Grimaldi “faul” beim Tor – Koschinats Vorhersage mit Gouras

Der 1. FC Saarbrücken hat beim 2:0 über die Reserve Dortmunds wieder zu gewohnter defensiver Stabilität gefunden. Zudem bewies Trainer Uwe Koschinat ein goldenes Händchen.

Schoss Saarbrücken gegen Dortmund in Führung: Adriano Grimaldi.

Schoss Saarbrücken gegen Dortmund in Führung: Adriano Grimaldi.

imago images/Jan Huebner

“Wir haben defensiv nah an der Perfektion gespielt”, lobte Uwe Koschinat seine Mannschaft am Mikrofon von “Magenta Sport”. Tatsächlich ließ der 1. FC Saarbrücken beim 2:0 über die Zweitvertretung von Borussia Dortmund wenig zu, lediglich zwei Großchancen konnten sich die Gäste am Mittwochabend herausspielen.

Koschinat stellte seine Mannschaft gut auf den BVB ein, nach dem zuvor wilden 4:3 in Duisburg zeigte sich die Defensive des FCS wieder deutlich stabiler. Die offensive Qualität behielt Saarbrücken zudem bei, wenngleich die Konsequenz im Abschluss in Halbzeit eins noch fehlte. “Wir hätten zur Pause eigentlich führen müssen”, so Koschinat, der die vergebenen Chancen von Adriano Grimaldi und Robin Scheu ansprach.

“In allen Bereichen maximal gefordert”

Nach Wiederanpfiff war auf Grimaldi aber wieder verlass, der Angreifer beendete seinen Heimfluch (erstes Tor seit 1. Oktober) und erzielte seinen 11. Saisontreffer. Das aber nur, weil er sich zunächst ausruhte. “Die Vorarbeit ist überragend, weil wir ein super Pressing spielen. Ich bin in dem Moment faul gewesen und stehen geblieben, aber wurde dafür belohnt, weil ich den Ball kriege. Irgendwo ist es dann auch mein Job, die Dinger zu machen”, analysierte Grimaldi seinen Führungstreffer.

In der Folge stand für Grimaldi & Co. aber wieder Schwerstarbeit an, Dortmund erhöhte das Tempo deutlich. Saarbrücken konnte sich kaum mehr befreien, das sah auch Koschinat so. “Wir sind heute in allen Bereichen maximal gefordert worden, aber wir haben hervorragende Zeichen auf dem Platz gesetzt.”

Spitzenspiel gegen Magdeburg

Zeichen setzte Grimaldi in dieser Phase zumindest offensiv nicht mehr, nach 78 Minuten war für den 30-jährigen Deutsch-Italiener Schluss – für ihn kam Minos Gouras, ein Glücksgriff Koschinats. Der 23-Jährige, der nach seiner Corona-Infektion zum vierten Mal eingewechselt wurde, legte nach wenigen Sekunden auf dem Platz einen Sprint über 50 Meter hin und traf anschließend zum entscheidenden 2:0. “Ganz ehrlich: Ich habe zu Adriano Grimaldi nach der Auswechslung gesagt, obwohl er eigentlich noch konnte, wir kontern die jetzt über Gouras aus – und ein paar Sekunden später steht er tatsächlich alleine vor dem Tor”, gab Koschinat seine beinahe schon hellseherischen Fähigkeiten zu.

Durch das 2:0, Saarbrückens sechstem Heimsieg, springt der FCS auf Platz 2 – auch wenn einige Teams ein Spiel weniger absolviert haben. Am kommenden Samstag wartet nun das absolute Spitzenspiel gegen den 1. FC Magdeburg. “Wir haben es uns verdient, dass wir jetzt so ein schönes Spiel am Samstag haben”, freut sich Grimaldi auf das Duell mit dem elf Punkte entfernten Liga-Primus, der laut Koschinat “eine absolute Ausnahme in der Liga” ist.

Saarbrückens Stürmer Jacob fällt kurzfristig aus

Saarbrückens Stürmer Sebastian Jacob ist am Mittwochmorgen positiv auf Corona getestet worden und fällt damit kurzfristig für das Abendspiel gegen Borussia Dortmund II aus. Aber nicht nur für das.

Fällt wegen Corona aus: Sebastian Jacob.

Fällt wegen Corona aus: Sebastian Jacob.

imago images/Jan Huebner

Wie der FCS mitteilte, wurde der gesamte Kader inklusive des Betreuerstabes am Dienstag turnusgemäß PCR-getestet. Am Mittwochmorgen lag die Auswertung des Labors vor – mit genau einem positiven Testergebnis. Betroffen ist Sebastian Jacob, der sich nun in häuslicher Isolation befindet.

Dementsprechend fehlt Jacob beim Abendspiel gegen Borussia Dortmund II (19 Uhr, LIVE! bei kicker) und der Partie am Samstag in Magdeburg. Der 28-jährige Stürmer kam in der laufenden Drittliga-Saison bereits 17-mal zum Einsatz.

“Da Sebastian Jacob geboostert ist, gehen wir von einem milden Verlauf und einer schnellen Genesung aus und hoffen, dass er uns schnellstmöglich wieder gesund zur Verfügung steht”, so Sportdirektor Jürgen Luginger.

Vier Offensivspielern droht eine Gelbsperre

Gut möglich, dass Trainer Uwe Koschinat mit Blick auf das Topspiel in Magdeburg am Samstag rotiert. Mit Adriano Grimaldi, Julian Günther-Schmidt, Tobias Jänicke und Minos Gouras sind gleich vier wichtige Offensivspieler mit Gelben Karten vorbelastet und nach der nächsten Verwarnung gesperrt.

Saarbrückens Kerber fällt gegen Duisburg aus

Kann am kommenden Spieltag in Duisburg nicht teilnehmen: Saarbrückens Luca Kerber.

Kann am kommenden Spieltag in Duisburg nicht teilnehmen: Saarbrückens Luca Kerber.

imago images/Jan Huebner

Das teilte der Verein am Dienstagnachmittag mit. Wegen der Behandlung mit Antibiotika wird der 19-jährige Mittelfeldmann das kommende Auswärtsspiel am Sonntag (14 Uhr) in Duisburg verpassen. Ein vorsorglicher PCR-Test fiel derweil negativ aus, so der FCS auf der Vereinswebsite.

Kerber verpasste diese Saison erst ein einziges Pflichtspiel – wegen einer Gelbsperre gezwungenermaßen. Bei allen anderen 20 Partien stand er in der Startelf (kicker-Notenschnitt 3,13).

“Störungsfreie Vorbereitung”: FCS startet mit Zellner

Zum Start 2022 steht für den 1. FC Saarbrücken der schwere Gang nach Osnabrück an. Trainer Uwe Koschinat baut an der Bremer Brücke erstmals in dieser Saison wieder auf Steven Zellner – und erklärt seinen Testspielverzicht.

Zurück auf dem Platz, zurück in der Startelf: Steven Zellner.

Zurück auf dem Platz, zurück in der Startelf: Steven Zellner.

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“Osnabrück hat eine starke Mannschaft. Zuletzt haben Inhalt und Leistung nicht zum Ergebnis gepasst. Sie haben zu wenige Punkte für ihr Potenzial”, lobt Koschinat zunächst den Gegner. Ein gefährlicher, denn die Lila-Weißen “sind morgen zum Siegen verdammt”. In der Tabelle liegt der VfL bei einem Spiel weniger fünf Punkte hinter dem FCS, der einen Konkurrenten mit Blick nach vorne abschütteln könnte.

Dafür steht Koschinat fast das komplette Personal zur Verfügung. Der Coach spricht von einer “störungsfreien Vorbereitung”, die “sehr, sehr positiv gelaufen” ist. Zumal er nach der Winterpause noch mehr Alternativen hat. Fehlen werden wohl nur Bone Uaferro und Dominik Becker. Der Neuzugang ist mit einer leichten Blessur aus Bremen gekommen, die erste Woche war für den jungen Verteidiger dadurch “problematisch”.

Spielersteckbrief Zellner
Zellner

Zellner Steven

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Ich habe im Training immer 100 Prozent gegeben und damit die Rückmeldung, dass ich bereit bin.

Steven Zellner

Dafür steht Koschinat der erfahrene Steven Zellner wieder zur Verfügung. Der Leistungsträger der vergangenen Saison (kicker-Notenschnitt 3,14) kehrt nach Kreuzband-Teilruptur auf den Platz zurück. Dem ersten Saisoneinsatz steht nichts im Weg. “Ich habe im Training immer 100 Prozent gegeben und damit die Rückmeldung, dass ich bereit bin.” Sieht auch Koschinat so: “Ich habe mich festgelegt. Steven Zellner wird von Beginn an spielen.”

Zumal Koschinat in der Vorbereitung auf lange verletzte Spieler wie Zellner oder Sebastian Bösel extra Rücksicht genommen hatte. Für den Trainer “ein entscheidendes Kriterium, wieso ich auf klassische Testspiele verzichtet habe, weil ich diese Spieler heranführen wollte. Und das geht nur über eine gezielte Trainingssteuerung. Die Wettkampfmentalität ist in diesen Trainingsspielen deutlich besser. In Testspielen müsste ich Minuten verteilen.” Im Idealfall hat er für Osnabrück 90 Minuten an Zellner verteilt.

Saarbrücken leiht Becker aus Bremen aus

Der 1. FC Saarbrücken hat Dominik Becker von Werder Bremen ausgeliehen. Beim SVW kam der Verteidiger in dieser Spielzeit nur in der Regionalliga zum Einsatz.

Wechselt leihweise in die 3. Liga: Dominik Becker.

Wechselt leihweise in die 3. Liga: Dominik Becker.

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Becker wechselte 2019 aus der U 19 des 1. FC Köln nach Bremen und absolvierte seitdem 33 Spiele für Werder II in der Regionalliga Nord. In dieser Saison kam der Innenverteidiger erst am 16. Spieltag das erste Mal zum Einsatz, in drei seiner fünf Spiele stand der 22-Jährige 90 Minuten auf dem Platz.

Am 17. Spieltag der 2. Bundesliga gehörte Becker erstmals dem Profi-Kader des SVW an, beim 3:2-Erfolg in Regensburg kam der gebürtige Koblenzer aber nicht zum Einsatz. 

Im Training bei den Profis bewiesen

“Für Dominiks Entwicklung halten wir den Schritt in die 3. Liga für richtig. Dort kann er sich auf höherem Niveau als in der Regionalliga Nord weiterentwickeln. Er hat beim Training bei den Profis schon gezeigt, welches Potential er hat. Nun soll für ihn der nächste Schritt kommen”, begründete Scoutingleiter Clemens Fritz die Ausleihe nach Saarbrücken, die bis Sommer 2023 angedacht ist. Parallel hat Werder den Vertrag mit Becker verlängert.

“Überraschend”: Erdmann kehrt Saarbrücken den Rücken

Dennis Erdmann verlässt den 1. FC Saarbrücken, wie der Drittligist am Montag mitteilte. “Überraschend”, wie Sportdirektor Jürgen Luginger anmerkte.

Dennis Erdmann wird nicht mehr für den 1. FC Saarbrücken auflaufen.

Dennis Erdmann wird nicht mehr für den 1. FC Saarbrücken auflaufen.

imago images/Jan Huebner

Erdmann, der im Sommer 2021 von Ligakonkurrent 1860 München ins Saarland gewechselt war, sorgte beim FCS für Schlagzeilen – allerdings nicht sportlicher Natur. Rassismus-Vorwürfe sorgten zunächst für eine Sperre von acht Wochen, die dann verkürzt wurde. Der Abwehrspieler hat sich nun “über die Feiertage ausführliche Gedanken über meine weitere Zukunft gemacht. Dabei bin ich zu dem Entschluss gekommen, eine neue sportliche Herausforderung im Ausland suchen zu wollen”, wird der 31-Jährige auf der Website des Vereins zitiert.

Dennis war ein echter Charakterspieler und hat sich innerhalb der Mannschaft jederzeit korrekt verhalten.

Jürgen Luginger

Die neue Aufgabe nach nur neun Spielen für den FCS liegt in Übersee, “weil es schon immer mein Traum war, einmal in den USA zu spielen”. Seinen neuen Arbeitgeber hat Erdmann allerdings nicht preisgegeben. Sein Vertrag in Saarbrücken wurde “mit sofortiger Wirkung aufgelöst”, wie der FCS mitteilte. “Dies geschieht auf ausdrücklichen Wunsch von Dennis Erdmann.”

Ein herber Verlust

Erdmann bedankte sich für das Verständnis des Vereins, zumal der Abgang des erfahrenen Defensivakteurs “überraschend kam”, wie Luginger unterstrich. “Ein herber Verlust”, bezeichnet der Sportdirektor den Abschied von Erdmann. “Dennis war ein echter Charakterspieler und hat sich innerhalb der Mannschaft jederzeit korrekt verhalten. Deshalb haben wir ihm auch keine Steine in den Weg gelegt und seinen Wunsch nach einer räumlichen Veränderung respektiert.“

“Überraschend”: Erdmann verlässt Saarbrücken in die USA

Dennis Erdmann verlässt den 1. FC Saarbrücken, wie der Drittligist am Montag mitteilte. “Überraschend”, wie Sportdirektor Jürgen Luginger anmerkte.

Dennis Erdmann wird nicht mehr für den 1. FC Saarbrücken auflaufen.

Dennis Erdmann wird nicht mehr für den 1. FC Saarbrücken auflaufen.

imago images/Jan Huebner

Erdmann, der im Sommer 2021 von Ligakonkurrent 1860 München ins Saarland gewechselt war, sorgte beim FCS für Schlagzeilen – allerdings nicht sportlicher Natur. Rassismus-Vorwürfe sorgten zunächst für eine Sperre von acht Wochen, die dann verkürzt wurde. Der Abwehrspieler hat sich nun “über die Feiertage ausführliche Gedanken über meine weitere Zukunft gemacht. Dabei bin ich zu dem Entschluss gekommen, eine neue sportliche Herausforderung im Ausland suchen zu wollen”, wird der 31-Jährige auf der Website des Vereins zitiert.

Dennis war ein echter Charakterspieler und hat sich innerhalb der Mannschaft jederzeit korrekt verhalten.

Jürgen Luginger

Die neue Aufgabe nach nur neun Spielen für den FCS liegt in Übersee, “weil es schon immer mein Traum war, einmal in den USA zu spielen”. Seinen neuen Arbeitgeber hat Erdmann allerdings nicht preisgegeben. Sein Vertrag in Saarbrücken wurde “mit sofortiger Wirkung aufgelöst”, wie der FCS mitteilte. “Dies geschieht auf ausdrücklichen Wunsch von Dennis Erdmann.”

Ein herber Verlust

Erdmann bedankte sich für das Verständnis des Vereins, zumal der Abgang des erfahrenen Defensivakteurs “überraschend kam”, wie Luginger unterstrich. “Ein herber Verlust”, bezeichnet der Sportdirektor den Abschied von Erdmann. “Dennis war ein echter Charakterspieler und hat sich innerhalb der Mannschaft jederzeit korrekt verhalten. Deshalb haben wir ihm auch keine Steine in den Weg gelegt und seinen Wunsch nach einer räumlichen Veränderung respektiert.“