Derby gegen Hertha: Fischer sieht “kein optimales Auftaktprogramm”

Urs Fischer hat während seiner nun vierjährigen Amtszeit beim 1. FC Union Berlin einiges bewegt. Was ihm in der Bundesliga aber noch nicht gelungen ist: ein Sieg zum Auftakt. Und da geht es gleich gegen Hertha BSC.

Steht mit Union im Stadtderby gegen Hertha im Fokus: Trainer Urs Fischer.

Steht mit Union im Stadtderby gegen Hertha im Fokus: Trainer Urs Fischer.

IMAGO/Jan Huebner

0:4 gegen RB Leipzig bei der Bundesliga-Premiere des Vereins, 1:3 gegen den FC Augsburg und 1:1 gegen Bayer 04 Leverkusen – so starteten die Köpenicker in den vergangen drei Jahren jeweils in die neue Spielzeit. Die Chance, es diesmal besser zu machen, haben die Rot-Weißen am Samstag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker) im Derby gegen Hertha BSC.

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Für Fischer sei das “vom Gefühl her kein optimales Auftaktprogramm”, wie er erzählt. “Aber am Schluss musst du sowieso gegen jedes Team antreten. Wir haben die Vorbereitungsspiele der Hertha gesehen und genaustens analysiert.”

Lob für Hertha nach der Analyse

Was bei der Analyse herausgekommen ist? Der Fußball-Lehrer betont: “Aus meiner Sicht ist es eine Mannschaft, die gut organisiert ist und kompakt steht. Sie versuchen, das Zentrum in den Griff zu kriegen.” Über die Offensivabteilung ergänzt er: “In den Umschaltmomenten und auf dem Flügel haben sie gefährliche Spieler, die das Eins-gegen-eins lieben. Diese Akteure können den Unterschied ausmachen.”

Die Favoritenrolle wollte Fischer seiner Mannschaft nicht zuordnen. Aber zumindest die Buchmacher sehen die Mannschaft aus dem Südosten Berlins klar im Vorteil. Wohl auch aufgrund der Ergebnisse aus der ersten Runde des DFB-Pokals. Während sich Union in Chemnitz (2:1) eine Runde weiterzitterte, schied Hertha BSC im Elfmeterschießen gegen den Zweitligisten Eintracht Braunschweig (5:6) aus.

Wir haben es gegen Chemnitz auch nicht so hinbekommen, wie wir es uns gewünscht hatten.

Urs Fischer

Dennoch zieht Unions Trainer keinen mentalen Vorteil aus den Pokalresultaten: “Wir haben es gegen Chemnitz auch nicht so hinbekommen, wie wir es uns gewünscht hatten. Obwohl sie ausgeschieden sind, habe ich den Auftritt von Hertha BSC als gut empfunden. Sie werden damit schon entsprechend umgehen.”

KMD #133 - Michael Ballack + Turid Knaak

01. August 202201:58:37 Stunden

KMD #133 – Michael Ballack + Turid Knaak

Gerade erst die KMD-Crew ihre Koffer ausgepackt und die Badehose wieder gegen seriöse Beinbekleidung getauscht, da wird schon wieder munter um die Wette gepodcastet! Ab jetzt gibt es kicker meets DAZN wie gewohnt wieder jeden Montag und in der ersten Folge schaut direkt mal Michael Ballack vorbei! Der ehemalige Nationalmannschaftskapitän und neue DAZN-Experte spricht unter anderem über seine bewegte Karriere, wie man wieder mehr Spannung in die Bundesliga bringt und was dem BVB noch fehlt, um das Niveau der Bayern zu erreichen. Außerdem werfen sich Alex und Benni im ersten Teil der großen Saisonprognose wildeste Thesen an den Kopf und sprechen mit kicker-Podcast-Kollegin und Ex-Nationalspielerin Turid Knaak über das EM-Finale der Frauen. Welcome back, liebe Leute!

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“Jetzt beginnt wieder alles von vorne”

Wie in den vorherigen Jahren in der Bundesliga gilt für Fischer weiter der Leitspruch, demütig und bescheiden zu bleiben. Das oberste Ziel sei es auch in der neuen Saison, die Klasse zu halten. “Und dafür”, sagt Fischer, “müssen wir mindestens 40 Punkte holen. Und das ist in der Liga schon schwierig genug. Jetzt beginnt wieder alles vorne.”

Für das Derby hat der Übungsleiter fast den kompletten Kader zur Verfügung. Lediglich Timo Baumgartl, der mit dem individuellen Training begonnen hat, fehlt weiterhin. Zudem sind Morten Thorsby und Jordan Siebatcheu leicht angeschlagen, “sie konnten im Training aber fast alles mitmachen”, gibt Fischer Entwarnung.

Jannis Klimburg

Derby-Vorfreude bei Schäfer: “Als Spieler sehnst du dich nach solchen Duellen”

Andras Schäfer stand beim knappen 2:1-Erfolg Union Berlins gegen den Chemnitzer FC nicht in der Startelf, brachte dafür mit seiner Hereinnahme frischen Wind in die Partie. Am Dienstag sprach der 23-jährige ungarische Nationalspieler in einer Medienrunde über…

Sprach auch über seine Eingewöhnungszeit in der Bundesliga: Andras Schäfer.

Sprach auch über seine Eingewöhnungszeit in der Bundesliga: Andras Schäfer.

IMAGO/Contrast

… die Leistung gegen den Chemnitzer FC: “Es war schwierig, gegen sie zu spielen. Aber wir sollten solche Duelle deutlicher gewinnen. Ich habe mit meiner Einwechslung neuen Schwung ins Team gebracht, aber ich muss auch eine von meinen vielen Chancen nutzen und ein Tor erzielen. Deswegen bin ich nicht ganz zufrieden.”

… seine Entwicklung bei Union Berlin: “Ich habe mich schnell integriert, es hat nur ein bis zwei Monate gedauert. Es war zu Beginn nicht so einfach für mich, als ich aus der Slowakei in die Bundesliga gewechselt bin. Das war ein großer Schritt. Aber alle haben mir geholfen. Es war die richtige Entscheidung im Winter und eben nicht erst im Sommer hierher zu wechseln. Trotzdem muss ich mich in einigen Bereichen noch verbessern, beispielsweise noch mehr Muskeln aufbauen.”

… seine Lieblingsposition: “In dem System, das wir spielen, fühle ich mich auf der Achter-Position am wohlsten, weil ich zu Abschlüssen komme und somit mehr Chancen habe, Tore zu erzielen. In der Vorbereitung wurde ich auch auf der Sechs aufgestellt, dort hatte ich noch mehr Ballkontakte. Aber im Grunde ist mir das egal, ich will einfach nur auf dem Platz stehen.”

… das Überangebot an Mittelfeldspielern bei den Eisernen: “Für mich ist es eine große Ehre, dass ich für den Verein spielen darf. Es kommt nicht darauf an, ob du von Beginn an spielst oder nicht. Du musst immer dein Bestes geben. Wir haben viele Spiele in der Saison und ich kann mich im Training immer wieder nur anbieten und zeigen, wenn ich dann die Chance bekomme.”

… seinen größten Fortschritt, seit er bei Union ist: “Ich glaube, dass ich mich vor allem auf der mentalen Ebene verbessert habe. Ich habe hier viel dazu gelernt, mich angepasst. Gerade am Anfang war alles neu für mich, ich habe viele Ratschläge von den Trainern bekommen. Es war nicht ganz einfach, aber mit der Zeit bin ich immer besser damit klargekommen.”

… das Derby am Samstag gegen Hertha BSC: “Es ist kein normales Spiel. Du bereitest dich darauf vor wie sonst auch. Aber als Spieler sehnst du dich nach solchen Duellen. Diese Saison mussten wir nicht lange darauf warten (lacht). Es ist eine Ehre, solch ein Derby bestreiten zu dürfen.”

Jannis Klimburg

“So können wir keine Bundesliga spielen”: Noch viel Arbeit für Union

Union Berlin kämpfte sich beim Pflichtspielauftakt gegen den Regionalligisten Chemnitzer FC in die 2. Runde des DFB-Pokals. Mit der Leistung war Manager Oliver Ruhnert gar nicht zufrieden.

Oliver Ruhnert war mit der Leistung von Union Berlin unzufrieden.

Oliver Ruhnert war mit der Leistung von Union Berlin unzufrieden.

IMAGO/Jan Huebner

Union Berlin sprang dem Elfmeterschießen dank Kevin Behrens’ wuchtigem Kopfball noch von der Schippe – die Leistung der Eisernen ließ aber zu Wünschen übrig. Union fand in der Offensive aus dem Spiel heraus gegen die leidenschaftlich verteidigenden Chemnitzer über 120 Minuten keine Lösung. Daher musste ein Eckball auch für den erlösenden Treffer sorgen. “Wir haben uns heute schwergetan, weil wir schlecht gespielt haben”, stellte auch Union-Manager Oliver Ruhnert gegenüber “Sky” fest.

Vor allem mit Ball war es aus seiner Sicht “ungenügend”. Zwar habe Union aufgrund der Chancen verdient gewonnen, der Auftritt war aber “eindeutig” zu wenig. Ruhnert ging weiter ins Detail: “Wir haben die Tiefe nicht gefunden, sind nicht nachgerückt und standen mit vier, fünf Leuten teilweise hinten.”

Abläufe in der Offensive fehlten

Besonders mit Blick auf die eingespielte Startaufstellung (mit Janik Haberer und Jordan Siebatcheu begannen lediglich zwei Neuzugänge) ärgerte sich der Manager über die fehlenden Abläufe. “Es sollte eigentlich besser funktionieren. So wie wir heute gespielt haben, können wir keine Bundesliga spielen”, so der 50-Jährige, der aber davon überzeugt ist, dass die Mannschaft am Samstag ein anderes Gesicht zeigt. Auch Torschütze Behrens pflichtete seinem Vorgesetzten bei: “Wir müssen am Samstag als Mannschaft besser sein.”

Für das Derby gegen Hertha (Sa., 15.30 Uhr, LIVE bei kicker) können die Eisernen auch etwas Positives mitnehmen. Nach dem Gegentreffer gaben die Berliner sofort die passende Antwort – verantwortlich für das Tor war Neuzugang Siebatcheu, der damit gleich im ersten Pflichtspiel für das Team von Urs Fischer traf. “Wir sind weitergekommen, das war wichtig”, zog dann auch Ruhnert noch ein versöhnliches Fazit.

Kaderplätze für Diogo Leite und Thorsy “durchaus möglich”

Für den 1. FC Union Berlin beginnt am Montagabend (18.01 Uhr, LIVE! auf kicker) die Pflichtspiel-Saison 2022/23. Dann gastiert die Mannschaft von Trainer Urs Fischer beim Regionalligisten Chemnitzer FC an – wobei der Trainer am Samstag passen musste.

Sitzt er gegen Chemnitz bereits auf der Bank? Unions Morten Thorsby.

Sitzt er gegen Chemnitz bereits auf der Bank? Unions Morten Thorsby.

IMAGO/Matthias Koch

Zumindest für die Spieltags-Pressekonferenz am Samstagmittag fiel Fischer mit Rückenproblemen aus. Bei Union hofft man, dass Fischer spätestens am Montag wieder zur Verfügung steht. Anstelle des 56-Jährigen stand dessen Co-Trainer Markus Hoffmann den Reportern Rede und Antwort.

Fischers Assistent machte keinen Hehl daraus, dass Union beim Viertligisten Chemnitz favorisiert ist. “Wir müssen die Rolle als Favorit ja annehmen”, sagte der 50-Jährige, “das ist klar. Trotzdem werden wir die ganze Sache genauso seriös und mit Respekt angehen, wie ein Meisterschaftsspiel.” Bei aller klaren Rollenverteilung hat Hoffmann von Chemnitz durchaus eine hohe Meinung. “Das ist eine gute Mannschaft, bei der man auch die Handschrift von Trainer Christian Tiffert sieht”, betonte der Österreicher, “sie spielt auf Ballbesitz, sie ist sehr kompakt, hat ein gutes Umschalten und ist auch mutig im hinten heraus spielen.” Dennoch wäre alles andere als ein Erfolg des Bundesligisten eine große Überraschung.

Schaffen es Diogo Leite und Thorsby schon in den Kader?

Personell hat Union vor dem Gastspiel beim CFC kaum Sorgen. Tymoteusz Puchacz hat nach seinen Adduktorenproblemen kaum mit der Mannschaft trainiert und dürfte für Montag noch keine Option sein. Die beiden jüngsten Zugänge Diogo Leite (vom FC Porto) und Morten Thorsby (von Sampdoria Genua) werden laut Hoffmann zumindest nicht in der Startelf stehen. “Die letzten zwei Spieler, die zu uns gestoßen sind, hatten in Wirklichkeit zwei Wochen Vorbereitung”, stellte der 50-Jährige klar, “um seriös von Anfang an in ein Pflichtspiel zu gehen, ist es einfach zu früh. Es wird uns nicht helfen, wenn der Spieler sich verletzt, weil er nicht für ein Spiel bereit ist. Ich denke, sie werden keine Rolle spielen.” Dass Diogo Leite und Thorsby wenigstens in den Spieltags-Kader kommen, ist dagegen laut Hoffmann “durchaus möglich”.

Andreas Hunzinger

Kaderplätze für Diogo Leite und Thorsby “durchaus möglich”

Für den 1. FC Union Berlin beginnt am Montagabend (18.01 Uhr, LIVE! auf kicker) die Pflichtspiel-Saison 2022/23. Dann gastiert die Mannschaft von Trainer Urs Fischer beim Regionalligisten Chemnitzer FC an – wobei der Trainer am Samstag passen musste.

Sitzt er gegen Chemnitz bereits auf der Bank? Unions Morten Thorsby.

Sitzt er gegen Chemnitz bereits auf der Bank? Unions Morten Thorsby.

IMAGO/Matthias Koch

Zumindest für die Spieltags-Pressekonferenz am Samstagmittag fiel Fischer mit Rückenproblemen aus. Bei Union hofft man, dass Fischer spätestens am Montag wieder zur Verfügung steht. Anstelle des 56-Jährigen stand dessen Co-Trainer Markus Hoffmann den Reportern Rede und Antwort.

Fischers Assistent machte keinen Hehl daraus, dass Union beim Viertligisten Chemnitz favorisiert ist. “Wir müssen die Rolle als Favorit ja annehmen”, sagte der 50-Jährige, “das ist klar. Trotzdem werden wir die ganze Sache genauso seriös und mit Respekt angehen, wie ein Meisterschaftsspiel.” Bei aller klaren Rollenverteilung hat Hoffmann von Chemnitz durchaus eine hohe Meinung. “Das ist eine gute Mannschaft, bei der man auch die Handschrift von Trainer Christian Tiffert sieht”, betonte der Österreicher, “sie spielt auf Ballbesitz, sie ist sehr kompakt, hat ein gutes Umschalten und ist auch mutig im hinten heraus spielen.” Dennoch wäre alles andere als ein Erfolg des Bundesligisten eine große Überraschung.

Personell hat Union vor dem Gastspiel beim CFC kaum Sorgen. Tymoteusz Puchacz hat nach seinen Adduktorenproblemen kaum mit der Mannschaft trainiert und dürfte für Montag noch keine Option sein. Die beiden jüngsten Zugänge Diogo Leite (vom FC Porto) und Morten Thorsby (von Sampdoria Genua) werden laut Hoffmann zumindest nicht in der Startelf stehen. “Die letzten zwei Spieler, die zu uns gestoßen sind, hatten in Wirklichkeit zwei Wochen Vorbereitung”, stellte der 50-Jährige klar, “um seriös von Anfang an in ein Pflichtspiel zu gehen, ist es einfach zu früh. Es wird uns nicht helfen, wenn der Spieler sich verletzt, weil er nicht für ein Spiel bereit ist. Ich denke, sie werden keine Rolle spielen.” Dass Diogo Leite und Thorsby wenigstens in den Spieltags-Kader kommen, ist dagegen laut Hoffmann “durchaus möglich”.

Andreas Hunzinger

Über 250 Pflichtspiele: Trimmel ist und bleibt Union-Kapitän

Wenige Tage vor dem Saisonstart – Union ist im DFB-Pokal bei Regionalligist Chemnitz gefordert – ist mannschaftsintern die Hackordnung der Berliner bekannt. Mit keiner Überraschung in Sachen Kapitänsamt.

Nach wie vor Kapitän bei Union: Christopher Trimmel.

Nach wie vor Kapitän bei Union: Christopher Trimmel.

IMAGO/Nordphoto

Seit 2014 ist der Österreicher und ehemalige Rapid-Wien-Profi Christopher Trimmel ein fester Anker bei Union Berlin, hat sowohl die Zweitliga-Zeiten, den Bundesliga-Aufstieg sowie in den vergangenen beiden Spielzeiten die starken Qualifikationen für Conference League 2021 als auch Europa League 2022 hautnah miterlebt und mit dem Team erreicht.

Der inzwischen 35-jährige Rechtsverteidiger ist in all dieser Zeit nicht nur Führungsspieler, sondern auch Dauerbrenner gewesen – 152 Einsätze im Unterhaus, 88 in der Bundesliga, 18 im DFB-Pokal oder fünf in der Conference League (früher auch schon 20 für Rapid in der Europa League) bezeugen das.

Deswegen verwundert es auch nicht, dass Trimmel vor vier Spielzeiten bereits zum Kapitän der Eisernen aufgestiegen ist – und dieses Amt auch in der kommenden Spielzeit 2022/23 in sämtlichen Wettbewerben bekleidet. Angefangen mit dem Auftritt im DFB-Pokal am frühen Montagabend (18.01 Uhr, LIVE! bei kicker) beim Nordost-Regionalligist Chemnitzer FC. Das hat Union am Freitag offiziell bestätigt.

Was darüber hinaus noch in der Mannschaft von Urs Fischer klar ist: Rani Khedira und Julian Ryerson fungieren als Trimmels Stellvertreter. Der Mannschaftsrat der Köpenicker besteht auch in dieser Saison aus erfahrenen und neuen Spielern. Die drei Kapitäne Trimmel, Khedira und Ryerson sind gesetzt, hinzu kommen Jakob Busk, Danilho Doekhi, Niko Gießelmann und Sheraldo Becker.

Der gesamte Kader von Union Berlin im Überblick

“Es war gut, allen auf Wiedersehen zu sagen”: Awoniyi von Union verabschiedet

Vor dem Testspiel zwischen Nottingham Forest und Union Berlin verabschiedeten die Eisernen Taiwo Awoniyi unter großem Beifall. Der Angreifer lobte im Anschluss die Arbeit von Union.

Taiwo Awoniyi ließ sich von den Union-Fans feiern.

Taiwo Awoniyi ließ sich von den Union-Fans feiern.

IMAGO/Contrast

Nach dem Gastspiel seines neuen Arbeitgebers an seiner ehemaligen Wirkungsstätte hatte Taiwo Awoniyi alle Hände voll zu tun. Hier ein Autogramm, dort ein Plausch mit einem ehemaligen Mitstreiter, dazu natürlich der Besuch in der Kabine von Union Berlin und noch das eine oder andere Interview: Der Angreifer von Nottingham Forest war beim Testspiel am Samstag zwischen seinem Klub und Union (0:1) der gefragteste Mann. Speziell mit Union-Coach Urs Fischer verband den Stürmer viel, Fischer, so hatte Awoniyi stets gesagt, sei für ihn wie eine Vaterfigur gewesen. Entsprechend herzlich begrüßten sich beide nach dem Spiel im Bauch der Alten Försterei, ehe sie sich miteinander unterhielten – wofür Fischer die Fragerunde mit den Reportern kurz unterbrach.

Für mich war es etwas Großartiges, wieder an der Alten Försterei zu sein.

Taiwo Awoniyi

Bereits vor der Partie hatte es für den 24-Jährigen beim Aufwärmen Sprechchöre gegeben. Und ehe die Eisernen und der Premier-League-Aufsteiger auf dem Rasen des Stadions an der Alten Försterei zur Tat schritten, bekam Awoniyi noch einen gebührenden Abschied in Form eines Porträts, eines Union-Trikots sowie warmer Worte und donnernden Beifalls.

Seit 2020 hatte der wuchtige Angreifer (1,83 Meter, 85 Kilo) für Union in 65 Pflichtspielen 25 Tore erzielt und sich als Bundesliga-Rekord-Torschütze der Eisernen (20 Treffer) in die Herzen der Fans gespielt. Die feierten Awoniyi nicht nur mit Sprechchören, sondern huldigten ihm auch vor dem Spiel bei der Präsentation der Aufstellung mit dem für Union-Akteure obligatorischen Zusatz “Fußball-Gott”, als sein Name genannt wurde. “Für mich war es etwas Großartiges, wieder an der Alten Försterei zu sein”, sagte Awoniyi, “es war gut, nochmal zurückzukommen und zu allen auf Wiedersehen zu sagen.”

Auf dem Platz hatte der nun ehemalige Torjäger der Berliner zuvor weniger im Mittelpunkt gestanden. Awoniyi offenbarte noch Abstimmungsprobleme mit seinen neuen Teamkollegen und rieb sich zudem in den Zweikämpfen mit Unions Innenverteidigern Dominique Heintz und Diogo Leite auf. Lediglich einmal, in 40. Minute, konnte der nigerianische Nationalstürmer der Berliner Defensivabteilung entwischen, setzte den Ball aber aus kurzer Distanz knapp rechts neben das Tor. Nach 71 Minuten verließ Awoniyi den Platz.

Awoniyi sieht in Unions Umbruch kein Hindernis

Seinem ehemaligen Klub, dem Awoniyis Wechsel nach Nottingham 20,5 Millionen Euro Ablöse einbrachte, gab der abgewanderte Torjäger beste Wünsche mit auf den Weg. Er hat keine Sorgen, dass die Erfolgssträhne der Eisernen enden könnte. “Ich habe keine Zweifel, dass sie sowohl in der Liga als auch in der Europa League gut aussehen werden”, betonte Awoniyi, der auch in dem erneuten Umbruch bei Union kein Hindernis sieht. “Bei Union ist es egal, wer kommt oder geht. Der Verein hat einen hervorragenden Trainer, der in jeder Minute weiß, was er tut. Und Union hat großartige Fans. Der Klub hat eine Struktur, und egal, ob ein Spieler neu dazu kommt, man hat einen Plan für ihn.”

Was seinen neuen Arbeitgeber angeht, gibt sich Awoniyi auch optimistisch. Er gehe davon aus, dass Nottingham nach dem Aufstieg auch in der Premier League eine ordentliche Rolle spielen werde, so der Angreifer. Dass er sich noch im Eingewöhnungsprozess befindet, weiß Awoniyi. “Du musst dich einfügen, es gibt keine Entschuldigung, du musst deinen Weg finden”, sagte er und fügte hinzu, dass er mit den Fortschritten zufrieden sei.

Niakhaté und der Angreifer kennen sich aus Mainz

Dass in Verteidiger Moussa Niakhaté ein weiterer Neuzugang von Forest für Awoniyi ein alter Bekannter ist, weil beide in der Saison 2019/20 gemeinsam für Mainz 05 spielten, empfindet der Stürmer als Vorteil. “Wir helfen uns gegenseitig”, sagte er. Den Rest wird die Zeit bringen – und der Erfolg. Jedenfalls ist Awoniyi jetzt in der Liga, über die er im kicker-Interview im Februar dieses Jahres sagte: “Die Premier League ist mein Traum. Das weiß jeder, auch hier im Klub.”

Andreas Hunzinger

Parensen wird Technischer Direktor bei Union

Der langjährige Union-Profi Michael Parensen übernimmt bei den Eisernen ab sofort den technisch-administrativen Bereich als Technischer Direktor der Lizenzspielerabteilung.

Neue Aufgabe: Michael Parensen ist von nun an Technischer Direktor.

Neue Aufgabe: Michael Parensen ist von nun an Technischer Direktor.

IMAGO/Matthias Koch

“Die Anforderungen innerhalb der Lizenzspielerabteilung sind durch die Entwicklung der letzten Jahre deutlich gestiegen. Dieser Entwicklung möchten wir Rechnung tragen. In der neu geschaffenen Position des Technischen Direktors wird Michael Parensen künftig mehr Verantwortung tragen. Ich wünsche ihm für diese wichtige Aufgabe viel Erfolg und freue mich auf die weitere Zusammenarbeit”, so Union-Präsident Dirk Zingler.  Bislang war der 35-Jährige als Assistent des Geschäftsführers Profifußball, Oliver Ruhnert, tätig gewesen.

“Michael hat sich in den vergangenen zwei Jahren sehr gut eingearbeitet und gezeigt, dass er seine wertvollen Erfahrungen als langjähriger Spieler bei Union auch in andere Bereiche übertragen und einbringen kann. Ich freue mich über die Unterstützung und bin sicher, dass unsere bereits erprobte Zusammenarbeit künftig noch deutlich intensiver wird”, erklärte Ruhnert.

“Die zwei Jahre nach Ende meiner Spielerkarriere waren sehr lehrreich und haben mir viele neue Blickwinkel eröffnet. Ich freue mich über das Vertrauen, das mir seitens des Präsidiums und der Leitung der Lizenzspielerabteilung entgegengebracht wird und gehe diese neue Aufgabe sehr gerne an. Wir alle im Verein arbeiten daran, weiterhin erfolgreich zu sein und ich möchte dazu alles in meiner Kraft Stehende beitragen”, so Parensen.

“Man muss sich kneifen”: Unions Märchen geht weiter

Nach der Conference League in dieser Saison wird Union Berlin in der kommenden Spielzeit in der Europa League an den Start gehen. Platz fünf in der Tabelle gab es obendrauf. Klar waren die Eisernen nach der Partie mächtig stolz.

Ausgelassene Stimmung: Union-Coach Urs Fischer bekommt eine Bierdusche.

Ausgelassene Stimmung: Union-Coach Urs Fischer bekommt eine Bierdusche.

IMAGO/Matthias Koch

Mit dem 3:2 gegen Bochum qualifizierte sich Union für die Europa League, überholte am letzten Spieltag sogar den FC Freiburg und kletterte auf Platz fünf. “Hätte mir das jemand gesagt, als ich damals in der 2. Liga unterschrieben habe, hätte ich ihn für verrückt erklärt. Jetzt wollen wir einfach die Gefühle rauslassen, den Emotionen freien Lauf lassen und uns von den Fans tragen lassen”, so Grischa Prömel, der vor dem Spiel verabschiedet wurde (geht nach Hoffenheim) und das 1:0 erzielte.

Kaptiän Christopher Trimmel wusste gar nicht so richtig, was er nach diesem großen Erfolg sagen sollte: “Es sind alle überglücklich. Heute sind viele Spieler verabschiedet worden, das war sehr emotional. Jetzt haben wir den fünften Platz, ich finde keine Worte, ganz ehrlich.”

Für den Verein und die Verantwortlichen war es natürlich ein ganz großer Tag. Nach dem Aufstieg blieben die Eisernen zunächst sicher in der Liga, zogen dann in die Conference League ein und buchten nun die Europa League. “Man muss sich manchmal kneifen, um es zu glauben. Kein Experte hatte das auf dem Schirm, ich bin ehrlich, ich auch nicht. Die Menschen hier sind unglaublich dankbar. Das man das jetzt hier erlebt, ist unglaublich dabei zu sein. Die Stimmungslage im Moment ist total euphorisiert. Der ganze Verein ist im Moment dabei, sich damit abzufinden, dass es kein Traum ist”, kann Union-Boss Oliver Ruhnert immer noch kaum glauben, was passiert ist.

Trimmel: “Wir werden ausgelassen feiern”

Nun ist die lange Saison vorbei und nahm aus Sicht der Köpenicker das ideale Ende. Jetzt ist erst einmal etwas Zeit, alle Viere gerade sein zu lassen. “Wir werden ausgelassen feiern, sehr viel feiern, so wie ich uns kenne. Dann hat sich jeder seinen Urlaub verdient, der kommt jetzt zur richtigen Zeit”, gab Trimmel Einblicke in die Planung für die nächsten Tage und Wochen.