Tolcay Cigerci: Hoffnungsträger für die VSG Altglienicke

Rückkehrer Tolcay Cigerci (27) feierte am Freitagabend beim 2:0 der VSG Altglienicke gegen Energie Cottbus einen Traumeinstand und soll künftig den Unterschied ausmachen.

Die VSG Altglienicke feierte einen gelungenen Saisonauftakt gegen Energie Cottbus.

Die VSG Altglienicke feierte einen gelungenen Saisonauftakt gegen Energie Cottbus.

IMAGO/Matthias Koch

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Exakt 57 Spielminuten und 58 Sekunden zeigte die digitale Anzeige im Berliner Stadion am Wurfplatz auf dem Gelände des Olympiaparks an, als unter dem Applaus der 860 Zuschauer Tolcay Cigerci für Peterson Appiah eingewechselt wurde. Der Fußballer von Regionalligist VSG Altglienicke, in der Vorwoche als “Königstransfer” vom türkischen Zweitligisten Samsunspor für die 4. Liga verpflichtet, brauchte keine lange Anlaufzeit, war sofort auf dem Platz präsent und forderte ständig den Ball – um das Spiel seines Teams zu lenken und zu ordnen. “Ich versuche meine Qualitäten einzubringen und will Verantwortung übernehmen, auch gegenüber den jüngeren Spielern”, sagte der offensive Mittelfeldakteur, für den es gleichzeitig eine Rückkehr an die alte Wirkungsstätte ist.

Bereits in der Saison 2020/21 lief der 27-Jährige für den Klub aus dem Berliner Bezirk Treptow-Köpenick auf. Bis zum coronabedingten Saisonabbruch erzielte er in zehn Partien neun Treffer und bereitete zwei weitere Tore vor. “Der Kontakt ist nie abgerissen und dann hat sich für uns die Chance geboten, ihn zu holen”, sagt Lothar Hamann, Sportlicher Berater der VSG. Von Altglienicke wechselte Cigerci, in dessen Vita zehn Partien (kein Tor) in der 2. Bundesliga für Greuther Fürth stehen, dann aber nach nur einer Spielzeit in Richtung Drittligist Viktoria Berlin. Dort avancierte der Spielgestalter sofort zum Unterschiedsspieler, erzielte in seinen 14 Partien in der Serie 2021/22 in Liga 3 prompt sieben Tore, bei sieben Assists. Dies weckte jedoch die Begehrlichkeiten anderer Vereine und der 1,81 Meter große Fußballer zog in der Winterpause der abgelaufenen Spielzeit Richtung Türkei weiter, blieb dort allerdings nur für ein halbes Jahr. “Es war eine schöne und schwierige Zeit”, bilanzierte Cigerci über seine Station im Ausland mit lediglich fünf absolvierten Partien in dieser Zeit. “Es war eine Lebenserfahrung. Nun gilt es aber in die Zukunft zu schauen und die Ziele umzusetzen.” Und zwar im Trikot der VSG, mit der Rückennummer 8. Ein klares Bekenntnis in Richtung Meisterschaft und Titel machte der VSG-Rückkehrer nach dem 1. von 34 Spieltagen aber (noch) nicht, meinte lediglich: “Wir gucken von Spiel zu Spiel, wollen diese gut angehen und gewinnen.”

Der beim VfL Wolfsburg ausgebildete Cigerci erlebte direkt einen Einstand nach Maß und 37 Minuten nach seiner Einwechslung machte der gebürtige Nordenhame in der Nachspielzeit den 2:0-Sieg zum Regionalliga-Auftakt gegen Energie Cottbus perfekt. “Dass er für uns eine Bereicherung ist, steht außer Frage”, so VSG-Coach Karsten Heine. Nach einem feinen Querpass von Teamkollege Arlind Shoshi (25,) behielt Cigerci im Eins-gegen-eins-Duell mit Energie-Keeper Elias Bethke (19), der kurz zuvor für den Verletzten Alexander Sebald (26) eingewechselt wurde, die Nerven. “Ich habe nur gedacht, dass ich durchrenne und gehofft, dass der Keeper rauskommt. Das hat er zum Glück halbwegs gemacht, und ich konnte den Ball dann gut reinlegen”, so der Linksfuß. Im Anschluss pfiff der Referee ab und Cigerci und die VSG hatten den ersten Dreier in der laufenden Spielzeit eingesammelt – gegen einen Konkurrenten um den Staffelsieg.

Dabei glänzte Cigerci, wie seine restlichen Teamkollegen, in Halbzeit zwei vor allem mit Defensivqualitäten gegen die stark aufspielenden Cottbuser. “Wir haben mehr verteidigt, als Fußball gespielt”, sagt Cigerci, der aber noch nicht bei 100 Prozent ist. Denn erst eine Woche vor dem Auftaktspiel stieß der Offensivspieler zur Mannschaft, muss noch einige Trainingseinheiten mit seinen neuen Kollegen nachholen. “Seine Grundphysis ist vorhanden. Es fehlt aber noch die Spielfitness. Wir arbeiten gemeinsam daran, dass er in die Verfassung kommt, die wir und er sich wünschen”, so Heine. Seinen aktuellen körperlichen Zustand weiß auch Cigerci selbstkritisch einzuschätzen: “Die 30 Minuten auf dem Platz waren anstrengend. Ich brauche noch etwas Zeit.” Also abwarten, was die Uhr am Samstag im Auswärtsspiel bei Chemie Leipzig am 2. Spieltag schlägt, wenn Cigerci den Rasen des Alfred-Kunze-Sportparks betritt.

Matthias Schütt

Lok Leipzig mit brutaler Effizienz – Chemnitz siegt deutlich -Altglienicke zu robust für Cottbus

Zum Abschluss des 1. Spieltages in der Regionalliga Nordost überzeugte Lok Leipzig beim Auftaktsieg gegen Hertha II vor allem in puncto Effizienz. Stadtrivale Chemie Leipzig ging unterdessen in Babelsberg leer aus. Der Berliner AK ließ gegen Aufsteiger Greifswald nichts anbrennen. Am Freitag setzte Altglienicke bereits ein erstes Ausrufezeichen. Tags darauf sendete Chemnitz ein 3:0 gegen TeBe hinterher.

Felix Brügmann und der Chemnitzer FC feierten einen Start nach Maß.

Felix Brügmann und der Chemnitzer FC feierten einen Start nach Maß.

IMAGO/HärtelPRESS

Regionalliga Nordost – 1. Spieltag

Wie gnadenlos der Fußball manchmal sein kann, offenbarte die Partie zwischen der Profi-Reserve des Hertha BSC und dem 1. FC Lok Leipzig zum Abschluss des 1. Spieltages in der Regionalliga Nordost am Sonntagnachmittag.

Von Beginn an waren es nämlich eigentlich die kleinen Herthaner, die das Spielgeschehen an sich rissen, immer wieder gefährlich vor dem Leipziger Gehäuse auftauchten und auf den Führungstreffer hinarbeiteten. So hätte es nach nicht einmal zwei Minuten beinahe schon das erste Mal geklingelt. Der Schuss von Aksakal klatsche jedoch vom Pfosten zurück ins Spiel. Auch in der Folge ließen die Hauptstädter Ball und Gegner laufen, nur im Abschluss fehlte es der Hertha an letzter Effizienz. Ganz anders die Hausherren, die in Minute 16 mit ihrer ersten Chance in Führung gingen. Sirch zog aus 16 Metern einfach mal ab, Torhüter Ernst ließ den Ball nach vorne abprallen, genau vor die Füße von Ziane, der das Leder locker über die Linie drückte. Hertha vom durchaus überraschenden Rückstand unbeeindruckt, drückte sofort wieder aufs Gaspedal, musste wenige Minuten später aber den nächsten Nackenschlag hinnehmen. In der 24. Minute verteidigte Eitschberger im eigenen Strafraum zu ungestüm gegen Atilgan. Den folgenden Strafstoß verwandelte Pfeffer skrupellos zum 2:0. Vor dem Tor agierten die Hausherren an diesem Tag mit einer gnadenlosen Brutalität. So auch in Minute 33, als Ziane per Kopfball unhaltbar einnickte – 3:0. Kurz vor der Pause brachte Scherhant seine Farben vom Punkt zwar wieder heran (40.), am Spielverlauf änderte der Anschlusstreffer aber auch nach dem Seitenwechsel nichts. Hertha spielte, Leipzig traf. In Minute 73 steckte Pfeffer durch auf Atilgan, der mit seinem linken Fuß ins lange Eck vollendete. Wie schon in Durchgang eins galt das letzte Wort aber den Gästen. Haxha wurde per Chipball hinter die Kette in Szene gesetzt und markierte den 4:2-Endstand.

Einen Start nach Maß hat am Sonntagnachmittag unterdessen auch der der SV Babelsberg hingelegt. In einer temporeichen Partie setzte sich der SVB vor rund 3600 Zuschauern am Ende mit 4:2 gegen die BSG Chemie Leipzig durch. Nach einer ereignislosen Anfangsphase war es zunächst Daniel Frahn, der die Hausherren früh auf Kurs brachte. Der SVB-Angreifer versenkte nach 20 Minuten eine mustergültige Hereingabe im Gäste-Kasten. Auch in der Folge bestimmten die Hausherren das Spielgeschehen. Wie aus dem Nichts waren es kurz vor der Pause aber trotzdem die Gäste, die das 1:1 bejubeln durften. Eshele bediente Brügmann, der die Kugel aus rund 20 Metern wuchtig in die Maschen zimmerte (39.). Nach dem Seitenwechsel nahm die Partie richtig Fahrt auf. Auf die erneute Führung der Hausherren durch Cakmak (49.), hatten die Chemiker mit dem Ausgleich durch Eshele die passende Antwort parat (61.). Als Matthias Steinborn aber nicht einmal 60 Zeigerumdrehungen später einen vermeintlich harmlosen Freistoß per Hinterkopf über die Linie drückte, war Babelsberg endgültig auf der Siegerstraße angekommen. Die Gäste vom erneuten Führungstreffer sichtlich überrumpelt, fingen sich in der 66. Minute den vierten und letzten Treffer des Tages.

Abgeklärter BAK vermiest Greifswalder Regionalliga-Auftakt

Der Greifswalder FC hat seine Auftaktpartie in der Regionalliga Nordost verloren. Gegen den Berliner AK unterlag die Mannschaft von Roland Kroos am Ende mit 0:2. In einer recht ereignisarmen ersten Spielhälfte reichte den Hausherren eine Umschaltmöglichkeit, um in Führung zu gehen. in der 35. Minute wurde Richter mit einem langen Ball auf die Reise geschickt. Alleine vor GFC-Keeper Kamenz blieb der Angreifer ganz cool und lupfte das Leder in die Maschen. In den zweiten 45 Minuten kam der Aufsteiger mit viel Energie aus der Kabine und fuhr einen Angriff nach dem nächsten. Nur vor dem Tor fehlte Memaj, Kargbo und Co. aber die letzte Kaltschnäuzigkeit. In Minute 68 dann die ganz bittere Pille für den GFC. Der kurz zuvor eingewechselte Manatu wurde nach einer Hereingabe nicht energisch genug gestört und nickte zum 2:0 ein – der K.o.-Schlag für den Aufsteiger, der in den Schlussminuten nicht mehr an das Offensivfeuerwerk kurz nach dem Seitenwechsel anknüpfen konnte.

CFC siegt klar, BFC Dynamo dank Beck

Der Samstagnachmittag startete um 13 Uhr derweil mit zwei verheißungsvollen Begegnungen. Der Chemnitzer FC empfing TeBe Berlin, mit dem FC Carl Zeiss Jena und Drittliga-Absteiger Viktoria Berlin standen sich zudem zwei vermeintliche Titelanwärter gegenüber.

In Chemnitz setzten sich die Himmelblauen sofort in der gegnerischen Hälfte fest, die Führung besorgte Pagliuca nach einem Ballverlust der Gäste im Mittelfeld nicht unverdient (18.). Von TeBe war im kompletten Spiel offensiv wenig zu sehen. Nicht verwunderlich also, dass die beste Chance der Berliner nach einem Fehler von Jakubov resultierte, der sich bei einer Flanke verschätzte. Heydemann köpfte jedoch über das leere Tor. Im Gegenzug legte der CFC wiederum durch Pagliuca, der zum zweiten Mal von Brügmann in Szene gesetzt wurde, den verdienten zweiten Treffer nach (41.). Ab Minute 63 waren die Gäste nur noch zu Zehnt auf dem Feld. Bähr musste nach einem Luftzweikampf, bei dem er den Ellbogen zu Hilfe nahm, mit der Ampelkarte vom Feld (63.). Wenig später krönte Brügmann seine Leistung noch mit dem 3:0 (69.) – zugleich der Endstand.

Im Spiel zwischen Jena und Viktoria waren die Gastgeber um einen kontrollierten Spielaufbau bemüht. Die Berliner dagegen standen kompakt und versuchten über schnelle Angriffe über die Außenbahnen zum Erfolg zu kommen. Das einzige Tor der ersten Halbzeit folgte allerdings auf einen Eckball. Theisen, den die Berliner im Sturmzentrum immer wieder suchten, stand in der 40. Minute blank und köpfte ins linke Eck zur Gästeführung ein. Der FCC schlug kurz nach Wiederbeginn aus dem Spiel heraus aber zurück. Dahlke bediente wunderbar Verkamp, der vor Köstenbauer cool blieb – 1:1 (53.). Zwar hatten die Gastgeber in den darauffolgenden Minuten die besseren Chancen, das Ergebnis drehen konnten sie aber nicht mehr. Letztlich war es ein gerechtes Remis. Unschön wurde es nach Schlusspfiff noch einmal. Hehne und Günay gerieten aneinander, wofür der Jenaer von Schiedsrichter Florian Lukawski die rote Karte sah.

Eine halbe Stunde später wurde das Match zwischen dem ZFC Meuselwitz und Vorjahresmeister BFC Dynamo angepfiffen. Die Berliner taten sich zunächst schwer, hatten zwar mehr Ballbesitz, zwingende Torchancen waren in Durchgang eins aber selten – übrigens auf beiden Seiten. Dementsprechend gerecht war das 0:0 zur Pause. Im zweiten Durchgang änderte sich das. Per Doppelschlag brachte Beck die Berliner nach über einer Stunde mit 2:0 in Führung (Foulelfmeter, 64./65.). Die Gastgeber aber schlugen schnell zurück. Eine schöne Kombination mit Martynets verwertete Trübenbach zum Anschluss (71.). Die Partie wog anschließend hin und her, am Ergebnis ändern sollte sich trotz vorhandener Möglichkeiten aber nichts mehr. “Zipse” brachte zunächst die Kugel nach Gewühl nicht über die Linie, Zweifachtorschütze Beck köpfte ans Alu und abschließend scheiterte auch noch Schätzle doppelt am Ausgleich.

VSG Altglienicke zu robust für Energie Cottbus

Ein weiteres Duo, das bei Experten in Sachen Aufstieg hoch im Kurs steht, traf bereits am Freitag aufeinander. Die VSG Altglienicke empfing Energie Cottbus. In einer temporeichen Partie begegneten sich beide Teams auf Augenhöhe. Nach einer halben Stunde kam Breitkreuz im Strafraum zum Schuss und brachte Altglienicke in Führung. Cottbus drängte im zweiten Durchgang vehement auf den Ausgleich, aber die VSG verhinderte mit einer starken Defensivleistung größere Chancen. Mit einem Konter in der Nachspielzeit machte Neuzugang Cigerci alles klar.

Zeitgleich mit den beiden Mitfavoriten trafen sich am Freitagabend auch der SV Lichtenberg 47 und Germania Halberstadt. Lichtenberg ging dabei durch einen Standard in Führung, Neuzugang Gakpeto war nach einer Ecke per Kopf mit dem 1:0 zur Stelle (11.). Halberstadt mühte sich zwar um den Ausgleich, die Heimelf aber stand defensiv stabil und lauerte. So markierte Gakpeto vor der Pause auch noch eiskalt das 2:0 (42.) – Traumeinstand für den 30-Jährigen, der aus der Oberliga kam. Halberstadt kam dennoch mit Elan aus der Pause, es war aber die Einwechslung von Malina, die den Gästen dann auch Zählbares brachte. Der Joker markierte, gerade fünf Minuten auf dem Feld, den 1:2-Anschlusstreffer (65.). Jetzt wollten die Germanen den Ausgleich. Von der Heimelf kam im zweiten Durchgang abgesehen von einem Latten-Freistoß nicht mehr viel, die restliche Zeit verteidigten sie mit Glück und Geschick alle Gäste-Versuche weg. So blieb es beim knappen Auftakterfolg für die Berliner.

Den hatte auch der FSV Luckenwalde im Auftaktspiel gegen Aufsteiger Rot-Weiß Erfurt vor Augen. Die Heimelf aus Luckenwalde hatte in Durchgang eins etwas mehr vom Spiel, die Führung vor der Pause war somit nicht unverdient: Nach einer Flanke von der rechten Seite köpfte Vierling relativ freistehend zum 1:0 ein (45.). Nach Wiederanpfiff mühte sich der Aufsteiger aus Erfurt zwar, kam aber nur selten wirklich gefährlich vors Tor. In der Nachspielzeit fiel dann doch noch etwas überraschend der Ausgleich: Der kurz zuvor eingewechselte Neuzugang Roscher wurde im Strafraum per Flanke bedient und traf wuchtig zum 1:1-Endstand (90.+4).

stw/dw/luk

Remis zwischen Jena und Viktoria – CFC gewinnt klar, BFC dank Beck – Altglienicke setzt erste Duftmarke

In der Regionalliga Nordost begann am Freitag die neue Saison. Während Aufsteiger Rot-Weiß Erfurt mit einem Remis startete, feierten die VSG Altglienicke und Lichtenberg 47 Auftaktsiege. Am Samstag starteten der BFC Dynamo und der Chemnitzer FC ebenfalls erfolgreich. Carl Zeiss Jena und Viktoria Berlin teilten die Punkte.

Pasqual Verkamp traf für den FC Carl Zeiss Jena zum Ausgleich.

Pasqual Verkamp traf für den FC Carl Zeiss Jena zum Ausgleich.

IMAGO/Christoph Worsch

Regionalliga Nordost – 1. Spieltag

Der Samstagnachmittag startete um 13 Uhr mit zwei verheißungsvollen Begegnungen. Der Chemnitzer FC empfing TeBe Berlin, mit dem FC Carl Zeiss Jena und Drittliga-Absteiger Viktoria Berlin standen sich zudem zwei vermeintliche Titelanwärter gegenüber.

In Chemnitz setzten sich die Himmelblauen sofort in der gegnerischen Hälfte fest, die Führung besorgte Pagliuca nach einem Ballverlust der Gäste im Mittelfeld nicht unverdient (18.). Von TeBe war im kompletten Spiel offensiv wenig zu sehen. Nicht verwunderlich also, dass die beste Chance der Berliner nach einem Fehler von Jakubov resultierte, der sich bei einer Flanke verschätzte. Heydemann köpfte jedoch über das leere Tor (40.). Im Gegenzug legte der CFC wiederum durch Pagliuca, der zum zweiten Mal von Brügmann in Szene gesetzt wurde, den verdienten zweiten Treffer nach. Ab Minute 63 waren die Gäste nur noch zu Zehnt auf dem Feld. Bähr musste nach einem Luftzweikampf, bei dem er den Ellbogen zu Hilfe nahm, mit der Ampelkarte vom Feld (63.). Wenig später krönte Brügmann seine Leistung noch mit dem 3:0 (70.) – zugleich der Endstand.

Im Spiel zwischen Jena und Viktoria waren die Gastgeber um einen kontrollierten Spielaufbau bemüht. Die Berliner dagegen standen kompakt und versuchten über schnelle Angriffe über die Außenbahnen zum Erfolg zu kommen. Das einzige Tor der ersten Halbzeit folgte allerdings auf einen Eckball. Theisen, den die Berliner im Sturmzentrum immer wieder suchten, stand in der 39. Minute blank und köpfte ins linke Eck zur Gästeführung ein. Der FCC schlug kurz nach Wiederbeginn aus dem Spiel heraus aber zurück. Dahlke bediente wunderbar Verkamp, der vor Köstenbauer cool blieb – 1:1 (53.). Zwar hatten die Gastgeber in den darauffolgenden Minuten die besseren Chancen, das Ergebnis drehen konnten sie aber nicht mehr. Letztlich war es ein gerechtes Remis. Unschön wurde es nach Schlusspfiff noch einmal. Hehne und Günay gerieten aneinander, wofür der Jenaer von Schiedsrichter Florian Lukawski die rote Karte sah.

Eine halbe Stunde später wurde das Match zwischen dem ZFC Meuselwitz und Vorjahresmeister BFC Dynamo angepfiffen. Die Berliner taten sich zunächst schwer, hatten zwar mehr Ballbesitz, zwingende Torchancen waren in Durchgang eins aber selten – übrigens auf beiden Seiten. Dementsprechend gerecht war das 0:0 zur Pause. Im zweiten Durchgang änderte sich das. Per Doppelschlag brachte Beck die Berliner nach über einer Stunde mit 2:0 in Führung (Foulelfmeter, 64./65.). Die Gastgeber aber schlugen schnell zurück. Eine schöne Kombination mit Martynets verwertete Trübenbach zum Anschluss (71.). Die Partie wog anschließend hin und her, am Ergebnis ändern sollte sich trotz vorhandener Möglichkeiten aber nichts mehr. “Zipse” brachte zunächst die Kugel nach Gewühl nicht über die Linie, Zweifachtorschütze Beck köpfte ans Alu und abschließend scheiterte auch noch Schätzle doppelt am Ausgleich.

VSG Altglienicke zu robust für Energie Cottbus

Ein weiteres Duo, das bei Experten in Sachen Aufstieg hoch im Kurs steht, traf bereits am Freitag aufeinander. Die VSG Altglienicke empfing Energie Cottbus. In einer temporeichen Partie begegneten sich beide Teams auf Augenhöhe. Nach einer halben Stunde kam Breitkreuz im Strafraum zum Schuss und brachte Altglienicke in Führung. Cottbus drängte im zweiten Durchgang vehement auf den Ausgleich, aber die VSG verhinderte mit einer starken Defensivleistung größere Chancen. Mit einem Konter in der Nachspielzeit machte Neuzugang Cigerci alles klar.

Zeitgleich mit den beiden Mitfavoriten trafen sich am Freitagabend auch der SV Lichtenberg 47 und Germania Halberstadt. Lichtenberg ging dabei durch einen Standard in Führung, Neuzugang Gakpeto war nach einer Ecke per Kopf mit dem 1:0 zur Stelle (11.). Halberstadt mühte sich zwar um den Ausgleich, die Heimelf aber stand defensiv stabil und lauerte. So markierte Gakpeto vor der Pause auch noch eiskalt das 2:0 (42.) – Traumeinstand für den 30-Jährigen, der aus der Oberliga kam. Halberstadt kam dennoch mit Elan aus der Pause, es war aber die Einwechslung von Malina, die den Gästen dann auch Zählbares brachte. Der Joker markierte, gerade fünf Minuten auf dem Feld, den 1:2-Anschlusstreffer (65.). Jetzt wollten die Germanen den Ausgleich. Von der Heimelf kam im zweiten Durchgang abgesehen von einem Latten-Freistoß nicht mehr viel, die restliche Zeit verteidigten sie mit Glück und Geschick alle Gäste-Versuche weg. So blieb es beim knappen Auftakterfolg für die Berliner.

Den hatte auch der FSV Luckenwalde im Auftaktspiel gegen Aufsteiger Rot-Weiß Erfurt vor Augen. Die Heimelf aus Luckenwalde hatte in Durchgang eins etwas mehr vom Spiel, die Führung vor der Pause war somit nicht unverdient: Nach einer Flanke von der rechten Seite köpfte Vierling relativ freistehend zum 1:0 ein (45.). Nach Wiederanpfiff mühte sich der Aufsteiger aus Erfurt zwar, kam aber nur selten wirklich gefährlich vors Tor. In der Nachspielzeit fiel dann doch noch etwas überraschend der Ausgleich: Der kurz zuvor eingewechselte Neuzugang Roscher wurde im Strafraum per Flanke bedient und traf wuchtig zum 1:1-Endstand (90.+4).

BFC Dynamo mit neuem Trainer

Am Samstag steigen weitere Titelanwärter ins Geschehen ein. Der BFC Dynamo, Meister der Vorsaison, der allerdings in den Aufstiegsspielen am VfB Oldenburg scheiterte, fährt zum ZFC Meuselwitz. Stürmer Christian Beck: “Es wird ein schweres Spiel. Wir wollen gleich mit einem positiven Ergebnis starten, müssen aber von Anfang an an unsere Leistungsgrenze gehen. Wir dürfen nichts verschenken, um als Sieger vom Platz zu gehen.” Dieses Unterfangen werden die Berliner mit einem neuen Trainer angehen, Heiner Backhaus ersetzt Christian Benbennek, bei dem die BFC-Verantwortlichen trotz Platz 1 “eine Stagnation der Entwicklung” ausgemacht hatten.

Ähnlich wie bei Altglienicke hat auch Carl Zeiss Jena sofort eine namhafte und überdurchschnittlich ambitionierte Aufgabe vor der Brust. Der FCC spielt gegen Drittliga-Absteiger FC Viktoria Berlin. Sportchef Tobias Werner versucht die Erwartungshaltung zu dämpfen: “Wir sind in einer Außenseiterrolle.” Werner dürfte in seine Aussage mit einbezogen haben, dass mit Maximilian Oesterhelweg, Maximilian Wolfram und Fabian Eisele drei Leistungsträger von Bord gegangen sind.

Abgerundet wird der Samstag von der Partie des Chemnitzer FC gegen Tennis Borussia Berlin. Durchaus namhaft, und wer den Chemnitzer Auftritt im DFB-Pokal gegen Union Berlin gesehen hat (1:2 nach Verlängerung), der wird nicht umhin kommen, den “Himmelblauen” auch ein hohes Maß an Qualität zu attestieren.

Am Sonntag greifen die beiden Leipziger Klubs ins Geschehen ein: Die BSG Chemie fährt zum SV Babelsberg 03, der 1. FC Lok erwartet zu Hause die zweite Mannschaft von Hertha BSC. Zudem spielt der Berliner AK 07 gegen Aufsteiger Greifswalder FC.

Altglienicke feiert erfolgreichen Einstand gegen Cottbus – Roscher rettet Erfurt einen späten Punkt

In der Regionalliga Nordost begann am Freitag die neue Saison. Während Aufsteiger Rot-Weiß Erfurt mit einem Remis startete, feierten Altglienicke und Lichtenberg 47 Auftaktsiege. Am Samstag startet der BFC Dynamo nach dem Scheitern in der Aufstiegsrunde einen erneuten Anlauf, Jena erwartet Drittliga-Absteiger Viktoria Berlin.

Großer Jubel nach dem späten Ausgleich: Rot-Weiß Erfurt feierte am Freitag einen Punkt in Luckenwalde.

Großer Jubel nach dem späten Ausgleich: Rot-Weiß Erfurt feierte am Freitag einen Punkt in Luckenwalde.

IMAGO/Jan Huebner

Regionalliga Nordost – 1. Spieltag

Sowohl die VSG Altglienicke als auch Energie Cottbus stehen bei den Experten in Sachen Aufstieg ganz oben auf dem Zettel. Am Freitag trafen beide Teams direkt aufeinander. In einer temporeichen Partie begegneten sich beide Teams auf Augenhöhe. Nach einer halben Stunde kam Breitkreuz im Strafraum zum Schuss und brachte Altglienicke in Führung. Cottbus drängte im zweiten Durchgang vehement auf den Ausgleich, aber die VSG verhinderte mit einer starken Defensivleistung größere Chancen. Mit einem Konter in der Nachspielzeit machte Neuzugang Cigerci alles klar.

Zeitgleich mit den beiden Mitfavoriten trafen sich am Freitagabend auch der SV Lichtenberg 47 und Germania Halberstadt. Lichtenberg ging dabei durch einen Standard in Führung, Neuzugang Gakpeto war nach einer Ecke per Kopf mit dem 1:0 zur Stelle (11.). Halberstadt mühte sich zwar um den Ausgleich, die Heimelf aber stand defensiv stabil und lauerte. So markierte Gakpeto vor der Pause auch noch eiskalt das 2:0 (42.) – Traumeinstand für den 30-Jährigen, der aus der Oberliga kam. Halberstadt kam dennoch mit Elan aus der Pause, es war aber die Einwechslung von Malina, die den Gästen dann auch Zählbares brachte. Der Joker markierte, gerade fünf Minuten auf dem Feld, den 1:2-Anschlusstreffer (65.). Jetzt wollten die Germanen den Ausgleich. Von der Heimelf kam im zweiten Durchgang abgesehen von einem Latten-Freistoß nicht mehr viel, die restliche Zeit verteidigten sie mit Glück und Geschick alle Gäste-Versuche weg. So blieb es beim knappen Auftakterfolg für die Berliner.

Den hatte auch der FSV Luckenwalde im Auftaktspiel gegen Aufsteiger Rot-Weiß Erfurt vor Augen. Die Heimelf aus Luckenwalde hatte in Durchgang eins etwas mehr vom Spiel, die Führung vor der Pause war somit nicht unverdient: Nach einer Flanke von der rechten Seite köpfte Vierling relativ freistehend zum 1:0 ein (45.). Nach Wiederanpfiff mühte sich der Aufsteiger aus Erfurt zwar, kam aber nur selten wirklich gefährlich vors Tor. In der Nachspielzeit fiel dann doch noch etwas überraschend der Ausgleich: Der kurz zuvor eingewechselte Neuzugang Roscher wurde im Strafraum per Flanke bedient und traf wuchtig zum 1:1-Endstand (90.+4).

BFC Dynamo mit neuem Trainer

Am Samstag steigen weitere Titelanwärter ins Geschehen ein. Der BFC Dynamo, Meister der Vorsaison, der allerdings in den Aufstiegsspielen am VfB Oldenburg scheiterte, fährt zum ZFC Meuselwitz. Stürmer Christian Beck: “Es wird ein schweres Spiel. Wir wollen gleich mit einem positiven Ergebnis starten, müssen aber von Anfang an an unsere Leistungsgrenze gehen. Wir dürfen nichts verschenken, um als Sieger vom Platz zu gehen.” Dieses Unterfangen werden die Berliner mit einem neuen Trainer angehen, Heiner Backhaus ersetzt Christian Benbennek, bei dem die BFC-Verantwortlichen trotz Platz 1 “eine Stagnation der Entwicklung” ausgemacht hatten.

Ähnlich wie bei Altglienicke hat auch Carl Zeiss Jena sofort eine namhafte und überdurchschnittlich ambitionierte Aufgabe vor der Brust. Der FCC spielt gegen Drittliga-Absteiger FC Viktoria Berlin. Sportchef Tobias Werner versucht die Erwartungshaltung zu dämpfen: “Wir sind in einer Außenseiterrolle.” Werner dürfte in seine Aussage mit einbezogen haben, dass mit Maximilian Oesterhelweg, Maximilian Wolfram und Fabian Eisele drei Leistungsträger von Bord gegangen sind.

Abgerundet wird der Samstag von der Partie des Chemnitzer FC gegen Tennis Borussia Berlin. Durchaus namhaft, und wer den Chemnitzer Auftritt im DFB-Pokal gegen Union Berlin gesehen hat (1:2 nach Verlängerung), der wird nicht umhin kommen, den “Himmelblauen” auch ein hohes Maß an Qualität zu attestieren.

Am Sonntag greifen die beiden Leipziger Klubs ins Geschehen ein: Die BSG Chemie fährt zum SV Babelsberg 03, der 1. FC Lok erwartet zu Hause die zweite Mannschaft von Hertha BSC. Zudem spielt der Berliner AK 07 gegen Aufsteiger Greifswalder FC.

Nach Pokal-Zwischenfällen: Jena zieht erste Konsequenzen

Im Zuge der gewaltsamen Auseinandersetzungen nach der DFB-Pokal-Partie gegen den VfL Wolfsburg hat der FC Carl-Zeiss Jena erste Hausverbote und Strafanzeigen erteilt.

Im Rahmen der DFB-Pokal-Partie zwischen dem FC Carl-Zeiss Jena und dem VfL Wolfsburg war es zu Ausschreitungen zwischen den Fangruppierungen gekommen.

Im Rahmen der DFB-Pokal-Partie zwischen dem FC Carl-Zeiss Jena und dem VfL Wolfsburg war es zu Ausschreitungen zwischen den Fangruppierungen gekommen.

IMAGO/Karina Hessland

Wenige Tage nach den Vorkommnissen im Anschluss der DFB-Pokal-Partie zwischen dem FC Carl-Zeiss Jena und dem VfL Wolfsburg – Endstand 0:1 – hat der Regionalligist nun erste Konsequenzen gezogen. Wie der Verein in einer öffentlichen Stellungnahme schildert, konnten nach “Sichtung umfangreichen Film- und Fotomaterials zunächst vier Personen identifiziert werden, die mit Hausverboten belegt werden. Darüber hinaus wurden Strafanzeigen gestellt.” Zusätzlich würde das Thema “die zuständige Stadionverbotskommission des FC Carl Zeiss Jena beschäftigen.”

Gewaltsame Fan-Ausschreitungen nach Spielende

Was war passiert? Nach Ende der Partie sollen Wolfsburger Spieler auf dem Weg zum Mannschaftsbus von Zuschauern sowohl verbal als auch körperlich bedrängt worden sein. Auf den Rängen kam es zudem zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen den Fangruppierungen. Jenaer Fans hatten kurz zuvor den abgesperrten Bereich durchquert.

Laut Vereinsangaben seien derartige Vorkommnisse aber nicht unbedingt vorhersehbar gewesen: Im Vorfeld sei die Partie von allen Sicherheitsträgern, sowie vom Verein und Stadionbetreiber als “Grün-Spiel” und damit als Partie ohne Risiko eingestuft worden. Um zukünftig besser auf unvorhersehbare Konflikte innerhalb des Stadionblocks reagieren zu können, wurden neben strafrechtlichen Schritten gegen die mutmaßlichen Täter auch mögliche bauliche Veränderungen besprochen – speziell zur Optimierung der Trennung der in der Zeit des Stadionumbaus auf der Westtribüne untergebrachten Gästefans von den Heimzuschauerbereichen.

Bis zur abschließenden Bewertung und Umsetzung der Vorschläge wird es im Rahmen des Ticketverkaufs für Spiele des FC Carl Zeiss Jena keine Tageskarten für den Pufferbereich im Block B geben. Bereits für betroffene Bereiche verkaufte Tagestickets gegen Viktoria Berlin behalten ihre Gültigkeit.

BAK-Trainer Duda: “Die Aufgabe ist herausfordernd”

Der Berliner AK vollzog zur neuen Spielzeit einen Umbruch. Trainer Benjamin Duda muss 17 Neuzugänge integrieren. Eine für den Coach “herausfordernde Aufgabe”.

Hier noch im Trikot von Viktoria Berlin: Stürmer Shalva Ogbaidze steht vor einem Wechsel zum Berliner AK.

Hier noch im Trikot von Viktoria Berlin: Stürmer Shalva Ogbaidze steht vor einem Wechsel zum Berliner AK.

imago images/Matthias Koch

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Intensive Wochen liegen hinter und vor Benjamin Duda (34). Der Cheftrainer des Berliner AK, der noch bis März 2023 am Pro-Lizenz-Trainerkurs des DFB (früher Fußball-Lehrer-Ausbildung) teilnimmt, moderiert beim Regionalligisten einen fast kompletten Neuaufbau. Nach Vorgabe von Präsident Ebubekir Han wurde der Kader deutlich verjüngt. “Die Aufgabe ist herausfordernd, aber es liegt meinem Naturell näher, mit jungen, hungrigen Spielern zu arbeiten”, so Duda, der in der Winterpause von Germania Halberstadt in die Hauptstadt gewechselt war.

Nicht weniger als 17 Neuzugänge wurden bisher unter Vertrag genommen, zuletzt Mittelfeldspieler Keanu Schneider (21, von Werder Bremen II) und Shinji Yamada (28). Der Außenbahnakteur kommt von Viktoria Berlin, wo er in der 3. Liga auf 14 Einsätze (1 Tor) kam. Duda hofft, dass vom abgestiegenen Drittligisten auch Shalva Ogbaidze (16 Einsätze/kein Tor) seine Zusage gibt. Der Angreifer trainiert schon zwei Wochen zur Probe mit und hat laut Duda “einen hervorragenden Eindruck hinterlassen. Er würde prima in unser Profil passen.” Eine Entscheidung Ogbaidzes wird am Anfang der Woche erwartet.

Seinen Kontrakt um ein weiteres Jahr verlängert hat Jurgen Gjasula (36). Dagegen wurden die Verträge mit den anderen beiden Routiniers, Änis Ben-Hatira und Pardis Fardjad Azad (beide 34), nicht verlängert. Während sich Fardjad-Azad bereits dem Oberligisten CFC Hertha 06 angeschlossen hat, ist die Zukunft von Ben-Hatira noch offen.

Mit Nader El-Jindaoui (14 Tore, zu Hertha BSC II), Michel Ulrich (8 Tore, Chemnitzer FC) sowie Abu Bakarr Kargbo (9 Tore, Greifswalder FC) haben die drei erfolgreichsten Torschützen der vergangenen Saison den Verein verlassen. Trotzdem ist Duda nicht beunruhigt: “Die Last wird auf mehreren Schultern verteilt, wir haben in den bisherigen Testspielen oft getroffen.” Wie zuletzt beim 4:4 gegen den ambitionierten Nord-Regionalligisten VfB Lübeck.

In der Torhüterfrage ist mit Luis Zwick, dem 28-jährigen Neuzugang von Schweinfurt 05, eine Entscheidung für die Nachfolge von Pascal Kühn gefallen. “Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich ihn mit seiner Erfahrung und Vita als unsere Nummer 1 sehe. Allerdings muss er sich diesen Status immer wieder verdienen , so Duda. “Geschenkt bekommt er diesen nicht.” Heißt, die beiden 19-jährigen Kevin Plath und Kilian Schubert lauern auf ihre Chance.

Gefahndet wird noch nach einem weiteren Angreifer sowie einem flexiblen Außenbahnakteur.

Martin Eisen

Chemie Leipzig: Jagatic jagt den Rekord von Kunze

Trainer Miroslav Jagatic verlängert bei Chemie Leipzig vorzeitig bis 2024 und hofft für die neue Regionalliga-Saison, dass seine Mannschaft deutlich effizienter wird.

Spürt Vertrauen und ist in die langfristigen Planungen bei Chemie Leipzig einbezogen: Trainer Miroslav Jagatic.

Spürt Vertrauen und ist in die langfristigen Planungen bei Chemie Leipzig einbezogen: Trainer Miroslav Jagatic.

IMAGO/Picture Point

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Chemie Leipzig setzt auf Kontinuität. Nach vielen Spielern verlängerte nun auch Trainer Miroslav Jagatic seinen Vertrag vorzeitig bis zum 30. Juni 2024. Damit ist der bosnisch-stämmige Kroate, der seit dreieinhalb Jahren in Leipzig ist, nicht nur der seit Jahrzehnten am längsten im Amt befindliche Trainer bei den Grün-Weißen. Er rangiert mit 99 Pflichtspielen mittlerweile auf Platz 3 in der ewigen Rangliste nach Alfred Kunze (159 Spiele mit Chemie zwischen 1963 und 1967) und Karl Schäffner (124, 1974 bis 1978).

“Das macht mich stolz, dass mir der Verein vertraut und mich in die langfristige Planung einbezieht”, sagt der 46-Jährige. Platz 9 in der vergangenen Saison, einige Siege gegen favorisierte und finanziell weit besser gestellte Teams und das Landespokal-Finale haben Lust auf mehr gemacht. Dennoch wird der Klub aus dem Stadtteil Leutzsch nicht irgendwelche unrealistischen Saisonziele verkünden. “Das wird die schwerste Regionalliga aller Zeiten”, sagt Jagatic, der nunmehr in seine fünfte Saison mit Chemie geht.

Dem Traditionsverein aus dem Leipziger Westen muss keinesfalls bange sein. Umfeld und Mannschaft brennen, die Infrastruktur steht vor den massivsten Veränderungen seit 50 Jahren. Kunstrasen und Trainingshalle sind fertig, die Flutlichtanlage ist im Bau, und das Funktionsgebäude wird abgerissen und bis 2024 neu errichtet. Fast 2000 Mitglieder, aktuell 1700 verkaufte Dauerkarten und ein Zuschauerschnitt von 3451 (Platz 2 hinter Cottbus, 4131) zeigen den Boom, den die “Chemiker” in der größten Stadt Sachsens entfacht haben, deutlich auf. Das Konzept vom mitgliedergeführten Verein greift, in Leipzig wecken nur Bundesliga-Fußball und -Handball größeres Interesse. Sogar der ewige Rivale 1. FC Lok hatte letzte Saison 10000 Zuschauer weniger zu vorzuweisen.

Karau hinterlässt große Lücke

Sportlich dürfte das Hauptaugenmerk besonders auf zwei neuralgische Stellen gerichtet sein. Zum einen sind doch bedeutende Abgänge in der Abwehr zu verzeichnen. Andy Wendschuch, Benjamin Boltze und vor allem der langjährige Kapitän Stefan Karau müssen ersetzt werden. Vor allem Letzterer hinterlässt in puncto Zuverlässigkeit und Mentalität eine große Lücke. Diese soll der erst 23 Jahre alte Philipp Harant schließen, der vom 1. FC Magdeburg kommt, zuletzt aber an den Berliner AK ausgeliehen war. Der 1,94 Meter große Innenverteidiger ist kopfballstark und glänzt durch eine gute Spieleröffnung. Sein Vorgänger Karau wird die Entwicklung genauestens verfolgen können, gehört er doch ab sofort zum Trainerstab. Zudem freuten sich die Verantwortlichen über die Zugänge ihrer “Wunschspieler” Manassé Eshele (Union Fürstenwalde) und Janik Mäder (Energie Cottbus). Letzterer ging Chemie ins Netz, weil er zurück nach Leipzig wollte, wo er lange im Nachwuchs von RB spielte. Seine Wurzeln aber liegen in Leutzsch, beim Vorgängerklub von Chemie, dem FC Sachsen.

Vor allem das zweite Problem sollen Eshele und Mäder beheben helfen: die Torausbeute. Mit je acht Treffern teilten sich Denis Jäpel und Florian Kirstein die interne Torjägerkrone. Die vielen verschiedenen Torschützen machten Chemie zwar unberechenbarer, doch insgesamt ist die Trefferquote zu niedrig. Mit der inzwischen deutlich gestiegenen spielerischen Qualität werden ausreichend viele Chancen herausgearbeitet werden können. Gelingt es, diese zu veredeln, kann Chemie sein Vorjahresergebnis anpeilen. Wenn nicht, wird es schwer.

Einst in Klopps Champions-League-Kader: Greifswald holt Ex-Borussen Bandowski

Jannik Bandowski wechselt zum Greifswalder FC. Der 28-jährige Außenverteidiger war zuletzt beim TSV Steinbach Haiger in der Regionalliga Südwest aktiv, hat in seiner Vergangenheit aber auch schon ganz andere Luft geschnuppert.

Jannik Bandowski (links) mit GFC-Geschäftsführer David Wagner.

Jannik Bandowski (links) mit GFC-Geschäftsführer David Wagner.

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Ausgebildet wurde Jannik Bandowski in Korbach, Paderborn und bei Borussia Dortmund. Beim BVB gehörte er in der Saison 2014/2015 zum Champions League-Kader unter Jürgen Klopp, saß im Duell gegen den FC Arsenal dabei aber 90 Minuten auf der Bank. Nach einer Leihe zum TSV 1860 München, mit dem er in der Relegation den Klassenerhalt in Liga 2 schaffte, ging es für den heute 28-Jährigen zum VfL Bochum und zur SpVgg Unterhaching. 24 Zweitliga- und 43 Drittliga-Spiele stehen insgesamt in seiner Vita. In der Winterpause der Spielzeit 21/22 schloss er sich dem TSV Steinbach Haiger an, wo sein Vertrag zu Saisonende auslief. Nun folgt der Wechsel zu Regionalliga-Aufsteiger Greifswalder FC.

“Nachdem mich die Verantwortlichen kontaktiert und wir auch recht gute Gespräche geführt hatten, habe ich mich bei Robert Müller und Tom Weilandt erkundigt. Ich habe mit beiden lange darüber gesprochen, und beide sind sehr überzeugt von dem Projekt und haben mir ein sehr gutes Gefühl gegeben”, wird Bandowski in der Pressemeldung der Greifswalder zitiert. “Für mich ist immer wichtig, dass man ambitionierte Ziele hat”, so der Außenverteidiger weiter.

“Jannik ist ein willensstarker Spieler, der enorm viel Tempo mitbringt. Wir freuen uns sehr, dass er sich für den GFC entschieden hat, weil er mit seiner Mentalität super zu uns passt”, so David Wagner, Geschäftsführer Sport beim GFC.

Die 3. Liga ist nah: BFC Dynamo ist Meister im Nordosten

Der BFC Dynamo hat sich den Meistertitel in der Regionalliga Nordost gesichert. Nun soll in den Aufstiegsspielen der Sprung in die 3. Liga gelingen.

Meister im Nordosten: Der BFC Dynamo hofft auf den Aufstieg in den Profifußball.

Meister im Nordosten: Der BFC Dynamo hofft auf den Aufstieg in den Profifußball.

IMAGO/Jan Huebner

Das 4:2 bei der VSG Altglienicke hat am Sonntag allerletzte kleine Zweifel beseitigt: Der BFC Dynamo steht als Meister in der Nordost-Staffel der Regionalligen fest und geht in die Aufstiegsspiele zur 3. Liga. Dort trifft der Hauptstadt-Klub am 28. Mai und 4. Juni auf den Titelträger im Norden, der aller Voraussicht nach VfB Oldenburg heißen wird.

Beck bester Schütze

Im Nordosten diktierte die Mannschaft von Trainer Christian Benbennek über weite Strecken der Saison das Geschehen in der Liga und ließ namhafte Klubs wie Energie Cottbus, den Chemnitzer FC, Carl Zeiss Jena oder Lok Leipzig deutlich hinter sich. Nur sechs Niederlagen stehen in der BFC-Bilanz, mit Routinier und Ex-Magdeburger Christian Beck (34, 23 Saisontore) will einer der Erfolgsgaranten im Team auch eine Liga höher nochmal angreifen.

Insolvenz nach der Wende – Seit 2014 Regionalligist

Der BFC Dynamo hofft also auf den erstmaligen Vorstoß in den deutschen Profifußball nach der Wende. Zu Zeiten der deutschen Teilung war der Verein zum DDR-Vorzeigeklub auserkoren worden, galt auch als “Stasi-Klub” und avancierte zum Rekordmeister, nachdem zwischen 1979 und 1988 zehn Meistertitel in Serie gelangen. Nach der Wiedervereinigung verpasste der BFC Dynamo die Qualifikation für Bundesliga und 2. Liga, stürzte später wegen Insolvenz sogar aus der Oberliga Nordost ab.

Erst nach und nach gelang die Konsolidierung, 2014 der Aufstieg in die Regionalliga. Aus dieser will der Klub aus dem Stadtteil Alt-Hohenschönhausen nun in diesem Sommer raus und ähnlich wie in der Vorsaison Stadtrivale Viktoria den Sprung in die 3. Liga schaffen.

Kreuzbandriss: “Maschine” Putze fehlt Energie lange

Mittelfeldspieler Joshua Putze zog sich einen Kreuzbandriss zu und wird Energie Cottbus lange fehlen.

Joshua Putze muss gegen Lichtenberg verletzt das Spielfeld verlassen.

Joshua Putze muss gegen Lichtenberg verletzt das Spielfeld verlassen.

IMAGO/Steffen Beyer

“Er ist physisch eine ‘Maschine’ und hat nach seiner langen Verletzungspause besonders in den vergangenen Wochen deutlich gezeigt, wie wertvoll er für die Mannschaft ist”, hatte Trainer Claus-Dieter Wollitz jüngst erklärt, nachdem Joshua Putze einen neuen Vertrag bei den Lausitzern unterschrieben hatte.

Nun muss Putze, der auf 22 Partien und fünf Tore nach seiner Rückkehr im Sommer nach Cottbus kommt, die nächste lange Verletzungspause nach seinem Achillessehnenanriss Anfang Oktober 2021 einlegen. Der Mittelfeldspieler hat sich im Heimspiel gegen den SV Lichtenberg 47 (4:1) einen Kreuzbandriss zugezogen, wie eingehende Untersuchungen vergangene Woche ergaben. Von “einer Art ‘Knall’ im rechten Knie” hatte der 27-Jährige berichtet, in der 37. Minute musste er gegen Lichtenberg vom Feld.

“Wenn er gesund bleibt, dann traue ich ihm auch eine zweistellige Torausbeute in der Saison zu“, hatte Wollitz noch erklärt, nun muss er zu Beginn der neuen Saison erst einmal auf Putze verzichten. “Die notwendige Operation soll bereits am 16. Mai durchgeführt werden”, wie der Nordost-Regionalligist mitteilte.