Sané, Zalazar und Co.: Schalke steht der nächste große Umbruch bevor

Nach dem Umbruch ist vor dem Umbruch. Nach derzeitigem Stand laufen zwölf Arbeitspapiere bei Schalker Profis aus.

Schalkes Sportdirektor Rouven Schröder hat alle Hände voll zu tun.

Schalkes Sportdirektor Rouven Schröder hat alle Hände voll zu tun.

imago images/RHR-Foto

Derzeit beschäftigt sich der FC Schalke mit einem möglichen Wechsel von Verteidiger Malick Thiaw zum italienischen Topklub AC Mailand, das Pokerspiel läuft bereits. Mit Blick auf die allgemeine Gemengelage gilt: Nach dem Umbruch ist vor dem Umbruch. So verkürzt lässt sich die Kader-Gesamtsituation bei den Königsblauen auf den Punkt bringen.

Nach derzeitigem Stand laufen zwölf Arbeitspapiere aus. Neben Ersatztorwart Michael Langer zählt nur einer zum aktuellen Kader, der schon in der Vergangenheit bei Schalke war (inklusive Abstiegssaison) und dessen Vertrag nun ganz normal nach der einst vereinbarten Laufzeit endet: Salif Sané.

Der 31-Jährige hat einst auf Schalke einen gut dotierten Vierjahresvertrag unterzeichnet, der nun im Sommer ausläuft. Ob der variable Defensivspieler bei den Gelsenkirchenern bleibt, hängt zum einen davon ab, ob der Aufstieg gelingt – und zum anderen davon, ob sich der Senegalese mit S04 auf eine deutliche Reduzierung seiner Bezüge einigen könnte.

Sieben Leihen enden

Neben Sanés Kontrakt laufen auch die Arbeitspapiere von Martin Fraisl (28, Tor), Michael Langer (37, Tor), Ko Itakura (24, Innenverteidiger, Leihende/Manchester City, Kaufoption), Andreas Vindheim (26, Innenverteidiger, Leihende/Sparta Prag, Kaufoption), Thomas Ouwejan (25, defensive Außenbahn, Leihende/Alkmaar, Kaufoption), Darko Churlinov (21, offensives Mittelfeld, Leihende/VfB Stuttgart), Yaroslav Mikhailov (18, offensives Mittelfeld, Leihende/St. Petersburg, Kaufoption), Marc Rzatkowsi (31, offensives Mittelfeld), Rodrigo Zalazar (22, offensives Mittelfeld, Leihende/ Eintracht Frankfurt, Kaufpflicht), Simon Terodde (33, Sturm, Verlängerungsoption) und Marvin Pieringer (22, Sturm, Leihende/SC Freiburg, Kaufoption).

Viel Arbeit für Schröder

Viel hängt von der künftigen Ligazugehörigkeit der Knappen ab. Steigt Schalke 04 sofort wieder in die Bundesliga auf, wird Sportdirektor Rouven Schröder unter immensen Anstrengungen eine konkurrenzfähigere Gruppe zusammenstellen müssen. Gelingt die Rückkehr ins Oberhaus nicht, wird nur noch ein verstärktes Grundgerüst der aktuellen Mannschaft übrig bleiben.

Sané und Co.: Schalke steht der nächste große Umbruch bevor

Nach dem Umbruch ist vor dem Umbruch. Nach derzeitigem Stand laufen zwölf Arbeitspapiere bei Schalker Profis aus.

Schalkes Sportdirektor Rouven Schröder hat alle Hände voll zu tun.

Schalkes Sportdirektor Rouven Schröder hat alle Hände voll zu tun.

imago images/RHR-Foto

Derzeit beschäftigt sich der FC Schalke mit einem möglichen Wechsel von Verteidiger Malick Thiaw zum italienischen Topklub AC Mailand, das Pokerspiel läuft bereits. Mit Blick auf die allgemeine Gemengelage gilt: Nach dem Umbruch ist vor dem Umbruch. So verkürzt lässt sich die Kader-Gesamtsituation bei den Königsblauen auf den Punkt bringen.

Nach derzeitigem Stand laufen zwölf Arbeitspapiere aus. Neben Ersatztorwart Michael Langer zählt nur einer zum aktuellen Kader, der schon in der Vergangenheit bei Schalke war (inklusive Abstiegssaison) und dessen Vertrag nun ganz normal nach der einst vereinbarten Laufzeit endet: Salif Sané.

Der 31-Jährige hat einst auf Schalke einen gut dotierten Vierjahresvertrag unterzeichnet, der nun im Sommer ausläuft. Ob der variable Defensivspieler bei den Gelsenkirchenern bleibt, hängt zum einen davon ab, ob der Aufstieg gelingt – und zum anderen davon, ob sich der Senegalese mit S04 auf eine deutliche Reduzierung seiner Bezüge einigen könnte.

Sieben Leihen enden

Neben Sanés Kontrakt laufen auch die Arbeitspapiere von Martin Fraisl (28, Tor), Michael Langer (37, Tor), Ko Itakura (24, Innenverteidiger, Leihende/Manchester City, Kaufoption), Andreas Vindheim (26, Innenverteidiger, Leihende/Sparta Prag, Kaufoption), Thomas Ouwejan (25, defensive Außenbahn, Leihende/Alkmaar, Kaufoption), Darko Churlinov (21, offensives Mittelfeld, Leihende/VfB Stuttgart), Yaroslav Mikhailov (18, offensives Mittelfeld, Leihende/St. Petersburg, Kaufoption), Marc Rzatkowsi (31, offensives Mittelfeld), Rodrigo Zalazar (22, offensives Mittelfeld, Leihende/ Eintracht Frankfurt, Kaufpflicht), Simon Terodde (33, Sturm, Verlängerungsoption) und Marvin Pieringer (22, Sturm, Leihende/SC Freiburg, Kaufoption).

Viel Arbeit für Schröder

Viel hängt von der künftigen Ligazugehörigkeit der Knappen ab. Steigt Schalke 04 sofort wieder in die Bundesliga auf, wird Sportdirektor Rouven Schröder unter immensen Anstrengungen eine konkurrenzfähigere Gruppe zusammenstellen müssen. Gelingt die Rückkehr ins Oberhaus nicht, wird nur noch ein verstärktes Grundgerüst der aktuellen Mannschaft übrig bleiben.

Thiaw weckt Milans Interesse

Italiens Titelanwärter AC Mailand ist an Malick Thiaw interessiert und hat bereits seine Fühler ausgestreckt um auszuloten, ob ein Wechsel des Schalker Verteidigers denkbar ist. Die Antwort: Ja, ist er.

Könnte Schalke schon im Winter verlassen: Malick Thiaw.

Könnte Schalke schon im Winter verlassen: Malick Thiaw.

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Im Sommer 2020 hatte der damalige Sportvorstand Jochen Schneider einen bis 2024 datierten Profivertrag mit Malick Thiaw ausgehandelt, dieses Arbeitspapier könnte nun vorzeitig aufgelöst werden – gegen eine Ablösezahlung. Vor allem der italienische Topklub AC Mailand hat seine Fühler nach Schalkes Verteidiger ausgestreckt, möglicherweise ist Thiaw schon bald Teamkollege des schwedischen Angreifers Zlatan Ibrahimovic.

Am Dienstag hatte Thiaw beim Training des FC Schalke gefehlt, der Klub gab “Belastungssteuerung” als Grund an. Es scheint sich tatsächlich nicht um einen vorgeschobenen Grund zu handeln, gleichwohl laufen aktuell Gespräche hinsichtlich eines Winterwechsels des 20-Jährigen. Eine Ausleihe scheint ebenso denkbar wie ein Verkauf, der dem wirtschaftlich schwer angeschlagenen Zweitligisten eine Ablöse im mittleren einstelligen Millionenbereich bescheren könnte.

Sportlich könnte Schalke Thiaws Abgang mittlerweile auffangen, und das obwohl der Verein gerade erst Timo Becker an Hansa Rostock verliehen hat. Salif Sané ist nach langer Verletzungspause wieder zurück und scheint stabil zu sein, obendrein haben die Königsblauen Marius Lode just in diesem Monat für die Dreierkette verpflichtet.

Toni Lieto

COVID-19 überstanden: Kaminski zurück im Training

Marcin Kaminski ist nach überstandener COVID-19-Erkrankung zurück auf Schalke, derweil fehlen neben Kapitän Danny Latza aktuell auch Dominick Drexler und Malick Thiaw.

Schalkes Marcin Kaminski ist zurück und freut sich auf das heutige Training.

Schalkes Marcin Kaminski ist zurück und freut sich auf das heutige Training.

imago images/RHR-Foto

Danny Latza fehlte am Dienstag krankheitsbedingt beim Training des FC Schalke, um COVID-19 soll es sich aber nicht handeln. Dominick Drexler gilt derweil zumindest als Kontaktperson eines Infizierten und blieb der Einheit daher vorsichtshalber fern. Malick Thiaw verzichtete aus Gründen der Belastungssteuerung auf eine Teilnahme. Das hat der Klub mitgeteilt.

Marcin Kaminski stand hingegen wieder auf dem Platz. Er hat seine COVID-19-Erkrankung überstanden und befindet sich nun im Training, um bestenfalls nächste Woche Samstag gegen Jahn Regensburg wieder ein Kader-Kandidat zu sein.

Der Linksfuß hatte in den ersten 18 Saisonspielen keine Sekunde verpasst, in den ersten beiden Spielen dieses Jahres gegen Holstein Kiel (1:1) und Erzgebirge Aue (5:0) fehlte er nun aber. Für ihn war Salif Sané nach monatelanger Verletzungspause in die Startelf gerückt. Der Verteidiger hielt gegen Kiel 69 Minuten durch, in Aue sogar von der ersten bis zur letzten Minute.

Sané hatte die zentrale Rolle in der Dreierkette übernommen und nicht Kaminskis Part auf der linken Seite. Hier agierten Ko Itakura gegen Kiel und Thiaw gegen Aue, beide erhielten für ihren Auftritt jeweils die kicker-Note 3.

Toni Lieto

Drexler plötzlich nicht mal im Kader

Mehr Konkurrenz, härtere Trainer-Entscheidungen: Beim 5:0 in Aue schaffte es Dominick Drexler nicht einmal in den Kader des FC Schalke. Besonders im Zentrum spitzt sich der Kampf um die Plätze mittlerweile zu.

Schalkes Dominick Drexler war gegen Aue komplett außen vor.

Schalkes Dominick Drexler war gegen Aue komplett außen vor.

imago images/RHR-Foto

Mit seinen Personalentscheidungen lag Dimitrios Grammozis beim 5:0 gegen Erzgebirge Aue goldrichtig. Hier die prägendsten Beispiele: Außenbahnkraft Andreas Vindheim erhielt den Vorzug vor Reinhold Ranftl und avancierte mit seinem Tor zum wichtigen 2:0, einer maßgeschneiderten Torvorlage und zwei Torbeteiligungen zum Matchwinner (kicker-Note 1). Angreifer Marvin Pieringer (Note 1,5) durfte anstelle von Marius Bülter und Darko Churlinov als Simon Teroddes Sturmpartner ran und begeisterte ebenfalls mit einem Tor (zum 5:0), einer Vorlage und zwei Torbeteiligungen. Doppeltorschütze Danny Latza (Note 1,5) trat nach seiner Einwechslung als perfekter Joker in Erscheinung.

Grammozis hat mittlerweile das Luxusproblem, dass ihm für seine Startelf zahlreiche Kandidaten zur Verfügung stehen. Auch im Mittelfeldzentrum. Wie zuvor gegen Kiel (1:1) entschied sich der Trainer erneut dafür, Blendi Idrizi und Rodrigo Zalazar in die Startelf zu beordern. Beide lieferten eine insgesamt durchschnittliche Leistung ab. Kapitän Latza kam zur Pause für Zalazar rein und traf direkt doppelt. Es war eine perfekte Bewerbung für einen Startelfplatz, wenn nach der Ligapause Jahn Regensburg auf Schalke gastiert.

Ob Dominick Drexler dann zumindest wieder im Kader der Königsblauen steht? Gegen Aue war das jedenfalls nicht der Fall. Dafür war Yaroslav Mikhailov dabei, er wurde nach 80 Minuten für Idrizi eingewechselt.

Grammozis zu harten Entscheidungen gezwungen

Verletzt oder angeschlagen war Drexler keineswegs, seine Nichtberücksichtigung hatte allein sportliche Gründe. Sie ist der deutliche Beweis dafür, dass sich der von allen Schalkern gewollte Konkurrenzkampf mittlerweile zuspitzt. Dieser Konkurrenzkampf ist leistungsfördernd, zwingt Grammozis aber auch zu mitunter harten Personalentscheidungen. Wie nun im Fall von Drexler. “Ich will nicht sagen, dass er zu schlecht im Training war”, betonte der Trainer nach dem 5:0 in Aue. Das Trainerteam müsse halt “einen Kader benennen”.

Grammozis machte Drexler Mut. “Diesmal war Dominick nicht dabei. Das kann sich nach der Länderspielpause aber wieder ändern”, sagte der Trainer. “Jeder kann Gas geben, jeder kann sich zeigen. Auch Dominick.”

Toni Lieto

Vindheim nach Traumdebüt für Schalke: “Ich will gegen Bayern und Dortmund spielen”

Auch dank eines starken Debüts von Neuzugang Andreas Vindheim gelang den Schalkern am Samstagabend der Sprung auf den vierten Platz. Für den Norweger noch lange nicht genug. 

Hatte bei seinem Schalke-Debüt allen Grund zum Jubeln, will aber noch mehr: Andreas Vindheim.

Hatte bei seinem Schalke-Debüt allen Grund zum Jubeln, will aber noch mehr: Andreas Vindheim.

picture alliance / Tim Rehbein/RHR-FOTO

Die Freude über das eindeutige Spiel und die persönliche Leistung waren Schalkes Winterneuzugang Andreas Vindheim nach dem 5:0-Kantersieg in Aue deutlich anzumerken. “Ich hätte mir keinen besseren Start erträumen können”, fasste der Außenbahnspieler nach Abpfiff bei “Sport1” zusammen. Neben einem direkten Assist und einem eigenen Treffer hatte der 26-Jährige auch bei zwei weiteren Treffern entscheidend die Füße im Spiel. Sein eigenen Tor war dabei aber gar nicht geplant: “Eigentlich wollte ich auf Rodrigo (Zalazar, Anm. d. Red.) querlegen, aber mein Kontakt war so schwach, dass ich den Ball selbst im Netz unterbringen musste.” 

Vindheim: “Haben alles, was es zum Aufstieg braucht”

Bezogen auf die sportliche Perspektive seines neuen Teams hat der ehemalige Akteur Sparta Prags klare Vorstellungen: “Ich will gegen Bayern und Dortmund spielen”, bringt er seinen Plan auf den Punkt. Für ihn gehört Schalke in die Bundesliga und “hat alles, was es zum Aufstieg braucht”. Dieser sei “die Ambition des Vereins, die Ambition der Mannschaft und meine Ambition”. 

Lob gab es für den Debütanten auch von Trainer Dimitrios Grammozis: “Es ist schön, dass er sich mit einem Tor im ersten Einsatz belohnt hat. Man hat gesehen, dass seine Flanken wichtig waren.” Besonders diese seien auch in der Zukunft bedeutsam. Schließlich gäben sie Schalke “mehr Spielraum in der Offensive”. Profitieren könnte auch Thomas Ouwejan, zu dem es “einfach den Gegenpol” Vindheim brauch, wie der Schalker Coach gegenüber “Sky” befand. 

Zu einem möglichen Aufstieg äußerte er sich jedoch nicht. So auch Rouven Schröder, der Vindheim einen “grandiosen Auftakt” attestierte. Insgeheim werden beide aber sicherlich darauf hoffen, dass sich Vindheims Pläne verwirklichen lassen. Anders als vor seinem Debüt-Treffer. 

Schalke wappnet sich finanziell für den Nicht-Aufstieg

Die Sparmaßnahmen beim FC Schalke 04 gehen weiter – die Königsblauen wappnen sich für den Fall, dass die direkte Rückkehr ins Oberhaus misslingt.

Das Schalker Vereinsmotto spüren zahlreiche Angestellte im Falle des Nichtaufstiegs am eigenen Geldbeutel.

Das Schalker Vereinsmotto spüren zahlreiche Angestellte im Falle des Nichtaufstiegs am eigenen Geldbeutel.

imago images/Picture Point LE

Wie die WAZ berichtet, haben sich mehr als die Hälfte der nach kicker-Informationen rund 400 Mitarbeiter der Knappen bereiterklärt, auf Teile ihres Gehalts zu verzichten, wenn die Königsblauen nicht sofort in die Bundesliga zurückkehren sollten.

Vorerst keine betriebsbedingten Kündigungen

Damit seien betriebsbedingte Kündigungen vorerst vom Tisch. Beim Gehaltsverzicht handelt es sich um Kürzungen von fünf bis 15 Prozent. Angestellte mit geringerem Einkommen seien von dieser Maßnahme nicht betroffen.

“Hohe sechsstellige Summe” eingespart

Durch die Zusagen der Belegschaft werde eine “hohe sechsstellige Summe” eingespart. Ein möglicherweise weiteres Jahr im Unterhaus sei mit diesen Maßnahmen finanzierbar.

Profi-Etat nur noch 25 Millionen Euro

Der Profi-Etat war bereits im Sommer 2021 von rund 80 auf 20 bis 25 Millionen Euro reduziert worden. Dies wurde auch dadurch möglich, weil Großverdiener wie Amine Harit, Nabil Bentaleb, Sebastian Rudy oder Mark Uth den abgestiegenen Revierklub verlassen hatten.

“Moderator” Grammozis appelliert: “Auch mal sein Ego zurücknehmen”

Der Konkurrenzkampf auf Schalke hat sich verschärft. Trainer Dimitrios Grammozis hat mehr Möglichkeiten, muss aber auch moderieren und fordert, dass jeder Einzelne “sein Ego zurücknehmen” muss.

Als Moderator gefragt: Schalkes Trainer Dimitrios Grammozis.

Als Moderator gefragt: Schalkes Trainer Dimitrios Grammozis.

imago images/Team 2

Sané nach Comeback nicht automatisch “gesetzt”

Nach dem Spiel gegen Holstein Kiel (1:1) hat der FC Schalke keine zusätzlichen Ausfälle zu beklagen. Auch Salif Sané hat “keine größeren Wehwehchen” signalisiert, sagt Trainer Dimitrios Grammozis über den Innenverteidiger, der nach monatelanger Verletzungspause sein Saisondebüt gefeiert hatte. Dass er fast 70 Minuten lang durchhielt, bedeutet indes nicht, dass er nun automatisch “gesetzt” sei, betont Grammozis.

Kaminski bleibt außen vor – Lode “kann das auch spielen”

Weil der zuletzt wegen COVID-19 ausgefallene Marcin Kaminski, der “noch nicht wieder negativ” getestet worden sei, erneut nicht zur Verfügung steht, bleibt die Lücke in der Abwehr bestehen. Grammozis sagt: “Mit Marius Lode haben wir einen, der das auch spielen kann.”

Diese Situation in der Abwehr steht sinnbildlich für den Konkurrenzkampf, der sich bei den Königsblauen zuletzt in allen Mannschaftsteilen merklich verschärft hat. Genau das war das Bestreben der Verantwortlichen, nachdem die Startelf wochenlang nahezu in Stein gemeißelt und die Mannschaft für die Gegner deshalb immer leichter berechenbar gewesen war.

Pieringer eine “Option” für die Anfangsformation

Auch im Sturm steht Grammozis vor schwierigen Personalentscheidungen. Marvin Pieringer hat seine Gelbsperre abgesessen, für Grammozis sei er “auf jeden Fall eine Option” für die Anfangsformation: “Auch wenn er selbst kein Tor geschossen hat, hat er es in der Zeit vor der Winterpause gut gemacht. Er hat Bälle gut festgemacht und uns Möglichkeiten gegeben.” Grammozis muss wählen, wen er als Simon Teroddes Sturmpartner in die Startelf stellt: Pieringer, Marius Bülter oder – wie schon gegen Kiel – Darko Churlinov.

Großes Gedränge in der Zentrale

Auf der rechten Außenbahn bleibt abzuwarten, ob Reinhold Ranftl am Samstag gegen Erzgebirge Aue (20.30 Uhr, LIVE! bei kicker) von Neuzugang Andreas Vindheim abgelöst wird. Im zentralen Mittelfeld ist der Konkurrenzkampf besonders heikel, weil hier mehrere Spieler mit absolutem Startelf-Anspruch um die Plätze kämpfen, allen voran Rodrigo Zalazar, Blendi Idrizi, Dominick Drexler und Danny Latza. Bei Latza gestaltet sich die Situation noch sensibler, weil er Schalkes Kapitän ist.

Wenn wir das Gefühl haben, dass es der richtige Moment ist zu spielen, wird er auch wieder spielen.

Dimitrios Grammozis über Danny Latza

“Danny weiß nach seiner langen Verletzung, dass er noch nicht bei 100 Prozent ist, aber er ist ein wichtiger Faktor für uns”, betont Grammozis. “Wenn wir das Gefühl haben, dass es der richtige Moment ist zu spielen, wird er auch wieder spielen.”

Grammozis ist in diesen Zeiten auch verstärkt als Moderator gefragt, wenn es darum geht, Spielern darzulegen, dass sie aktuell nicht berücksichtigt werden. “Wir brauchen den Konkurrenzkampf”, sagt der Trainer, der erklärende Gespräche gezielt einsetzt. Sein allgemeiner Appell an alle Spieler, die mit Blick auf Einsatzzeit eventuell enttäuscht werden, lautet: “Da muss man dann auch mal sein Ego zurücknehmen.”

Toni Lieto

Lode: “Sind nicht da, wo wir sein wollen”

Den Wechsel von einem Europapokalteilnehmer zu einem Zweitligisten sieht Marius Lode nicht als Rückschritt, zumal sich der neue Innenverteidiger des FC Schalke fest vorgenommen hat, schon bald wieder erstklassig zu spielen. “Wir sind aktuell nicht da, wo wir sein wollen”, sagt Erling Haalands Nationalelf-Kollege.

Marius Lode will mit Schalke wieder nach oben und erstklassig spielen.

Marius Lode will mit Schalke wieder nach oben und erstklassig spielen.

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Die vergangenen beiden Jahre waren Marius Lodes bislang erfolgreichsten in seiner durchaus schon weiter fortgeschrittenen Profi-Karriere. Er wurde sowohl 2020 als auch 2021 norwegischer Meister mit FK Bodö/Glimt, daraus resultierten Auftritte auf internationalem Parkett, besonders denkwürdig war dabei der 6:1-Heimsieg in der Europa Conference League im Oktober gegen José Mourinhos AS Rom, Lode gehörte zur Startelf.

Das Sahnehäubchen: 2021 wurde der 28-Jährige Nationalspieler (2 Einsätze), damit ist er nun zumindest auf dieser Ebene Teamkollege von Erling Haaland. Ein persönliches Treffen mit dem BVB-Star im Ruhrpott hat noch nicht stattgefunden, aber beide tauschten schon “Textnachrichten” aus, erzählt Lode.

Ex-S04-Stürmer Sand gehört zum engsten Beraterkreis

Von der internationalen Klub-Bühne hat sich der Abwehrspieler durch seinen Wechsel zu Zweitligist Schalke 04 nun erst einmal verabschiedet, vielleicht für immer. Schalke 04 und Lode, der einen bis 2024 gültigen Vertrag unterschrieb, seien aktuell “nicht da, wo wir sein wollen”, sagt er – aber die Kröte schluckt der ablösefreie Linksfuß. Der Innenverteidiger fühlte sich auch von der “Geschichte dieses Klubs”, dessen Zukunft er mitgestalten will, und den großen Namen der Vergangenheit angezogen. Randnotiz: Ex-S04-Stürmer Ebbe Sand gehört zu seinem engsten Beraterkreis.

Nationalspieler will Lode unbedingt bleiben – und sich dafür mit beachtlichen Auftritten im königsblauen Dress empfehlen. Am Wochenende gegen Holstein Kiel (1:1) feierte er sein Debüt, als er nach 69 Minuten für Salif Sané eingewechselt wurde. Mit Einwechslungen will sich Lode mittel- bis langfristig aber nicht zufriedengeben. Die Stammelf ist sein Ziel.

Er weiß, dass das nicht leicht wird. Das bisherige Stamm-Trio Malick Thiaw, Ko Itakura und Marcin Kaminski sowie der nun zurückgekehrte Sané seien “vier großartige Spieler”, sagt Lode, der in der Vergangenheit vor allem Erfahrungen als Mann für die linke Abwehrseite gesammelt hat. Sein großes Plus: Auch einen Einsatz auf der rechten Seite oder zentral würde er nicht scheuen.

Toni Lieto

Schalke spricht jetzt mutiger vom Aufstieg

Schalke tritt im neuen Jahr verbal mutiger auf. Das Thema Aufstieg wird nun auch in der Außenkommunikation nicht mehr ganz so defensiv behandelt wie in den Monaten nach dem Abstieg, der das königsblaue Selbstbewusstsein arg durcheinandergeschüttelt hatte.

Schalkes Victor Palsson geht auch verbal voran.

Schalkes Victor Palsson geht auch verbal voran.

imago images/RHR-Foto

Unter dem Eindruck ihrer hoffnungsvollen Auftritte zum Jahresende gegen den 1. FC Nürnberg (4:1) und beim Hamburger SV (1:1) haben sich die Gelsenkirchener neu eingeschworen und trauen sich, forschere Töne anzuschlagen, wenn es um das Saisonziel geht. Weil eine zu vornehme Zurückhaltung kontraproduktiv sein kann, im Zweifel Alibis schafft.

Schröder: “Das Zeichen von Victor hat uns sehr gut gefallen”

“Wir wollen aufsteigen”, sagte Mittelfeldspieler Victor Palsson in den Tagen vor dem Spiel gegen Kiel unmissverständlich, Rouven Schröder untermauerte daraufhin: “Das Zeichen von Victor hat uns sehr gut gefallen.” Auch die Körpersprache des Sportdirektors wirkt deutlich entschlossener, wenn er konstatiert: “Wir können aufsteigen.”

Entsprechend energiegeladen war die Mannschaft ins Spiel gegen Holstein Kiel gegangen, konnte ihre guten Offensivaktionen, den lange anhaltenden hohen Ballbesitzanteil und die Zielstrebigkeit aber einfach nicht zur Führung nutzen. Nach dem 0:1-Schock sicherte Simon Terodde mit seinem 13. Saisontreffer wenigstens noch einen Punkt.

Grammozis: “Für unsere Ansprüche ist das zu wenig”

Dennoch stürzten die Schalker auf Rang sechs ab, statt Platz drei zu erobern, was angesichts der vielen vorherigen Patzer der Aufstiegskonkurrenten an diesem ersten Spieltag des neuen Jahres möglich gewesen wäre. “Mit dem Ergebnis sind wir sehr unzufrieden”, sagte Trainer Dimitrios Grammozis und ergänzte: “Für unsere Ansprüche ist das zu wenig.” An der modifizierten Grundhaltung zum Thema Aufstieg soll das 1:1 nichts ändern.

Toni Lieto