Kein Tor, kein Barça-Sieg: Lewandowskis La-Liga-Debüt misslingt

Zum Auftakt von La Liga gab Robert Lewandowski zwar sein Ligadebüt für Barça, doch das verlief nicht unbedingt nach Wunsch der Katalanen. Gegen Rayo Vallecano kam man zu Hause nicht über eine Nullnummer hinaus, vielmehr beendete man das Spiel noch nicht einmal zu elft. 

Gegen Rayo erstmals für Barcelona in La Liga im Einsatz: Robert Lewandowski.

Gegen Rayo erstmals für Barcelona in La Liga im Einsatz: Robert Lewandowski.

IMAGO/Pressinphoto

La Liga, 1. Spieltag

Personell hatte Barça nach der sportlich enttäuschenden Saison 2021/22 mächtig aufgerüstet – und das trotz eines immensens Schuldenberges. Der prominenteste Neue war Lewandowski, der seine Spielerlaubnis für La Liga erst einen Tag vor Ligastart erhalten hatte.

Der Ex-Münchner war neben Abwehrspieler Christensen und Flügelmann Raphinha einer von drei Neuzugängen in Barças Startelf, in der kein Platz war für Namen wie Ansu Fati, Depay oder Aubameyang.

All die Transfers hatten rund um den Klub eine Euphorie entfacht, der die Spieler auf dem Platz dann aber nicht gerecht wurden. Lewandowski zeigte sich bemüht, verbuchte in Hälfte eins aber lediglich ein zu Recht nicht gegebenes Abseitstor (13.) sowie einen zu ungenauen Kopfball (37.).

Ähnlich sah es bei Raphinha aus, der oft ins Dribbling ging und durchaus ein Aktivposten war, letztlich aber keine Gefahr entfachte.

Rayo kompakt und gefährlich

Fehlende Gefahr war ohnehin das Stichwort bei Barça, das zwar gewohnt feldüberlegen war, dem kompakten, gut organisierten und in den Zweikämpfen galligen Rayo aber nicht wirklich beikommen konnte. Die Katalanen konnten sich sogar bei Torhüter ter Stegen bedanken, dass sie nicht mit einem Rückstand in die Halbzeit gingen. Der deutsche Nationaltorhüter entschärfte in der Nachspielzeit der ersten Hälfte eine Top-Chance von Alvaro (45.+3).

Der erste Aufreger nach dem Seitenwechsel ging ebenfalls aufs Konto von Rayo, allerdings verfehlte Camello das Tor dann doch (52.). Ansonsten gab’s das gleiche Bild wie zuvor: Barça am Ball, aber ohne zündende Ideen. Xavi reagierte mit den Hereinnahmen von Ansu Fati, Sergi Roberto und de Jong (60.). 

Barcelona erhöhte die Schlagzahl, drängte mehr und mehr auf das Tor – vielversprechende Abschlüsse blieben allerdings eine Seltenheit: Dimitrievski parierte Busquets’ satten Fernschuss (69.), Lewandowski schoss knapp vorbei (82.), ehe der eingewechselte Aubameyang am kurz vor der Linie stehenden Abwehrmann Catena scheiterte (84.). 

Ter Stegen als Retter in der Not

Noch schwieriger wurde es, als Busquets wegen eines taktischen Fouls Gelb-Rot sah (90.+3) und die Blaugrana plötzlich in Unterzahl attackieren musste – das Unterfangen blieb erfolglos. Barça konnte sogar froh sein, dass man nicht mit einer Heimniederlage in die Saison startete, da ter Stegen mit einer Glanztat gegen Salvi Sanchez den Punkt festhielt (90.+5).

Tore und Karten

Tore Fehlanzeige

Tore und Karten

Tore Fehlanzeige

FC Barcelona

Dembelé (14. )

Rayo Vallecano

Trejo (45. ), Catena (45. + 5 ), Lejeune (54. ), Falcao (69. ), Ciss (86. ), Dimitrievski (89. )

FC Barcelona

S. Busquets (90. + 3 )


FC Barcelona

Barcelona


FC Barcelona

Barcelona

Aufstellung

Einwechslungen

Reservebank

Trainer:

Hernandez i Creus


Rayo Vallecano

Rayo


Rayo Vallecano

Rayo

Aufstellung

Einwechslungen

Reservebank

Trainer:

Iraola Sagarna

Schiedsrichter-Team
Alejandro José Hernandez Hernandez

Alejandro José Hernandez Hernandez
Spanien

Schiedsrichter-Team

Alejandro José Hernandez Hernandez

Alejandro José Hernandez Hernandez
Spanien

Spielinfo


Stadion

Camp Nou

Zuschauer

81.104

Spielinfo


Anstoß

13.08.2022, 21:00 Uhr


Stadion

Camp Nou Barcelona


Zuschauer

81.104


Eckenverhältnis

8:0

Rayo Vallecano bekommt es am kommenden Freitag (20 Uhr) erneut mit Barcelona zu tun – dann aber mit Espanyol. Der FC Barcelona gastiert indes am Sonntag darauf bei Real Sociedad San Sebastian (22 Uhr).

Spielerlaubnis erteilt: Barcelona darf Lewandowski aufstellen

Einen Tag vor dem La-Liga-Start gegen Rayo Vallecano hat der FC Barcelona die Spielerlaubnis für seinen Top-Neuzugang Robert Lewandowski erhalten.

Kann für Barça in La Liga auflaufen: Top-Neuzugang und Ex-Münchner Robert Lewandowski.

Kann für Barça in La Liga auflaufen: Top-Neuzugang und Ex-Münchner Robert Lewandowski.

IMAGO/NurPhoto

Dem FC Barcelona ist es mit einem weiteren Millionendeal im letzten Augenblick gelungen, eine Spielgenehmigung für Weltfußballer Robert Lewandowski und andere teure Neuzugänge bei der Liga zu sichern.

Auf der Seite von La Liga wurden der frühere Bayern-Torjäger sowie Andreas Christensen (gekommen vom FC Chelsea) und Franck Kessié am Freitagabend als registriert aufgeführt. Sie können damit beim ersten Ligaspiel am Samstagabend (21 Uhr, LIVE! bei kicker) im Camp Nou gegen Rayo Vallecano aus Madrid auflaufen.

Nach Informationen der Fachzeitung “Mundo Deportivo” konnten sich die Katalanen auch die Spielerlaubnis für Neuzugang Raphinha sichern sowie für Ousmane Dembelé und Sergi Roberto, deren Verträge erneuert wurden. Nur der Fall von Jules Koundé sei noch ungeklärt.

Zuvor hatte der FCB mitgeteilt, dass er in der insgesamt schon vierten Aktion dieser Art dem Unternehmen “Orpheus Media” 24,5 Prozent der Anteile an den Barça Studios für 100 Millionen Euro verkauft habe. Mit dieser weiteren Finanzspritze schafften die Katalanen den Durchbruch. Die Liga muss zwar auf die Einhaltung der Regeln zum Fairplay achten, hatte aber nach Einschätzung spanischer Medien auch kein Interesse daran, dass Superstars wie eben Torgarant Lewandowski letztlich auf der Tribüne landen könnten.

Großer Umbruch, großer Druck: Barça im Check

Der FC Barcelona legt gerade einen finanziellen Drahtseilakt samt stattlicher Transferoffensive hin. Jetzt sind Robert Lewandowski und Co. aber auch zum Erfolg verdammt.

Stehen Barça um Xavi, Robert Lewandowski und Jules Koundé (v. li.) wirklich goldene Zeiten bevor?

Stehen Barça um Xavi, Robert Lewandowski und Jules Koundé (v. li.) wirklich goldene Zeiten bevor?

Getty Images (2), imago images

Sechs Spiele, vier Siege, keine Niederlage: Die Vorbereitung des FC Barcelona lief ohne größere Probleme ab, wenngleich der FCB sich selten mit großen Teams gemessen hat. Auf der US-Tour absolvierte Xavis Team drei Partien gegen amerikanische Klubs, die Katalanen gewannen zudem im Spotify Camp Nou die traditionsreiche Gamper-Trophäe nach einem 6:0 über den mexikanischen Klub UNAM Pumas. Gegen Juventus Turin stand trotz zweier Führungen am Ende ein 2:2 – und doch herrscht Hoffnung.

Wie Barcelona derzeit Geld einnimmt

Denn den prestigeträchtigsten Sieg feierte Barcelona über Erzrivale Real Madrid im Test-Clasico. Dieser wurde gleichzeitig zum ersten Spiel Robert Lewandowskis für einen anderen FCB als den FC Bayern, in dem mit Raphinha ein weiterer Offensiv-Neuzugang traumhaft das Siegtor erzielte. Womit wir bei den vielen Transfers des FC Barcelona in diesem Sommer angelangt wären. Vielversprechende, ja sportlich fast schon ungewohnt logische Geschäfte gingen die Katalanen ein – die finanziell allerdings umso fragwürdiger waren.

Starkes Transferfenster, Schlagabtausch mit Chelsea

Wohl kaum ein Verein internationaler Klasse wechselte seinen Kader so stark aus wie Barça. Der Innenverteidigung gehören nun Jules Koundé (FC Sevilla) und Andreas Christensen (FC Chelsea) an. Vom selben Londoner Klub wurden Koundé und Flügelspieler Raphinha (Leeds United), Berichten zufolge ebenso Ousmane Dembelé und Lewandowski umworben, doch sie alle entschieden sich für den Zweiten der vergangenen La-Liga-Saison. Genauso wie der zentrale Mittelfeldspieler Franck Kessié, der ablösefrei vom italienischen Meister AC Milan verpflichtet wurde. Nur Cesar Azpilicueta tanzte aus der Reihe: Chelseas Kapitän entschied sich für einen Verbleib.


Raphinha (li.) trug sich schon gegen Real Madrid in die Torschützenliste ein.

Raphinha (li.) trug sich schon gegen Real Madrid in die Torschützenliste ein.
IMAGO/ZUMA Wire

Barças Neuzugänge verfügen nichtsdestotrotz über eine Menge internationale Klasse und könnten sich zuhauf in die Startelf spielen. Dies nicht mehr tun können derweil Clement Lenglet (vorerst leihweise zu Tottenham gewechselt) sowie der ehemalige Ersatztorhüter Neto (AFC Bournemouth) und die Eigengewächse Oscar Mingueza (Abwehr, Celta Vigo) und Riqui Puig (Mittelfeld, L. A. Galaxy) – die Verantwortlichen trauten ihnen nicht genug zu. Auch Nico steht kurz vor einem Wechsel zum FC Valencia.

Geduld wird mit dieser Mannschaft kaum jemand haben

Wie viel Barça in der kommenden Spielzeit wirklich zuzutrauen ist, ist schwer einzuschätzen, Xavis neu formierte Mannschaft muss sich im Pflichtspielzirkus erst noch zusammenfinden. Die starken Neuzugänge bereiten viel Hoffnung fürs Publikum, gleichwohl aber auch eine Menge Druck für die risikofreudigen Verantwortlichen des FC Barcelona – es müssen nun Erfolge her, damit sich die Transferoffensive auch gelohnt hat.

Vor allem in den nationalen Wettbewerben haben die Katalanen die Chance auf Titel, die Copa del Rey, die bereits in der schwierigen Saison 2020/21 gewonnen wurde, erscheint als ein realistisches Ziel. Aber eben auch als Minimalziel. Angemessener wäre wohl die erste Meisterschaft seit 2019, worauf sich Titelverteidiger Real aber sicher nicht freiwillig einlassen wird. Und die Königlichen, samt punktueller Verstärkungen, werden von Beginn an eingespielt sein.

Abwehrsorgen und Überangebot

Die Vorbereitung sah zwar gut aus, bei den Härtetests, etwa gegen Juve, kassierte die vergangene Saison häufig in der Kritik stehende Defensive jedoch wieder zwei Gegentore aus dem Nichts. Auf der anderen Seite präsentierte sich Dembelé, der seinen Vertrag verlängert hat, im Angriff spielfreudig und in einer starken Verfassung.


Präsentierte sich in der Vorbereitung in einer starken Verfassung: Ousmane Dembelé (re.)

Präsentierte sich in der Vorbereitung in einer starken Verfassung und schenkte Juve zwei Tore ein: Ousmane Dembelé (re.)
Getty Images

Die Offensivkräfte sollen es richten. Raphinha hat bereits bewiesen, dass er dazu in der Lage sein kann, von Mittdreißiger Lewandowski darf aufgrund seiner Fitness noch einiges erwartet werden. Was jedoch nicht außen vor gelassen werden darf, ist das knifflige Überangebot im vorderen Bereich. Es stehen ja auch noch die erst in der Vorsaison verpflichteten Ferran Torres und Pierre-Emerick Aubameyang sowie das wieder gesunde Eigengewächs Ansu Fati zur Verfügung. Memphis Depay wird nach einem Jahr in Spaniens Nordosten wohl zu Juventus Turin wechseln.

Wenn also sechs oder sieben Akteure um drei Startplätze streiten (wobei Lewandowski als Star-Neuzugang wohl gesetzt sein wird), ist Unruhe nicht ausgeschlossen. Während es im Kontrast auf den Außenverteidigerpositionen nach den Abgängen von Mingueza und Dani Alves an Alternativen mangelt. Jordi Alba fehlt weiterhin Entlastung auf links – und ob Sergino Dest auf rechts in seiner dritten Saison wirklich durchstarten wird, ist mehr als fraglich. Dem Vernehmen nach soll immerhin bald ein Transfer von Chelseas Linksverteidiger Marcos Alonso erfolgen.

Es darf nicht nur einiges erwartet werden, das muss es auch

Eines steht fest: Wenn Xavi sein Barcelona, das sich im Mittelfeld um Routinier Sergio Busquets, La-Masia-Talent Gavi, Kreativgeist Pedri und Neuzugang Kessié wohl am wenigsten Sorgen machen muss, zu einer Einheit formen und die Neuzugänge gut einbinden kann, ist mit den Katalanen 2022/23 wieder zu rechnen. In der Offensive, deren Angebot auch noch mit ManCitys Bernardo Silva erweitert werden könnte, verfügen sie ebenfalls über eine Menge Power. Und in der Abwehr wurde zumindest das Zentrum verstärkt – inklusive der Vertragsverlängerung mit Ronald Araujo, der auch rechts hinten agieren könnte.

Das alles klingt möglicherweise sogar so gut, dass der FCB jetzt wohl auch jeden erdenklichen Ausgang der Posse rund um Frenkie de Jong abfedern kann. Denn durch die Aktivierung des nächsten “Hebels” und der Veräußerung weiterer Anteile sollten die Katalanen all ihre Neuzugänge nun bei La Liga registrieren und somit auch einsetzen können – selbst wenn de Jong am Ende doch bleibt. Was aber nur noch mal unterstreichen würde, dass dieser spektakuläre Transfersommer geradezu eine vorgezogene Kür war. Jetzt folgt die Pflicht, und die lautet: Erfolg.

Martin Jerez

Europas Fußballer des Jahres: UEFA gibt Finalisten-Trio um Benzema bekannt

Wer beerbt Jorginho und Thomas Tuchel? Am Freitag hat die UEFA die Finalisten für Europas Fußballer und Trainer des Jahres bekanntgegeben. Real Madrid dominiert.

Wer wird ausgezeichnet? Thibaut Courtois, Karim Benzema und Jürgen Klopp (v. li.).

Wer wird ausgezeichnet? Thibaut Courtois, Karim Benzema und Jürgen Klopp (v. li.).

imago images (2)

Führt an ihm überhaupt ein Weg vorbei? Jeweils als Torschützenkönig des Wettbewerbs führte Karim Benzema Real Madrid zur spanischen Meisterschaft und zum Gewinn der Champions League – in der Vereinssaison 2021/22 ragte wohl kein Individualist so heraus wie der bereits 34-jährige Franzose.

Benzema gilt als großer Favorit auf die Auszeichnung “Europas Fußballer des Jahres”, die die UEFA in Zusammenarbeit mit den European Sports Media (ESM) unter Federführung des kicker veranstaltet. Am Freitag gab der europäische Fußballverband bekannt, dass außer dem Madrider Mittelstürmer noch dessen Teamkollege Thibaut Courtois und Kevin De Bruyne vom englischen Meister Manchester City zu den drei Spielern gehören, die unter den 15 Nominierten die meisten Stimmen erhalten haben.

Wie Jorginho (FC Chelsea) bei den Spielern kann auch dessen Coach Thomas Tuchel seinen Award “Trainer des Jahres” nicht verteidigen. In dieser Kategorie stehen neben Champions-League-Sieger Carlo Ancelotti (Real Madrid) Pep Guardiola (Manchester City) und Champions-League-Finalist Jürgen Klopp (FC Liverpool) zur Wahl.

Stimmberechtigt sind alle Trainer der Klubs, die 2021/22 an den Gruppenphasen von Champions, Europa und Europa Conference League teilgenommen haben, sowie 55 von den ESM ausgewählte Journalisten – einer aus jedem UEFA-Mitgliedsverband.

Lewandowski und Glasner nur Vierter

Auf dem undankbaren vierten Platz landete bei den Spielern Robert Lewandowski (Bayern, jetzt Barcelona) mit 54 Stimmen. Mit Filip Kostic (Eintracht Frankfurt) schaffte es ein weiterer bisheriger Bundesliga-Spieler als Zwölfter unter die Top 15 (sieben Stimmen). Bei den Trainern – hier bestand die Nominierungsliste aus einem Sextett – verpasste Kostics bisheriger Coach Oliver Glasner als Vierter knapp das Podium (75 Stimmen), Unai Emery (Villarreal, 74 Stimmen) und José Mourinho (AS Rom, 51) komplettieren die Top Sechs.

Verliehen werden die Auszeichnungen schließlich im Rahmen der Champions-League-Auslosung am 25. August. Die Shortlists für Europas Spielerin und Trainerin des Jahres gibt die UEFA kommende Woche bekannt.

Weitere Informationen folgen …

Barça veräußert weitere Anteile und kann Lewandowski wohl registrieren

Einen Tag vor seinem Ligaauftakt hat der FC Barcelona den nächsten “Hebel” aktiviert und weitere 100 Millionen Euro eingenommen. Die Neuzugänge sollten damit zu registrieren sein.

Am Samstag dann auch im Trikot? Robert Lewandowski (li.) und Raphinha.

Am Samstag dann auch im Trikot? Robert Lewandowski (li.) und Raphinha.

Getty Images

Robert Lewandowski, Raphinha und Co. im Camp Nou – das aber nur als Zuschauer? Dass der finanziell einerseits schwer angeschlagene, andererseits aber enorm risikofreudige FC Barcelona seine prominenten Neuzugänge womöglich gar nicht bei La Liga registrieren kann, sie also vorerst nicht spielberechtigt wären, stand bis zuletzt tatsächlich im Raum.

Am Freitag, einen Tag vor dem Liga-Auftakt im Heimspiel gegen Rayo Vallecano (21 Uhr, LIVE! bei kicker), könnte sich das Blatt gewendet haben. Die Katalanen vermeldeten die Aktivierung des nächsten “Hebels” – was bedeutet, dass sie weitere 24,5 Prozent ihrer audiovisuellen Produktionsfirma “Barça Studios” an die Firma “Orpheus Media” veräußert haben. Im Gegenzug nahm der spanische Vizemeister weitere 100 Millionen Euro ein.

Spanische Medien wie die “Marca” glauben nun, dass diese Einnahmen Barcelona befähigen werden, Lewandowski und Co. bei La Liga registrieren und sie am Samstag dann bereits einsetzen zu können – auch wenn Ersteres zur Stunde noch nicht geschehen ist. Es bleibt ein kurioser Wettlauf gegen die Zeit, auch wenn ihn Barça – dank eines weiteren Verzichts auf künftige Einnahmen – jetzt vielleicht gewonnen hat.

Real ganz vorne: Ehemalige Bundesliga-Spieler in La Liga

In La Liga tummeln sich aktuell einige ehemalige Bundesliga-Spieler, die meisten bei Real Madrid. Aber wer ist sonst dabei? Eine Übersicht. 

Wichtige Spieler bei den Königlichen: David Alaba und Toni Kroos.

Wichtige Spieler bei den Königlichen: David Alaba und Toni Kroos.

IMAGO/Domenic Aquilina

Die größten Blöcke an ehemaligen Bundesliga-Spielern stellen die beiden Granden Real Madrid und Barcelona. Bei den Königlichen sind sechs Spieler aktiv, die auch schon im deutschen Oberhaus kickten. Eine echt Größe ist seit 2014 Toni Kroos, der mit den Blancos etliche Titel holte. Für Bayern und Leverkusen kam er 173-mal in der Bundesliga zum Einsatz (23 Tore). Richtig gut etabliert hat sich im Lager Reals auch David Alaba, der im vergangenen Sommer von den Bayern nach Madrid gewechselt war, direkt Abwehrchef wurde und sich die Meisterschaft und den Champions-League-Titel sicherte. Bei den Münchnern und in Hoffenheim war er in der Bundesliga 298-mal zum Zug gekommen (23 Treffer). 

Die beiden Leistungsträger sind zwei von sechs ehemaligen Bundesliga-Spielern bei Real. Auch Daniel Carvajal (32 Spiele für Leverkusen, ein Tor), Jesus Vallejo (25 Spiele für Frankfurt, ein Treffer), Reinier (27 Spiele für den BVB, ein Tor) und Sommer-Neuzugang Antonio Rüdiger (66 Spiele für Stuttgart, zwei Tore) waren im deutschen Oberhaus aktiv.

Lewandowski der neue Star bei Barça

Hinter Real mit sechs ehemaligen Bundesliga-Spielern folgt Barcelona mit deren fünf. Ganz frisch aus Deutschland nach Spanien gewechselt ist Robert Lewandowski, der der neue Star bei den Katalanen ist und im deutschen Oberhaus für Bayern und Dortmund in 384 Spielen satte 312 Tore schoss. In Katalonien trifft er mit Pierre-Emerick Aubameyang (144 Spiele, 98 Tore) und Ousmane Dembelé (32 Spiele, sechs Tore) auf zwei ehemalige Dortmunder. 

Ebenso als ehemaliger Bundesliga-Spieler im Kader der Katalanen ist Marc-André ter Stegen zu nennen, der für Gladbach 108-mal zwischen den Pfosten stand. Mit Andreas Christensen kam im Sommer noch ein ehemaliger Borusse nach Barcelona, er machte 62 Spiele für die Fohlen (fünf Tore). 

Witsel neu bei Atletico

Der Vorjahresdritte Atletico hat drei ehemalige Bundesliga-Spieler in seinen Reihen. Ganz neu ist Axel Witsel, dessen Vertrag in Dortmund ausgelaufen war. Für den BVB kam er 105-mal zum Einsatz, dabei traf er zehnmal. Seit letztem Sommer ist Matheus Cunha ein Rojiblanco. Er sammelte im deutschen Oberhaus Minuten bei Leipzig und Hertha BSC, 74 Spielen sprangen heraus (14 Tore). Komplettiert wird das Atletico-Trio, das bereits Bundesliga-Erfahrung hat, von Santiago Arias, der eine Partie für Bayer Leverkusen absolvierte. 

Auch drei ehemalige Bundesliga-Spieler bei Sevilla

Genau wie Atletico hat auch der Vorjahresvierte Sevilla drei Spieler in seinen Reihen, die schon in Deutschlands höchster Klasse spielten. Am meisten Bundesliga-Erfahrung hat Ivan Rakitic (97 Spiele, zwölf Tore), der im vergangenen Sommer aus Barcelona zurück nach Andalusien gewechselt war. Auch Defensivmann Karim Rekik (64 Spiele für Hertha, drei Tore) und Mittelfeldmann Thomas Delaney (107 Partien, elf Tore für Bremen und Dortmund) sammelten bereits einiges an Erfahrung in Deutschland. 

Die weiteren La-Liga-Klubs mit Ex-Bundesliga-Spielern im Überblick:

CA Osasuna: Lucas Torro (15 Bundesliga-Spiele für Frankfurt)

Celta Vigo: Goncalo Paciencia (67 Bundesliga-Spiele, 13 Tore für Frankfurt und Schalke)

Espanyol Barcelona: Joselu (79 Bundesliga-Spiele, 22 Tore für Hannover, Hoffenheim und Frankfurt), Landry Dimata (21 Bundesliga-Spiele für Wolfsburg)

FC Elche: Omar Mascarell (98 Bundesliga-Spiele, zwei Tore für Schalke und Frankfurt)

FC Getafe: Stefan Mitrovic (14 Bundesliga-Spiele für Freiburg)

FC Villarreal: Francis Coquelin (16 Bundesliga-Spiele für Freiburg), José Manuel Reina (3 Bundesliga-Spiele für Bayern), Paco Alcacer (37 Bundesliga-Spieler, 23 Tore für Dortmund)

RCD Mallorca: Matthew Hoppe (22 Bundesliga-Spiele, sechs Tore für Schalke), Pablo Maffeo (8 Bundesliga-Spiele für Stuttgart)

Real Betis: Andre Guardado (4 Bundesliga-Spiele für Leverkusen), Juan Miranda (11 Bundesliga-Spiele für Schalke), Marc Bartra (31 Bundesliga-Spiele, zwei Tore für Dortmund)

Real Sociedad: Alexander Isak (5 Bundesliga-Spiele für Dortmund), Mikel Merino (8 Bundesliga-Spiele für Dortmund)

Real Valladolid: Sergio Escudero (12 Bundesliga-Spiele für Schalke)

Torschützenkönig-Check: Wer wird Lewandowski-Nachfolger?

kicker.tv Hintergrund 08.08.2022

Torschützenkönig-Check: Wer wird Lewandowski-Nachfolger?

5:50Nach dem Wechsel von Anthony Modeste zu Borussia Dortmund ist ein Thema noch spannender geworden, das ohnehin schon heiß diskutiert wurde: Das Erbe Robert Lewandowskis als Dauer-Torschützenkönig der Bundesliga. In unserem Goalgetter-Check schauen wir auf das ziemlich große Kandidatenfeld.

Für Müller “ein Auftakt nach Maß”, doch Kimmich findet das Haar in der Suppe

Der FC Bayern präsentiert sich wie schon im Supercup gegen RB Leipzig (5:3) offensiv hungrig und schenkt der Eintracht zum Auftakt in die neue Bundesliga-Saison ein halbes Dutzend an Gegentoren ein. Alles top also? Nicht ganz.

Mit einem 6:1 in Frankfurt "einwandfrei" in die Bundesliga-Saison gestartet: der FC Bayern München.

Mit einem 6:1 in Frankfurt “einwandfrei” in die Bundesliga-Saison gestartet: der FC Bayern München.

IMAGO/osnapix

Im Lob waren alle Münchner an diesem späten Freitagabend vereint. Vor allem die Offensive um die vier “neuen” Granden Sadio Mané, Thomas Müller, Serge Gnabry und Jamal Musiala machte den Beteiligten hier extrem viel Spaß – und das in Abwesenheit von Robert Lewandowski, der in diesem Sommer zum FC Barcelona abgewandert war.

“Die Energie, die man spürt, ist schon herausragend”, schwärmte etwa Bayern-Trainer Julian Nagelsmann beim Gespräch mit “Sat.1”. “Die erste Halbzeit”, in der sein Team schon überdeutlich mit 5:0 geführt und zudem weitere Großchancen auch in Form von drei Aluminiumtreffern ausgelassen hatte, “war schon herausragend und gut anzusehen.” Thomas Müller, der mit seiner Übersicht gleich drei der sechs FCB-Tore direkt vorbereitet hatte, blies ins selbe Horn: “Das war einwandfrei. Wenn man hier 6:1 gewinnt – das war ein Auftakt nach Maß.”

Da machte es auch nichts, dass der zuletzt zehnmal in Folge an der Bundesliga-Spitze stehende Rekordmeister nach dem Seitenwechsel etwas vom Gaspedal gegangen war. Für Nagelsmann ein nachvollziehbarer Schritt: “In der Zweiten war es ein Stück weit normal, dass man einen Gang rausnimmt, das ist vielleicht auch clever.”

“Ein Kritikpunkt ist bei uns immer …”

Weniger clever war in den besagten zweiten 45 Minuten allerdings Manuel Neuers riskantes Eins-gegen-eins-Dribbling mit dem auf den Ball gierigen Eintracht-Joker Randal Kolo Muani. Der 23-jährige Neuzugang vom FC Nantes klaute sich hier nämlich den Ball von der deutschen Nummer eins und schob direkt danach zum Ehrentreffer ein.

Das war dann auch der eine Makel, den Mittelfeldmotor Joshua Kimmich hinterher im Interview mit DAZN anmerkte: “Ein Kritikpunkt ist natürlich bei uns immer, dass wir es wieder nicht geschafft haben, zu Null zu spielen.”

Ansonsten war aber auch der 27-Jährige aus dem Häuschen ob der starken Leistung seines Teams: “Man muss schon sagen, dass das nach vorne nicht verkehrt war. Wir hatten ja neben den Toren noch die ein oder andere Chance auf noch mehr, das hat schon richtig Bock gemacht. Wir wussten, dass bei Frankfurt immer wieder Räume sind – etwa bei Kostic und Knauff. Die haben wir dann auch, denke ich, ganz gut bespielt. Wir haben es in etlichen Situationen aber auch von hinten heraus gut gelöst.”

“Und die vier da vorne …”, so Kimmich abschließend. “Das macht schon Spaß!”

“Ein absolutes Debakel”: Rode & Co. fehlen gegen Bayern “die Mittel”

Sechs Gegentore, mit Glück nicht noch mehr kassiert, defensiv überhaupt oft zu leichtsinning und offensiv meist zu harmlos: Eintracht Frankfurt ist mit einer krachenden Pleite in die neue Bundesliga-Saison gestartet. Dementsprechend bedient präsentierte sich SGE-Kapitän Sebastian Rode.

Lange Gesichter zum Bundesliga-Start: Sebastian Rode (li.) und Mario Götze sind gegen Bayern untergegangen.

Lange Gesichter zum Bundesliga-Start: Sebastian Rode (li.) und Mario Götze sind gegen Bayern untergegangen.

IMAGO/ULMER Pressebildagentur

0:5 nach 45 Minuten, mehrmals Glück bei Münchner Aluminiumtreffern und 1:6 nach 90 Minuten: Den Auftakt vor heimischer Kulisse hat sich Frankfurts Bundesliga-Team ganz anders vorgestellt. Während den Hessen selbst nur eine Minimalzahl an Möglichkeiten (Lattenkopfball von Tuta, Großchance für Jesper Lindström, Ehrentreffer von Joker Randal Kolo Muani nach Geschenk von Manuel Neuer) gelangen, wurde die eigene Defensivabteilung von einer über weite Strecken furios aufspielende Bayern-Offensive vorgeführt.

Sebastian Rode übte sich unmittelbar nach Schlusspfiff in einer ersten Erklärung und fand klare Worte. Dieser Auftritt am 1. Spieltag der neuen Saison sei “misslungen, ja … Wir haben uns das sicherlich ganz anders vorgestellt”, sagte der nach dem 4:0 über Magdeburg im DFB-Pokal in die Startelf gerückte Eintracht-Kapitän eingangs im Gespräch mit DAZN. “Doch so wurde es gerade in der ersten Halbzeit ein absolutes Debakel.”

Rode ehrlich: “Das war für uns nicht zu verteidigen”

Warum lief es so schlecht, woran lag es? So viele Räume zuzustellen, wie die Münchner mit ihrem brachialen und schnellen Offensivfußball kreiert hätten, sei “an diesem Abend einfach sehr schwer gewesen”, so Rode weiter.

Für den 31-jährigen Ex-Münchner sei dabei auch der Abgang von Robert Lewandowski zum FC Barcelona ein Grund für die Deutlichkeit dieser FCB-Show gewesen. Seine Einschätzung: “Gerade nach dem Abgang von ‘Lewy’ war die Statik schon ein bisschen verändert. Die vier Offensiven vorn (Neuzugang Sadio Mané, Thomas Müller, Doppelpacker Jamal Musiala und Serge Gnabry; Anm. d. Red.) waren extrem variabel, sie haben immer hohes Tempo drin gehabt. Und gerade nach den zwei Toren nach den Standards haben sie auch extrem viele Räume bekommen, die sie toll bespielt haben – sowohl in der Tiefe als auch in der Mitte hinter uns in der Zone. Das war für uns nicht zu verteidigen, wir hatten keine Mittel. So haben wir dann auch den Arsch aufgerissen bekommen.”

Rode lobt die Eintracht-Fans

Nichtsdestotrotz legte Rode schnell auch wieder eine positive Ausstrahlung an den Tag, garniert mit ein paar Schmunzlern. Ganz einfach deshalb, weil gegen diesen FC Bayern an diesem Abend schlicht nichts drin gewesen sei und das deshalb auch schnell abgehakt werden könne.

Auch deshalb, weil die zweiten 45 Minuten für sich genommen nicht verloren gegangen waren (1:1) und die Hessen sich hier stabiler sowie ebenbürtiger gegen zugegebenermaßen auch verhaltener agierende Münchner präsentiert hatten. Dem zollten schließlich zum Abpfiff auch die über 50.000 Fans im eigenen Stadion Respekt, feierten den amtierenden Europa-League-Champion trotz 1:6-Debakel ausgiebig. Für Rode etwas Besonderes – und etwas, was beim Blick nach vorn direkt hilft: “Die Fans haben immer ein sehr gutes Gespür für das, was auf dem Platz passiert. Das war schon gut. Jetzt gilt es einfach: Mund abputzen, das Spiel gegen Real am Mittwoch (UEFA Supercup ab 21 Uhr, LIVE! bei kicker; Anm. d. Red.) bestreiten und dann in der Bundesliga wieder in die Spur kommen.”