Davis-Cup: Zverev soll deutsches Team nach Verletzung anführen

Die deutschen Tennis-Herren setzen im Davis-Cup für die Zwischenrunde in Hamburg trotz einiger “Fragezeichen” auf die zuletzt verletzten Alexander Zverev und Oscar Otte.

War Anfang Juni nach einem dreifachen Bänderriss operiert worden: Alexander Zverev.

War Anfang Juni nach einem dreifachen Bänderriss operiert worden: Alexander Zverev.

IMAGO/Hasenkopf

Neben den beiden Top-Spielern nominierte Teamchef Michael Kohlmann auch Jan-Lennard Struff und die Doppel-Spezialisten Kevin Krawietz und Tim Pütz. “Ich bin überzeugt, dass es eine schlagkräftige Mannschaft ist, die sich für die Endrunde in Malaga qualifizieren kann”, sagte Kohlmann bei der Präsentation am Montag. Es gebe aufgrund der jüngsten Verletzungen von Zverev und Otte “ein paar Fragezeichen”, er sei aber “guter Dinge”.

Restrisiko bleibt: “Ein paar unbekannte Faktoren”

Die “Fragezeichen”, von denen Kohlmann spricht, ergeben sich aus der langen Match-Pause seiner beiden Stars. “Wenn man wie die beiden länger nicht gespielt hat, gibt es immer ein paar unbekannte Faktoren. Aber die Qualität, die Sascha und Oscar ins Team bringen, rechtfertigt das kleine Risiko. Ich bin überzeugt, dass beide zum Davis-Cup in Hamburg rechtzeitig fit sind”, so der Teamchef.

Olympiasieger Zverev hatte vergangene Woche seine Zusage für einen Start bekräftigt. Der Weltranglisten-Zweite war Anfang Juni nach einem dreifachen Bänderriss im rechten Sprunggelenk operiert worden. Er sei “sehr zuversichtlich”, dass Zverev rechtzeitig für den Davis-Cup fit werde, sagte Kohlmann über den 25-Jährigen, der auch noch auf einen Start bei den US Open hofft. “Ob er das schafft, da würde ich ein paar Fragezeichen hinter setzen”, sagte der Davis-Cup-Kapitän.

Otte zuversichtlich: Knie fühlt sich “mega-stabil” an

Auch Oscar Otte steht nach einem Eingriff am Innenmeniskus vor vier Wochen wie Zverev bereits wieder auf dem Tennisplatz. Das Knie fühle sich “mega-stabil” an, sagte der 29-Jährige. “Wir sind auf einem guten Weg, für den Davis-Cup sieht es sehr gut aus.” Auch eine Teilnahme beim letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres in New York ab dem 29. August sei “sehr realistisch”.

In dieser Aufstellung hatte sich das deutsche Team in Brasilien in der Qualifikation durchgesetzt. In der Zwischenrunde am Rothenbaum geht es gegen Frankreich (14. September), Belgien (16. September) und Australien (18. September). Die besten zwei Teams jeder Gruppe erreichen die Viertelfinals, die wie die komplette K.-o.-Phase vom 21. bis 27. November in Malaga stattfinden. In der Runde der besten acht Teams könnte der Auswahl des Deutschen Tennis Bunds als Gruppensieger ein Aufeinandertreffen mit Spanien oder Serbien drohen.

Größter Karriere-Erfolg: Carreno Busta gewinnt Masters in Montreal

Hatte Grund, die Faust zu ballen: Pablo Carreno Busta hat das ATP-Turnier in Montreal gewonnen.

Hatte Grund, die Faust zu ballen: Pablo Carreno Busta hat das ATP-Turnier in Montreal gewonnen.

Getty Images

Für Carreno Busta ist es der größte Einzel-Turniersieg seiner Karriere. Bei einem ATP-1000-Turnier hatte der 31 Jahre alte Spanier in seiner Laufbahn bislang nur im Doppel triumphieren können. Der 23. der Weltrangliste ist damit wohl auch pünktlich zu seinem Lieblings-Grand-Slam in Topform: Bei den US Open, die Ende des Monats starten, erreichte Carreno Busta bislang bereits zweimal das Halbfinale.

Zudem gelang Carreno Busta die Revanche für das Finale von Metz im vergangenen Jahr: Damals war er Hurkacz noch mit 6:7, 3:6 unterlegen. Der Pole zeigte sich in Montreal allerdings zu abhängig von seinem 1. Aufschlag: Gerade einmal 37 Prozent der Punkte nach zweitem Aufschlag gingen an Hurkacz, der auf seinen sechsten Karriere-Titel noch warten muss.

Keine Sensation durch Haddad Maia: Halep triumphiert in Toronto

Glücklich mit Trophäe: Simona Halep freut sich über ihren Turniersieg in Toronto.

Glücklich mit Trophäe: Simona Halep freut sich über ihren Turniersieg in Toronto.

IMAGO/ZUMA Wire

Halep feierte durch den Dreisatzsieg bereits zum dritten Mal den Turniersieg in Toronto. Bereits 2016 und 2018 hatte die Rumänin dort triumphiert. Insgesamt war es der neunte Masters-Sieg ihrer Karriere. In der Weltrangliste macht die ehemalige Nummer 1 einen großen Sprung und klettert durch den Turniersieg von Position 15 auf sechs.

Haddad Maia hingegen verpasste den bislang größten Erfolg ihrer Karriere. Die 24 Jahre alte Brasilianerin hatte im Turnierverlauf unter anderem völlig überraschend die Weltranglistenerste Iga Swiatek (Polen) und Olympiasiegerin Belinda Bencic (Schweiz) bezwungen und lieferte schließlich auch Halep einen guten Fight – am Ende aber ohne Erfolg.

Swiatek-Bezwingerin Haddad Maia im Finale von Toronto

Beatriz Haddad Maia hat ihren Siegeszug beim WTA-Turnier in Toronto fortgesetzt und ist ins Finale eingezogen. Dort wartet nun am Sonntag Simona Halep. 

Greift nach dem Titel: Beatriz Haddad Maia.

Greift nach dem Titel: Beatriz Haddad Maia.

Getty Images

Die brasilianische Außenseiterin, die in der kanadischen Metropole bereits unter anderem die Weltranglistenerste Iga Swiatek (Polen) und Olympiasiegerin Belinda Bencic (Schweiz) bezwungen hatte, setzte sich im Halbfinale 6:4, 7:6 (9:7) gegen Karolina Pliskova aus Tschechien durch.

“Ich bin sehr glücklich, das ist ein besonderer Moment für mich”, sagte Haddad Maia, die im Endspiel am Sonntag (19.30 Uhr MESZ) auf Simona Halep (Rumänien) trifft – und großen Respekt vor der früheren Weltranglistenersten hat: “Sie ist ein Champion und arbeitet sehr hart. Es wird ein intensives und schwieriges Match. Aber ich werde es genießen und alles auf dem Court lassen.”

Halep hatte zuvor Jessica Pegula (USA/Nr. 7) mit 2:6, 6:3, 6:4 geschlagen. “Ich kann mich noch weiter verbessern”, sagte die Rumänin: “Mein Selbstvertrauen wächst, ich bin wirklich zufrieden momentan. Das Feuer ist zurück.”

Hurkacz greift nach zweitem Titel in diesem Jahr

Beim ATP-Masters in Montreal greift der Pole Hubert Hurkacz, der sich zuvor gegen den formstarken Nick Kyrgios durchgesetzt hatte, nach seinem zweiten Titel in diesem Jahr. Der Sieger des Turniers von Halle bekommt es am Sonntag (22.00 Uhr MESZ) im Finale mit dem Spanier Pablo Carreno Busta zu tun.

Kyrgios verliert Krimi gegen Hurkacz – Gauff scheitert an Halep

Am Freitag unterlag Nick Kyrgios beim Masters in Montreal dem gesetzten Polen Hubert Hurkacz nach hartem Kampf. Bei den Damen in Toronto verlor Cori Gauff das Duell mit Simona Halep.

Nick Kyrgios muss in Montreal die Tasche packen.

Nick Kyrgios muss in Montreal die Tasche packen.

Getty Images

Nick Kyrgios ist beim ATP-Masters in Montreal nach seinem Erfolgslauf im Viertelfinale ausgeschieden. Der Wimbledon-Finalist unterlag dem an acht gesetzten Polen Hubert Hurkacz mit 6:7 (4:7), 7:6 (7:5), 1:6.

Zwei Wochen vor den US Open hatte sich Kyrgios zuvor in bestechender Form gezeigt. In der zweiten Runde in Montreal warf er den russischen Weltranglistenersten Daniil Medwedew aus dem Turnier. Zudem holte er vor einer Woche beim Masters in Washington gleich zwei Titel, neben seinem ersten Einzel-Triumph seit drei Jahren gewann der 27-Jährige auch im Doppel.

WTA: Viertelfinals in Toronto

Die WTA-Tour ist ebenfalls in Kanada zu Gast, jedoch in Toronto, wo 2,697 Mio. US-Dollar ausgeschüttet werden. Die Viertelfinals eröffneten Simona Halep (Nr. 15) und Cori Gauff (10) – die Rumänin bezwang die US-Amerikanerin 6:4, 7:6 (7:2).

Aus in der Windlotterie: Swiateks Siegesserie reißt in Toronto

Die Weltranglistenerste Iga Swiatek ist beim WTA-Turnier in Toronto überraschend im Achtelfinale gescheitert. Sie unterlag der Brasilianerin Beatriz Haddad Maia mit 4:6, 6:3, 5:7.

Vergeblich gestreckt: Iga Swiatek ist in Toronto früh ausgeschieden.

Vergeblich gestreckt: Iga Swiatek ist in Toronto früh ausgeschieden.

picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Damit ging für Swiatek eine langes Siegesserie zu Ende: Bei Masters-Turnieren hatte die Polin, die in diesem Jahr bereits sechs Titel eingefahren hat, zuletzt 23 Matches in Folge für sich entschieden.

Als einen der Gründe für das Aus nannte Swiatek den starken Wind. Ihre Gegnerin Haddad Maia habe die Bedingungen “einfach besser genutzt als ich. Wenn sie mit dem Wind gespielt hat, hat sie wirklich starke Bälle gespielt”, sagte Swiatek, die am Ende 28 Unforced Errors verbuchte: “Ich habe mehr Fehler gemacht als sie. Sie war ein bisschen solider.”

Haddad Maia, aktuell die Nummer 24 der Weltrangliste, schaffte hingegen Historisches: Als erste Brasilianerin überhaupt steht sie nun im Viertelfinale eines WTA-1000-Turniers. Dort trifft sie nun auf die Schweizerin Belinda Bencic, die sich deutlich mit 6:1, 6:3 gegen Garbine Muguruza durchsetzte.