Furiose Franzosen zerlegen Iran und stürmen ins Viertelfinale

Iran war keine leichte Kost für Frankreich im zweiten Spiel der Hauptrunde – zumindest über weite Strecken. Dennoch überwanden die Franzosen diese Hürde und feierten letztlich gar einen 41:29-Kantersieg.

Lief gegen Iran heiß: Nicolas Tournat (Mi.).

Lief gegen Iran heiß: Nicolas Tournat (Mi.).

IMAGO/PanoramiC

Das Team aus dem Iran bot den Franzosen zu Beginn der zweiten Spieltags der Hauptrunde der Handball-WM 2023 ein Tempospiel an, bei dem nach acht Minuten beim Stand von 6:6 bereits zwölf Treffer gefallen waren. Beide Teams eroberten dabei in der Deckung immer wieder den Ball, sodass viele Gegenstoßtore zu zählen waren.

Die Equipe Tricolore war dabei meist eine Nasenlänge voraus, ohne aber den Laden in den Griff zu bekommen. Zu physisch fordernd war die Deckung der Iraner, die einen richtig guten Start aufs Parkett legten.

Schiedsrichter verletzt sich

Die Sieben von Guillaume Gille setzte sich nach zehn Minuten durch schnelle Treffer von Porte und Remili beim Stand von 7:10 erstmals ab. Dann musste einer der beiden bosnischen Unparteiischen nach einer Wadenverletzung aufgebein und die kroatischen Schiedsrichter Gubica und Milosevic übernahmen. Gille wechselte anschließend ebenfalls einmal komplett durch und Frankreich schien mit jedem Wechsel stärker zu werden. Nach Nahis 9:13 (19.) buzzerte Iran zur ersten Auszeit.

“Wir haben eine Menge gute Situationen”, gab Frankreichs Nationaltrainer in der Unterbrechung ein positives Feedback, doch im weiteren Verlauf konnte er sich über den oft unkonzentrierten Auftritt seiner Schützlinge keinesfalls freuen.

Irans Keeper Savoshi ließ sich alsbald seine fünfte Parade notieren, und seine Mitspieler forderten die Franzosen hartnäckig in Sieben-gegen-Sechs-Angriffen. In Unterzahl, Kouzhad saß zum zweiten Mal draußen, besorgte Kabirianjoo den 14:18-Halbzeitstand.

Frankreich setzt sich ab

Zu Beginn der zweiten Spielhälfte konnten sich die Franzosen etwas weiter absetzen. Iran setzte unter anderem den Hattrick von WM-Debütant Reza Yadegari entgegen und musste daher beim Stand von 19:25 (41.) noch nicht abreißen lassen. Anschließend ging es dann Schlag auf Schlag: Fabregas, Briet und Lenne mit zwei Treffern besorgten die 19:29-Vorlage (44.). Luka Karabatic erhöhte den Vorsprung nach 48 Minuten im Gegenstoß beim 21:32 erstmals auf über zehn Tore.

So geriet die zweite Halbzeit dann doch, entgegen der Vorstellungen der Iraner, zum Schaulaufen der Franzosen. Iran fehlte im Angriff und in der Abwehr die Bewegung, um die gegnerischen Spieler zu stoppen. Nicolas Tournat konnte im Angriff immer wieder Lücken reißen und die Deckung arbeitete auch in der ungewohnten Mittelblock-Kombination Briet-Tournat gut zusammen. Bei teils überfallartigen Angriffen trafen bis zum 29:41-Endstand alle Franzosen, die Equipe steht im Viertelfinale.

Iran – Frankreich 29:41 (14:18)

Iran: Rahimi, Sarpoushi, Siavoshi – Kabirianjoo 4, Oraei 4, Yadegari 4, Behnamnia 3, Kazemi 3, Sadeghi 3, Heidari 2/2, Kiani 2, Norouzi Nezhad 2, Sadeghzadeh 2, Kouhzad, Masoudi, Samsami
Frankreich: Bolzinger, Desbonnet, Gerard – Briet 6, Tournat 6, Prandi 5, Richardson 5/3, Grebille 4, Y. Lenne 4, Remili 3, Fabregas 2, Porte 2, L. Karabatic 1, Lagarde 1, Mahé 1/1, Nahi 1
Schiedsrichter: Amar Konjicanin (Bosnien und Herzegowina)/Dino Konjicanin (Bosnien und Herzegowina)
Zuschauer: 4150
Strafminuten: 14 / 2
Disqualifikation: – / –