Nach Attacken gegen Siebert: FIFA sperrt Spieler-Quartett um Cavani

Wegen ihrer verbalen Attacken gegen Schiedsrichter Daniel Siebert nach dem WM-Aus in Katar hat die FIFA vier uruguayische Spieler mit Sperren belegt.

Hitzige Uruguayer: Edinson Cavani (re.) und einige Teamkollegen bedrängen Daniel Siebert.

Hitzige Uruguayer: Edinson Cavani (re.) und einige Teamkollegen bedrängen Daniel Siebert.

picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Ersatztorwart Fernando Muslera und José Maria Gimenez müssen vier Partien aussetzen, die beiden Altstars Edinson Cavani und Diego Godin wurden für das nächste Spiel gesperrt. Dazu wurde ein Zuschauer-Teilausschluss gegen den zweimaligen Weltmeister im nächsten Pflichtspiel vor heimischer Kulisse verhängt. So bleiben die Plätze hinter den Toren leer. Außerdem gab es Geldstrafen gegen die Spieler und den Verband.

Uruguays Spieler waren nach dem Spiel auf Siebert losgegangen, weil er ihnen in der Schlussphase des Spiels gegen Ghana (2:0) einen Elfmeter verwehrt hatte. Bei einem 3:0 wären die Südamerikaner und nicht Südkorea ins WM-Achtelfinale eingezogen.

Siebert: “So eine Szene wie mit Cavani hatten wir in der Bundesliga noch nicht”

In der neuen Folge “kicker meets DAZN” geht Daniel Siebert noch einmal auf seine WM-Erfahrungen ein. Eine von ihm geleitete Szene aus dem Uruguay-Spiel taugte sogar für den DFB als Lehrbeispiel.

Dem Tunnel so nah: Daniel Siebert konnte vor Edinson Cavani dennoch nicht flüchten.

Dem Tunnel so nah: Daniel Siebert konnte vor Edinson Cavani dennoch nicht flüchten.

Getty Images

Wie verläuft der Schiedsrichter-Auswahlprozess für eine WM? Wie bereitet man sich vor? Gibt es Unterschiede im internationalen Vergleich bei den Referees? Daniel Siebert weiß über diese Themen einiges zu erzählen, er durfte zwei Spiele in Katar leiten.

Wichtig sei die einheitliche Regelauslegung gewesen, sonst gebe es schnell den Vorwurf, es sei “willkürlich”, sagt der 38-Jährige. “Du hast sehr viele Spiele in einem kurzen Zeitraum, da kann man natürlich wunderbar vergleichen”, sagt Siebert. Bei Notbremsen, Roten Karten für grobes Foulspiel oder bei der Eingriffsschwelle des Videoschiedsrichters “werden sehr strenge Kriterien an den Tag gelegt”.

Uruguay? Siebert würde alles wieder genauso machen

Siebert zeigte bei der WM ansprechende Leistungen. Das Duell des 2. Spieltags zwischen Tunesien und Australien (0:1) “lief wirklich gut” (kicker-Note 2), der Referee agierte in einer zeitweise hitzigen Partie souverän.

Richtig hoch her ging es dann beim Duell am 3. Spieltag zwischen Ghana und Uruguay (0:2), ein Duell mit Vorgeschichte. Auch die Gruppenkonstellation ließ im Vorfeld vermuten, dass Siebert eine schwierige Aufgabe bevorstehen würde. Neben den beiden Teams hatte im Parallelspiel auch Südkorea noch die Chance aufs Weiterkommen.   

Dass die Asiaten (2:1 gegen Portugal) letztlich ins Achtelfinale einzogen, war nach Meinung der Uruguayer Siebert anzukreiden. Ein Tor hatte den Südamerikanern gefehlt, zweimal forderten sie Elfmeter – beide Male zeigte der Referee (kicker-Note 3,5) nicht auf den Punkt. 

“Wenn man sich an den FIFA-Richtlinien orientiert, dann sind das keine Elfmeter. Ich würde es im Nachhinein wieder so machen”, ist sich der Schiedsrichter nach wie vor keiner Schuld bewusst.

Auch die FIFA gab Siebert in der Analyse recht, beim DFB wurde die Szene sogar zu einer Art Lehrbeispiel. Wohl auch, weil sie laut Siebert in dieser Form ein Novum hierzulande wäre. “So eine Szene wie mit Cavani hatten wir in der Bundesliga noch nicht, weil das kein typisches deutsches Stürmerverhalten ist”, sagt er.

“Bewusst in die Laufbahn des Gegners gehen und den Ball außen vor lassen, da fällt mir persönlich keine Szene ein.” Man habe sich auch beim DFB-Schiedsrichterlehrgang dafür ausgesprochen, bei so einer Szene in der Bundesliga keinen Elfmeter zu geben. “Wir wollen den Stürmer dafür nicht belohnen.”

Ich habe versucht, relativ nah am Tunnel abzupfeifen, weil ich eine gewisse Konfrontation schon erwartet habe.

Daniel Siebert

Die emotionalen Uruguayer waren hingegen außer sich, es kam zu Tumulten. Auch das Schiedsrichterteam wurde von Cavani & Co. bedrängt, dabei hatte Siebert sogar vorgesorgt: “Ich habe schon befürchtet, das so etwas passiert. Ich habe versucht, relativ nah am Tunnel abzupfeifen, weil ich eine gewisse Konfrontation schon erwartet habe.” Selbst die fünf Meter hätten aber nicht gereicht, als dass die Spieler ihm nicht den Weg hätten abschneiden können.

Was Siebert über die langen Nachspielzeiten bei der WM sagt, was ihm nach dem Uruguay-Spiel durch den Kopf ging und was ihm die WM-Erfahrung gebracht hat, verrät Siebert in der neuen Folge “kicker meets DAZN”.

kicker meets DAZN jetzt hier hören:

KMD #156 - Daniel Siebert

16. Januar 202301:49:52 Stunden

KMD #156 – Daniel Siebert

Der KMD-Winterschlaf ist hiermit offiziell beendet! Zum Start ins Podcast-Jahr 2023 begrüßen Alex und Benni unseren deutschen WM-Schiri Daniel Siebert und sprechen mit ihm über das Turnier in Katar, andere Schiedsrichter-Kulturen und wildgewordene Uruguayer. Außerdem hatten euch die beiden via Social Media dazu aufgerufen, eure Bundesliga-Thesen rauszuhauen und nehmen diese zur Grundlage, um über den Schalker Kader, die Aussichten der Hertha, Kölns Hoffnungsträger Davie Selke, das Meisterrennen und den kommenden Torschützenkönig zu diskutieren…

Unser Partner der heutigen Folge ist Fitness First. Heute noch starten und 8 Wochen gratis trainieren! Alle weiteren Infos findet ihr unter fitnessfirst.de.

KMD – WM-Spezial #7

19.12.2022

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15.12.2022

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11.12.2022

KMD – WM-Spezial #4

07.12.2022

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Der Podcast ist über die Website und die Apps des kicker, die Portale der DAZN Group sowie alle gängigen Podcast-Plattformen abrufbar, wie zum Beispiel:

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Jetzt hören! Die neue KMD-Folge mit Daniel Siebert

Als einer von nur zehn europäischen Schiedsrichtern war Daniel Siebert (38) bei der WM mit dabei. Bei “kicker meets DAZN” spricht er über seine Erfahrungen – auch mit Edinson Cavani.

Zweimal war Siebert bei der WM im Einsatz, beide Partien wusste er zu meistern. Die Begegnung zwischen Uruguay gegen Ghana hat aber deutlich mehr Spuren hinterlassen, das deutsche Gespann wurde von den Südamerikanern sogar körperlich angegangen.

Im Interview der neuen Folge “kicker meets DAZN” spricht Siebert über seine Erfahrungen und erklärt, warum er auch im Nachhinein nichts anders machen würde als damals. Zudem redet er über das Auswahlverfahren für WM-Schiedsrichter und über die Besonderheiten bei einem derartigen Turnier.

Außerdem wird über diverse Bundesliga-Thesen von Fans gesprochen. Im Blickpunkt: Schalkes Kader, die Aussichten der Hertha, Kölns Hoffnungsträger Davie Selke, das Meisterrennen und der kommende Torschützenkönig.

KMD #156 - Daniel Siebert

16. Januar 202301:49:52 Stunden

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