Sancho glänzt als Vorbereiter: England zerlegt Andorra

Keine Probleme hatte England beim standesgemäßen 5:0 gegen Andorra. Neben Jadon Sancho konnten dabei auch zwei andere Spieler aus Manchester glänzen.

Flanke, Tor: Tammy Abraham bedankt sich bei Jadon Sancho (re.) für dessen Assist. 

Flanke, Tor: Tammy Abraham bedankt sich bei Jadon Sancho (re.) für dessen Assist. 

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Der Sieg war eingeplant, und der Sieg wurde eingefahren: Gegen Andorra gab sich England keine Blöße und fertigte den Außenseiter ab. Dabei begann es auch erwartungsgemäß im Estadi Nacional, in dem am Freitag noch ein Feuer ausgebrochen war. Die Three Lions drückten die Hausherren von Beginn an tief in deren Hälfte und kontrollierten das Spiel. Phasenweise wiesen die Gäste knapp 90 Prozent Ballbesitz auf.

Sancho und Foden servieren

Das erste Tor war also früh überfällig: Nach tollem Zuspiel von ManCitys Foden und feiner Annahme von Sancho legte der Ex-Borusse für Chilwell ab, der einschob (17.). Fast das selbe Spiel auch beim 2:0: Erneut chippte der auffällige und spielfreudige Foden die Kugel in die Tiefe, dieses Mal verwertete aber Saka (40.) und stellte den Pausenstand her. 

Auch die zweite Hälfte der Partie, die erstmals in der Geschichte der englischen Nationalmannschaft von einem weiblichen Schiedsrichterteam geleitet worden war, gehörte dem Vize-Europameister – und wieder war Sancho beteiligt. Eine Flanke des ManUnited-Neuzugangs lenkte Abraham ins Tor (59.).

Grealishs Premierentreffer

In der 73. kam für Sancho dann Grealish – und auch der Rekordtransfer von Manchester City drehte auf. Zunächst holte er einen Foulelfmeter heraus, den Ward-Prowse verschoss, den Abpraller aber versenkte (79.). Sieben Minuten später durfte Grealish dann selbst nach feinem Dribbling seinen ersten Treffer im Trikot der Three Lions feiern und traf zum 5:0-Endstand.

Spitzenreiter England bleibt damit in Gruppe I weiterhin auf Kurs. Für Andorra setzt es im sechsten Pflichtspiel gegen die Gäste die sechste Niederlage.

Warum Guardiola während des RB-Spiels mit Grealish und Mahrez schimpfte

Beim 6:3 gegen RB Leipzig offenbarte Manchester City Schwächen in der Defensive. Was Pep Guardiola schon während des Spiels an zwei Spielern festmachte.

Nicht zufrieden: Pep Guardiola mit Jack Grealish und Riyad Mahrez.

Nicht zufrieden: Pep Guardiola mit Jack Grealish und Riyad Mahrez.

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16 Tore hat ManCity in den vergangenen drei Heimspielen erzielt. Da ist es naheliegend, wenn Guardiola sagt, dass seine Mannschaft über keinen Spieler verfügt, der in dieser Saison 25 Treffer oder mehr schießen kann. Deshalb wollte er ja auch Harry Kane und, als das nicht ging, Cristiano Ronaldo verpflichten. Und auch das ging schief.

Das Mitleid mit dem englischen Meister darf sich trotzdem in Grenzen halten, immerhin gibt es ja jetzt 118-Millionen-Mann Jack Grealish, der beim 6:3 gegen Leipzig sein Champions-League-Debüt feierte und gleich traf. Kevin De Bruyne gibt es auch noch, Gabriel Jesus, Ferran Torres oder Ilkay Gündogan.

Gegen RB bewies City mal wieder, dass der schnellen Passmaschine nach vorne keine Grenzen gesetzt sind. Mal rückt Riyad Mahrez vom Flügel rein, mal zieht Bernardo Silva von der Acht in die Spitze. Und wenn es gerade nicht schön und schnell geht, hilft auch, wie beim 1:0, eine Standardsituation (Nathan Aké), oder, wie beim 5:3, ein Distanzschuss (Joao Cancelo).

Offensichtlich ist er jemand, auf den ich hören werde.

Grealish über Guardiola

Überschwänglich lobte Guardiola nach dem Neun-Tore-Spektakel den geschlagenen Gegner (“Die spielen alles oder nichts, die ganze Zeit”) und war deshalb “unglaublich zufrieden” mit seinen Spielern.

“Unglaublich zufrieden” sah Guardiola nur während des Spiels selten aus – zwei Spieler erfuhren das am eigenen Leib. Während der zweiten Hälfte schnappte sich der Katalane sowohl Rekordeinkauf Grealish und Mahrez und schimpfte gestenreich mit den zwei Flügelstürmern, weil sie, wie er später sagte, seine Halbzeitanweisungen missachtet hatten.

Grealish will Guardiolas Strategie lieber nicht verraten

Wie Grealish selbst erklärte, ging es dabei um die Defensivarbeit, ins Detail wollte der Nationalspieler aber nicht gehen, “weil er”, also Guardiola, “am Wochenende vielleicht die gleiche Taktik anwenden will”.

Auch Grealish weiß nach nur wenigen Wochen in Manchester, dass Guardiola, der mit seinem 87. Champions-League-Sieg Arsene Wenger von Platz drei verdrängte, gerne dazu neigt, der Öffentlichkeit nicht vorzuenthalten, wenn ihm etwas nicht passt. “Er will immer”, meinte Grealish. “Und offensichtlich ist er jemand, auf den ich nach allem, was er in diesem Spiel getan hat, hören werde. Also gibt er offensichtlich nur nützliche Informationen weiter.”