Würzburg dreht Krimi gegen MBC – Derbysieg für Ludwigsburg

Vier Spiele stiegen am Abend in der BBL. Von den Topteams sind die MHP Riesen Ludwigsburg vertreten, die die Hakro Merlins aus Crailsheim zu Gast hatten und am Ende einen Derbysieg feierten.

Applaus: Ludwigsburgs Jonah Radebaugh.

Applaus: Ludwigsburgs Jonah Radebaugh.

IMAGO/Pressefoto Baumann

Die Basketballer der MHP Riesen Ludwigsburg haben sich drei Spieltag vor Ende der regulären Saison zu einem knappen Erfolg gegen Play-off-Anwärter Hakro Merlins Crailsheim gezittert. Das Team von Trainer John Patrick bezwang am Samstagabend im Derby die Crailsheimer mit 77:75 (47:30) und kann mit einer Bilanz von 21:9 Siegen als Tabellenvierter auf ein Heimrecht im Playoff-Viertelfinale hoffen. Die Gäste bangen als Tabellenneunter dagegen noch um den Einzug in die K.-o.-Runde.

Nach zuletzt vier Siegen in Serie haben die Niners Chemnitz überraschend gegen die Löwen Braunschweig verloren. Der Sechste führte zwar im Verlauf der Partie mit 15 Punkten, unterlag gegen die im vierten Viertel (11:24) furios spielenden Niedersachsen am Ende mit 68:77 (43:34).

Auch die EWE Baskets Oldenburg (12:20) haben sich durch ein 90:85 (48:46) beim Aufsteiger MLP Academics Heidelberg (11:20) den Klassenerhalt gesichert. Trotz eines 14-Punkte-Rückstands zu Beginn des vierten Viertels holten die Niedersachsen dank einer Aufholjagd die noch benötigten zwei Punkte zum Ligaverbleib.

Filipovski verlängert in Würzburg

Die Syntainics MBC aus Weißenfels (10:22) brauchen dagegen noch einen Erfolg. Bei s. Oliver Würzburg gab es für das Team aus Sachsen-Anhalt eine bittere 86:92 (51:43)-Niederlage. Die Gäste führten bereits mit 16 Zählern, gaben die Vorsprung allerdings im vierten Viertel ab. Zuvor hatten die Unterfranken bekannt gegeben, dass Trainer Sasa Filipovski seinen Vertrag um drei weitere Jahre bis 2025 verlängert hat. Der 47 Jahre alte Slowene hatte Würzburg im vergangenen Dezember übernommen und zum vorzeitigen Klassenerhalt geführt.

s.Oliver Würzburg – Synt. MBC Weißenfels 92:86 (18:27,25:24,18:14,31:21)

s.Oliver Würzburg: Rodriguez 21, Buford 18, Hunt 15, Moller 11, Stanic 8, Abu 5, Böhmer 5, Callison 5, Parodi 4
Synt. MBC Weißenfels: Rebic 19, Upshaw 14, Morris 13, Huskic 11, Mushidi 11, Bryant 9, English 5, Kerusch 4
Zuschauer: 2103

MLP Academics Heidelberg – EWE Baskets Oldenburg 90:95 (22:26,24:22,32:17,12:30)

Punkte MLP Academics Heidelberg: Ely 20, Geist 17, Ky. Anderson 13, Chapman 12, Ugrai 10, Osaghae 6, Martin 5, Würzner 4, Heyden 2, Friederici 1
EWE Baskets Oldenburg: Lynch 15, Pressey 15, Heidegger 13, Michalak 13, Pjanic 12, Herrera 10, Holyfield 8, Hundt 7, Paulding 2
Zuschauer: 1819

MHP Riesen Ludwigsburg – Hakro Merlins Crailsheim 77:75 (21:18,26:12,14:21,16:24)

Punkte MHP Riesen Ludwigsburg: Radebaugh 21, Alkins 18, Bartolo 9, Happ 8, Simon 8, Wohlfarth-Bottermann 5, Jacob Patrick 4, Herzog 2, Woodard 2
Hakro Merlins Crailsheim: Bleck 20, Stuckey 17, Caffey 12, Harris 11, Lewis 11, Aririguzoh 2, Lasisi 2
Zuschauer: 1803

BBL-Awards: Shorts bester Offensivspieler – Simon verteidigt am besten

Wie schon in der Vorsaison kommt der beste Offensivspieler der BBL aus Crailsheim.

Nur von einer Verletzung zu stoppen: TJ Shorts (li. Würzburgs Desi Rodriguez).

Nur von einer Verletzung zu stoppen: TJ Shorts (li. Würzburgs Desi Rodriguez).

IMAGO/HMB-Media

Mit knappem Vorsprung wurde TJ Shorts II zum besten Offensivspieler der BBL gekürt. Der US-Amerikaner, den aktuell eine Schulterverletzung ausbremst, folgt damit auf Trae Bell-Haynes, der in der Vorsaison diesen Titel ebenfalls nach Crailsheim geholt hatte.

29,27 Prozent aller Stimmen fielen auf den nur 1,75 Meter großen Shorts, der im Sommer 2021 von Hamburg  nach Hohenlohe gewechselt war und direkt Dreh- und Angelpunkt der Crailsheimer Offensive wurde. In 21 Spielen legte Shorts durchschnittlich 20,6 Punkte auf und verteilte 7,0 Assists.

Hinter Shorts landeten Kamar Baldwin (23,17 Prozent, BG Göttingen) und Parker Jackson-Cartwright (15,85 Prozent, Telekom Baskets Bonn) auf den weiteren Plätzen.

Defense: Simon vor Weiler-Babb

Den Award für den besten Defensivspieler erhielt Justin Simon von den MHP Riesen Ludwigsburg, nachdem zuvor dessen Teamkollege Yorman Polas Bartolo dreimal in Folge gewonnen hatte. US-Flügelspieler Simon bekam 34,57 Prozent aller Stimmen. Durchschnittlich holte er 1,9 Steals, 0,8 Blocks sowie 5,8 Rebounds, um die Defensive der Barockstädter zu stärken.

Mit Nick Weiler-Babb (16,05 Prozent, Bayern München) landet ein Guard auf dem zweiten Platz. Rang drei geht an Nationalspieler Max DiLeo (8,64 Prozent, Hamburg Towers).

Alba bezwingt Oldenburg und bleibt oben dran

Alba Berlin hat am 30. Spieltag der BBL den 19. Saisonsieg eingefahren. Die Hauptstädter bezwangen am Dienstag in eigener Halle die EWE Baskets Oldenburg in einem intensiven Spiel mit 92:86 (51:48).

Duell am Korb: Oldenburgs T.J. Holyfield (li.) gegen Albas Luke Sikma.

Duell am Korb: Oldenburgs T.J. Holyfield (li.) gegen Albas Luke Sikma.

IMAGO/camera4+

Alba bleibt damit das Team mit den wenigsten Niederlagen in der BBL, hat jedoch noch eine Reihe von Nachholspielen zu absolvieren. Beste Werfer der Berliner vor 4863 Zuschauern in der Mercedes-Benz Arena waren Jaleen Smith mit 19 und Oscar da Silva mit 14 Punkten. Bei Oldenburg war Max Heidegger mit 24 Zählern Topscorer.

Alba-Trainer Israel Gonzalez musste neben Marcus Eriksson und Ben Lammers kurzfristig auch auf Johannes Thiemann (Muskelhämatom in der Wade) verzichten. Gegen offensivstarke Gäste entwickelte sich ein munteres Spiel. Alba dominierte zwar den Rebound, erlaubte sich aber zu viele Ballverluste. So lagen die Berliner nach dem ersten Durchgang mit 24:26 hinten. Im zweiten Viertel konnte Alba die Fehler minimieren und Oldenburg zu Ballverlusten zwingen. Zur Pause lagen nun die Berliner mit 51:48 knapp vorn.

Gonzalez verzichtete angesichts des engen Spielplans weiterhin auf Nationalspieler Maodo Lo. Die Partie wurde physischer und blieb eng. Mit einer 70:68-Führung für Berlin ging es ins letzte Viertel. Alba kontrollierte nun Oldenburgs Topscorer Heidegger besser und konnte sich dank besserer Trefferquoten langsam absetzen. Mitte des Schlussviertels war der Vorsprung erstmals zweistellig. Oldenburg hielt dagegen, doch die Berliner behielten in einem lange umkämpften Basketballspiel die Nerven und brachten den Vorsprung über die Zeit.

Alba Berlin – EWE Baskets Oldenburg 92:86 (51:48)

Beste Werfer für Berlin: Smith (19), da Silva (14), Zoosman (13), Delow (12), Soumadje (10)
Beste Werfer für Oldenburg: Heidegger (24), Pressey (13), Paulding (11), Holyfield (10), Odiase (10)
Zuschauer: 4863 

ratiopharm Ulm – MLP Academics Heidelberg 90:74 (41:40)

Beste Werfer für Ulm: Blossomgame (24), Klepeisz (11), Herkenhoff (10)
Beste Werfer für Heidelberg: Chapman (24), Anderson (10), Ugra (10)
Zuschauer: 4438

Ludwigsburg gewinnt Verfolgerduell mit Ulm

Die MHP Riesen Ludwigsburg haben das Verfolgerduell mit ratiopharm Ulm gewonnen und sich vorerst in der Tabelle auf Platz zwei der Basketball-Bundesliga vorgeschoben.

Überflieger: Ludwigsburgs Justin Simon hebt ab.

Überflieger: Ludwigsburgs Justin Simon hebt ab.

IMAGO/Pressefoto Baumann

Die Mannschaft von Trainer John Patrick bezwang am Samstagabend Ulm mit 74:61 (33:27) und hat nun eine Bilanz von 20:8 Siegen. Der FC Bayern München (19:7) kann mit einem Erfolg am Sonntag in Gießen allerdings wieder vorbeiziehen. Ulm (18:8) bleibt Vierter. Justin Simon traf für Ludwigsburg mit 19 Punkten am besten.

Die Hakro Merlins Crailsheim (13:13) hofft als Neunter weiter auf die Playoff-Teilnahme. Gegen die MLP Academics Heidelberg siegten die Gastgeber dank einer starken zweiten Halbzeit 87:72 (34:42). Jaren Lewis überzeugten bei Crailsheim mit 30 Punkten.

Einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt machten s.Oliver Würzburg (11:17) und die EWE Baskets Oldenburg (11:18). Würzburg gewann mit 83:77 (42:50) bei medi Bayreuth, während Oldenburg das Niedersachsen-Duell mit den Löwen Braunschweig 90:76 (46:44) für sich entscheiden konnten. Beide Clubs haben vier Erfolge mehr als Gießen auf Platz 17.

medi Bayreuth – s.Oliver Würzburg 77:83 (19:19,31:23,13:22,14:19)

Punkte medi Bayreuth: Thornton 19, Sajus 17, Anim 15, Allen 13, Seiferth 7, Doreth 3, Joesaar 3
s. Oliver Würzburg: Buford 17, Moller 11, Stanic 11, Hunt 9, Parodi 9, Hoffmann 8, Rodriguez 8, Abu 4, Albus 3, Callison 3
Zuschauer: 2684

Hakro Merlins Crailsheim – MLP Academics Heidelberg 87:72 (17:22,17:20,25:18,28:12)

Punkte Hakro Merlins Crailsheim: Lewis 30, Stuckey 14, Caffey 12, Bleck 8, Harris 8, Lasisi 7, Aririguzoh 4, Gudmundsson 4
MLP Academics Heidelberg: Geist 17, Ugrai 14, Chapman 13, Lowery 11, Ely 8, Ky. Anderson 3, Friederici 2, Heyden 2, Würzner 2
Zuschauer: 2121

MHP Riesen Ludwigsburg – ratiopharm Ulm 74:61 (18:12,15:15,22:18,19:16)

Punkte MHP Riesen Ludwigsburg: Simon 19, Hulls 14, Happ 11, Alkins 10, Woodard 10, Radebaugh 8, Bartolo 2
ratiopharm Ulm: Thornwell 19, Christon 13, Klepeisz 9, Blossomgame 8, Bretzel 4, Herkenhoff 4, Jallow 4
Zuschauer: 2914

EWE Baskets Oldenburg – Löwen Braunschweig 90:76 (22:22,24:22,26:18,18:14)

Punkte EWE Baskets Oldenburg: Odiase 20, Holyfield 16, Heidegger 13, Paulding 10, Pressey 9, Herrera 8, Lynch 8, Hundt 3, Pjanic 3
Löwen Braunschweig: Peterka 18, Krämer 17, N. Tischler 9, Brown 7, Klassen 7, Sehnal 7, Turudic 7, B. Tischler 2, Zagars 2
Zuschauer: 5147

BBL-Hauptrunde wird bis 10. Mai verlängert

Um alle coronabedingt ausstehenden Spiele nachholen zu können, wird die BBL ihre Hauptrunde bis zum 10. Mai verlängern. Sollte es weitere Absagen geben, kommt die Quotientenmethode zur Anwendung.

Der BBL bleibt kein Spielraum für weitere Spielabsagen.

Der BBL bleibt kein Spielraum für weitere Spielabsagen.

imago images/Picture Point

Im Zeitraum 4. Mai bis 10. Mai stehen insgesamt neun Nachholspiele an, wobei zwei davon noch nicht abschließend terminiert werden konnten. Den 34. und somit “offiziell” letzten Spieltag der Hauptrunde bestreiten die Teams unverändert am 1. Mai.

Die BBL gab am Freitag zudem bekannt, dass eine weitere coronabedingte Neuterminierung der Nachholspiele oder auch anderer Spiele nicht möglich sei. In diesem Fall würde die Abschlusstabelle nach der Quotientenmethode berechnet.

Die Play-offs beginnen am 13. Mai und bleiben im bewährten “Best-of-five”-Modus und im Rhythmus 2-2-1 (Heim-Heim-Auswärts-Auswärts-Heim aus Sicht des Klubs mit Heimvorteil). Nach Möglichkeit sollen zwischen Heimspielen ein Ruhetag und beim Heimspielwechsel bis zu drei Ruhetage eingehalten werden.

Sollten die Bayern das Final Four der Euroleague (19. bis 21. Mai) erreichen, ruhen die BBL-Play-offs während dieser Zeit. Ein mögliches fünftes Finalspiel soll spätestens am 25. Juni 2022 stattfinden.

BBL-Tabelle