Der Nachfolger steht schon bereit: Ist Lopetegui nach dem BVB-Spiel seinen Job los?

Beim FC Sevilla ist vor der Partie gegen Dortmund ordentlich Druck auf dem Kessel. Trainer Julen Lopetegui wird wohl danach entlassen. Sprechen wollte er über die Gerüchte nicht.

Vor seinem "Abschiedsspiel": Julen Lopetegui.

Vor seinem “Abschiedsspiel”: Julen Lopetegui.

IMAGO/Shutterstock

Manchmal reagieren Fußballfans überemotional, wenn es um ihre Mannschaft geht. Doch die Pfiffe in Sevilla nach der sang- und klanglosen 0:2-Niederlage gegen Atletico Madrid konnte man irgendwie verstehen. Keine einzige richtige Chance hatten die Anhänger von ihrer Mannschaft gesehen, noch keinen Heimsieg haben sie in dieser Saison erlebt. Wie auch? Sevilla lag zuhause schließlich noch kein einziges Mal in Führung.

In spanischen Medien sind längst Fakten geschaffen worden. Nach der Partie gegen Dortmund, wie auch immer sie ausgehen möge, werde Jorge Sampaoli die Rot-Weißen übernehmen – selbst der Tag seiner Ankunft (Donnerstag) und die Vertragslaufzeit (bis 2024) ist bereits durchgesickert. Dass Julen Lopetegui noch im Amt ist, liegt wohl eher daran, dass die Andalusier keinen namhaften Interimscoach in ihren Reihen haben und Sampaoli keine Zeit gehabt hätte, die Mannschaft kennenzulernen. “Die Situation ist gelinde gesagt seltsam”, brachte es die “Marca” auf den Punkt.

So trat der Trainer am Dienstag vor die Presse in dem Wissen, dass er wohl bald nicht mehr Trainer ist. “Aus Respekt vor meiner Hauptverantwortung werde ich mich nicht zu den Ereignissen der letzten Monate äußern”, sagte er nur. “Ich behalte das lieber für mich und gehe mit maximaler Energie in das morgige Spiel. Genau das haben wir 169 Spiele lang getan.”

In den jüngsten Spielen stimmt das aber nicht so ganz. Viertletzter mit fünf Punkten in La Liga, Letzter mit einem Zähler in der Champions-League-Gruppe G – die Verantwortlichen rund um Monchi hätten genügend Argumente, die Reißleine zu ziehen und Lopetegui zu entlassen, selbst wenn ihm ein Coup gegen den BVB gelingen sollte. Der Manager, eigentlich für sein feines Transfer-Händchen bekannt, steht selbst in der Kritik: Das erfolgreiche Innenverteidiger-Duo Koundé/Diego Carlos ließ er geschlossen Richtung Barcelona respektive Aston Villa ziehen, Angreifer Lucas Ocampos schloss sich Ajax Amsterdam an. Der 54-Jährige machte finanzielle Gründe für den Ausverkauf verantwortlich.

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Auffangen wollte Monchi die Abgänge unter anderem mit dem von Bayern München gekommenen Tanguy Nianzou (20 Millionen Euro Ablöse), Isco von Real Madrid (kam ablösefrei) und Kasper Dolberg (ausgeliehen von Ajax). Ein Umbruch, auf den der Zusammenbruch folgte. Spaniens ehemaliger Nationaltrainer Lopetegui fand keine Lösungen, Sevilla weiter in Spaniens Spitze zu halten, die vierte Champions-League-Teilnahme in Folge liegt in weiter Ferne.

Lopetegui schon bei den Wolves im Gespräch

Sampaoli wäre übrigens kein Unbekannter in Sevilla. Der zuletzt bei Olympique Marseille angestellte Argentinier stand dort bereits in der Saison 2016/17 an der Seitenlinie. Und Lopetegui? Der muss sich wohl keine Sorgen machen, lange beschäftigungslos zu bleiben. Die Wolverhampton Wanderers, die sich am Sonntag von Coach Bruno Lage getrennt hatten, sollen bereits ihr Interesse bekundet haben. 

Lopetegui ließ sich trotz mehrerer Rückfragen kein Statement zu seiner Zukunft entlocken. “Ich mag langweilig erscheinen, aber man ist verantwortlich für das, was man kontrolliert – für meine Spieler, für mein Team – und versucht, sich so gut wie möglich auf das morgige Spiel vorzubereiten.” Es dürfte sein letztes sein als Coach von Sevilla.