Neymar überragt, Brasilien macht den nächsten Schritt Richtung Katar

Argentinien und insbesondere Brasilien ziehen in den Eliminatorias weiter einsam ihre Kreise. Neymar brachte den nächsten Sieg für die Seleçao auf den Weg.

Rabona gegen die Celeste: Neymar im Spiel gegen Uruguay.

Rabona gegen die Celeste: Neymar im Spiel gegen Uruguay.

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Die südamerikanischen Großmächte haben in der laufenden Qualifikation für die WM im kommenden Jahr in Katar weiterhin das Sagen. Während Argentinien durch ein 1:0 über Peru (Tor durch Inter-Profi Lautaro Martinez, 43.) im Stadion El Monumental in Buenos Aires auf 25 Zähler erhöhte, stockten die ebenfalls noch ungeschlagenen Brasilianer per 4:1 über Uruguay gar auf 31 Punkte auf.

In der Arena Amazonia in Manaus war es der von den Fans mit Sprechchören gefeierte Superstar Neymar, der gegen die Celeste bereits nach zehn Minuten zum 1:0 traf und zwei weitere Tore vorbereitete. Newcomer Raphinha (Leeds United), die brasilianische Entdeckung dieser Eliminatorias, glänzte in der Folge mit dem 2:0 und 3:0 (18. und 58. Minute). Luis Suarez vom spanischen Meister Atletico Madrid gelang beim Wiedersehen mit Ex-Teamkollege Neymar zwar mit einem schönen Freistoß der Ehrentreffer für Uruguay (77.), aber der eingewechselte Gabriel Barbosa traf kurz darauf zum 4:1-Endstand (83.).

Enges Rennen um die Plätze

Hinter dem Führungsduo rangeln die Verfolger weiter mit respektvollem Abstand um Platz drei und vier, die ebenfalls direkt zur WM-Teilnahme berechtigen. Die aktuelle Rangfolge: Dritter ist Ecuador (17) vor Kolumbien (16) – beide trennten sich torlos im Direktvergleich -, Play-off-Rang fünf ginge momentan an Uruguay (16), während sich Chile (13), Bolivien und Paraguay (je 12) strecken müssen. Peru (11) liegt vor Außenseiter Venezuela (7) an vorletzter Stelle.

Am 11. November steigt der 13. Spieltag, bei dem die Nachbarn Uruguay und Argentinien aufeinander treffen. Brasilien empfängt dann Kolumbien und kann das Ticket für Katar schon lösen.

DFB-Team droht bei WM 2022 schwere Gruppe

Deutschland hat als erste Mannschaft in Europa ein Ticket für die WM 2022 gelöst – muss in Katar aber mit mindestens einem hochkarätigen Gruppengegner rechnen.

In der FIFA-Weltrangliste ein Stück von den Top Ten entfernt: die deutsche Nationalelf.

In der FIFA-Weltrangliste ein Stück von den Top Ten entfernt: die deutsche Nationalelf.

Getty Images

Trotz souveräner und frühzeitiger Qualifikation droht der deutschen Nationalmannschaft bei der WM 2022 in Katar eine unangenehme Gruppe. Nach jetzigem Stand ist die Elf von Bundestrainer Hansi Flick bei der Auslosung im April 2022 nicht gesetzt.

Denn: Nach Informationen der dpa plant die FIFA bei dem Turnier erneut die Weltrangliste als wesentliches Kriterium für die Bildung der Lostöpfe heranzuziehen. Neben Gastgeber Katar wären dann die sieben im FIFA-Ranking bestplatzierten Teams im ersten Lostopf – Deutschland aller Voraussicht nach nicht.

Nach jetzigem Stand wäre Deutschland nur im zweiten Lostopf

Derzeit belegen Belgien, Brasilien, England, Frankreich, Italien, Argentinien und Portugal die ersten sieben Weltranglistenplätze; Deutschland, 2017 noch Spitzenreiter, ist hinter Spanien, Mexiko, Dänemark, den Niederlanden, den USA und Uruguay nur noch Tabellen-14.

Sollte die FIFA wie vor der WM 2018 auch die weiteren Töpfe nach der Weltrangliste füllen, wäre Deutschland aktuell gerade noch im zweiten und müsste bei der WM früh mit einem Gegner wie Rekordweltmeister Brasilien, Titelverteidiger Frankreich oder Europameister Italien rechnen. Alternativ wäre aber auch Außenseiter Katar ein denkbarer Kontrahent.

Wie viele Gelegenheiten es noch gibt, bis zur Auslosung in der Weltrangliste zu klettern, ist noch offen. Normalerweise ist jeweils die November-Ausgabe der Rangliste maßgeblich, allerdings findet die WM 2022 im Winter und die Auslosung deshalb nicht am Jahresende, sondern im Frühjahr statt.

Wäre die März-Rangliste entscheidend, könnten Teams aus Südamerika, Afrika und Europa einen Vorteil genießen, weil sie im Frühjahr 2022 in Pflichtspielen noch die Möglichkeit hätten, Weltranglistenpunkte zu sammeln. Die WM findet vom 21. November bis 18. Dezember 2022 statt.

Übersicht: Welche Verbände wie viele WM-Tickets erhalten – und wer schon qualifiziert ist

Nach Rückstand: Brasilien bleibt makellos und vergrößert Vorsprung auf Argentinien

Neunter Sieg im neunten Spiel für Brasilien auf dem Weg zur WM in Katar. Argentinien lässt hingegen Federn.

Gabriel Barbosa trug mit seinem Tor zur Wende in Venezuela bei.

Gabriel Barbosa trug mit seinem Tor zur Wende in Venezuela bei.

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Beim 3:1-Sieg der Seleção in Caracas sah es lange Zeit nach einer Sensation aus. Schlusslicht Venezuela führte durch ein Tor von Eric Ramirez von Dynamo Kiew früh mit 1:0 und hielt den Vorsprung bis tief in die zweite Hälfte.

Doch die ohne den gelbgesperrten Neymar angetretenen Gäste wendeten das Blatt, nachdem Marquinhos (71.) den Ausgleich köpfte. Obwohl es im Spiel des Favoriten lange Zeit an Kreativität mangelte, sicherten Gabriel Barbosa (85., Elfmeter) und Debütant Antony (Ajax Amsterdam) in der Nachspielzeit den dreifachen Punktegewinn. Mit 27 Zählern navigiert Brasilien somit weiter klar auf WM-Kurs.

Nullnummer in Asunción – Chile lässt abreißen

Argentinien (19), Ecuador (16) und Uruguay (16) folgen dahinter auf den Rängen, die noch zur direkten WM-Teilnahme berechtigen. Die Albiceleste um Lionel Messi trennten sich in Asunción torlos vom clever verteidigenden Tabellensechsten Paraguay (12), das zwei Punkte Rückstand auf Play-off-Rang fünf (Kolumbien, 14 Punkte) hat. Venezuela ist mit vier Punkten Zehnter und Letzter, wird aller Voraussicht nach einmal mehr nicht seine erste WM-Teilnahme feiern können.

Peru (11) hofft noch nach einem 2:0-Erfolg im Duell der Andenstaaten gegen Chile (7), das überhaupt nicht in die Gänge kommt. Christian Cueva und Schweden-Legionär Sergio Pena (Malmö FF) trafen für die Gastgeber um Altstar José Paolo Guerrero (37, früher Bayern und HSV).

Pele nach der Tumor-OP: “Keine Schmerzen, aber gute Laune”

Brasilien sorgt sich um seine Fußball-Ikone Pele. Doch es gibt gute Nachrichten aus der Intensivstation des Albert-Einstein-Hospitals in Sao Paulo.

Ehrerbietung: Ein Mural des Künstlers Kobra in Santos zeigt Pele im Trikot der Selecao.

Ehrerbietung: Ein Mural des Künstlers Kobra in Santos zeigt Pele im Trikot der Selecao.

AFP via Getty Images

Pele wird nach der Entfernung eines Dickdarm-Tumors bald die Intensivstation des Krankenhauses verlassen können. Dies verkündete seine Tochter Kely Nascimento in der Nacht zum Dienstag deutscher Zeit via Instagram und versicherte, der 80-Jährige sei den Umständen entsprechend wohlauf.

“Ihm geht es gut nach der Operation, er hat keine Schmerzen, aber gute Laune”, schrieb Kely Nascimento, allerdings sei ihr Vater “genervt” von der Schonkost. Zu ihrem zweisprachigen Post stellte die Tochter des dreimaligen Weltmeisters einen Screenshot aus einem Videotelefonat. Ihr Vater lächelt darauf in die Kamera.

“Stark und stur”

“Er wird in den nächsten Tagen auf ein normales Zimmer verlegt werden und dann nach Hause gehen”, schrieb sie, Pele sei “stark und stur”. Sie bedankte sich beim Albert-Einstein-Hospital in Sao Paulo und allen, die in diesen Stunden an ihren Vater denken, für “all die Liebe, die besorgten und aufmunternden Nachrichten”.

Der Jahrhundert-Fußballer Pele hatte sich bereits vor dem Eingriff am Dickdarm verschiedenen Operationen unterziehen müssen. Er musste im November 2014 an der Niere, im Mai 2015 an der Prostata, zwei Monate später an der Wirbelsäule und im Dezember des gleichen Jahres auch an der Hüfte operiert werden.

Brasilien nicht aufzuhalten – Messi bricht uralten Pelé-Rekord

In Südamerika deutet die WM-Qualifikation bislang keine Sensationen an. Erzählenswertes gab es aus der Nacht auf Freitag trotzdem.

Brasilien um Neymar und Argentinien um Lionel Messi (beide #10): Die Schwergewichte marschieren souverän.

Brasilien um Neymar und Argentinien um Lionel Messi (beide #10): Die Schwergewichte marschieren souverän.

Getty Images (2)

Der Rekordweltmeister bleibt tadellos. Im achten Spiel der WM-Qualifikation fuhren die Brasilianer um Ausnahmekönner Neymar den achten Sieg ein. Der 29-Jährige spielte sich beim 2:0-Erfolg gegen Peru einmal mehr in den Mittelpunkt, war mit einem Tor und einer Vorlage an beiden Treffern direkt beteiligt.

Gleich drei Tore erzielte sein alter neuer Vereinskamerad Lionel Messi bei Argentiniens 3:0-Sieg über Bolivien – in der südamerikanischen WM-Quali folgt die Albiceleste hinter Brasilien souverän auf Rang zwei.

Messis Länderspieltore 77 bis 79 sorgten außerdem für die Auslöschung eines 50 Jahre alten Südamerika-Rekords. Mit 77 Treffern in offiziellen Länderspielen hatte den bislang die brasilianische Ikone Pelé gehalten, wofür der dreimalige Weltmeister allerdings “nur” 92 Einsätze benötigte. Copa-America-Sieger Messi steht nun bei 154 Länderspielen.