Offiziell: FC Bayern leiht Joao Cancelo von Manchester City aus

Der spektakuläre Last-Minute-Transfer ist perfekt: Der FC Bayern leiht Joao Cancelo von Manchester City aus und besitzt anschließend eine satte Kaufoption.

Vom englischen zum deutschen Meister: Joao Cancelo.

Vom englischen zum deutschen Meister: Joao Cancelo.

imago images

Am Montag hatte der Transfer Fahrt aufgenommen, am Dienstag wurde er perfekt: Der FC Bayern hat die Verpflichtung von Joao Cancelo am “Deadline Day” perfekt gemacht. Der flexible Außenverteidiger kommt zunächst bis zum Saisonende von Manchester City, danach können ihn die Münchner aber fest verpflichten – dem Vernehmen nach für 70 Millionen Euro.

Der Entschluss, den portugiesischen Nationalspieler kurzfristig nach Deutschland zu lotsen, fiel nach dem 1:1 gegen Frankfurt, dem dritten Remis in Folge. Gegen die Eintracht hatte Eigengewächs Josip Stanisic den formschwachen und (im Sommer) wechselwilligen Benjamin Pavard ersetzt, schon beim DFB-Pokalspiel in Mainz am Mittwoch (20.45 Uhr, LIVE! bei kicker) könnte Cancelo auf der rechten Abwehrseite beginnen.

“Der FC Bayern ist ein großartiger Verein, einer der besten Vereine der Welt”

“Wir sind sehr froh, dass Joao Cancelo ab sofort für den FC Bayern spielen wird”, wird Bayern-Sportvorstand Hasan Salihamidzic in der Klubmitteilung zitiert. “Wir haben ihn jetzt ausgeliehen und im Sommer die Möglichkeit, ihn fest zu verpflichten. Joao ist einer der Spieler, über den wir schon eine ganze Weile immer wieder nachgedacht haben, weil wir seine Qualitäten sehr schätzen. Er passt mit seiner offensiven Spielweise und seiner Dynamik optimal in unser System und mit seiner Mentalität und Erfahrung auch sehr gut zu unserer Mannschaft. Ich bin überzeugt, dass Joao uns helfen wird in den kommenden Wochen und Monaten, in denen wir Titel gewinnen wollen.”

Hintergrund

Cancelo selbst sagt: “Der FC Bayern ist ein großartiger Verein, einer der besten Vereine der Welt, und es ist für mich eine enorme Motivation, nun gemeinsam mit diesen außergewöhnlichen Spielern in einem Team zu stehen. Ich weiß, dass dieser Klub, diese Mannschaft für Titel lebt und jedes Jahr Titel gewinnt. Auch mich treibt der Hunger nach Erfolg an – ich werde mein Bestes für den FC Bayern geben.”

Cancelo wurde bei Benfica Lissabon ausgebildet, über Valencia und Inter Mailand ging es 2018 zu Juventus Turin, das ihn nur ein Jahr später für kolportierte 65 Millionen Euro an Manchester City verkaufte. Bei den Skyblues entwickelte er sich zu einem der besten Außenverteidiger der Premier League, meist links, immer wieder aber auch rechts. Doch zuletzt fiel Cancelo, der erst vor einem Jahr bis 2027 verlängert und seine Lieblingsrückennummer sieben erhalten hatte, bei Trainer Pep Guardiola in Ungnade.

Guardiola setzte in den vergangenen Wochen immer häufiger auf Kyle Walker, John Stones, Nathan Aké oder Youngster Rico Lewis auf der defensiven Außenbahn, was Cancelo, von den Premier-League-Profis zuletzt zweimal hintereinander in die “Elf der Saison” gewählt, gar nicht schmeckte. Nach 98 Premier-League-Spielen (fünf Treffer, elf Vorlagen) verlässt er England nun vorerst wieder, um seinen Offensivdrang in München zu demonstrieren. 

Joao Cancelo winkt Bayern-Debüt schon in Mainz – Ulreichs Trainingssturz

Joao Cancelo (28) wird mit dem FC Bayern zum DFB-Pokalspiel nach Mainz reisen – und in der Startelf stehen?

Neue Außenverteidiger-Option für Julian Nagelsmann: Joao Cancelo (li.).

Neue Außenverteidiger-Option für Julian Nagelsmann: Joao Cancelo (li.).

imago images (2)

Der FC Bayern hat den Transfer von Joao Cancelo am Dienstagmittag nicht nur offiziell verkündet, sondern die Leihgabe von Manchester City auch direkt auf der Pressekonferenz vor dem DFB-Pokal-Achtelfinale in Mainz am Mittwoch (20.45 Uhr, LIVE! bei kicker) vorgestellt. Anschließend sprach Trainer Julian Nagelsmann über seinen neuen Außenverteidiger – und die Frage, ob er direkt in die Startelf rücken könnte.

“Es ist es eine sehr sinnvolle Verstärkung, die wir sehr spontan noch gekriegt haben”, sagte Nagelsmann. “Er ist fit und rein theoretisch in der Lage, morgen zu spielen. Ich bin mir mit der gesamten Aufstellung noch nicht sicher. Wir haben sehr viele fitte Spieler, was gut ist.” Zuvor hatte Cancelo selbst betont: “Ich fühle mich absolut startbereit.”

Nur einen Tag nach seiner ersten Einheit winkt Cancelo in Mainz also bereits der erste Startelfeinsatz, weil Benjamin Pavard zuletzt enttäuschte und Josip Stanisic über eine Backup-Rolle eher nicht hinauskommt. Verlassen soll das Eigengewächs die Bayern in diesem Transferfenster aber trotzdem nicht mehr. Über Pavard sagte Nagelsmann am Dienstag: “Er wird jetzt sicher noch mehr innen spielen.”

Sommer, Kimmich & Co. einsatzbereit – Ulreich droht auszufallen

Während Yann Sommer nach Problemen im Adduktorenbereich, Leon Goretzka nach seinen Oberschenkelproblemen, Joshua Kimmich nach dem Zusammenprall mit Frankfurts Sebastian Rode am Samstag und auch Dayot Upamecano, der am Montag nicht trainieren konnte, in Mainz voraussichtlich zur Verfügung stehen, droht Ersatzkeeper Sven Ulreich auszufallen. “Ulle ist im Training auf die Faust gefallen, hat eine Prellung an der Rippe im Übergang zum Knorpel”, berichtet Nagelsmann. Der Routinier fahre zwar mit, doch es sehe “aktuell nicht so aus, dass er zur Verfügung stehen könnte”.

Für die Bayern geht es in Mainz darum, nach dem Fehlstart ins neue Kalenderjahr mit drei 1:1-Unentschieden hintereinander das frühzeitige Pokal-Aus zu verhindern. In den vergangenen beiden Spielzeiten war der Rekord-Titelträger jeweils schon in der zweiten Runde ausgeschieden.

Warum ManCity Joao Cancelo ziehen lässt – und was er Bayern bringt

Joao Cancelo (28) wird von Manchester City zum FC Bayern wechseln. Wie es dazu kam und was die Münchner erwartet. Eine Analyse.

Ein möglicher Weltklassespieler für den FC Bayern: Joao Cancelo von ManCity.

Ein möglicher Weltklassespieler für den FC Bayern: Joao Cancelo von ManCity.

IMAGO/Sportimage

Morgen, am Mittwoch, ist es genau ein Jahr her. Damals, am 1. Februar 2022, verlängerte Joao Cancelo seinen Vertrag bei Manchester City bis Juni 2027. Seit Wochenbeginn wissen wir: Er wird ihn nicht erfüllen. Darauf wäre ehrlicherweise noch vor einem Monat niemand gekommen. Erst zu Saisonbeginn hatte der portugiesische Außenverteidiger die Trikotnummer 7 erhalten. Seine Lieblingsziffer war frei geworden, nachdem Raheem Sterling zum FC Chelsea gewechselt war. Joao Cancelo wurde damit eine Freude gemacht, nach außen war es aber auch das letzte Signal an die Fußballwelt, dass Cristiano Ronaldo kein Thema mehr für die Skyblues war.

Kein Verteidiger im klassischen Sinne

Wenn man einen Verteidiger im klassischen Sinne verpflichten will, sollte man Joao Cancelo nicht verpflichten. Denn er denkt nicht primär defensiv. Seine große Stärke ist es, Andreas Brehme würde sagen, “links wie rechts” zu agieren. Und zwar tatsächlich aktiv. Das Spiel mit anzukurbeln, zu gestalten. Zudem kann der 28-Jährige auch als Sechser spielen. Das ist zwar nicht seine originäre Position, doch weil unter dem Trainer Pep Guardiola der ballferne oder manchmal auch beide Außenverteidiger neben den etatmäßigen Sechser Rodrigo rücken, hat auch Joao Cancelo diese Rolle mit ausgefüllt. Und zwar richtig gut.

Die Frage, ob es in Europa einen Spieler gibt, der auf beiden Seiten gleichermaßen so stark verteidigt wie Joao Cancelo, muss verneint werden. Der 41-malige Nationalspieler hat in den allermeisten Spielen richtig gut performt, auch in der laufenden Saison. Zwei Tore und eine Vorlage in 17 Premier-League-Partien sind zwar nicht seine Bestwerte, doch vier Assists in sechs Champions-League-Partien auf dem Weg zum Gruppensieg eine Hausnummer.

Cancelo muss sein Spiel umstellen – oder Bayern bekommt ein neues Element 

Insgesamt hat Joao Cancelo, seit er 2019 für 65 Millionen Euro von Juventus Turin zu den Cityzens wechselte, in 154 Pflichtspielen neun Treffer erzielt und 22 Vorlagen geliefert. Das ist viel für einen Klub wie City, bei dem die Außenverteidiger wie erwähnt in der Regel nicht bis zur Grundlinie vorlaufen, um dann in den Rücken der Abwehr zu passen – das ist den durchstartenden Achtern oder den “Wingern” vorbehalten. Nein, Joao Cancelo und seine Außenverteidigerkollegen agieren eher aus dem Halbfeld. Er wird seine Spielweise bei Bayern also entweder umstellen – oder er bringt ein neues Element in die zuletzt ideenlosen und zuweilen ausrechenbaren Angriffsbemühungen der Münchner ein, belebt und verändert sie vielleicht.

Benjamin Pavard hatte schon die WM für Frankreich auf der Bank verbracht und sein Formtief wieder mit nach München gebracht, zuletzt außerdem öffentlich Wechselwünsche geäußert. Vertreter des 26-Jährigen haben – der kicker berichtete – bereits Kontakt mit dem FC Barcelona aufgenommen. Pavards Wunsch, dauerhaft als Innenverteidiger aufzulaufen, wird ihm in München nicht erfüllt werden.

Rechte Defensivseite als Dauerbaustelle – Cancelo kein Kind von Traurigkeit

Weil Noussair Mazraoui wegen einer Entzündung des Herzbeutels noch mehrere Wochen ausfallen wird, war sich Pavard seines Platzes rechts hinten wohl etwas zu sicher, Impulse brachte er kaum noch und erhielt zuletzt gegen Frankfurt einen Denkzettel. Eigengewächs Josip Stanisic durfte ran, konnte aber auch nicht wirklich Eigenwerbung betreiben.

Sowohl Pavard als auch Stanisic geht jene spielmacherische Qualität ab, die ein nach Startproblemen solider Mazraoui einbrachte. Immer wieder war der Marrokaner mit ins Zentrum neben Joshua Kimmich gerückt und hatte so das Offensivspiel bereichert. Ähnlich, wie es jetzt auch Joao Cancelo tun dürfte.

Bayerns Termine in Pokal, Liga und CL

Defensiv erledigt der Neuzugang, der bereits am Mittwoch in Mainz beginnen könnte, seine Aufgaben nicht spektakulär, aber zumeist zuverlässig und schlau, allerdings zeugen 29 Gelbe und zwei Rote Karten in dreieinhalb Jahren auch davon, dass er kein Kind von Traurigkeit ist, er also auch die nötige Aggressivität mitbringt, ohne unfair zu sein.

Warum also, fragt sich der geneigte Fan, lässt Guardiola einen solchen Spieler ziehen? Offensichtlich verfolgt der Coach andere Pläne, in denen Joao Cancelo keine Rolle mehr spielt. Zuletzt war er dreimal in Folge ohne Einsatz im Kader, in teils sehr wichtigen Partien wie zuletzt beim 1:0 im FA Cup gegen Arsenal. Guardiola setzte rechts auf den aufstrebenden Rico Lewis oder den routinierten Kyle Walker, links zog er Nathan Aké vor, der nach der Rückkehr von Ruben Dias im Zentrum nun öfter links zu erwarten sein dürfte.


Joao Cancelo und Pep Guardiola

Erkaltete Liebe: Joao Cancelo und Pep Guardiola.
IMAGO/PA Images

Guardiola mag Joao Cancelo wohl nicht mehr, der “Mirror” will von einem Streit zwischen dem Trainer und dem Profi erfahren haben, sodass Guardiola atmosphärische Störungen gefürchtet hätte, wenn Joao Cancelo geblieben wäre. Die Vermutung ist naheliegend, aus sportlicher Sicht lässt man einen solchen Spieler nicht gehen.

Neustart in München 

Bayerns Neuzugang hofft also in München auf einen Neustart, nachdem es zuletzt bei City nicht lief und er überraschenderweise auch bei der WM nur in der Gruppenphase über dreimal 90 Minuten ran durfte, im Achtelfinale gegen die Schweiz jedoch gar nicht dabei und beim Viertelfinal-Aus gegen Marokko nur kurz nach der Pause eingewechselt worden war.

Knüpft er an seine Form der vergangenen Jahre an, darf der FC Bayern sich auf einen Weltklassespieler freuen. Je nachdem, wie schnell er aus dem Loch krabbelt, in das er in seinen letzten Wochen bei City gefallen ist.

Thomas Böker/Mario Krischel

Leihe mit Kaufoption: Cancelo in München angekommen

Joao Cancelo (28) steht unmittelbar vor der Unterschrift beim FC Bayern. Inzwischen ist der Portugiese in München angekommen.

Auf nach München: Joao Cancelo.

Auf nach München: Joao Cancelo.

IMAGO/Shutterstock

Kurz vor der Schließung des winterlichen Transferfensters wird der FC Bayern nun also doch nochmal aktiv auf dem Markt und setzt ein dickes Ausrufzeichen. Joao Cancelo kommt auf Leihbasis von Englands Meister Manchester City, anschließend besitzen die Münchner eine Kaufoption.

Der Entschluss, den Portugiesen kurzfristig nach Deutschland zu lotsen, fiel nach dem 1:1 gegen Frankfurt, dem dritten Remis in Folge. Gegen die Eintracht hatte Eigengewächs Josip Stanisic den formschwachen und (im Sommer) wechselwilligen Benjamin Pavard ersetzt, schon beim Pokalspiel in Mainz am Mittwoch könnte Cancelo auf der rechten Abwehrseite beginnen.

Am Montagabend ist der WM-Fahrer in München gelandet, nach den medizinischen Untersuchungen soll er morgen das Abschlusstraining mitmachen und dann die Reise nach Rheinland-Pfalz antreten.

Bei ManCity und Pep Guardiola war Cancelo, 2019 für 65 Millionen Euro von Juventus verpflichtet, in Ungnade gefallen, zuletzt kam er zweimal in der Liga sowie am Freitagabend im FA Cup gegen Arsenal (1:0) gar nicht zum Einsatz. Zuvor hatte er fast jedes Spiel über die gesamte Dauer absolviert, meistens als Linksverteidiger.

Mario Krischel

Schlägt der FC Bayern bei Joao Cancelo zu?

Der FC Bayern könnte kurz vor dem Ende der Winter-Transferphase noch einen echten Coup landen: Offenbar steht Joao Cancelo von Manchester City vor einer Leihe nach München.

Er soll vor einer Leihe zum FC Bayern stehen: Joao Cancelo.

Er soll vor einer Leihe zum FC Bayern stehen: Joao Cancelo.

imago images

Mitten in der “Ergebniskrise” (Julian Nagelsmann) könnte ein Transfer die Mienen beim FC Bayern unerwartet aufhellen: Wie “The Athletic” am Montagmittag berichtet, steht Joao Cancelo vor einem Wechsel von Manchester City zum FC Bayern. Demnach steht eine Leihe bis Saisonende bevor, die zusätzlich eine Kaufoption im Sommer beinhalten könnte.

Joao Cancelo, seit 2019 bei ManCity und noch bis Sommer 2027 unter Vertrag, gilt als einer der besten Außenverteidiger der Premier League, wurde von Trainer Pep Guardiola zuletzt aber nicht mehr so regelmäßig eingesetzt wie gewohnt.

Der offensivstarke Portugiese (41 A-Länderspiele), der als Rechtsfüßer auch links hinten agieren kann, wurde mit ManCity in den vergangenen beiden Spielzeiten englischer Meister und wurde von den Premier-League-Profis jeweils in die Elf der Saison gewählt. In den vergangenen Wochen baute Guardiola aber häufiger auf Kyle Walker, John Stones, Nathan Aké oder Youngster Rico Lewis auf den Außenverteidigerpositionen.

Beim FC Bayern würde Joao Cancelo, der in bisher 98 Premier-League-Spielen fünf Tore und elf Assists gesammelt hat, die Optionen für Trainer Nagelsmann erhöhen. Mit Noussair Mazraoui (Herzbeutelentzündung) und Bouna Sarr (Aufbautraining nach Knie-Operation) fallen zwei Rechtsverteidiger noch aus.

Aké eiskalt: ManCity wirft Arsenal aus dem FA Cup

Zweieinhalb Wochen vor dem richtungweisenden Duell in der Liga gelang Manchester City im FA Cup ein knapper Sieg gegen den FC Arsenal. Matchwinner war ein abgezockter Aké.

Nathan Aké schoss ManCity gegen die Gunners zum Sieg.

Nathan Aké schoss ManCity gegen die Gunners zum Sieg.

AFP via Getty Images

Im Etihad gingen die beiden Trainer mit sehr verschiedenen personellen Maßnahmen an das derzeitige Topspiel des englischen Fußballs heran. ManCitys Trainer Pep Guardiola setzte nach dem 3:0 gegen Wolverhampton auf Konstanz, Pokal-Torwart Ortega Moreno startete für Ederson und Aké für Laporte. Es spielte somit quasi die beste Elf.

Arsenal-Coach und Guardiolas Musterschüler Mikel Arteta sparte derweil im Vergleich zum 3:2 gegen Manchester United nicht an Rotation. Gleich sechs Wechsel gab es bei den Gunners, unter anderem starteten Neuzugang Trossard, Ersatzkeeper Turner und Fabio Vieira. Dafür blieben Stützen wie Kapitän Ödegaard, Ex-Citizen Zinchenko oder White draußen.

Ortega Moreno gefordert – De Bruyne verzieht knapp

In einem munteren ersten Durchgang ließen sich die Gäste von den zahlreichen Änderungen aber nicht beirren. Arsenal stand grandios organisiert und ließ die Skyblues phasenweise nicht einmal über die Mittellinie kommen. Auch offensiv kamen die Nordlondoner gut in die Partie und verbuchten durch Tomiyasu die erste gute Chance (5.), der zwei weitere gefährliche Abschlüsse durch den auffälligen Trossard (21.) und Nketiah folgten (33.).

Komplett ließ sich die hohe individuelle Klasse der Gastgeber aber nicht verteidigen. Nachdem Haaland zu einer ersten Möglichkeit gekommen war (9.), zeigte sich diese Qualität in Person von De Bruyne, der mit einem Schlenzer eindrucksvoll seine Beidfüßigkeit unter Beweis stellte, aber knapp am langen Eck vorbeizielte (21.). Da Haaland in den Schlussminuten des ersten Durchgangs einen schwer zu verwertenden Querschläger ebenfalls am Gehäuse vorbeilegte (38.), ging es mit einem leistungsgerechten Unentschieden in die Pause.

FA Cup, 4. Runde

Alvarez ans Alu – Aké eiskalt

An dem Bild der ersten 45 Minuten änderte sich auch im zweiten Durchgang nichts. Arsenal stand gut, der amtierende Meister tat sich schwer. Einzig Torannäherungen gab es zunächst weniger als noch im ersten Durchgang. Eine scharfe Hereingabe De Bruynes (55.) blieb vorerst die einzig nennenswerte Offensivaktion. Dann aber nahm das Spiel an Fahrt auf: Erst schweißte der eingewechselte Alvarez das Leder an den Pfosten, ehe Grealish Aké in Szene setzte, der abgebrüht zur Führung einschob (64.).

Arsenal reagierte umgehend, Arteta wechselte doppelt und Xhaka bediente Nketiah, gegen den Laporte in letzter Sekunde noch klären konnte (67.). Als wäre ein Schalter umgelegt worden, war nun mehr Tempo im Spiel. So entwickelte sich eine unterhaltsame Schlussviertelstunde, in der die ganz großen Chancen allerdings ausblieben. Ein Distanzschuss von Alvarez (81.) blieb die letzte echte Möglichkeit, ManCity zog somit in das Achtelfinale des FA Cup ein.

Manchester City erwartet am Sonntag, 5. Februar, direkt das nächste Duell mit dem Norden der Hauptstadt: Um 17.30 Uhr gastieren die Skyblues bei Tottenham. Arsenal ist bereits einen Tag zuvor wieder im Einsatz. Ab 13.30 Uhr gilt es, beim abstiegsbedrohten FC Everton eine vermeintliche Pflichtaufgabe zu lösen. 

Lehrer Guardiola gegen Schüler Arteta: “Wir könnten aneinandergeraten”

ManCity gegen Arsenal ist aktuell wohl das größte Fußball-Spektakel, das England zu bieten hat. Doch beim ersten Treffen in dieser Saison könnte sich die Show auch am Seitenrand ereignen.

Einer von ihnen wird wohl Meister - und auch Pokalsieger? Mikel Arteta (li.) mit Pep Guardiola.

Einer von ihnen wird wohl Meister – und auch Pokalsieger? Mikel Arteta (li.) mit Pep Guardiola.

imago images/PA Images

So richtig rund geht es eigentlich erst in zweieinhalb Wochen, wenn Englands amtierender Meister und der aktuelle Tabellenführer der Premier League in der Liga aufeinandertreffen. Unter einem Sieg der Gunners würden einige wohl schon eine Vorentscheidung im Titelrennen verstehen. Aber eins nach dem anderen.

Am Freitagabend (21 Uhr, LIVE! bei kicker) werden sich Manchester City und der FC Arsenal zum ersten Mal in dieser Saison gegenüberstehen, wenn es im FA Cup um den Einzug ins Achtelfinale geht. Ein rein sportlich noch etwas überschaubarer Rahmen – und doch vielleicht der letzte große Härtetest, den Arsenal als Topfavorit noch bestehen muss. Und vielleicht die letzte Chance, dass der wütende Pep Guardiola noch an eine weitere Verteidigung der Meisterschaft glaubt.

Womöglich noch mehr als die norwegischen Landsleute Erling Haaland und Martin Ödegaard auf dem Platz werden Guardiola und sein ehemaliger Assistent Mikel Arteta im Etihad die Protagonisten sein. Vor inzwischen gut drei Jahren war der einstige Schüler aus Guardiolas Schatten herausgetreten, um als Chef die Gunners zu übernehmen – mit denen er seinen Lehrmeister jetzt überflügeln möchte.

Guardiola freut sich auf das bisher wohl spannendste Wiedersehen mit Arteta – und ist sich des Eskalationspotenzials an der Seitenlinie bewusst, wo der dafür unlängst kritisierte Schüler seinen Lehrer in puncto überbordender Leidenschaft noch übertrifft. “Er wird mich besiegen wollen und ich will ihn besiegen. Wenn einer verliert, werden wir nicht die besten Freunde sein”, kündigte Guardiola auf der Pressekonferenz vor der Meisterschafts-Generalprobe an. Und nicht nur das.

Guardiolas Anekdote über Artetas Liebe zu Arsenal

Der 52-Jährige glaubt, “dass wir an der Seitenlinie aneinandergeraten könnten” – man kann sich das lebhaft vorstellen. “Ich glaube, dass es früher oder später passieren wird.” Eine solche Auseinandersetzung würde allerdings “nichts am großen Respekt ändern”, den der Katalane für seinen baskischen Weggefährten habe.

Sogar noch mehr als großen Respekt habe Arteta für seinen Arbeitgeber übrig, für den er einst auch als Spieler aufgelaufen war – eine Zeit lang sogar als Kapitän. “Er ist ein Fan”, glaubt Guardiola, der dahingehend auch eine Anekdote aus gemeinsamer Zeit verriet: “Nach unseren Toren jubelte und sprang er viel umher. Nur gegen ein Team nicht, gegen das er dann einfach nur dasaß. Da wusste ich: Der Kerl mag Arsenal wirklich.”