Härtel nach dem Déjà-vu: “Haken dran und schnell lernen”

Aus dem erhofften Sieg gegen den vorher punktgleichen Tabellennachbarn Hannover 96 wurde nichts: Hansa Rostock unterlag den Niederachsen beim Re-Start mit 0:1. Coach Jens Härtel erlebte ein Déjà-vu.

Die Heimmisere hält an: Jens Härtel verlor mit Hansa im Ostseestadion schon zum fünften Mal.

Die Heimmisere hält an: Jens Härtel verlor mit Hansa im Ostseestadion schon zum fünften Mal.

imago images/Fotostand

Es war wie so oft in dieser Saison bei den Heimspielen: “Wir machen einen Fehler, geraten ins Hintertreffen. Das verändert den Charakter des Spiels – es wäre gut, selbst mal in Führung zu gehen, um dann Räume zu kriegen, das wäre einfacher für unser Spiel”, resümierte Härtel nach der schon fünften Heimpleite.

Die Mannschaft sei “total down”, berichtete der Hansa-Coach auf der Pressekonferenz nach dem Spiel. Seine Unzufriedenheit über die 0:1-Niederlage fußt vor allem auf die ersten 45 Minuten: “Wir haben eine richtig gute erste Halbzeit gespielt mit vielen Torchancen, wo wir zwingend in Führung gehen müssen.” Vor allem der Großchance von Haris Duljevic (8.) trauerte der Coach wohl nach: “Wir wissen, dass er ein guter Fußballer ist. Den muss er eigentlich machen, er muss noch gieriger werden, das Tor zu machen.”

Hannovers Tor? “Von uns herausgespielt”

Dass Hannover etwas anders aus der Kabine kommen würde, sei natürlich klar gewesen, aber so richtig gefährlich wurde der Gegner nicht. Und ging dennoch nach einer Einzelleistung von Linton Maina in Führung (58.). “Das Tor war gut abgeschlossen, herausgespielt war es nicht”, ärgerte sich Härtel. Vielmehr hätte sein Team den Treffer “herausgespielt”, durch den “katastrophalen Fehlpass von Simon Rhein. Mich ärgert auch, dass wir zuvor den Einwurf nach hinten und nicht nach vorne werfen.”

Danach sei 96 besser und auch aktiver gewesen, gestand der 52-Jährige ein. Zwar sei es seinem Team gelungen, das Spiel in die gegnerische Hälfte zu verlagern, aber man habe zu wenig aus den Flanken gemacht.

Härtel blickte schließlich nach vorne: “Wir müssen einen Haken dranmachen und schnell lernen.” Am Mittwoch (18.30 Uhr) wartet ja auch schon das Pokal-Achtelfinale bei RB Leipzig.

Härtel prophezeit: “Werden gegen Hannover frisch sein”

Hansa Rostocks Vorbereitung auf den Start der Restrunde verläuft alles andere als reibungslos. Zwei Testspiele fielen aus, beim 1:3 gegen 1860 München setzte es gegen einen Drittligisten eine Niederlage. Coach Jens Härtel versprüht dennoch Optimismus.

Bleibt trotz Testspielniederlage zuversichtlich: Rostock-Coach Jens Härtel.

Bleibt trotz Testspielniederlage zuversichtlich: Rostock-Coach Jens Härtel.

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Die Trainingsinhalte mit dem Ziel, zu mehr Kompaktheit zu finden und selbst torgefährlicher zu werden, sah Härtel beim Test gegen 1860 am Freitag kaum umgesetzt. Hansa ließ in der Defensive zu viel zu und schaffte es auf der anderen Seite nur selten, sich offensiv wirksam in Szene zu setzen. John Verhoeks Führungstor kurz nach der Pause war ein Geschenk der 1860-Abwehr, ehe die Löwen binnen zwölf Minuten gleich dreimal zurückschlugen.

Re-Start am Freitagabend gegen Tabellennachbar Hannover

Der Rostocker Coach schrieb das 1:3 auch der Trainingsbelastung zu: “Wir haben viel gemacht, haben jetzt genügend Zeit, uns auszuruhen. Wir werden gegen Hannover frisch sein”, ist sich Härtel vor dem Start in die Restserie und dem wichtigen Duell gegen den punktgleich einen Platz schlechter postierten Tabellen-15. (Freitag, 18.30 Uhr, LIVE! bei kicker) sicher.

Bei der abstiegsbedrohten Kogge nicht zum Einsatz kam Neuzugang Nils Fröling. Nachdem das zweite Testspiel in Belek gegen Samsunspor am Samstag aufgrund der Wetterverhältnisse abgesagt werden musste – zuvor fiel bereits die Begegnung gegen Mannheim wegen eines Corona-Verdachts beim Gegner zum Opfer -, blieb der 21-jährige Offensivakteur in der Vorbereitung ohne Spielpraxis.

Apropos Neuzugang: Der erhoffte Transfer von Sava-Arangel Cestic hat sich anscheinend zerschlagen: Der 20-jährige Innenverteidiger, der seinen Vertrag beim 1. FC Köln aufgelöst hatte, wird sich wohl HNK Rijeka anschließen.

Verstärkung für die Offensive: Hansa holt Fröling aus Schweden

Zweitligist Hansa Rostock hat sich die Dienste von Linksaußen Nils Fröling gesichert. Der 21-Jährige kommt aus Schweden und schließt sich der Kogge bis 2025 an.

Neue Offensivkraft für Rostock: Nils Fröling

Neue Offensivkraft für Rostock: Nils Fröling

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Fröling wurde beim schwedischen Erstligisten Kalmar FF zum Profi und absolvierte dort in der abgelaufenen Saison 27 Spiele, wobei ihm vier Tore und drei Assists gelangen. “Wir haben Nils schon länger beobachtet. Mit ihm haben wir einen technisch versierten und sehr temporeichen Perspektivspieler verpflichten können, der über ein starkes Eins-gegen-eins und einen guten Schuss verfügt”, beschreibt Sportvorstand Martin Pieckenhagen den Neuzugang.

Für den 21-Jährigen, der in Texas geboren wurde und daher auch die US-Staatsbürgerschaft besitzt, gibt es in Rostock ein Wiedersehen mit Svante Ingelsson, mit dem er sowohl in der schwedischen U-21-Auswahl als auch bei Kalmar bereits zusammengespielt hat.

“Die Spielphilosophie und die Mentalität bei Hansa gefallen mir sehr gut und natürlich habe ich auch schon von dem großartigen Support und den hohen Erwartungen der Fans hier in Rostock gehört”, wird Fröling auf der Vereinswebsite zitiert. Der 1,81-Meter-große Linksaußen erhält bei Hansa die Rückennummer 15, der am Mittwoch unterzeichnete Vertrag gilt bis Sommer 2025.

Hansas steiniger Weg in den Wildpark

Schwierige Mission: Hansa Rostock beendete die Hinrunde mit vier Spielen ohne Sieg und muss zum Rückrundenauftakt in Karlsruhe zwei Leistungsträger ersetzen. 

Hinspiel-Torschütze John Verhoek fehlt Hansa in Karlsruhe.

Hinspiel-Torschütze John Verhoek fehlt Hansa in Karlsruhe.

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Aufsteiger Rostock ließ zuletzt gehörig Federn. Nach dem Pokal-Achtelfinaleinzug in Regensburg (4:2 i.E.) und Siegen gegen Düsseldorf (2:1) und abermals Regenburg (3:2) folgte eine Durststrecke von zuletzt vier Spielen ohne Sieg. Jüngst unterlag die Kogge mit 0:3 beim HSV. Der Blick muss nun nach unten gerichtet werden, der Relegationsplatz ist für den Tabellen-14. nur noch fünf Punkte entfernt. 

Zum Jahresabschluss gastiert Rostock am Sonntag in Karlsruhe (13.30 Uhr, LIVE! bei kicker). Die Badener gewannen nicht nur am 1. Spieltag mit 3:1 beim FC Hansa, sondern tankten zuletzt auch beim 3:2 gegen Heidenheim Selbstvertrauen.

Erschwerend für Hansas Chefcoach Jens Härtel kommt hinzu, dass er zwei offene Positionen in seiner Startelf hat. Der 52-Jährige muss die gelbgesperrten Leistungsträger Lukas Fröde und John Verhoek ersetzen.

Fröde verpasst ausgerechnet das Wiedersehen mit seinem Stammklub. Der 26-Jährige kam seit seiner Leihe Ende August vom KSC in allen zwölf Spielen zum Einsatz. Für ihn könnte Ryan Malone (29) vor der Abwehr verteidigen, der ähnlich robust, zweikampf- und kopfballstark ist. Das wäre die defensive Variante. Als offensivere Alternative könnte Simon Rhein auf die Sechs rücken und Hanno Behrens sowie Bentley Baxter Bahn nebeneinander als Achter spielen. Mittelfeldspieler Björn Rother scheint keine Option zu sein.

Ist Verhoek überhaupt zu ersetzen?

Hinspiel-Torschütze Verhoek, der zehn der 19 Hansa-Tore erzielt hat und in allen 17 Spielen in der Startelf stand, dürfte schwer zu ersetzen sein. Die Alternativen sind Streli Mamba, Ridge Munsy und Pascal Breier, die zusammen nur zweimal trafen. Es wird ein schwerer Gang für die Rostocker in den Wildpark.