Europameister Chiellini vergleicht Juventus mit einem Boot auf hoher See

Kein aktueller Spieler von Juventus hat so viel erlebt und so viele Schlachten geschlagen wie Giorgio Chiellini. Dementsprechend bedeutsam sind die Worte des italienischen Europameisters in dieser aktuell schwierigen Phase.

"Hisst die Segel!" Juve-Anführer Giorgio Chiellini verlangt volle Konzentration von seinen Mitspielern.

“Hisst die Segel!” Juve-Anführer Giorgio Chiellini verlangt volle Konzentration von seinen Mitspielern.

imago images/Nicolo Campo

Ein großes Laster haben die Turiner unter der Woche ad acta gelegt: Bei der 3:2-Achterbahnfahrt in La Spezia gelang der erste Saisonsieg – am 5. Spieltag dieser Saison. So etwas war dem italienischen Rekordmeister in seiner glorreichen Geschichte erst einmal widerfahren – 1961.

Zurücklehnen oder ausruhen kommt für die Alte Dame deswegen aber noch lange nicht infrage, zumal die Konkurrenz um Meister Inter (13 Punkte) oder Tabellenführer Napoli (fünf Spiele, fünf Siege) bereits ein gutes Stück enteilt ist.

Deswegen legte nun Führungsspieler Giorgio Chiellini den Finger in die Wunde – und mahnte vor den nächsten Spielen gegen Sampdoria Genua (Sonnag, 12.30 Uhr, LIVE! bei kicker), in der Champions League gegen Chelsea (Mittwoch, 21 Uhr), dem Stadtderby bei Torino (2. Oktober) sowie dem Topspiel gegen die mit Neu-Coach José Mourinho sehr gut gestartete Roma (17. Oktober) eindringlich.

“Keine Geduld mehr”

Im Gespräch mit “Sky Sport Italia” bemühte der 412-malige Serie-A- und 113-malige Nationalspieler dabei den Vergleich mit einem Boot – und führte aus: “Wir müssen unbedingt zusehen, das Schiff auf stürmischer See gerade zu halten.” Umkippen lassen komme nicht infrage.

Am Ende müsse man dann sehen, ob das Juve-Boot “mit Dellen oder unter vollen Segeln” aus dem Sturm herauskommt. Doch so oder so wolle Chiellini erfolgreich im Hafen einlaufen – und das heißt: Am Ende der Saison soll zumindest die Champions League erreicht werden, besser noch natürlich in Sachen Scudetto noch ein kräftiges Wort mitgesprochen werden.

Mit Druck müsse er und sein stets im Blickpunkt stehendes Team dabei klarkommen, das sei bei einem Verein wie Juventus eben Alltag. Und das, also massive Kritik aus dem direkten Umfeld zum Beispiel, sei eben die Crux an der ganzen Sache, denn: “Wie bei allem im Leben braucht man auch Zeit, um die richtige Balance zu finden. Und gerade nach einem großen Schock braucht man auch Zeit, um sich wieder zu sammeln. Doch in der heutigen Welt existiert keine Geduld mehr.”

Historische Schmach und Sandwich-Spiel: Quo vadis, Juventus?

Das Tabellenbild in Italien liefert ganz oben einen Blick auf vertraute Klubs, doch ein großer Verein fehlt: Juventus. Die Alte Dame stottert noch gewaltig, Ergebnisse und Perspektiven fehlen. Was es nun brauch? Darauf sind Europameister Leonardo Bonucci und der zurückgekehrte Trainer Massimliano “Max” Allegri eingegangen.

Benutzt den erhobenen Zeigefinger: Leonardo Bonucci.

Benutzt den erhobenen Zeigefinger: Leonardo Bonucci.

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“Juventus ohne Kopf!” Diese Worte wählte der frühere Serie-A-Profi und Nationalspieler Antonio Cassano jüngst in der “Gazzetta dello Sport”- und traf damit den Nagel auf den Kopf. Denn in der Tat wirkt es so, als würden die Turiner Profis aktuell, wenn es drauf ankommt, ans Falsche denken und auch das Falsche machen.

Anders ist es einfach nicht zu erklären, wie es ein über Jahre so stabiler Klub (neun Meisterschaften in Folge zwischen 2012 und 2020) etwa schafft, am 1. Serie-A-Spieltag souverän 2:0 bei Udinese Calcio zu führen – nur um am Ende noch ein 2:2 hinnehmen zu müssen. Oder dermaßen überraschend 0:1 vor heimischer Kulisse gegen Außenseiter Empoli zu verlieren. Oder kurz vor Schluss gegen den südlichen Erzrivalen Napoli mit 1:2 baden geht.

Doch nicht nur das: Juventus, mit 36 Scudetti Rekordmeister Italiens, lässt mit alledem auch noch in der Klub-DNS verankerte Grundtugenden beziehungsweise Grundqualitäten mehr als nur vermissen – er führt sie momentan eher ad absurdum. Beispiele gefällig? In 52 Serie-A-Jahren hat es solch’ einen Fehlstart mit nur einem Punkt aus drei Spielen nur einmal gegeben (2015/16) – und obendrein passt es nicht ins Selbstverständnis, nun schon seit dem 3:0 gegen Spezia Calcio am 2. März 2021 in jedem folgenden Spiel mindestens ein Gegentor kassiert zu haben. Anders formuliert: Seit 22 Partien warten die Bianconeri auf die stehende 0 – was übrigens auch mit Stammtorwart Wojciech Szczesny zu tun hat, der immer wieder mit Patzern Gegentore verschuldet.

“Müssen verstehen”: Bonucci weckt die Mitspieler auf

Doch nicht nur das: Abwehrmänner wie die beiden Europameister Leonardo Bonucci und Giorgio Chiellini erlauben sich immer wieder Unaufmerksamkeiten zusammen mit anderen Akteuren wie Matthijs de Ligt, Weston McKennie oder Adrien Rabiot.

Deswegen weiß sich Abwehrchef Bonucci in der momentanen Lage auch nicht anders zu helfen, als sich seine Kollegen und Vordermänner auch mal öffentlich vorzunehmen und einen Rüffel zu verteilen – so geschehen an diesem Montag, einen Tag vor dem Champions-League-Auftakt beim schwedischen Vertreter Malmö FF (Dienstag, 21 Uhr, LIVE! bei kicker) und wenige Tage vor dem nächsten Serie-A-Kracher gegen das perfekt gestartete Milan um Rückkehrer Zlatan Ibrahimovic (Sonntag, 20.45 Uhr, LIVE! bei kicker).

“Die jungen Spieler, die seit ein oder zwei Jahren hier sind, müssen verstehen, dass das Juve-Trikot nicht wie jedes andere ist”, so Bonucci. “Du darfst nie nachgeben, nie nachlassen – und du darfst nie etwas als selbstverständlich ansehen.” Der Fehlstart habe auch nichts mit zuletzt nach der Länderspielpause fehlenden Südamerika-Profis wie Paulo Dybala oder Juan Cuadrado oder gar mit dem in diesem Sommer zurückgekehrten Coach Allegri zu tun, sondern sei reine Kopfsache. “Es ist klar, dass es ein Problem der mentalen Kontinuität der Mannschaft und einzelner Spieler gibt. Deshalb müssen wir auf dem Platz, aber auch an unseren Köpfen arbeiten”, so “Lehrer” Bonucci, der dabei aber nicht den Teufel an die Wand malen will. Schließlich habe dieser Klub und dieses Team die Qualitäten, eine große Saison zu spielen – aber: “Wenn wir nicht alles geben, riskieren wir, noch mehr Situationen wie die an den ersten drei Spieltagen zu erleben.”

Viel junges Blut – und Dybala als Zugpferd


Massimiliano "Max" Allegri

Muss in dieser Juve-Phase viel moderieren: Trainer Massimiliano “Max” Allegri.
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Trainer Allegri hat hier aber die größten Hindernisse zu überwinden, besonders nachdem sich Aushängeschild Cristiano Ronaldo gen Manchester United verabschiedet hat. Der 54-Jährige, der natürlich für Erfolg steht (Meister mit Milan, fünfmaliger Meister und viermalige Double-Champion sowie zwei Champions-League-Finalteilnahmen mit Turin), kann eben aktuell nicht vollends an Erfolg denken. Er muss einen Umbruch meistern.

Chiellini, Bonucci und Szczesny sind zuletzt die einzigen Ü-30-Profis gewesen, viele junge Akteure wie Neuzugang und Europameister Manuel Locatelli müssen erst vollends integriert werden – dies gilt auch für den zurückgekehrten Stürmer Moise Kean mit seinen 21 Jahren. Und Dybala, der wieder das Zugpferd in der Offensive sein soll, braucht nach einer schwierigen Zeit (zwei Corona-Infektionen, Verletzungen) auch bestimmt noch etwas mehr Zeit, um diese Last, ohne CR7 wieder das Juve-Aushängeschild zu sein, zu tragen.

Ich hatte aber definitiv schon schlimmere Momente.

Massimiliano “Max” Allegri

Allegri hält in dieser schweren Zeit in jedem Fall und auch verständlicherweise seine schützende Hand über seine Mannschaft. Er sagt, dass er seinen Spielern wegen des 1:2 in Neapel “keinen Vorwurf” machen könne. “Das Team hat gemacht, was es sollte.” Die Aussetzer etwa von Szczesny (“Er ist ein Top-Level-Torwart und spielt ganz sicher in Malmö”) kümmern ihn dabei wenig. “Uns haben zu viele Fehler von vielen Seiten erwischt. Es läuft einfach noch nicht gut für uns. Aber wir haben eine sehr junge Mannschaft”, wirbt Allegri um Geduld, ohne analytisch allzu sehr in die Tiefe zu gehen.

Dass er sich nun die Champions League als Mutmacher wünscht – und das mitten zwischen Napoli (1:2) und Milan (Sonntagabend) gepackte Gastspiel in Schweden unbedingt mit einem Sieg abschließen möchte, wird aber deutlich: “Wir können nur weiterarbeiten. Du kannst im Fußball nicht vorhersagen, was passieren wird. Ich hatte aber definitiv schon schlimmere Momente. Jetzt geht es erst einmal nur um das Spiel am Dienstag in Malmö. Und wir sind alle dafür verantwortlich, alles wieder besser zu machen und auch auf die kleinen Dinge zu achten. Das macht am Ende den Unterschied.”

Opinion: Life after Ronaldo sees Juventus confront bigger problems

The theory, as many hypothesised, was that Cristiano Ronaldo held back Juventus in his three years at the club. While the Old Lady had been on the brink of Champions League glory before the Portuguese’s €100m arrival in the summer of 2018, they regressed with Ronaldo up front, failing to make it past the competition’s quarter-finals.

While Ronaldo was undeniably a success as a goalscorer for Juventus, scoring 101 goals in 134 appearances, ‘Project Ronaldo’ wasn’t a success for the Turin outfit. It’s for this reason that Juve, who didn’t even win the Serie A title in Ronaldo’s final season in Italy, were quietly thankful to see the 36-year-old leave.

However, Juve’s dreadful start to the 2021/22 campaign suggests they needed Ronaldo more than they realised. Defeat to Napoli on Saturday left Max Allegri’s side with just one point from their opening three fixtures, a return that already has Juventus looking upwards at their rivals in the table.

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A DAY AGO

Now, the theory around Ronaldo’s time at Juventus could be interpreted rather differently. Did the goals he scored mask deep-rooted issues at the Allianz Stadium? And now that Ronaldo is gone, are those issues so fundamental that Juve will fall even further this season?

Allegri has a lot to untangle. His frontline is missing a central piece with neither Paolo Dybala or Alvaro Morata doing enough in the first few matches of the season to suggest they can truly replace Ronaldo as Juventus’ first-choice centre forward. Meanwhile, Moise Kean has played just eight minutes after returning to the club on Deadline Day. There has been a significant drop-off in attacking threat.

Dejan Kulusevski possesses great potential, but has struggled to find a final product, as has Fernando Bernardeschi. Manuel Locatelli could prove to be an influential figure following his summer switch from Sassuolo, but the Italian international has only made one appearance for his new team, dropped straight into a difficult away game against Napoli without much integration.

In time, Allegri might well find a winning formula, but time isn’t something Juventus managers are usually afforded. With the Bianconeri set to start their Champions League campaign this week and AC Milan set to visit the Allianz Stadium this weekend, the margin for error is already minimal.

“Hopefully we can start the Champions League in a better way than the Serie A season,” Allegri admitted after the 2-1 defeat to Napoli which saw Juventus let an early lead slip. “At this moment, we pay a heavy price for every single error, but these moments can happen in football.”

Individual errors have certainly played a part in Juventus’ poor start to the season, but Allegri is surely aware of the regression that has occurred across the board since his first spell at the club. The errors witnessed are a manifestation of structural and personnel problems that can be traced back to last season and even before that.

“It’s a long season, we need to chase the other teams down and there is plenty of time to recover,” Allegri insists. “I’ve had worse moments than this. What matters now is Tuesday, putting in a good performance against Malmo, then we’ve got Milan on Sunday. It’s disappointing, as we had started strong tonight, but of the five goals we’ve conceded this season, quite a few of them were our own fault.”

Ronaldo’s landmark arrival at Juventus in 2018 was billed as the moment that announced the Old Lady as one of European football’s predominant forces. In hindsight, it only masked some insecurities and vulnerabilities that have been allowed to fester for too long. Ronaldo’s exit might help Juve address them, but that process has only just started.

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Wegen der WM-Quali: Juve fehlen im Topspiel zahlreiche Stammkräfte

Aus dem schlechten Saisonstart könnte für Juventus ein miserabler werden. Denn im Topspiel gegen Neapel muss die Alte Dame auf mehrere Leistungsträger verzichten.

Auf Federico Chiesa (li.) verzichtet Massimiliano Allegri am Samstag mehr oder weniger freiwillig.

Auf Federico Chiesa (li.) verzichtet Massimiliano Allegri am Samstag mehr oder weniger freiwillig.

imago images/Gribaudi/ImagePhoto

Massimiliano Allegri, das sagt er zumindest, freut sich. “Auf ein schönes Spiel gegen einen starken Gegner, sie haben bisher beide Spiele gewonnen.” Sie, das sind die Neapolitaner. Juve gewann – einmal noch mit, einmal schon ohne Cristiano Ronaldo – bisher noch keines.

Der entthronte Serienmeister steht gegen die SSC am Samstag (18 Uhr, LIVE! bei kicker) im Stadio Diego Armando Maradona bereits ein wenig unter Druck – und es wird vor dem 3. Spieltag nicht besser für “Mister” Allegri.

In der Nacht auf Freitag wurde noch gespielt

Weil die WM-Qualifikation in Südamerika noch in der Nacht auf Freitag (europäische Zeit) im Gange war, fehlen den Bianconeri in Neapel gleich mehrere Stammkräfte: Paulo Dybala, Danilo, Alex Sandro, Rodrigo Bentancur und Juan Cuadrado werden das Topspiel verpassen.

Anders als in England müssen diese Spieler nun nicht zehn Tage in Quarantäne. “Ich habe mich entschieden, sie außen vor zu lassen, weil sie zu spät zurückkehren werden”, erklärte Allegri aber, der außerdem auf Federico Chiesa verzichten muss. Der italienische Angreifer laboriert an “muskulären Problemen”, sein Trainer “bevorzugt es, ihn vorsichtshalber zu schonen”.

Bei Chiesa könnte Allegri aber auch schon weiter denken, denn auch Juventus steigt bereits am Dienstag (21 Uhr, LIVE! bei kicker) bei Malmö FF in die neue Champions-League-Saison ein.

Verstöße gegen Corona-Regeln: Berhalter schickt McKennie nach Turin

Weston McKennie (23) hat offenbar gegen zwei Regeln des Corona-Protokolls der US-Nationalmannschaft verstoßen und wurde vorzeitig nach Hause geschickt.

Kehrt vorzeitig nach Turin zurück: Weston McKennie.

Kehrt vorzeitig nach Turin zurück: Weston McKennie.

imago images/Sportimage

Am Sonntag (Ortszeit) war er bereits für das WM-Qualifikationsspiel gegen Kanada (1:1) suspendiert worden, nun hat US-Coach Gregg Berhalter Weston McKennie endgültig zurück nach Turin geschickt.

Der Ex-Schalker hatte bei Instagram selbst zugegeben, gegen die teaminternen Corona-Regeln verstoßen zu haben. Wie “ESPN” berichtet, soll er unerlaubterweise das Teamquartier in Nashville (Tennessee) verlassen und anschließend auch noch eine “nicht berechtigte” Person mit ins Hotel gebracht haben.

Es ist nicht das erste Mal, dass McKennie wegen der Missachtung der Corona-Regeln negativ auffällt. In Turin hatte er sich mit einigen Mitspielern bereits einen Fauxpas geleistet und war anschließend für ein Spiel von Ex-Trainer Andrea Pirlo aus dem Kader gestrichen worden.

“Rekord-Verschwendung”: Ist Italien schon wieder satt?

Groß ist die Euphorie im Sommer gewesen, als sich Italien zum neuen Europameister gekürt und über den Turnierverlauf hinweg in die Herzen vieler Fans gespielt hat. Aktuell werden die Azzurri in der Heimat aber schon wieder angezählt, die direkte WM-Teilnahme ist in Gefahr. Da hilft auch ein Weltrekord wenig.

Chancen vergeben, Sieg verschenkt: Lorenzo Insigne und Italien drohen erneut die dramatischen WM-Play-offs.

Chancen vergeben, Sieg verschenkt: Lorenzo Insigne und Italien drohen erneut die dramatischen WM-Play-offs.

imago images/AFLOSPORT

Ein 1:1 gegen den krassen Außenseiter Bulgarien und ein 0:0 gegen den ärgsten Verfolger in der WM-Qualifikationsgruppe C, die Schweiz. Zu mehr hat es der amtierende Europameister in der ersten Länderspielphase seit dem großen Triumph von Wembley (3:2 i.E. gegen England) nicht gebracht.

Das Blöde dabei: Das Team von Erfolgstrainer Roberto Mancini hat damit ein paar Trümpfe in Sachen Gruppensieg verloren, denn fortan haben eben die Eidgenossen (sieben Punkte aus drei Spielen) die bessere Hand. Die Italiener (elf Zähler aus fünf Spielen) könnten unter Umständen also am Ende auf Rang zwei einlaufen – was wie schon im Vorfeld der WM 2018 dramatische Play-offs (damals das Aus gegen Schweden unter anderem noch mit einem im Anschluss bitterlich weinenden Gianluigi Buffon) nach sich ziehen könnte.

Und diese Schmach hat niemand vergessen im Lager der Squadra Azzurra, da hilft auch der EM-Sieg nichts. “Der Sieg in Wembley darf uns nicht vergessen lassen, dass wir Ende 2017 dieses Ziel verfehlt haben, was die dunkelste Phase in unserer jüngeren Geschichte ausgelöst hat”, hat Italiens Verbandspräsident Gabriele Gravina gegenüber der französischen Nachrichtenagentur “AFP” erst kürzlich erinnert.

“Wir schießen keine Tore mehr”

Das nächste Blöde dabei: Gerade am Sonntag gegen die Schweiz, als die Azzurri gegen einen deutlich besseren Gegner als die tiefstehenden Bulgaren auch selbst mehr Druck sowie Offensivfreude an den Tag gelegt haben, ist ein Sieg teils fahrlässig verpasst worden. Klar, Nati-Keeper Yann Sommer hat mal wieder bärenstark pariert, doch besonders bei der Großchance von Domenico Berardi und vor allem beim kläglich vergebenen Elfmeter von Europas Fußballer des Jahres Jorginho wäre der Treffer ein Muss gewesen.

Der Trost, mit dem 0:0 gegen die Schweiz einen neuen Weltrekord aufgestellt zu haben (36 Länderspiele in Folge ohne Niederlage, Spaniens und Brasiliens Serie mit jeweils 35 Partien übertrumpft), hilft da nur bedingt. Zumal im eigenen Land schon wieder Misstöne erklingen.

Die “Gazzetta dello Sport” schreibt angesichts des Chancenwuchers von einer “Rekord-Verschwendung”. “Wir schießen keine Tore mehr”, meint derweil die Zeitung “Corriere della Sera” festgestellt zu haben.

“Es wurde eine weiteres Kapitel Geschichte geschrieben”


Roberto Mancini

Verlangt im dritten WM-Qualifikationsspiel den dringend erforderlichen Sieg: Roberto Mancini.
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Der frühere Serie-A-Kicker und spätere Trainer Fabio Capello kommentiert in der “Gazzetta dello Sport” obendrein, dass es nichts bringe, die Tatsache zu verbergen, dass die Nationalmannschaft nicht mehr in der Verfassung ihres Saison-Höhepunkts vom Sommer ist. Den Sieg gegen die Schweiz hätten sie in seinen Augen dennoch verdient – zumal die bestehenden Probleme zu lösen seien.

Der Weltrekord lasse einen hoffnungsvoll in die Zukunft blicken und den unvergesslichen italienischen Sommer verlängern, meint deswegen der “Corriere dello Sport”. Verteidiger Leonardo Bonucci von Juventus bläst ins selbe Horn, will jetzt noch nichts überdramatisieren: “36! Es wurde eine weiteres Kapitel Geschichte geschrieben.” Und sein Trainer Mancini gelobt auf Twitter: “Wir werden arbeiten, um uns zu verbessern. Natürlich haben wir heute eine große Chance verpasst, doch die Jungs sind auch müde.” Deswegen müsse in den nächsten Tagen geschaut werden, wer für einen weiteren Einsatz absolut in Frage kommt und wer eine Pause braucht. Satt oder gar abgehoben nach dem EM-Sieg seien seine jungen Schützlinge oder auch Routiniers wie Giorgio Chiellini aber nicht.

Denn das Blöde ist: Viel Zeit für Arbeit und Vorbereitung bleibt nicht, schon am Mittwoch (20.45 Uhr, LIVE! bei kicker) empfängt Italien in der WM-Qualifikation zu Hause mit Litauen den nächsten Außenseiter (null Punkte aus vier Spielen), der wohl wie Bulgarien tief stehen und auf die eine Chance lauern wird. Und ein drittes Unentschieden in Serie wäre wirklich fatal, die Play-offs würden dann langsam grüßen.

Ist der CR7-Abschied für Juventus auch eine Art Befreiung?

Juventus hat nach drei Jahren das absolute Aushängeschild und einen der größten Torgaranten der Geschichte verloren. Doch Zeit für Trauer bleibt nicht – zumal der Abgang Cristiano Ronaldos auch eine große Chance sein kann.

Hat den Juventus-Fans viele Tore sowie ein paar Titel beschert - und macht nun Platz: Cristiano Ronaldo.

Hat den Juventus-Fans viele Tore sowie ein paar Titel beschert – und macht nun Platz: Cristiano Ronaldo.

imago images/Marco Canoniero

Auf den ersten Blick tut der Verlust von Cristiano Ronaldo, der vorbehaltich der Aushandlung der persönlichen Vertragsbedingungen, des Visums und des obligatorischen Medizinchecks zu seiner alten Liebe Manchester United zurückkehren wird, natürlich sehr weh. Denn mit dem Abgang des 36-Jährigen geht der Alten Dame die wohl größtmögliche Torgarantie im europäischen Fußball verloren. 101 Treffer in nur 134 Pflichtspielen hat der Portugiese in seinen drei Jahren in der Serie A erzielt – was zugleich zu zwei Meisterschaften sowie einem Pokaltriumph gereicht hat.

Diesbezüglich hat Cristiano Ronaldo selbst nochmals Abschiedsworte gen Juve-Fans und Klub gerichtet. Via Instagram hat der Europameister von 2016 geschrieben: “Heute habe ich mich von einem großartigen Klub verabschiedet, dem größten Verein in Italien und einem der größten in Europa. Und auch wenn wir nicht alle Ziele erreicht haben, so haben wir doch Großartiges geleistet und zusammen eine ziemlich schöne Geschichte geschrieben.”

Mehr Freiheiten für “La Joya”?

Und jede Geschichte findet an irgendeinem Punkt mal ihr Ende – so wie nun im Falle von CR7, der den Klub laut Trainer Massimiliano Allegri bereits am Mittwoch von seiner ManUnited-Rückkehr informiert hat: “Cristiano hat mir gestern erzählt, dass er nicht mehr plant, in Turin zu bleiben.” Und das sei ok so, berichtet der Coach weiter. Nun müsse der erst in diesem Sommer zurückgekehrte Fußballlehrer eben ohne den fünfmaligen Weltfußballer im Kader auskommen. Der Portugiese müsse ab sofort vergessen sein, so Allegri. “Das ist das Wichtigste. Denn uns erwartet direkt ein lebendiges und schnell wie gut spielendes Team (aus Empoli; Anm. d. Red.).”

Und auf einen lebendigen Turiner Angriff könnten nun auch die Fans der Bianconeri hoffen. Denn der Abschied eines großen Spielers bedeutet öfter auch mal neue Freiräume für die Spieler dahinter – in diesem Fall Paulo Dybala (27), Alvaro Morata (28), Federico Chiesa (23) und auch Dejan Kulusevski (21). Und gerade der in den letzten Monaten auch wegen Corona nie zu seiner Form findende Dybala hat beim Gastspiel in Udine vergangene Woche mit einer überragenden ersten Hälfte gezeigt, dass er in Abwesenheit von Cristiano Ronaldo die Verantwortung tragen kann.

Gut möglich ist es obendrein, dass die Juventus-Bosse bis zum Ende des Transferfensters nochmals die personellen Optionen ausloten werden. Schließlich spart sich der Vereine fortan das fürstliche Jahresgehalt der jetzigen ManUnited-Tormaschine.

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Allegri: “Le dije yo a Cristiano de empezar en el banquillo”

Massimiliano Allegri, técnico de la Juventus, analizó en ‘DAZN’ el empate de la Vecchia Signora con el Udinese. El técnico, a pesar de los rumores (según ‘Sky’, no jugar fue petición del portugués), aclaró así la decisión de salir de inicio sin Cristiano: “Hablé con él, está bien, pero viendo las condiciones de todos le dije de empezar en el banquillo para jugar la segunda parte. Se puso a disposición, también metió un gol que le anularon… Hay que mejorar la condición, entender los momentos. Hay muchos partidos y habrá que gestionar a todos”.

Cantada de Szczesny: “En aquel momento, tirar el balón a la grada no es una vergüenza ni nada, sobre todo tras haber recibido un penalti en contra. Este partido debe ser una lección también para él”.

Ventaja desperdiciada: “El fútbol es así, no supimos gestionar los imprevistos. Debemos aprender la lección. En la segunda mitad, quizás, perdimos demasiados balones, igual estábamos cansados por el calor, pero no se pueden encajar goles así”.

LIVE! Dybala spielt, CR7 auf der Bank: Das neue, alte Allegri-Juve startet in Udine in die Saison

Saisonauftakt für Juventus Turin: Die Alte Dame tritt heute (18.30 Uhr) bei Udinese Calcio an. Cristiano Ronaldo geht in sein letzten Vertragsjahr – und möchte sich bestimmt nochmals in bester Verfassung zeigen, sitzt zunächst aber auf der Bank. Dafür spielen Dybala, Morata, Cuadrado. Hinten agieren Bonucci und de Ligt.

Noch kein Juve-Duo mit Paulo Dybala gebildet: Cristiano Ronaldo sitzt beim Serie-A-Auftakt auf der Bank.

Noch kein Juve-Duo mit Paulo Dybala gebildet: Cristiano Ronaldo sitzt beim Serie-A-Auftakt auf der Bank.

Juventus FC via Getty Images