Sicherheitsbedenken: Test zwischen Atletico und Juventus verlegt

Das für Sonntag geplante Testspiel zwischen Atletico Madrid und Juventus Turin im israelischen Tel Aviv ist aus Sicherheitsgründen nach Italien verlegt worden.

Generalprobe kurzfristig verlegt: Juventus-Stürmer Dusan Vlahovic.

Generalprobe kurzfristig verlegt: Juventus-Stürmer Dusan Vlahovic.

Getty Images

Wie die beiden Vereine am Samstag mitteilten, findet die Partie aufgrund der bewaffneten Auseinandersetzung zwischen Israel und der Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad PIJ nicht wie geplant statt.

Stattdessen treffen beide Teams zum letzten Härtetest vor dem jeweiligen Saisonstart auf dem Trainingsgelände der Turiner aufeinander. Am 15. August trifft Atletico auswärts auf den FC Getafe, während Juventus am selben Tag mit einem Heimspiel gegen Sassuolo Calcio in die italienische Meisterschaft startet.

Das Bloomfield-Stadion in Tel Aviv war am vergangenen Sonntag Austragungsort des französischen Supercups zwischen Meister Paris St. Germain und Pokalsieger FC Nantes, das PSG mit 4:0 für sich entschied.

Am Freitag verschärfte sich der Konflikt zwischen Israel und der militanten PIJ.

Auch wegen der WM: Pogba verzichtet auf Knie-Operation

Juventus kann vorerst nicht auf den als Heilsbringer zurückgeholten Paul Pogba setzen. Eine zunächst im Raum stehende Operation am Knie, die eine lange Ausfallzeit nach sich gezogen hätte, findet jedoch auch nicht statt.

Hat seine Juve-Rückkehr und die Winter-WM in Katar fest im Visier: Star-Spieler Paul Pogba.

Hat seine Juve-Rückkehr und die Winter-WM in Katar fest im Visier: Star-Spieler Paul Pogba.

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Nach der gefeierten Rückkehr von Paul Pogba zu Juventus sind zuletzt Sorgenfalten entstanden, eine Meniskusverletzung im Knie zwingt den französischen Weltmeister von 2018 schließlich zu einer wochenlangen Pause. Seine Rückkehr auf den Platz muss verschoben werden, den Auftakt der neuen Serie-A-Saison etwa mit dem Heimspiel gegen Sassuolo Calcio am 15. August (20.45 Uhr) verpasst er.

Klar ist zudem bis jetzt nicht gewesen, ob eine Operation beim von Manchester United gekommenen Techniker notwendig sein würde. Eine OP, die die Ausfallzeit noch weiter verlängert hätte – die Rede ist von zwei oder mehr Monaten gewesen.

Ein Eingriff im Knie wird nun aber nicht vorgenommen, wie es seit Dienstagabend aus Italien etwa von der “Gazzetta dello Sport” heißt. Pogba habe sich in Abstimmung mit den Ärzten von Juventus als auch mit denen der französischen Nationalmannschaft abgestimmt und sich gegen eine Operation entschieden. Stattdessen wird eine alternative Behandlung bevorzugt – mit Reha im Fitnessstudio sowie Wassergymnastik im Schwimmbecken. Anschließend soll leichtes Training ohne Vollkontakt absolviert werden, um alles abzuchecken.

Hintergrund dieser Entscheidung ist neben dem Wunsch, schnellstmöglich wieder für die Alte Dame aufzulaufen – der bis 2026 gebundene Franzose hat schon zwischen 2012 und 2016 als Publikumsliebling erfolgreich für die Bianconeri gespielt – auch die WM. Das im Winter steigende Turnier will Pogba als amtierender Titelträger mit Frankreich auf keinen Fall verpassen.

Pogba muss wochenlang pausieren

Juventus Turin muss in den kommenden Wochen auf seinen Neuzugang Paul Pogba verzichten.

Nach der Rückkehr ausgebremst: Paul Pogba.

Nach der Rückkehr ausgebremst: Paul Pogba.

IMAGO/LaPresse

Wie der italienische Rekordmeister selbst mitteilte, leidet der 29 Jahre alte Franzose an einer Meniskusverletzung im Knie, die weiter untersucht werde.

Einem Bericht der “Gazzetta dello Sport” zufolge muss Pogba “sehr wahrscheinlich” operiert werden und fällt mindestens zwei Monate aus. Der Nationalspieler war in diesem Sommer von Manchester United zurück nach Turin gewechselt, wo er bereits von 2012 bis 2016 gespielt hatte. Sein Vertrag ist bis 2026 gültig.

Juve startet am 15. August mit einem Heimspiel gegen Sassuolo Calcio in die neue Serie-A-Saison. In der Nacht zum Mittwoch (2.30 Uhr) testen die Bianconeri gegen den FC Barcelona um Robert Lewandowski.

Elf Fakten zu de Ligt: Rekorde, Spitzname und eine Umschulung mit 15

Mit Matthijs de Ligt bekommt der FC Bayern einen Abwehrchef, der schon Rekorde brach – sich in neuen Mannschaften aber nicht immer auf Anhieb zurechtfand.

Matthijs de Ligt - hier nach seinem EM-Platzverweis, in Zivil, als B-Jugendspieler bei Ajax und im Juve-Dress (v.li.).

Matthijs de Ligt – hier nach seinem EM-Platzverweis, in Zivil, als B-Jugendspieler bei Ajax und im Juve-Dress (v.li.).

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Gegen die Bayern hat de Ligt noch nie verloren – aber auch noch nie gewonnen. Die einzigen Begegnungen mit seinem neuen Arbeitgeber erlebte er in der Champions-League-Gruppenphase 2018/19, als es in München ein 1:1 und in Amsterdam ein 3:3 gab. De Ligt (kicker-Noten 2 und 3,5) lief jeweils als Kapitän auf.

De Ligts Berater kannten die Bayern gut. Wie auch Ryan Gravenberch und Noussair Mazraoui, die beiden Neuzugänge aus Amsterdam, wird der neue Abwehrchef der Bayern von “One” vertreten, der Berateragentur des verstorbenen Mino Raiola.

De Ligts Europapokalrekord hält bislang

De Ligts Start bei Juventus verlief durchwachsen. “Als ich das erste Mal in die Umkleidekabine ging, war ich wie ein Kind in einem Süßwarenladen! Da ist Buffon, da ist Ronaldo – erst nach zwei Monaten hatte ich das Gefühl, dass ich mehr ich selbst sein könnte”, schwärmte er damals. Gleichzeitig verursachte der 75-Millionen-Euro-Neuzugang in seinen ersten Spielen für Juve immer wieder Gegentore und Elfmeter – nicht zuletzt mit Handspielen: “Als hätte ich einen Magnet im Arm.”

De Ligt bekam in der Ajax-Jugend einen gemeinen Spitznamen. Nachdem Ajax den damals fast Zehnjährigen 2009 vom FC Abcoude – einem Klub im Süden von Amsterdam – verpflichtet hatte, wurde er erstmal zum Ernährungsberater geschickt worden, verriet de Ligt später: “Ich muss von Natur aus mehr auf meinen Körper und meine Ernährung achten als andere.” Bei Ajax nannten sie ihn “Dikkie” – was genau das bedeutet, wonach es klingt.

De Ligt hält immer noch einen Europapokal-Rekord. Als er 2017 im Europa-League-Finale gegen Manchester United (0:2) auflief, wurde er mit 17 Jahren und 285 Tagen zum jüngsten Teilnehmer eines Europapokal-Endspiels. Bis heute war keiner jünger.

Im Oranje-Dress lief es nicht immer glücklich

2019 wies de Ligt Jadon Sancho in die Schranken. Bei der damals erst zum zweiten Mal vergebenen Kopa-Trophäe für den besten Spieler unter 21 Jahren landete der Niederländer vor dem damaligen Dortmunder und dem drittplatzierten Joao Felix. Als Titelträger folgte er auf Kylian Mbappé. 2018 hatte de Ligt bereits den Golden-Boy-Award gewonnen.

De Ligt ist der jüngste Kapitän der Ajax-Geschichte. Die Bayern wollten einen Führungsspieler in der Abwehr – und sie bekommen wohl einen. In Amsterdam trug de Ligt schon mit 19 Jahren die Verantwortung. “Er ist der geborene Anführer”, sagte mal Frank de Boer – stellvertretend für viele andere.

Auch für die Niederlande legte de Ligt einen Fehlstart hin. Zwar war er im WM-Qualifikationsspiel in Bulgarien im März 2017 jüngster Debütant der Elftal seit 1931, startete aber gleich mit einem Patzer vor dem ersten Gegentor und einer 0:2-Niederlage. Zur Pause wurde er ausgewechselt. Inzwischen ist er erfahrener – damals hatte er erst zwei Startelfeinsätze für Ajax in der Eredivisie vorzuweisen.

Ich war offensiver Mittelfeldspieler, bis ich 15 war.

Matthijs de Ligt

Auch de Ligts bislang einziges Turnier mit Oranje endete unglücklich. Im EM-Achtelfinale 2021 gegen Tschechien stolperte er beim Stand von 0:0 als letzter Mann, nahm die Hand zur Hilfe und sah nach VAR-Eingriff Rot – Tschechien bezwang die Niederlande in Überzahl mit 2:0.

De Ligt wurde erst mit 15 zum Abwehrspieler umgeschult. Dass der Innenverteidiger über seine Kernkompetenzen hinaus Qualitäten hat – etwa bei der Spieleröffnung und vor dem gegnerischen Tor -, hat auch damit zu tun, dass er als Jugendlicher weiter vorne spielte. “Ich war offensiver Mittelfeldspieler, bis ich 15 war”, sagte de Ligt 2020 in einem UEFA-Interview. “Plötzlich wurde mir gesagt, für meine Karriere sei es besser, nach hinten zu rücken.”

De Ligt kennt sich mit hochstehenden Abwehrreihen aus. Zwar lernte er bei Juve auch die italienische Abwehrkunst kennen (von Giorgio Chiellini und Leonardo Bonucci höchstpersönlich) – bei Ajax spielte er aber regelmäßig in defensiv riskanteren Formationen. “Ich habe keine Angst, Eins-gegen-eins zu spielen oder hoch im Feld zu verteidigen”, sagt er, “das habe ich in der Ajax-Schule gelernt.”

Zehn Geschichten: Darum lohnt sich ein Blick auf Inter vs. Juventus

Wenn sich Inter Mailand und Juventus Turin an diesem Mittwochabend (21 Uhr, LIVE! bei kicker) im Finale der Coppa Italia gegenüberstehen, dann steht neben dem Titel auch Prestige auf dem Spiel. Und dazu individuelle Dinge.

Jubeltraube: Verteidigt Juventus beim Klassiker gegen Inter den Titel in der Coppa Italia?

Jubeltraube: Verteidigt Juventus beim Klassiker gegen Inter den Titel in der Coppa Italia?

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1. Der Klassiker: Inter und Juventus sind die beiden erfolgreichsten italienischen Klubs der Geschichte – und folglich seit langer, langer Zeit Rivalen. Seit den 60er Jahren hat sich der heute bekannte Zusatz “Derby d’Italia” etabliert, zumal sich die Mailänder und Turiner insgesamt schon weit über 200-mal in Pflichtspielen duelliert haben. Allein in der Serie A sind es 178 Partien (85 Juve-Siege, 45 Remis, 48 Inter-Erfolge).

2. Titelsammler: Die Alte Dame hat gegenüber den Nerazzurri aber deutlich mehr Titel gewonnen. Sind es in der Serie A schon ganze 36 Scudetti (Inter hat 19), gibt es an diesem Abend die Chance der Coppa-Titelverteidigung – und damit die Chance auf Erfolg Nummer 15. Für die Mailänder stehen im Pokal bis dato “nur” sieben Triumphe zu Buche, damit liegt der Traditionsklub auf Rang drei hinter der Roma (9).

3. Die Dirigenten: Auch in Sachen Trainer haben die Turiner statistisch die Nase vorn. Massimiliano Allegri hat mit Juventus schon fünf Scudetti sowie vier Pokalsiege gesammelt und zweimal das Champions-League-Finale erreicht (gegen Barcelona und Real verloren). Für Gegenüber Simone Inzaghi, der vor dieser Saison als Nachfolger von Antonio Conte zu Inter gekommen ist, steht mit Ex-Klub Lazio dagegen ein Coppa-Sieg zu Buche (2018/19).

4. Fragezeichen: Die Juve-Mannschaft hat in dieser Spielzeit viele Täler durchlaufen müssen (schwacher Serie-A-Start, verfrühtes CL-Aus). Immerhin ist zuletzt die erneute Qualifikation für die Königsklasse – das absolute Mindestziel – gelungen. Allegri befindet sich mit seinem Team inmitten eines Umbruchs, der mit dem Abgang von Cristiano Ronaldo kurz nach Saisonstart endgültig begonnen hat. Der Trainer dazu: “Es ist doch klar, dass es schwierig war, als Ronaldo nur drei Tage vor Ende des Sommertransferfensters gegangen ist. Federico Chiesa haben wir dann auch noch verloren (Kreuzband; Anm. d. Red.). Wir haben uns vielen Problemen stellen müssen. Wir haben mit der Champions-League-Qualifikation aber ein wichtiges Ziel erreicht und versuchen nun einfach weiter, uns zu verbessern.”

5. Abschied I: Eines der Juve-Probleme ist auch wieder einmal Paulo Dybala (28) gewesen. Der 2015 aus Palermo gekommene Argentinier, über dessen fußballerische Qualitäten es keine Zweifel gibt (u.a. zehn Serie-A-Tore, fünf Vorlagen in dieser Saison), hat einmal mehr oft verletzt oder angeschlagen gefehlt. Das hat nach langen Diskussionen am Ende nicht zu einer Vertragsverlängerung geführt. So hat “La Joya” nach fünf errungenen Meisterschaften und vier Pokalsiegen mit diesem Coppa-Finale nur noch diese letzte Chance auf einen Titel mit Juve.


Paulo Dybala

Zwei Geschichten und eine Gewissheit: Der spielerisch starke und oft verletzte Paulo Dybala verlässt die Juve.

6. Offenes Ziel: Apropos! Wohin es Dybala in der neuen Saison ziehen wird, ist noch gänzlich offen. Einer der großen Interessenten soll aber Inter, also der heutige Gegner, sein. Sollte es wirklich dazu kommen, könnte der Argentinier seinem baldigen Arbeitgeber im Stadio Olimpico mit einer an diesem Abend starken Leistung gehörig in die Suppe spucken.

7. Abschied II: Gibt es darüber hinaus noch ein weiteres Juve-Ciao? Der seit 2004 für die Alte Dame auflaufende Giorgio Chiellini, der zuletzt schon sein Karriereende in der Nationalmannschaft offiziell gemacht hat, will sich in den nächsten Tagen äußern. Und es könnte laut italienischen Medien durchaus sein, dass der 37-jährige Routinier und Europameister von 2021 einen Schlussstrich unter seine erfolgreiche Juve-Zeit (u.a. neun Scudetti) ziehen wird.

8. Der DFB-Legionär: Auch aus deutscher Sicht lohnt sich ein Blick auf dieses Pokalfinale zwischen diesen beiden Giganten des italienischen Fußballs. Der im Winter von Atalanta Bergamo zum FC Internazionale gestoßene DFB-Nationalspieler Robin Gosens, der wegen einer Oberschenkelverletzung mit einem Handicap zum Team gekommen ist und seither Jokereinsätze ansammelt (sechs Serie-A-Einwechslungen), kann nun seinen ersten großen Titel seiner steilen Profikarriere eintüten.

9. Die Kampfansage: Nach zwischenzeitlich neun Meisterschaften in Serie hat Inter dem großen Konkurrenten aus Turin zuletzt den Rang abgelaufen. In der Serie A können die Nerazzurri einerseits nach dem Scudetto 2021 den Titel in diesem Jahr direkt verteidigen (Duell mit Milan) – und in der Coppa eben den Rivalen beim direkten Vergleich entthronen. Sportchef Beppe Marotta, früher viele Jahre für Juventus im Management tätig, führt dazu gegenüber “Sky Sport Italia” aus: “Die Spieler haben das Ziel klar vor Augen und sind besonders motiviert. Sie und wir wollen den Fans ein ganz besonders Geschenk mit einem Sieg über Juve machen.”

10. Die Stars: Auch ohne ein Fanherz für den italienischen Fußball lohnt ein Blick auf dieses Spiel an diesem Mittwochabend (21 Uhr, LIVE! bei kicker im Ticker und im Stream bei DAZN). Es treffen zwei taktisch hervorragend trainierte Mannschaften aufeinander, die sich seit vielen Jahrzehnten intensive Duelle liefern und auch in diesem Jahr reihenweise Top-Spieler auffahren. Während bei Inter etwa Akteure wie Milan Skriniar, Stefan de Vrij, Nicolo Barella, Hakan Calhanoglu, Lautaro Martinez oder Routinier Edin Dzeko auflaufen, schicken sich die Bianconeri etwa mit Alex Sandro, Juan Cuadrado, Top-Wintereinkauf Dusan Vlahovic und eben auch Paulo Dybala Richtung Titel an.