Gislasons vielsagendes Angebot an Kreisläufer Pekeler

Bundestrainer Alfred Gislason sprach nach dem verlorenen WM-Viertelfinale gegen Frankreich auch über einen Spieler, der gar nicht im deutschen Kader steht. Womöglich aber in Zukunft wieder.

Kennen und schätzen sich: Hendrik Pekeler, Assistent Erik Wudtke und Bundestrainer Alfred Gislason (v.li.).

Kennen und schätzen sich: Hendrik Pekeler, Assistent Erik Wudtke und Bundestrainer Alfred Gislason (v.li.).

imago images

Aussagen eines speziellen Spielers, der in Polen und Schweden gar nicht zum deutschen Aufgebot gehört, hatten vor dem deutschen WM-Viertelfinale gegen Frankreich (25:38) für Aufsehen gesorgt. Hendrik Pekeler plauderte im Podcast der Rhein-Neckar Löwen aus dem Nähkästchen: “Es gab an Weihnachten eine kleine Abstimmung innerhalb der Familie, ob ich wieder Nationalmannschaft spielen soll. Das Ergebnis war 10:0, dass ich wieder spielen soll.” Er selbst habe sich “enthalten”.

Der Kreisläufer des THW Kiel, der 2016 mit dem DHB-Team Europameister wurde und Olympia-Silber in Rio geholt hatte, legte im Anschluss an die Olympischen Spiele 2021 eine “längere Pause” ein. Der frühere Löwen-Profi hatte im November nach monatelanger Verletzungspause wegen eines Achillessehnenrisses im linken Fuß sein Comeback für die Kieler gegeben.

Nach der derzeit laufenden WM wolle Bundestrainer Gislason ihn kontaktieren, führte Pekeler aus: “Wenn ich merke, ich habe ein gutes Gefühl und keine Probleme, dann werden wir uns zusammensetzen und eine Lösung finden.” Der starke Abwehrspieler müsse in den kommenden Wochen schauen, “wie der Stand der Dinge mit meinen Achillessehnen ist, also wie verkrafte ich den Ligaalltag und die Champions-League-Belastung. Wenn ich weiterhin Probleme habe, macht es keinen Sinn, diese Turniere zu spielen.”

“Pekeler ist einer der Weltbesten in Angriff und Abwehr”

Im Fokus ist dabei sicherlich die deutsche Heim-EM im nächsten Jahr (10. bis 28. Januar 2024). Dass Gislason von einer Rückkehr Pekelers begeistert wäre, daraus machte er am Mittwochabend nach dem Frankreich-Spiel keinen Hehl. “Unsere Probleme in der Abwehr sind ja teilweise nicht zu übersehen”, begann der Isländer seine Ausführungen am ZDF-Mikrofon: “Wir haben zwei sehr tolle Kreisläufer mit Golla und Kohlbacher, aber nur einer deckt im Innenblock. Die Franzosen haben drei sehr tolle Kreisläufer, aber die decken alle im Innenblock.”

Eine Spitze, die in Richtung Kohlbacher fliegt, der in der Abwehr zumeist sogar ganz ausgewechselt wird. Auch mit dem Decken auf der Halbposition hat der bullige Kreisläufer, der offensiv bei der WM hervorragend mit Vereinskollege Juri Knorr harmoniert, häufig so seine Probleme. “Pekeler ist einer der Weltbesten in Angriff und Abwehr, er kann beides sehr gut”, lobte Gislason.

Die Tür zur Nationalmannschaft ist trotz der eingelegten Pause keineswegs zu. Im Gegenteil. “Er hat sich ja nicht verabschiedet aus der Nationalmannschaft. Er hat erstmal Pause gemacht und sich dann verletzt”, fasste Gislason den Stand der Dinge zusammen: “Das muss natürlich er entscheiden, ob er sich das zutraut.” Pekeler zurück im Innenblock der Nationalmannschaft. Ein Gedanke, mit dem sich Gislason sehr gut anfreunden kann. “Ich hoffe natürlich darauf.”