Alle Landespokal-Endspiele im Überblick: Ein Novum – und warum Wernigerode schon qualifiziert ist

Am 21. Mai geht wieder der “Tag der Amateure” über die Bühne. In zahlreichen Landespokal-Endspielen wird um Titel und die Teilnahme am DFB-Pokal gespielt. Ein Überblick über Paarungen, Anstoßzeiten und TV-Termine.

Essen ausgeschaltet: Der Wuppertaler SV steht im Niederrhein-Endspiel.

Essen ausgeschaltet: Der Wuppertaler SV steht im Niederrhein-Endspiel.

IMAGO/Andreas Gora

Wann finden die Endspiele statt?

In diesem Jahr finden alle Landespokal-Endspiele erstmals am selben Tag statt – dem 21. Mai. Verteilt über den Nachmittag geht es dann um die Tickets für den “richtigen” Pokal. Der übrigens ebenfalls am 21. Mai abends noch seinen Sieger küren wird im Duell zwischen RB Leipzig und dem SC Freiburg.

Bis es soweit ist, wird den Fußballfans der Samstagnachmittag mit einer XXL-Übertragung versüßt: Die ARD zeigt ab 12.05 Uhr die Landespokal-Endspiele in einer siebenstündigen Live-Konferenz.

TV: Wer überträgt die siebte Auflage des “Erfolgsprojekts”?

Peter Frymuth, DFB-Vizepräsident Spielbetrieb und Fußballentwicklung, sagte in einer DFB-Mitteilung: “Der Finaltag der Amateure ist das TV-Highlight im Amateurfußball. Erstmals werden von der ARD alle 21 Landespokal-Endspiele live übertragen. Durch die Rückkehr der Fans erwarten uns nicht nur mitreißende Spiele, sondern auch stimmungsvolle Stadien. In seiner siebten Auflage wird das Erfolgsprojekt erneut bundesweit verdeutlichen, welche Attraktivität und Strahlkraft auch vom Fußball unterhalb der Bundesligen ausgeht.”

Warum “Sonderfall Wernigerode”?

Die Sieger der Landespokal-Endspiele qualifizieren sich für die erste Hauptrunde des DFB-Pokals 2022/2023, in der sie auf einen Klub aus der Bundesliga oder 2. Bundesliga treffen. In Sachsen-Anhalt steht der Finalist FC Einheit Wernigerode als DFB-Pokal-Teilnehmer fest, da Endspielgegner 1. FC Magdeburg seinen Startplatz als eines der vier bestplatzierten Teams der 3. Liga bereits sicher hat.

Die Anstoßzeiten sind gestaffelt, um 16.40 Uhr beginnen die Landespokale, die nach 90 Minuten bei Gleichstand direkt mit dem Elfmeterschießen weitermachen – damit die Übertragung vom Freiburg-Leipzig-Finale am Abend pünktlich beginnen kann.

Die Paarungen im Überblick

12.15 Uhr

Berliner Fußball-Verband: VSG Altglienicke (Regionalliga Nordost) – FC Viktoria 1889 Berlin (3. Liga)

Hamburger Fußball-Verband: Altona 93 (Regionalliga Nord) – Sieger aus FC Eintracht Norderstedt-FC Teutonia 05 (Spieltermin: 12. Mai)

Hessischer Fußball-Verband: TSV Steinbach Haiger (Regionalliga Südwest) – Kickers Offenbach (Regionalliga Südwest)

Fußballverband Rheinland: FV Engers 07 (Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar) – FC Blau-Weiß Karbach (Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar)

Fußballverband Sachsen-Anhalt: FC Einheit Wernigerode (NOFV-Oberliga Süd) – 1. FC Magdeburg (3. Liga)

Südbadischer Fußballverband: DJK Donaueschingen (Verbandsliga Südbaden) – SV Oberachern (Oberliga Baden-Württemberg)

14.15 Uhr

Badischer Fußballverband: SV Waldhof Mannheim (3. Liga) – FC Türkspor Mannheim (Landesliga Rhein-Neckar)

Fußball-Landesverband Brandenburg: VfB 1921 Krieschow (NOFV-Oberliga Süd) – FC Energie Cottbus (Regionalliga Nordost)

Landesfußballverband Mecklenburg-Vorpommern: TSG Neustrelitz (NOFV-Oberliga Nord) – Greifswalder FC (NOFV-Oberliga Nord)

Saarländischer Fußballverband: FC 08 Homburg (Regionalliga Südwest) – SV 07 Elversberg (Regionalliga Südwest)

Schleswig-Holsteinischer Fußballverband: TSB Flensburg (Flens-Oberliga) – VfB Lübeck (Regionalliga Nord)

Südwestdeutscher Fußballverband: TSV Schott Mainz (Regionalliga Südwest) – FK 03 Pirmasens (Regionalliga Südwest)

Thüringer Fußball-Verband: FC Carl Zeiss Jena (Regionalliga Nordost) – ZFC Meuselwitz (Regionalliga Nordost)

16.15 Uhr

Fußball-Verband Mittelrhein: SC Fortuna Köln (Regionalliga West) – FC Viktoria Köln (3. Liga)

Fußballverband Niederrhein: SV Straelen (Regionalliga West) – Wuppertaler SV (Regionalliga West)

Sächsischer Fußball-Verband: Chemnitzer FC (Regionalliga Nordost) – BSG Chemie Leipzig (Regionalliga Nordost)

Württembergischer Fußballverband: SV Stuttgarter Kickers (Oberliga Baden-Württemberg) – SSV Ulm 1846 Fußball (Regionalliga Südwest)

16.40 Uhr

Bayerischer Fußball-Verband: FV Illertissen (Regionalliga Bayern) – TSV Aubstadt (Regionalliga Bayern)

Bremer Fußball-Verband: Bremer SV (Bremen-Liga) – Leher TS (Bremen-Liga)

Niedersächsischer Fußballverband: Heeslinger SC (Oberliga Niedersachsen) – TuS Blau-Weiß Lohne (Oberliga Niedersachsen)
(In Niedersachsen spielen Rehden und Meppen am 18. Mai ein weiteres DFB-Pokal-Ticket aus.)

Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen: SC Preußen Münster (Regionalliga West) – SV Rödinghausen (Regionalliga West)

Wuppertal bremst Essen aus – Fortuna fertigt Aachen ab

Der Wuppertaler SV hat mit einem verdienten 3:1-Sieg gegen Rot-Weiss Essen das Landespokalfinale gegen den SV Straelen erreicht. Einen klaren Sieg feierte derweil Fortuna Köln.

Gestolpert: Thomas Eisfeld (Mi.) und RWE schieden im Landespokal aus.

Gestolpert: Thomas Eisfeld (Mi.) und RWE schieden im Landespokal aus.

IMAGO/Markus Endberg

Rot-Weiss Essen kassierte am Dienstag eine Niederlage im Niederrheinpokal. Das Team von Trainer Christian Neidhart unterlag im Halbfinale dem Wuppertaler SV mit 1:3 und verabschiedete sich damit wie schon im Vorjahr in der Vorschlussrunde aus dem Wettbewerb. Prokoph (2) und Rodrigues Pires erzielten die Tore für den WSV, der sich nun auf die Neuauflage des letztjährigen Endspiels gegen den SV Straelen freuen darf – 2020/21 gewann Wuppertal das Finale 2:1 und qualifizierte sich damit für die 1. Runde des DFB-Pokals. Dieses Kunststück würde der WSV gewiss nur allzu gern auch in diesem Jahr wiederholen.

RWE indes kann sich nun mit ganzer Kraft auf den Saisonendspurt konzentrieren. Zwei Spieltage vor Schluss haben die Essener zwei Punkte Rückstand auf Tabellenführer Preußen Münster.

Fortuna macht Kölner Finale klar

Im Landespokal Mittelrhein kam es auch zu einem Duell der Regionalliga West: Fortuna Köln kanzelte dabei Alemannia Aachen deutlich mit 4:0 ab und machte damit ein Kölner Finale perfekt. Im Endspiel wartet Viktoria Köln. Der Drittligist hatte schon Mitte April mit einem überzeugenden 8:0 gegen Landesligist 1. FC Spich sein Ticket gelöst.

RWE-Trainer Neidhart: “Wir werden bis ans Limit gehen”

Rot-Weiss Essen tritt am heutigen Dienstagabend im Halbfinale des Niederrheinpokals beim Wuppertaler SV an. Vor dem Spitzenspiel zwischen den Regionalligisten kündigte RWE-Trainer Christian Neidhart an, “all-in” zu gehen.

RWE-Trainer Christian Neidhart will den Niederrhein-Pokal holen.

RWE-Trainer Christian Neidhart will den Niederrhein-Pokal holen.

IMAGO/Revierfoto

RWE-Trainer Christian Neidhart erwartet im Spitzenspiel beim Tabellendritten der Regionalliga West einen hochmotivierten Gegner: ” Es wird keine einfache Aufgabe. Für Wuppertal ist es die letzte Möglichkeit, etwas in dieser Saison zu erreichen.” Im Gegensatz zum WSV haben die Essener noch Chancen auf den Drittliga-Aufstieg. “Ein Weiterkommen wäre natürlich auch für die restliche Woche sehr positiv”, verspricht sich der Trainer vom Spiel.

Spiele gegen Wuppertal 2021/22

In der bisherigen Saison konnte RWE die beiden Ligaspiele gegen Wuppertal gewinnen. “Dass das Spiel auch in die Verlängerung gehen kann”, sei der einzige Unterschied im Vergleich zu den Ligabegegnungen, so Neidhart, der seine Mannschaft gut auf das Spiel eingestellt sieht. “Wir werden ans Limit gehen”, versichert Neidhart, “wir wollen all-in gehen und alles rausballern.”

Im Pokal kann der wieder angeschlagene Erolind Krasniqi nicht helfen. Ebenfalls fehlen Cedric Harenbrock (Achillessehnenprobleme), Sascha Voelke (Syndesmoseanriss), Michel Niemeyer (Adduktorenbeschwerden) und Kevin Holzweiler (Kreuzbandriss).

“Der Titel ist das Ziel”

Dass der SV Straelen im Finale wartet, ist für Neidhart “eine zusätzliche Motivation”, aber dass der SVS den MSV Duisburg aus dem Pokal geworfen hat, betrachtet er als Warnung: “Man hat gesehen, wie schwer es für einen Drittligisten ist, in Straelen zu bestehen. Gewisse Spiele sind immer schwer.”

“Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir den Pokal holen wollen. Der Titel ist das Ziel”, so Neidhart. Der Gewinner des Finals wird sich für den DFB-Pokal qualifizieren. In der vergangenen Saison zog RWE ins Viertelfinale ein und schlug auf dem Weg dorthin unter anderem Bayer Leverkusen.

Aufstieg von der Regionalliga zur 3. Liga: Spieltermine und weitere Infos

Fünf Staffeln, vier Plätze: Wie läuft der Aufstieg von der Regionalliga zur 3. Liga in der Saison 2021/22 ab? Fragen und Antworten.

Wer geht hoch?

Wer geht hoch?

imago images/foto2press

Wie ist der Aufstieg von der Regionalliga in die 3. Liga geregelt?

Die Regionalliga besteht aus fünf Staffeln, aus denen sich insgesamt vier Mannschaften für die 3. Liga qualifizieren. Die Meister der Regionalliga West und Südwest steigen immer direkt auf, die beiden übrigen Aufstiegsplätze verteilen sich auf die Regionalligen Nord, Nordost und Bayern. Ein Meister aus Nord, Nordost und Bayern steigt nach einem jährlich rotierenden System direkt auf, den vierten Startplatz für die 3. Liga spielen die beiden übrigen Meister in Aufstiegs-Play-offs (Hin- und Rückspiel) aus.

Seit wann gilt diese Regelung?

Die Regelung trat mit Beginn der Saison 2020/2021 in Kraft.

Warum haben Südwest und West jeweils einen direkten Aufsteiger?

Die Gebiete der Regionalliga Südwest und West sind von Ballungsräumen geprägt und umfassen gemeinsam mehr als 50 Prozent der gemeldeten Männermannschaften in Deutschland. Allein im Südwesten sind sieben Landesverbände zusammengefasst. Daher haben die Staffeln Südwest und West seit 2021 jeweils einen direkten Aufstiegsplatz.

Wie läuft der Aufstieg in der Saison 2021/22 ab?

In der Saison 2021/2022 stellt die Regionalliga Bayern den dritten Direktaufsteiger in die 3. Liga neben dem Westen und Südwesten. Die Vertreter der Regionalliga Nord und Nordost bestreiten 2022 die Aufstiegsspiele.

Wie laufen die Aufstiegsspiele ab?

Die Aufstiegsspiele werden mit Hin- und Rückspiel ausgetragen. Welcher der beiden beteiligten Klubs im Hinspiel Heimrecht hat, wird generell ausgelost – 2022 wird der Meister Nordost zunächst den Meister Nord empfangen. Bei Punkt- und Torgleichheit nach beiden Begegnungen gibt die Zahl der auswärts geschossenen Tore nicht mehr den Ausschlag. Bei Gleichstand in der Addition beider Spiele geht es in die Verlängerung. Fallen dort keine Tore, entscheidet das Elfmeterschießen.

Aufstiegsspiele 2022

Meister Nordost

Meister Nordost

Meister Nord

Meister Nord

Meister Nord

Meister Nord

Meister Nordost

Meister Nordost

Wann finden die Aufstiegsspiele statt?

Das Hinspiel beim Meister Nordost findet am 28. Mai 2022 statt. Im Rückspiel hat der Meister Nord am 4. Juni 2022 Heimrecht. Die genauen Anstoßzeiten werden noch festgelegt.

Wer bekommt 2022/23 den dritten Direktaufstiegsplatz?

In der Spielzeit 2022/2023 ist die Regionalliga Nord mit dem Direktaufstiegsplatz an der Reihe.