Schock beim FCN: Handwerker erleidet Kreuzbandriss

Sportlich kann der 1. FC Nürnberg mit dem torlosen Remis bei Tabellenführer Regensburg durchaus zufrieden sein, doch eine bittere Diagnose trübte den Samstag bei den Mittelfranken.

Dicke Bandage, große Sorgen: Tim Handwerker fehlt dem FCN länger.

Dicke Bandage, große Sorgen: Tim Handwerker fehlt dem FCN länger.

IMAGO/Eibner

Die Misere hatte sich schon vor dem Spiel beim Primus so ein wenig angedeutet: Kapitän Christopher Schindler stand mit einer Muskelverletzung erst gar nicht im Kader. Kurz vor dem Anpfiff musste zudem noch Kreativmotor Mats Möller-Daehli passen, der das Aufwärmen ebenfalls aufgrund muskulärer Probleme abbrechen musste. Für ihn rotierte Erik Wekesser, der die Woche über mit einer Bänderdehnung zu kämpfen hatte, in die Startformation und dort in die Mittelfeldachse.

Dort hielt er sich aber nicht lange auf – denn in der vierten Minute knickte Linksverteidiger Tim Handwerker im Strafraum unglücklich weg und verletzte sich am Knie. Sofort eilte das medizinische Personal herbei, dick bandagiert und an beiden Seiten gestützt humpelte der 24-Jährige vom Rasen, Wekesser rückte auf seine Position, Kwadwo Duah kam in die Partie.

Handwerker: “Der Einbruch wird bestimmt noch kommen”

“Es geht ihm natürlich nicht gut. Es besteht schon der Verdacht, dass es etwas Ernstes im Knie ist. Es sah nicht gut aus und er selbst hatte auch kein gutes Gefühl. Wir müssen jetzt die Diagnose abwarten”, hatte Trainer Robert Klauß unmittelbar nach dem torlosen Remis auf der Website der Mittelfranken zitiert.

Wenige Stunden später erhielt der FCN dann die traurige Gewissheit: Handwerker hat sich das vordere Kreuzband im linken Knie gerissen. Das teilte der Club am Abend mit. “Ich habe direkt gemerkt, dass etwas Schlimmeres passiert ist. Im Moment ist es noch schwer für mich zu realisieren. Der Einbruch wird bestimmt noch kommen”, so der Linksverteidiger geknickt. Die Nummer 29 wird dem Club damit in den kommenden Monaten fehlen.

Club muss beim Derby auf Kapitän Schindler verzichten

Der 1. FC Nürnberg tritt am Samstag (13 Uhr, LIVE! bei kicker) die Reise zum formstarken Ligaprimus Jahn Regensburg an. Auf seinen Anführer muss der Club dabei verzichten.

Fehlt dem FCN im bayerischen Derby: Christopher Schindler. 

Fehlt dem FCN im bayerischen Derby: Christopher Schindler. 

IMAGO/Zink

Robert Klauß startete die Pressekonferenz am Donnerstag gleich mit einer Hiobsbotschaft. “Christopher Schindler fällt mit einer Muskelverletzung aus”, sagte der Club-Trainer. Eine genaue Diagnose und somit auch die Ausfallzeit des wichtigen Innenverteidigers stehe wegen laufender Untersuchungen noch aus.

Kommt Lawrence zum Debüt?

Ein Verlust, der dem FCN im bayerischen Derby weh tut, wie Klauß zugab: “Wir hätten ihn natürlich gerne dabei gehabt.” Im Anschluss stellte sich dementsprechend sofort die Frage nach seinem Vertreter: Erhält Youngster Sadik Fofana (19) oder James Lawrence (29) das Vertrauen? “Seine Qualität steht außer Frage”, sagte Klauß über den Routinier.

Einzig die fehlende Vorbereitungszeit des Walisers bereitet dem 37-Jährigen etwas Kopfzerbrechen. Es stelle sich die Frage, wie lange die Kraft reichen werde. Hier wird Klauß nach den letzten Eindrücken am Freitag eine Entscheidung treffen.

Wekesser brennt

Ins Spiel kommen könnte eventuell auch Erik Wekesser, der darauf brennt, gegen seinen alten Verein zu spielen. Agiert der Club mit einer Dreierkette, könnte der Neuzugang ins Team rücken. Im System mit Raute bleibt für Wekesser, beim letzten Heimauftritt gegen den FCN (2:2) noch Torschütze für den Jahn, zunächst wohl nur die Bank.

Nürnberg hat in der jüngeren Vergangenheit eine positive Bilanz gegen den Jahn (2/5/1), beim SSV dabei nicht verloren (1/3/0). Klauß denkt gerne an die letzte Saison zurück, in der sein Team “gute Spiele gegen Regensburg gezeigt habe”. Die Oberpfälzer scheinen dem Club, der mit der Unterstützung von 4000 bis 5000 Fans rechnen kann, anscheinend zu liegen.

Zielspieler Albers

Doch Klauß ist der (wie schon im Vorjahr) starke Saisonstart der Oberpfälzer mit zwei Siegen und dem überraschenden Pokalerfolg gegen Köln (4:3 i. E.) natürlich nicht verborgen geblieben: “Sie haben einen klaren Plan, laufen hoch an, haben Druck am Ball und paaren dies mit Laufintensität und Zweikampfhärte.” Auch vor dem Tempo des Gegners hinter die Kette warnte der Club-Trainer, denn dann warte bei Flanken der wuchtige Albers als Zielspieler im Zentrum.

Auch deshalb hätte der FCN den kopfballstarken Schindler gerne dabei gehabt.

Club muss in Regensburg auf Kapitän Schindler verzichten

Der 1. FC Nürnberg tritt am Samstag (13 Uhr, LIVE! bei kicker) die Reise zum formstarken Ligaprimus Jahn Regensburg an. Auf seinen Anführer muss der Club dabei verzichten.

Fehlt dem FCN im bayerischen Derby: Christopher Schindler. 

Fehlt dem FCN im bayerischen Derby: Christopher Schindler. 

IMAGO/Zink

Robert Klauß startete die Pressekonferenz am Donnerstag gleich mit einer Hiobsbotschaft. “Christopher Schindler fällt mit einer Muskelverletzung aus”, sagte der Club-Trainer. Eine genaue Diagnose und somit auch die Ausfallzeit des wichtigen Innenverteidigers stehe wegen laufender Untersuchungen noch aus.

Kommt Lawrence zum Debüt?

Ein Verlust, der dem FCN im bayerischen Duell weh tut, wie Klauß zugab: “Wir hätten ihn natürlich gerne dabei gehabt.” Im Anschluss stellte sich dementsprechend sofort die Frage nach seinem Vertreter: Erhält Youngster Sadik Fofana (19) oder James Lawrence (29) das Vertrauen? “Seine Qualität steht außer Frage”, sagte Klauß über den Routinier.

Einzig die fehlende Vorbereitungszeit des Walisers bereitet dem 37-Jährigen etwas Kopfzerbrechen. Es stelle sich die Frage, wie lange die Kraft reichen werde. Hier wird Klauß nach den letzten Eindrücken am Freitag eine Entscheidung treffen.

Wekesser brennt

Ins Spiel kommen könnte eventuell auch Erik Wekesser, der darauf brennt, gegen seinen alten Verein zu spielen. Agiert der Club mit einer Dreierkette, könnte der Neuzugang ins Team rücken. Im System mit Raute bleibt für Wekesser, beim letzten Heimauftritt gegen den FCN (2:2) noch Torschütze für den Jahn, zunächst wohl nur die Bank.

Nürnberg hat in der jüngeren Vergangenheit eine positive Bilanz gegen den Jahn (2/5/1), beim SSV dabei nicht verloren (1/3/0). Klauß denkt gerne an die letzte Saison zurück, in der sein Team “gute Spiele gegen Regensburg gezeigt habe”. Die Oberpfälzer scheinen dem Club, der mit der Unterstützung von 4000 bis 5000 Fans rechnen kann, anscheinend zu liegen.

Zielspieler Albers

Doch Klauß ist der (wie schon im Vorjahr) starke Saisonstart der Oberpfälzer mit zwei Siegen und dem überraschenden Pokalerfolg gegen Köln (4:3 i. E.) natürlich nicht verborgen geblieben: “Sie haben einen klaren Plan, laufen hoch an, haben Druck am Ball und paaren dies mit Laufintensität und Zweikampfhärte.” Auch vor dem Tempo des Gegners hinter die Kette warnte der Club-Trainer, denn dann warte bei Flanken der wuchtige Albers als Zielspieler im Zentrum.

Auch deshalb hätte der FCN den kopfballstarken Schindler gerne dabei gehabt.

“Haben es uns anders vorgestellt”: Klauß trotz Weiterkommen nicht zufrieden

Eine starke Phase vor der Pause, eine sehr schwache direkt danach. Der 1. FC Nürnberg hatte gegen den 1. FC Kaan-Marienborn Mühe, die 2. Runde des DFB-Pokals zu erreichen.

Sah seinen Club nach der Pause unter Druck: Robert Klauß.

Sah seinen Club nach der Pause unter Druck: Robert Klauß.

IMAGO/kolbert-press

“Hut ab vor Kaan-Marienborn.” Johannes Geis hatte lobende Worte für den Regionalligisten übrig, der dem Club in der 1. Runde des DFB-Pokals vor allem nach Wiederanpfiff das Leben sehr schwer machte. Kurz bevor Schiedsrichter Dr. Robert Kampka die beiden Mannschaften in die Kabinen schickte, sorgte Geis selbst dafür, dass sich der FCN für einen ab der 30. Minute ordentlichen Auftritt wenigstens einmal belohnte.

Nürnbergs oft betitelter Standardspezialist schlug einmal mehr per direktem Freistoß zu, fünf seiner letzten sechs Pflichtspieltore erzielte Geis auf diese Weise. Den Ecken, von denen sich der Club gleich zwölf gegen Kaan-Marienborn erspielte, konnte Geis jedoch keine Präzision verleihen – auch ein Grund, warum beim FCN lange Zeit vorne die Null stand.

Ein paar Fehler zu viel

Ein weiterer war Robert Jendrusch, der in der besten Phase des FCN vor der Pause zur Höchstform auflief und gleich vier Nürnberger Abschlüsse entschärfte. Von dieser Überlegenheit war ab Minute 46 jedoch nichts mehr zu sehen, plötzlich war der Club unter Druck und spielte dem Underdog mit schwachen Zweikampfverhalten, vielen Fehlpässen und zu großen Abständen in die Karten. Kurzum “zu wenig in allen Bereichen”, wie es Robert Klauß nannte.

“In der zweiten Halbzeit haben wir es ihnen etwas zu leicht gemacht, uns ein paar Fehler erlaubt und die zweiten Bälle nicht gut aufgesammelt. Durch ihre langen Bälle wurde es im Strafraum auch zwei-, dreimal brenzlig”, fasste Enrico Valentini das Auftreten in Durchgang zwei zusammen.

Schindler und Hübner nur in der Luft stark

Diese unachtsame Phase hielt jedoch bis in die 70. Minute an, bis dahin hatte der Club mit sich und vor allem Derrick Kyere zu kämpfen. Der kleine aber schnelle Rechtsaußen ließ Christopher Schindler und Florian Hübner des Öfteren alt aussehen und offenbarte die Defizite in der Beweglichkeit der sonst vor allem in der Luft sicher verteidigenden Abwehrhünen.

Dass Carl Klaus nicht einmal wirklich eingreifen musste, war ein zusätzliches Indiz dafür, dass es dem Regionalliga-Aufsteiger im Strafraum an der letzten Qualität fehlte. So wurde Nürnberg für die Nachlässigkeiten letztlich nicht bestraft, Valentini machte sechs Minuten vor Ende der regulären Spielzeit dann auch noch den Deckel auf die Partie.

“Wir sind weitergekommen, das war das Ziel. Wir haben es uns aber anders vorgestellt”, so Klauß über die gezeigte Leistung seiner Mannschaft, die sich am kommenden Wochenende wieder erheblichen steigern muss, um beim stark gestarteten Jahn aus Regensburg Punkte einzufahren.

Klaus steht gegen Kaan-Marienborn im Club-Tor

Vor dem Pokalspiel gegen Regionalligist Kaan-Marienborn gab Club-Trainer Robert Klauß bekannt, dass Ersatztorhüter Carl Klaus zwischen den Pfosten stehen wird. In Siegen erwartet er einen kompakt verteidigenden Gegner.

Darf wieder im Pokal ran: Carl Klaus.

Darf wieder im Pokal ran: Carl Klaus.

IMAGO/Zink

Der 1. FC Nürnberg reist am Samstag mit knapp 2500 Gästefans zur ersten Pokalrunde zum 1. FC Kaan-Marienborn. Dabei kann der Zweitligist auch auf “königsblaue Unterstützung” zählen: Zahlreiche Fans des befreundeten FC Schalke 04 werden wohl die kurze Strecke nach Siegen auf sich nehmen. 

Dort erwartet FCN-Coach Robert Klauß einen Gegner, der in seiner Spielweise und Taktik variabel aufgestellt ist und für gewohnt “kompakt verteidigt”. Seine Mannschaft müsse von Anfang an verhindern, die Euphorie beim Gegner aufkommen zu lassen, die seit dem Regionalliga-Aufstieg in der Vorsaison bestehe. Als Schlüsselspieler machte er den schnellen Kyere und den erfahrenen Schauerte aus, in der Offensive konnte sich Stürmer Hammel mit zwei Toren beim Liga-Auftakt gegen die zweite Mannschaft von Borussia Mönchengladbach warmschießen.

Nürnberger fällt aus, Duman wahrscheinlichster Ersatz

Gegen den Regionalligisten wird dem Club neben Köpke, Schleimer und Tempelmann Mittelfeldspieler Nürnberger fehlen, der mit einer Reizung im Fuß ausfällt. Diese habe er sich bereits vor dem Derby gegen Fürth zugezogen, zur kommenden Woche erwarte Klauß den 23-Jährigen zurück im Training. Gegen Kaan-Marienborn sind mehrere Optionen denkbar, um Nürnberger zu ersetzen. Bleibt es bei der Grundordnung mit Raute, wird Duman starten. Sollte es eine Dreierkette in der Abwehr oder eine Doppelsechs werden, sieht Klauß aber auch andere Optionen.

Eine Frage hat der Trainer allerdings bereits geklärt: Wenn der 1. FC Nürnberg am Freitag um 18 Uhr in den DFB-Pokal startet, wird wie in der vorherigen Pokal-Saison Carl Klaus das Tor hüten. “Das haben wir so besprochen, dass er das Spiel im Pokal in der ersten Runde bekommt”, so Klauß. 

Ein Derbysieg als Klebstoff: Nürnbergs Hoffnungen nach dem Triumph

Mit dem 2:0 gegen Fürth hat der 1. FC Nürnberg ein Zeichen gesetzt – wissend, was aus einem Derbysieg alles erwachsen kann.  

Worte, denen die Mannschaft Taten folgen ließ: Der Club gewann das Frankenderby gegen Fürth 2:0.

Worte, denen die Mannschaft Taten folgen ließ: Der Club gewann das Frankenderby gegen Fürth 2:0.

imago images

Erst richteten sich die Anhänger des 1. FC Nürnberg mit einer Botschaft an den Gegner, dann hatten sie auch noch einen Auftrag für ihr eigenes Team.

Bevor Schiedsrichter Sascha Stegemann die beiden Mannschaften am Samstagmittag für das 269. Frankenderby auf den Rasen des Max-Morlock-Stadions führte, entrollten die Club-Fans ein großes Spruchband. Darauf die Nachricht an die SpVgg Greuther Fürth: “Größer als ihr – größer als alles”. 

Als die Spieler dann auf dem Platz waren, gab es noch ein zweites Banner in der Nordkurve – dieses Mal mit der Aufforderung: “Alles geben für Nürnberg”. Knapp zwei Stunden später war klar: Die Spieler hatten alles gegeben. Und sie hatten ihre Fans mit einem Derbysieg beschenkt.

Das beste Teambuilding sind gemeinsame Siege.

Robert Klauß

Pragmatismus und Aggressivität, das waren die zentralen Komponenten, die den Club zum Erfolg führten. “Wir wollten es sehr einfach halten”, sagte Trainer Robert Klauß später und sprach damit die Strategie an, die sein Team in den vorangegangenen 90 Minuten verfolgt hatte. Lange Bälle auf Kwadwo Duah und Christoph Daferner, gepaart mit Präsenz und Griffigkeit in den Zweikämpfen: Das war es, was Nürnbergs Spiel am Samstag ausmachte – und das war es auch, womit der Club den Fürthern vor allem in der ersten Hälfte große Probleme bereitete. 

So stand nach 90 Minuten ein verdientes 2:0. “Es war ein wichtiger Sieg für unseren Teamgeist”, sagte Mittelfeldspieler Mats Möller Daehli und sprach damit das an, was auch Klauß bei der Pressekonferenz ausführte. “Das beste Teambuilding sind gemeinsame Siege”, meinte Nürnbergs Coach, “egal, wer von Beginn an gespielt hat, reingekommen ist oder von außen mitgefiebert hat: Man hat das Gefühl, dass sich alle gleich freuen. Das ist wichtig für eine Mannschaft. Es liegt an uns, daraus etwas zu machen.”

Ein Derbysieg wie jener gegen Fürth kann als Klebstoff dienen und die Spieler als Gruppe zusammenhalten. Und das ist jetzt auch die Hoffnung, mit der die Nürnberger den nächsten Aufgaben entgegengehen.  

Am Freitag (18 Uhr, LIVE! bei kicker) ist der Club in der ersten Pokalrunde beim Regionalligisten 1. FC Kaan-Marienborn zu Gast, danach heißen die Gegner Jahn Regensburg und 1. FC Heidenheim. Deren Bilanz aus den ersten beiden Spielen: jeweils sechs Punkte und null Gegentore. 

Klauß schließt die Stadt auf und zu: “Derbysieger dürfen alles”

Der 1. FC Nürnberg feierte im Derby gegen die SpVgg Greuther Fürth seinen ersten Saisonsieg. Das 2:0 beendete zugleich eine Negativserie gegen den Lokalrivalen und sorgte für viele Glücksmomente.

Der Schlussjubel: FCN-Coach Robert Klauß würde wohl am liebsten die ganze Welt umarmen.

Der Schlussjubel: FCN-Coach Robert Klauß würde wohl am liebsten die ganze Welt umarmen.

IMAGO/Zink

Schindler lobt den Einsatzwillen

Für Christopher Schindler war es im Interview gegenüber “Sky” nach der Auftaktpleite bei St. Pauli vor allem “wichtig, eine Reaktion gezeigt zu haben.” Der Kapitän  schwärmte von der “Atmosphäre, die uns getragen hat”. Was dieses Derby bedeutet, habe das Team im Vorfeld gespürt und so lobte  der Innenverteidiger eine “kämpferisch geschlossene Leistung”.

Mit dieser gelang es dem FCN, die Negativserie gegen Fürth zu beenden – die SpVgg hatte beim Club vorher viermal in Serie gewonnen und war zudem im Derby fünfmal in Folge unbesiegt geblieben (3/2/0).

Daferner öffnet die Tür

Führungstorschütze Christoph Daferner war ebenfalls glücklich – und freute sich natürlich auch über seinen ersten Pflichtspieltreffer für den Club, der sozusagen als Türöffner diente (15.). Der Neuzugang dachte nach dem Sieg einen Schritt weiter: “So ein Erfolgserlebnis kann dich in die Saison hineintragen und viel freisetzen”, meinte der Stürmer, der auch an die Anhänger dachte: “Den Fans so einen Sieg zu schenken, ist einfach ein super Gefühl.”

Die Einwechslungen waren gut.

Robert Klauß

Am Ende erwischte der Interviewer einen strahlenden Robert Klauß: “Genauso haben wir es uns erträumt, es ist ein unbeschreibliches Gefühl”, gab der Club-Coach Einblick in seine Gefühlswelt. Seine Analyse: “Wir haben es geschafft, sie immer wieder zu stressen und alles gut weg verteidigt.” Dies sei vor allem im ersten Durchgang so, in der zweiten Halbzeit aber etwas kniffliger gewesen, als Fürth besser ins Spiel gekommen sei. “Aber dann machen wir zum genau richtigen Zeitpunkt das 2:0”, meinte Klauß, der mit seiner Joker-Auswahl ein glückliches Händchen bewies: “Die Einwechslungen waren gut”, lachte der 37-Jährige. Stimmt: Mit den Vorbereitern Erik Wekesser und Taylan Duman sowie Torschütze Manuel Wintzheimer (82.) hatte Klauß kurz zuvor die Entscheidung zum 2:0-Endstand eingewechselt.

Klauß knipst das Licht aus

Ob sein Team Zweikämpfe gefrühstückt habe? “Nein, aber in der Woche schon”, verriet der Coach die Trainingsinhalte. Es sei schließlich wichtig gewesen, dagegenzuhalten und dass “wir über diese Art von Fußball reinkommen ins Spiel”. Ob die Derbysieger feiern dürfen? “Derbysieger dürfen alles. Bis ich das Licht ausknipse”, schmunzelte Klauß. Wie lange das ginge? “Morgen früh um 11 Uhr ist Training. Ich werde jetzt die Stadt auf- und abschließen.”

Nürnberg schließt “Lücke in der Innenverteidigung” mit Lawrence

Der 1. FC Nürnberg hat auf den Abgang von Asger Sörensen reagiert und wie erwartet James Lawrence unter Vertrag genommen. Der Innenverteidiger erhält in Nürnberg die Rückennummer vier.

Neu beim FCN: James Lawrence.

Neu beim FCN: James Lawrence.

IMAGO/Philipp Szyza

“Durch den Abgang von Asger Sörensen zu Sparta Prag ist bei uns eine Lücke in der Innenverteidigung entstanden, die wir schließen mussten”, begründet Sportvorstand Dieter Hecking die Verpflichtung von Lawrence und ergänzt: “Wir sind sehr glücklich, dass wir mit James eine schnelle und vor allem gute Lösung verpflichten konnten.” Der 29-Jährige verfügt über die Erfahrung aus 51 Zweitliga-Spielen für den FC St. Pauli, bei dem er in den vergangenen drei Spielzeiten unter Vertrag stand.

Möller Daehli kennt Lawrence schon

Weil sein Vertrag bei den Kiezkickern im Sommer auslief, muss der 1. FC Nürnberg keine Ablöse für den Waliser zahlen. “Als ich St. Pauli verlassen habe, hatte ich schon im Hinterkopf, welche Klubs in der 2. Bundesliga für mich infrage kämen und für welche ich gerne spielen würde”, beschreibt der Innenverteidiger seine Gedankengänge der vergangenen Wochen. Bei den Franken trifft er auf einen alten Weggefährten, der bei der Wahl seines neuen Teams eine Rolle spielte: “Nürnberg war eines dieser Teams. Ich habe Nürnberg immer aus der Distanz verfolgt, auch weil Mats (Möller Daehli, Anm. d. Red.) hier ja spielt, den ich noch kenne.“

Sportdirektor Olaf Rebbe sagt über Nürnbergs neue Nummer vier: “Ein großer Vorteil von James, abgesehen von seiner Variabilität, ist, dass er die Zweite Liga schon kennt. Er hat die letzten sechs Wochen individuell trainiert und jetzt gilt es, ihn schnell in unsere Abläufe zu integrieren. Wir freuen uns sehr auf ihn!“

Nürnberg vor Verpflichtung von Lawrence

Der 1. FC Nürnberg ist auf der Suche nach einem Ersatz für den zu Sparta Prag abgewanderten Asger Sörensen fündig geworden und steht nach kicker-Informationen kurz vor der Verpflichtung von James Lawrence (29).

Tauscht das Trikot des FC St. Pauli mit dem des 1. FC Nürnberg: James Lawrence.

Tauscht das Trikot des FC St. Pauli mit dem des 1. FC Nürnberg: James Lawrence.

IMAGO/Claus Bergmann

Lawrence, dessen Vertrag bei Ligakonkurrent FC St. Pauli im Sommer ausgelaufen war und der somit ablösefrei ist, soll am Freitag den obligatorischen Medizincheck absolvieren und danach bei den Franken unterschreiben.

Der Club reagiert mit der Verpflichtung des 29-jährigen Innenverteidigers auf den Abgang von Asger Sörensen, der an Sparta Prag verkauft wurde. Der elfmalige walisische Nationalspieler Lawrence, den die Kiez-Kicker nach einer Saison als Leihgabe des RSC Anderlecht im Oktober 2020 fest verpflichtet hatten, absolvierte für St. Pauli in der abgelaufenen Saison 18 Partien (kicker-Note 3,69).

Für Nürnberg ist die Verpflichtung von Lawrence durch die Einnahmen aus dem Sörensen-Verkauf möglich geworden – finanziell hat der Altmeister dadurch alle Auflagen der DFL erfüllt. Auf dem Platz ist Lawrence als 1:1-Ersatz für Sörensen eingeplant, in Sachen Gehalt wird der Neuzugang jedoch billiger sein als der abgewanderte Däne.

Nürnberg verkauft Verteidiger Sörensen an Sparta Prag

Überraschender Abgang beim 1. FC Nürnberg: Der Däne Asger Sörensen wechselt mit sofortiger Wirkung zum tschechischen Erstligisten Sparta Prag.

Verabschiedet sich aus Nürnberg: Asger Sörensen.

Verabschiedet sich aus Nürnberg: Asger Sörensen.

IMAGO/Claus Bergmann

Der Abgang von Asger Sörensen hat sich wahrhaftig nicht angedeutet, schließlich hatte der 26-Jährige seinen Vertrag in Nürnberg erst Mitte Januar bis 2024 verlängert. Aus diesem kaufte ihn nun Sparta Prag heraus, was dem finanziell klammen Club eine ordentliche Ablöse einbringen wird.

Seit seinem Wechsel 2019 von Jahn Regensburg zum damaligen Bundesliga-Absteiger gehörte Sörensen zum Stammpersonal in der Innenverteidigung, in drei Saisons und 93 Spielen für den Club erzielte der 1,91 Meter große Rechtsfuß zudem immerhin acht Tore. Auch in dieser Saison schien Trainer Robert Klauß auf Sörensen zu bauen, am 1. Spieltag auf St. Pauli erhielt er den Vorzug vor Florian Hübner und Sadik Fofana.

Am Millerntor spielte der in Salzburg ausgebildete Sörensen jedoch nicht durch, nach 66 Minuten musste er wegen muskulärer Probleme vorzeitig vom Feld. Wie Klauß auf der Pressekonferenz nach dem Spiel mitteilte, trainierte Sörensen unter der Woche wegen eines Infekts nur reduziert. Auch nach der Rückkehr aus Hamburg trat Sörensen zuletzt kürzer und legte eine Pause zur Belastungssteuerung ein.

Am Mittwochnachmittag folgte dann die Abreise in die tschechische Hauptstadt, am Abend einigten sich beide Vereine bezüglich der Ablösemodalitäten. “Asger ist mit dem Wunsch auf uns zugekommen, diesen Wechsel machen zu wollen”, sagt Dieter Hecking, Vorstand Sport des FCN. “Am Ende ist der Deal für alle Seiten sinnvoll.”

Sörensen: “Es ist die richtige Entscheidung”

Der nun vollzogene Transfer kam deshalb so schnell zu Stande, da der zwölfmalige tschechische Meister für die anstehenden Spiele in der Europa Conference League den Kader nominieren muss. Sörensen scheint somit direkt fest eingeplant zu sein, wie auch zuletzt beim Club. “Für Asger ist es der nächste Schritt in seiner Karriere. Menschlich und auch sportlich hat er super in unsere Mannschaft gepasst”, erklärt Sportdirektor Olaf Rebbe. “Jetzt liegt es an uns, diese Lücke wieder zu schließen.”

Für Sörensen selbst ging es in den letzten Tagen sehr schnell. “Ich hatte nicht viel Zeit, aber es ist die richtige Entscheidung. Auch, wenn es nicht leicht ist, den Club zu verlassen. Wir hatten eine unglaublich intensive Zeit zusammen. Es ist so viel passiert. Ich wünsche der Mannschaft, dem Umfeld und dem gesamten Verein alles erdenklich Gute.”