladbach gewannen.

Für das Stadion von Sevilla haben die Hessen ein offizielles Kontingent von 10.000 Karten bekommen.

Verkauf gestartet: Eintracht Frankfurt erhält 10.000 Final-Tickets

Für das Europa-League-Finale in Sevilla erhält Eintracht Frankfurt 10.000 Karten. Das gaben die Hessen am Samstag bekannt.

Fans von Eintracht Frankfurt träumen vom Europa-League-Finale.

Fans von Eintracht Frankfurt träumen vom Europa-League-Finale.

IMAGO/Schüler

Für das Finale im Estadio Ramon Sanchez Pizjuan bekommt die SGE damit knapp ein Viertel der Karten als Kontingent zugewiesen. Die Heimstätte des FC Sevilla, in diesem Jahr Austragungsort der Europa League, bietet beim Finale rund 40.000 Zuschauern Platz.

Finale in Sevilla

Die Eintracht hat den Ticketverkauf am Samstagmorgen gestartet, er läuft bis Montag, 10 Uhr. “Bei der Bestellannahme gilt nicht das ‘first come, first served’-Prinzip. Die Tickets werden nach Beendigung der Bestellphase zugeteilt”, heißt es seitens der SGE.

Nach UEFA-Angaben stehen insgesamt 33.000 Karten den Fans des beiden Finalisten sowie der Öffentlichkeit zur Verfügung.

Das Europa-League-Finale zwischen Eintracht Frankfurt und den Glasgow Rangers findet am Mittwoch, 18. Mai, statt.

Verkauf gestartet: Eintracht Frankfurt erhält 10.000 Final-Tickets

Für das Europa-League-Finale in Sevilla erhält Eintracht Frankfurt 10.000 Karten. Das gaben die Hessen am Samstag bekannt.

Fans von Eintracht Frankfurt träumen vom Europa-League-Finale.

Fans von Eintracht Frankfurt träumen vom Europa-League-Finale.

IMAGO/Schüler

Für das Finale im Estadio Ramon Sanchez Pizjuan bekommt die SGE damit knapp ein Viertel der Karten als Kontingent zugewiesen. Die Heimstätte des FC Sevilla, in diesem Jahr Austragungsort der Europa League, bietet beim Finale rund 40.000 Zuschauern Platz.

Finale in Sevilla

Die Eintracht hat den Ticketverkauf am Samstagmorgen gestartet, er läuft bis Montag, 10 Uhr. “Bei der Bestellannahme gilt nicht das ‘first come, first served’-Prinzip. Die Tickets werden nach Beendigung der Bestellphase zugeteilt”, heißt es seitens der SGE.

Nach UEFA-Angaben stehen insgesamt 33.000 Karten den Fans des beiden Finalisten sowie der Öffentlichkeit zur Verfügung.

Das Europa-League-Finale zwischen Eintracht Frankfurt und den Glasgow Rangers findet am Mittwoch, 18. Mai, statt.

Ein Dosenöffner und der Glaube an Großes: Vier spezielle Gründe für den Finaleinzug der Rangers

In einer magischen Fußball-Nacht haben die Rangers RB Leipzig ausgeschaltet und ihre Hoffnungen genährt, den großen Triumph von 1972 wiederholen zu können.

Bereit für Großes: Rangers-Coach Giovanni van Bronckhorst.

Bereit für Großes: Rangers-Coach Giovanni van Bronckhorst.

Getty Images

Aus Glasgow berichtet Bernd Staib

Das Halbfinal-Rückspiel der Rangers gegen die Leipziger wird allen, die diese Nacht im Ibrox miterleben durften, im Gedächtnis bleiben – auch die 1000 mitgereisten Leipziger Fans dürften trotz des Ausscheidens ihrer Mannschaft noch lange vom Trip nach Glasgow erzählen. Was machte es so speziell?

Die traurige Vorgeschichte

Voller Vorfreude gingen die Rangers in die Woche des Halbfinales, ehe die überraschende Nachricht vom Tod des langjährigen Zeugwarts Jimmy Bell am Dienstag die Stimmung in tiefe Trauer umschlagen ließ. Zwei Tage lang stand der Klub aus dem Stadtteil Govan unter Schock. “Es war gut, dass wir unseren Trainingsplan modifiziert haben, das hat uns allen gutgetan”, sagte Giovanni van Bronckhorst nach dem Spiel.

Halbfinal-Rückspiel und Finale

Am Tag des Halbfinals legten der Trainer und Kapitän James Tavernier am Ibrox Stadion Kränze nieder. Kurz vor Anpfiff wurde ein Video mit Szenen aus 36 Jahren mit Jimmy Bell gezeigt. 50.000 standen auf und klatschten minutenlang Beifall. Spätestens jetzt war klar, dass dieser Abend “ready for magic” war. Eine Schweigeminute unmittelbar vor Anpfiff tat ihr Übriges – nach der Stille kam der Sturm.

Die “special relationship” zwischen Rangers, Bell und Torjäger Tavernier


James Tavernier

Spezialist für Dosenöffnungen: James Tavernier.
Getty Images

Seit Dienstag war klar, dass die Rangers in diese Partie mit einer extra Portion Motivation gehen würden. “Er hätte sich gewünscht, dass wir uns mit seinem Tod nicht lange aufhalten, sondern die Stutzen hochziehen und uns ins Spiel reinbeißen”, sagte Tavernier. Genau das taten die “Teddy Bears”, allen voran der Kapitän selbst. Der 30-jährige Außenbahnspieler nutzte die erste Chance der Rangers zur Führung. Es war sein siebtes Tor auf dieser Europa-Tour, allesamt in den K.-o.-Runden erzielt. “Wir müssen ihm eine höhere Rückennummer geben”, schmunzelte van Bronckhorst nach dem Spiel über den Mann mit der Nummer zwei. Tavernier ist damit der beste Torjäger, nicht nur der Rangers, sondern auch der gesamten Europa League. “Das war vor allem für Jimmy, er schaut jetzt stolz von oben auf uns herunter”, schwärmte Tavernier.

Der Faktor Historie

Die Leipziger Profis können nichts dafür, dass RB erst 2009 gegründet wurde und seit 2016 erstklassig spielt. Und doch war die “Wucht dieses Stadions” (Domenico Tedesco) ein ganz entscheidender Faktor. Und die Rangers-Fans lenkten die Stimmung ganz bewusst auf die Tradition ihres 150-jährigen Vereins. Kurz vor dem Anpfiff entrollten sie (politisch unkorrekt) ein Banner mit einem spanischen Stierkämpfer, darunter die Namen der 22 Spieler im europäischen Pokalsieger-Finale von 1972 – der bisher größte Erfolg des Klubs.

Die damals als “Barcelona Bears” in die Geschichte eingegangene Rangers-Elf sollte in direkter Verbindung mit jenen vom 5. Mai 2022 stehen. “Die Großtaten unserer Vorgänger sind unsere Inspiration heute.” Der 50 Meter lange Schriftzug ließ die van-Bronckhorst-Elf wissen, was von ihr erwartet wurde. Und sie lieferte.


imago images 1011774428

Rangers-Banner in Erinnerung an die Europapokalsieger von 1972.
IMAGO/Shutterstock

“Gio, Gio, Gio!” oder der Glaube an Großes

Der Bus vom Ibrox zurück ins Glasgower Zentrum schwankte nicht ganz so bedrohlich wie beim Abpfiff die Zuschauertribünen des legendären Stadions. Die stimmgewaltigen, glückseligen Rangers Fans ließen ihren neuen Trainer immer wieder hochleben. “Gio, Gio, Gio, Giovanni van Bronckhorst” intonierten sie aus Kehlen – für Menschen ohne Kenntnisse der Rangers-Lieder die einizige zu verstehende Zeile.

Der Niederländer, erst seit 18. November im Amt, gab den Rangers auf ihrer Europa-Reise den Glauben für Großes. “Man muss immer an etwas glauben, sonst kannst du keine großen Ziele erreichen”, so Barcelonas Champions-League-Sieger von 2006. “Und natürlich glauben wir daran, das Finale in Sevilla gewinnen zu können.” Bei allem Respekt vor Frankfurt, schob er noch schnell hinterher, schließlich haben die den FC Barcelona eliminiert.

In Andalusien wird am 18. Mai der Faktor Fans im Vergleich mit den ebenfalls reiselustigen Frankfurter Anhängerschaft nicht so klar pro Rangers sprechen. Dass van Bronckhorst auf die “Blaunasen”-Familie auch im Europa-League-Finale baut, versteht sich von selbst. “Sie fliegen überall mit uns hin, reisen uns mit Auto, dem Rad oder zu Fuß mit uns. Wegen mir schwimmen sie auch da hin”, schmunzelte der Coach.

Ein Dosenöffner und der Glaube an Großes: Vier spezielle Gründe für den Finaleinzug der Rangers

In einer magischen Fußball-Nacht haben die Rangers RB Leipzig ausgeschaltet und ihre Hoffnungen genährt, den großen Triumph von 1972 wiederholen zu können.

Bereit für Großes: Rangers-Coach Giovanni van Bronckhorst.

Bereit für Großes: Rangers-Coach Giovanni van Bronckhorst.

Getty Images

Aus Glasgow berichtet Bernd Staib

Das Halbfinal-Rückspiel der Rangers gegen die Leipziger wird allen, die diese Nacht im Ibrox miterleben durften, im Gedächtnis bleiben – auch die 1000 mitgereisten Leipziger Fans dürften trotz des Ausscheidens ihrer Mannschaft noch lange vom Trip nach Glasgow erzählen. Was machte es so speziell?

Die traurige Vorgeschichte

Voller Vorfreude gingen die Rangers in die Woche des Halbfinales, ehe die überraschende Nachricht vom Tod des langjährigen Zeugwarts Jimmy Bell am Dienstag die Stimmung in tiefe Trauer umschlagen ließ. Zwei Tage lang stand der Klub aus dem Stadtteil Govan unter Schock. “Es war gut, dass wir unseren Trainingsplan modifiziert haben, das hat uns allen gutgetan”, sagte Giovanni van Bronckhorst nach dem Spiel.

Halbfinal-Rückspiel und Finale

Am Tag des Halbfinals legten der Trainer und Kapitän James Tavernier am Ibrox Stadion Kränze nieder. Kurz vor Anpfiff wurde ein Video mit Szenen aus 36 Jahren mit Jimmy Bell gezeigt. 50.000 standen auf und klatschten minutenlang Beifall. Spätestens jetzt war klar, dass dieser Abend “ready for magic” war. Eine Schweigeminute unmittelbar vor Anpfiff tat ihr Übriges – nach der Stille kam der Sturm.

Die “special relationship” zwischen Rangers, Bell und Torjäger Tavernier


James Tavernier

Spezialist für Dosenöffnungen: James Tavernier.
Getty Images

Seit Dienstag war klar, dass die Rangers in diese Partie mit einer extra Portion Motivation gehen würden. “Er hätte sich gewünscht, dass wir uns mit seinem Tod nicht lange aufhalten, sondern die Stutzen hochziehen und uns ins Spiel reinbeißen”, sagte Tavernier. Genau das taten die “Teddy Bears”, allen voran der Kapitän selbst. Der 30-jährige Außenbahnspieler nutzte die erste Chance der Rangers zur Führung. Es war sein siebtes Tor auf dieser Europa-Tour, allesamt in den K.-o.-Runden erzielt. “Wir müssen ihm eine höhere Rückennummer geben”, schmunzelte van Bronckhorst nach dem Spiel über den Mann mit der Nummer zwei. Tavernier ist damit der beste Torjäger, nicht nur der Rangers, sondern auch der gesamten Europa League. “Das war vor allem für Jimmy, er schaut jetzt stolz von oben auf uns herunter”, schwärmte Tavernier.

Der Faktor Historie

Die Leipziger Profis können nichts dafür, dass RB erst 2009 gegründet wurde und seit 2016 erstklassig spielt. Und doch war die “Wucht dieses Stadions” (Domenico Tedesco) ein ganz entscheidender Faktor. Und die Rangers-Fans lenkten die Stimmung ganz bewusst auf die Tradition ihres 150-jährigen Vereins. Kurz vor dem Anpfiff entrollten sie (politisch unkorrekt) ein Banner mit einem spanischen Stierkämpfer, darunter die Namen der 22 Spieler im europäischen Pokalsieger-Finale von 1972 – der bisher größte Erfolg des Klubs.

Die damals als “Barcelona Bears” in die Geschichte eingegangene Rangers-Elf sollte in direkter Verbindung mit jenen vom 5. Mai 2022 stehen. “Die Großtaten unserer Vorgänger sind unsere Inspiration heute.” Der 50 Meter lange Schriftzug ließ die van-Bronckhorst-Elf wissen, was von ihr erwartet wurde. Und sie lieferte.


imago images 1011774428

Rangers-Banner in Erinnerung an die Europapokalsieger von 1972.
IMAGO/Shutterstock

“Gio, Gio, Gio!” oder der Glaube an Großes

Der Bus vom Ibrox zurück ins Glasgower Zentrum schwankte nicht ganz so bedrohlich wie beim Abpfiff die Zuschauertribünen des legendären Stadions. Die stimmgewaltigen, glückseligen Rangers Fans ließen ihren neuen Trainer immer wieder hochleben. “Gio, Gio, Gio, Giovanni van Bronckhorst” intonierten sie aus Kehlen – für Menschen ohne Kenntnisse der Rangers-Lieder die einizige zu verstehende Zeile.

Der Niederländer, erst seit 18. November im Amt, gab den Rangers auf ihrer Europa-Reise den Glauben für Großes. “Man muss immer an etwas glauben, sonst kannst du keine großen Ziele erreichen”, so Barcelonas Champions-League-Sieger von 2006. “Und natürlich glauben wir daran, das Finale in Sevilla gewinnen zu können.” Bei allem Respekt vor Frankfurt, schob er noch schnell hinterher, schließlich haben die den FC Barcelona eliminiert.

In Andalusien wird am 18. Mai der Faktor Fans im Vergleich mit den ebenfalls reiselustigen Frankfurter Anhängerschaft nicht so klar pro Rangers sprechen. Dass van Bronckhorst auf die “Blaunasen”-Familie auch im Europa-League-Finale baut, versteht sich von selbst. “Sie fliegen überall mit uns hin, reisen uns mit Auto, dem Rad oder zu Fuß mit uns. Wegen mir schwimmen sie auch da hin”, schmunzelte der Coach.