Anfang: “… und dann war's das eigentlich auch schon”

Gegen Viktoria Köln lag Dynamo Dresden bereits nach 14 Minuten mit 1:0 in Front und schien drauf und dran, den dritten Sieg in Folge zu feiern. Doch dann verlor Markus Anfangs Team den Faden.

Sieht noch Verbesserungspotenzial: Dresden-Coach Markus Anfang

Sieht noch Verbesserungspotenzial: Dresden-Coach Markus Anfang

IMAGO/Picture Point

Nach der am Ende knappen Auftaktniederlage bei den Münchner Löwen und dem Pokalaus gegen Bundesligist VfB Stuttgart hatte sich Dynamo Dresden berappelt und in der englischen Woche mit zwei Siegen gegen den Halleschen FC und den SC Verl die Trendwende eingeleitet. Weil am Wochenende gegen Viktoria Köln dann aber wieder eine Niederlage folgte, steht der Zweitliga-Absteiger mit sechs Punkten nach vier Spieltagen nur auf dem elften Platz – und hat bereits sechs Punkte Rückstand auf Ligaprimus 1860 München.

3. Liga, 4. Spieltag

Dabei sah es zu Beginn der Partie gar nicht schlecht aus mit dem dritten Sieg in Folge. Nach knapp einer Viertelstunde veredelten die Dresdner gleich die erste Chance der Partie, als Borkowski mit einem Steckpass die gesamte Kölner Defensive aushebelte, Schäffler auf Arslan querlegte und der aus kurzer Distanz nur noch ins leere Tor einschieben musste. “Wir gehen 1:0 in Führung mit einem schön herausgespielten Tor – und dann war’s das eigentlich auch schon in der ersten Halbzeit”, ärgerte sich Markus Anfang auf der Pressekonferenz nach der Partie darüber, dass seiner Mannschaft im Anschluss “irgendwie der Faden gerissen” war. 

Dynamo kam nicht mehr in die Partie

“Wir waren viel zu weit weg vom Gegner, wir waren zu passiv, haben die Zweikämpfe nicht mehr angenommen”, so der Trainer weiter. Und so folgte postwendend der Ausgleichstreffer für die Viktoria, die vor der Pause gleich nochmal nachlegte. Am Ende stand für die Dresdner eine Niederlage, die wegen “der 25 vielleicht 30 Minuten vor der Halbzeit, in denen wir nicht da waren” verdient war.

Für Dresdens neuen Trainer ist das alles jedoch kein Grund zur Sorge. Denn vor dem Sieg gegen Halle, dem ersten Pflichtspielsieg im Kalenderjahr 2022, habe Dresden eine “lange Phase gehabt, wo man nicht so viele erfolgreiche Spiele hinter sich gebracht hat – jetzt haben wir in der englische Woche zwei Spiele gewonnen, leider heute nun verloren”, ordnete er die Lage auf der Pressekonferenz nach der Partie gegen Köln ein.

Anfang: Viktoria-Mannschaft “reif” und “sehr gut besetzt”

Dabei sei dies nicht verwunderlich, stand seiner “sehr sehr jungen Mannschaft”, die sich nach den Abgängen wichtiger Spieler in vielen Teilen neu aufstellen musste, doch eine Mannschaft entgegen, die “sehr reif ist und die auch sehr sehr gut besetzt ist” und zudem auf Spieler zurückgreifen könne, “die schon höher gespielt haben”. Die könnten kritische Spielsituationen lösen und hätten das auch entsprechend gut gemacht.

Die Niederlage allein auf die fehlende Erfahrung sowie den besser eingespielten Gegner schieben möchte Anfang aber nicht. “Ich glaube schon, dass die Spieler das besser können”, fordert der Trainer eine Entwicklung seiner Mannschaft. Die soll gegen Aufsteiger Elversberg (Samstag, 14 Uhr, LIVE! bei kicker) die deutliche Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit, die trotz Chancen nicht mehr zum Ausgleich führte, bestätigen und den positiven Trend der Vorwoche fortsetzen.

Dynamo nach erstem Heimsieg 2022 sicher: “Der Bock ist umgestoßen”

Dynamo Dresden hat nach über acht Monaten wieder im Rudolf-Harbig-Stadion gewonnen. Die Zuschauer feierten dies “unnormal”, Coach Markus Anfang war aber nicht gänzlich zufrieden.

Dresdens Claudio Kammerknecht (Mi.) war nach dem 2:0 über Verl euphorisiert.

Dresdens Claudio Kammerknecht (Mi.) war nach dem 2:0 über Verl euphorisiert.

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“Dass wir wesentlich besser spielen können, steht außer Frage”. Die ersten Worte von Dresdens Trainer Markus Anfang bei “MagentaSport” gewährten Einblick über die gemischten Gefühle des 48-Jährigen. Trotz eines 2:0-Heimerfolgs, dem ersten Dynamos in Dresden nach 248 Tagen, über einen mutigen SC Verl war Anfang nicht komplett zufrieden. “Wir waren in vielen Situationen nicht mutig genug, hätten viel besser hintenraus spielen; viel mehr Chancen haben können”, zählte der ehemalige Bremer auf.

Wir waren in vielen Situationen nicht mutig genug.

Markus Anfang

Dresden ging dennoch in Führung, was allen voran am Platzverweis für Verls Vinko Sapina Mitte der ersten Hälfte lag. Auch dazu hatte Anfang eine Meinung. “Es ist jetzt nicht so, dass wir unterlegen waren, aber ja, dann kommt die Rote Karte”, die vieles geändert habe. “Erst ab der zweiten Halbzeit haben wir die Überzahl ausgespielt.”

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Grund dafür waren auch Umstellungen des Trainers, wie der Torschütze zum 2:0 – Claudio Kammerknecht – verriet. “Wir haben ein, zwei Sachen taktisch angepasst und das ging auch gut auf”, entgegnete er. Trotz der Cleverness der lange Zeit mitspielenden Ostwestfalen “haben wir gut verteidigt und in Überzahl eigentlich nichts zugelassen, zumindest in der zweiten Halbzeit”.

Und so stand am Ende der zweite Sieg in Serie fest, für Anfang ein “sehr wichtiges” Erlebnis, denn mit dazugewonnenem Selbstvertrauen werde seine Mannschaft immer besser. Obwohl sie sich durchaus mehr Torraumszenen erspielen hätte können, hielt Anfang bezogen auf die lange Wartezeit aller Dresdner fest: “Wir haben gewonnen, das tut uns gut.”

Anfang freut sich über die defensive Stabilität – “Unnormales” Fanerlebnis bei der Siegesfeier

“Ganz wichtig” sei zudem gewesen, ” dass wir – gerade nach dem ersten Spiel zuhause (3:4 gegen 1860 München, Anm. d. Red) – jetzt zwei Meisterschaftsspiele ohne Gegentor hinter uns gebracht haben. Insgesamt sei die Atmosphäre aufgrund der letzten Tage “dementsprechend gut. Ich freue mich riesig, dass wir den Fans einen Sieg schenken konnten. Die haben lange drauf gewartet.” Dies unterstrich Kammerknecht, der meinte: “Du läufst hier durch die Ränge und die Fans feiern dich unnormal. Wir haben den Bock umgestoßen, man merkt einfach, wie gut das allen tut.” Es sei “extrem erleichternd”.

Kammerknecht: “Einstellung macht man nicht vom Gegner abhängig”

Dynamo Dresden peilt im traditionsreichen Ostduell in Halle die ersten Punkte an. Und zwar mit der richtigen Einstellung – und einer verbesserten Defensive.

Claudio Kammerknecht geht das Halle-Spiel mit der gleichen Einstellung wie den Pokalfight gegen den VfB an.

Claudio Kammerknecht geht das Halle-Spiel mit der gleichen Einstellung wie den Pokalfight gegen den VfB an.

IMAGO/Jan Huebner

Die ersten beiden Punktspiele hatten es für Dynamo Dresden in sich: In der Liga wurde zunächst der Aufstiegsfavorit 1860 München vorstellig, im Pokal Bundesligist VfB Stuttgart. Zu holen gab es für die Sachsen trotz teilweise ansprechender Leistungen nichts. Dies will der Zweitliga-Absteiger im Ostduell beim Halleschen FC am Samstag (14 Uhr, LIVE! bei kicker) nachholen.

Anfang: “Wir müssen uns für unseren Aufwand endlich belohnen”

“Wir müssen uns für unseren Aufwand endlich belohnen”, sagte SGD-Coach Markus Anfang am Donnerstag auf der Spieltags-Pressekonferenz. “Wir brauchen Punkte und Siege.” Anfang weiß auch schon, wo er den Hebel ansetzen muss: “Wir haben in den ersten zwei Pflichtspielen fünf Gegentore bekommen, das ist zu viel”, schrieb er seiner Abwehr ins Stammbuch.

Immerhin könnte im defensiven Mittelfeld Paul Will beginnen. Der 23-Jährige hat seinen Muskelfaserriss auskuriert und ist ein Startelf-Kandidat. Anders sieht es bei Yannick Stark aus, der laut Anfang “die vollen 90 Minuten noch nicht drin” hat. Weiterhin ein Fragezeichen steht hinter dem Einsatz von Kevin Ehlers: “Bei ihm werden wir sehen und das Training abwarten.”

Anfang wird sich auch nicht davon blenden lassen, dass viele Experten den HFC im Keller der Tabelle erwarten. “Ich sehe es nicht so, dass Halle ein absoluter Abstiegskandidat ist”, konterte er entsprechende Fragen. “Wir konzentrieren uns auf unsere Inhalte”, sagte er und forderte von seinen Spielern “volle Konzentration und den unbedingten Willen”.

Voll fokussiert fiebert auch Claudio Kammerknecht seinem Ligadebüt entgegen. Der 23-Jährige Neuzugang vom SC Freiburg II verfolgte das Topduell gegen die Löwen (3:4) von der Bank aus, im Pokal gegen Stuttgart (0:1) durfte er für den verhinderten Ehlers ran und zeigte dabei eine ansprechende Leistung. Diese gelte es nun, zu bestätigen: “Man muss in jedem Spiel mit derselben Energie ins Spiel gehen, egal wie der Gegner heißt” sagte der gebürtige Badener mit singhalesischen Wurzeln. “Einstellung macht man nicht vom Gegner abhängig.”

Erneute Operation: Vlachodimos weiter im Pech

Dresdens Panagiotis Vlachodimos (30) ist erneut im Pech. Er muss sich einer weiteren Operation unterziehen und fällt somit länger aus.

Muss länger aussetzen: Dresdens Panagiotis Vlachodimos.

Muss länger aussetzen: Dresdens Panagiotis Vlachodimos.

IMAGO/Dennis Hetzschold

Nach anhaltenden Beschweren wird bei Panagiotis Vlachodimos eine erneute Operation an seinem bereits operierten Knie vollzogen werden. Der Eingriff findet am 10. August statt. Zu dieser Entscheidung kamen Verein und Spieler nach weiteren Nachuntersuchungen bei Kniespezialist Dr. med. Ulrich Boenisch.

“Wir alle hätten uns für ‘Pana’ eine andere Diagnose gewünscht. Eigentlich war er nach seiner langen Verletzungspause in der vergangenen Saison auf einem sehr guten Weg zurück zu alter Stärke, bis jetzt wieder Beschwerden einsetzten. Das ist für uns, besonders aber für ihn persönlich ein Rückschlag. Nun werden wir alles daran setzen, ihn wieder aufzubauen und bei seiner Genesung bestmöglich zu unterstützen”, so Geschäftsführer Ralf Becker.

Der Mittelfeldspieler zog sich am siebten Spieltag der vergangenen Zweitliga-Saison bei der Partie in Darmstadt einen Riss des vorderen Kreuzbandes im linken Knie zu. Nach einer Operation und folgender Reha konnte Vlachodimos am Ende der Spielzeit wieder eingreifen. Nun also der nächste Rückschlag. 

Außenbanddehnung bei Akoto – Becker hat Muskelbündelriss

Derweil kann bei Michael Akoto, der am vergangenen Freitag im DFB-Pokalspiel gegen den VfB Stuttgart in der 56. Minute verletzungsbedingt ausgewechselt werden musste, vorsichtig Entwarnung gegeben werden. Der Mittelfeldmann zog sich im rechten Sprunggelenk eine Distorsion sowie eine Außenbanddehnung zu und befindet sich bereits im Reha-Training.

Bei Robin Becker steht nach einer MRT-Untersuchung ebenfalls die Diagnose fest: Der 25-Jährige fällt mit einem Muskelbündelriss im Beinbeuger voraussichtlich mehrere Wochen aus. Dynamos Außenverteidiger wurde aufgrund der Verletzung im DFB-Pokalspiel gegen den VfB in der 61. Spielminute vom Feld genommen. Auch er unterzieht sich bereits ersten Reha-Maßnahmen.

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01. August 202251:48 Minuten

Saison 2001/02: Seuchen- oder Traumsaison?

Zum Abschluss der ersten Serie biegt “kicker History” ins 21. Jahrhundert ab, in dem der FC St. Pauli sein Jahrhundertspiel womöglich schon ziemlich zeitig spielte. Und einen wahren Verkaufsschlager auf den Markt brachte. Eine noch mal deutlich spektakulärere Saison legte Bayer 04 Leverkusen hin, wie sich Jens Nowotny erinnert. Doch das Ende einer außergewöhnlichen Spielzeit war bittersüß – von einem solchen kann auch Jürgen Kohler berichten.

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Anfang über den Saisonstart: “Es ist ärgerlich für uns”

Dynamo Dresden hat nicht nur den Drittliga-Auftakt verloren, auch im DFB-Pokal ging die SGD als Verlierer vom Platz. Cheftrainer Markus Anfang hat Positives gesehen, ist aber von den Ergebnissen ernüchtert.

Markus Anfang ist seit diesem Sommer Trainer in Dresden.

Markus Anfang ist seit diesem Sommer Trainer in Dresden.

picture alliance/dpa

Dresdner Saisonstart

Beim stimmungsvollen Saisonauftakt gegen 1860 München hatte das Anfang-Team knapp mit 3:4 verloren. Eine Woche später ging es im Pokal-Erstrundenmatch gegen den VfB Stuttgart weniger torreich zu, doch auch gegen die Schwaben setzte es ein – wenn auch knappes – 0:1. “Es ist bitter, wenn du zwei Pflichtspiele hast und zweimal mit einem Tor Unterschied verlierst”, sagte SGD-Coach Anfang. “Es ist ärgerlich für uns, trotzdem habe ich viele gute Dinge gesehen.”

Speziell im Stuttgart-Spiel bezog sich der 48-Jährige dabei auf die zweite Hälfte: “Am Ende war es uns leider nicht vergönnt, den Ausgleichstreffer zu erzielen. Insgesamt haben wir gegen einen Bundesligisten eine gute Leistung abgeliefert.” Auch schon vor dem Platzverweis für VfB-Verteidiger Waldemar Anton (68. Minute), wie Anfang betonte: “Wir hatten noch in Gleichzahl eine Phase, in der wir gute Möglichkeiten herausgespielt haben.” Einzig, ärgerte sich Dresdens neuer Coach, hätte sein Team noch zwingender vor dem Tor sein müssen.

Sorgen bereiten derweil Michael Akoto (Sprunggelenk) und Robin Becker (Oberschenkel). Die Neuzugänge haben sich am Freitagabend verletzt und verpassen womöglich das Drittliga-Duell am kommenden Samstag (14 Uhr, LIVE! bei kicker) in Halle. Auch deshalb ist nicht ausgeschlossen, dass die SGD in den kommenden Tagen und Wochen nochmal auf dem Transfermarkt aktiv wird.